Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

PokerStratege DasWodka gewinnt das Hotter $55 und knapp $23.000

Unser Staff-Mitglied schnappte sich beim beliebten PokerStars-Turnier den Sieg und ließ 2.868 Teilnehmer hinter sich - im Exklusivinterview spricht er über seinen Triumph.

Money, Money, Money!

Es sind zurzeit erfolgreiche Tage für die deutschen Pokerspieler: So durfte sich kraterspalter über den Sieg des FTOPS Main Events freuen, für den er $270.828 erhielt. "Poker id 4me" konnte sich beim Sunday Warm-Up durchsetzen und staubte $99.000 Siegesprämie ab. Der deutsche Turnierspezialist hatte sich gegen 3.431 Spieler durchgesetzt.

Außerdem gewann daswodka gestern das Hotter $55-Event: 2.869 Spieler hatten sich für dieses Turnier angemeldet, der Preispool betrug $143.450. Als Belohnung gab es für ihn $22.666 Preisgeld.

Im Interview geht unser Community-Mitglied auf den Turnierverlauf ein und verrät, warum es am Final Table zu keinem Deal kam.

Interview mit DasWodka nach seinem Erfolg

PokerStrategy.com: Herzlichen Glückwunsch zum Sieg beim The Hotter $55-Turnier. Du konntest dich gegen 2.868 Spieler durchsetzen und bekamst am Ende knapp $23.000 Preisgeld - wie fühlt sich dieser Bankrollboost an?

daswodka: Erst einmal möchte ich mich für die vielen Glückwünsche bedanken. Ich hoffe, ich erinnere mich richtig für die folgenden Fragen, denn im Moment leide ich ein wenig unter Schlafmangel. Nach dem Ship hab ich noch bis ungefähr sechs Uhr morgens das Bigger 162 gegrindet, um als Zwölfter zu busten, und musste dann wieder um 8 Uhr aufstehen - aber ich beschwere mich nicht (lacht).

Der Bankroolboost fühlt sich natürlich unglaublich an. Ich hätte mich auch schon über einen 5-digit-Cash sehr gefreut, aber das Gefühl, als es durchging, war überragend.

PokerStrategy.com: Wie lief das Turnier aus deiner Sicht ab und gab es kritische Spots?

daswodka: An so richtig interessante Hände, abgesehen vom Final Table, kann ich mich im Moment ehrlich gesagt nicht erinnern. Es gab nur einmal ungefähr 15 Hände hintereinander eine Achterbahnfahrt des Chipcounts, bei dem ich mir die Hände noch einmal anschauen muss, ob da jeder Spot optimal gespielt wurde. Dort hab ich zweimal mit über 10BB kleinere Pockets geopenpusht, was wohl nicht zu schlecht gewesen sollte, aber drüber gucken sollte ich auf jeden Fall mal.

PokerStrategy.com: Als es langsam Richtung Final Table ging, war auch der brasilianische Team PokerStars Pro André Akkari noch dabei. Erst auf Platz 21 war für ihn Schluss....

daswodka: Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich ihn nur für wenige Hände am Tisch und da hat er mich einmal mit einem höheren Pocket gesnappt, in dem oben beschriebenem Spot. Das war allerdings absoluter Standard und in der Zeit gab es auch viele Shorties, gegen die man wenige bis keine fancy Plays machen konnte.

"Ich hatte lange Zeit nicht an einen Deal gedacht"

Endergebnis des Hotter $55

PokerStrategy.com: Du konntest dich dann mit einem recht ordentlichen Stack an den Finaltisch spielen. Welche Strategie hattest du dir für den Final Table zurechtgelegt?

daswodka: Der Final Table war recht stark und ich hatte nur einen Gegenspieler als Fisch markiert, der aber am Final Table auch nicht viel falsch gemacht hat. Dann waren ein bis zwei Gegner noch relativ schwach und der Rest hatte viele Winnings aufzuweisen. Ich ging als Midstack an den Final Table und war daher gezwungen, bei der geringen durchschnittlichen Big Blind-Anzahl, erst einmal tight zu agieren. Ich konnte dann relativ schnell den zweiten Spieler vom Tisch nehmen.

Aber erst nachdem 6-way UTG shovt, ich mit A-Ko hinter ihm calle und gegen K-Q halte, konnte ich mich dem derzeitigen Chipleader nähern. Das war dann später übrigens auch mein Heads-Up-Gegner. Er verlor wenig später einen Pot gegen einen Shortstack, was mich zum Chipleader machte. Dies brachte mich in eine sehr komfortable Situation mit zwei Midstacks mit sehr ähnlichen Stacks sowie zwei Shortstacks, die auch nicht weit voneinander entfernt waren und die ich als schwach angesehen habe. In dieser Phase konnte ich durch viele Steals meinen Stack ganz locker aufbauen. Das war dann die Traumkonstellation eines jeden Turbo-MTTlers. Ab da an ging es wie durch Butter und ich verlor nur wenige ganz kleine Pötte gegen Shorties.

PokerStrategy.com: Überraschenderweise kam bei diesem Turnier kein Deal zustande, was für dich natürlich sehr positiv war - du konntest dich über das komplette Preisgeld für den ersten Platz freuen.

daswodka: Ja, an einen Deal habe ich lange überhaupt nicht gedacht. Anfangs mussten auf jeden Fall erst einmal die Shorties busten, um einen Deal überhaupt realistisch erscheinen zu lassen, und danach hat keiner mehr gefragt. In meiner Position mit der Konstellation hatte ich auch nicht so den Drang danach gehabt. Ich glaube auch, es gab kaum eine Situation, in der die guten Gegner mir genug zugestanden hätten, was ich mir durch die Konstellation ausgerechnet habe.

PokerStrategy.com: Im Heads-Up musstest du dann gegen susie00 aus Großbritannien ran. Wie stark hast du ihn eingeschätzt?

daswodka: susie00 war auf jeden Fall ein starker Spieler und hat in seiner Zeit als Chipleader auch gut Druck ausgeübt. Ich ging mit einem 5:1 Chiplead ins Heads-Up und er hatte dort nur noch sechs Big Blinds. Ich fragte trotzdem, ob er dealen wolle, und da meinte er, er wolle even choppen - das hab ich lächelnd abgelehnt. Die erste Hand openfoldete ich noch mit 8-3o, aber in der zweiten Hand des Heads-Ups snappte ich ihn mit K-Jo und gewinne gegen sein J-Ts, nachdem er noch einen Open-Ender geflopt hatte und ich noch einmal schwitzen musste.

PokerStrategy.com: Vielen Dank für das Interview und natürlich auch weiterhin viel Erfolg - die letzten Worte gehören dir...

daswodka: Zum Schluss möchte ich noch gerne das TeamGatsbyKempinho grüßen. Ich bin froh, dass ich das Team auch endlich mal erfolgreich repräsentieren konnte (lacht).

von tobiasfrey