Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

RobbieV: Mit viel Geduld beinahe zum Bracelet

Es war der erste richtig gute Lauf eines Team PokerStrategy.com-Spielers bei der diesjährigen World Series of Poker: Robbie 'RobbieV' Verspui konnte in Event #13, einem $1.500 NLH Shootout-Event, den zweiten Platz belegen und scheiterte im Heads-up nur knapp an Andrew Badecker.

Eigentlich hätte es das erste Bracelet für Team PokerStrategy.com sein sollen. robbiev hielt , nachdem er das all-in seines Gegners gecallte hatte und lag gegen eigentlich gut vorne. Doch die , diese eine verdammte Zwei, reichte für Andrew Badecker aus, um RobbieV in die Knie zu zwingen und ein Bracelet zu gewinnen.

Dennoch ist sein zweiter Platz, der mit einem Gewinn von $228.334 verbunden ist, ein großartiger Erfolg für den Niederländer, der lange Zeit bei PokerStrategy.com als Community Manager und Team-Manager arbeitete und heute in Thailand lebt.

Das Interesse an diesem Shootout-Turnier war generell groß und auch Team PokerStrategy.com nahm mit insgesamt fünf Spielern daran teil. Neben RobbieV gingen auch thorsten77, nazgul, bongbob und bokkie an den Start.

Sie trafen an den Tischen auf ein bunt gemischtes Feld, unter das sich mit jonathanlittle, aaronlambert, maddyhh, grezstar auch einige Coaches und Community-Mitglieder gemischt hatten. Insgesamt nahmen 1.440 Teilnehmern teil, die so einen Preispool von $1.944.000 erzeugten. Allein auf den ersten Platz sollten $369.371 entfallen. Keine schlechten Aussichten für den Sieger eines $1.500-Turniers.

Ab Runde 2 einziger Vertreter des Team PokerStrategy.com

In Runde 2 war RobbieV bereits der einzige Spieler vom Team PokerStrategy.com, der wieder an die Tische durfte. Er konnte das erste 10-Mann-SNG für sich entscheiden und mit 45.000 Chips in den nächsten Tag starten. Hier erwartete ihn ein starker Tisch, der mit Namen wie Theo Tran, Scott Seiver, Roberto Romanello und Mike DeMichele gespickt war. Robbie konnte sich aber mit einem Calldown mit Top Pair gegen Ace high und KK gegen K9o einen Erfolg versprechenden Stack von 100k Chips aufbauen.

Im Heads-up hieß sein Gegner dann Taylor Paur, der 2010 Online-Gewinne von über einer Million US-Dollar einfahren konnte und 2010 CardPlayer of the Year wurde. Im Spiel wechselte die Führung zwischen beiden hin und her und ein spannendes Match entwickelte sich. Robbie war sich der Stärke des Gegners bewusst: "Ich bin ein wenig nervös, ich möchte unbedingt gewinnen, aber er ist wirklich gut." sagte er gegenüber Vegas-Reporter elhh82.

Als das Heads-up immer aggressiver wurde, floppte RobbieV in der entscheidenden Hand in einem 3-Bet-Pot einen Open Ended Straight Draw und ging auf die C-Bet seines Gegners All-in. Der war mit JJ zwar vorne, doch eine 5 am Turn brachte Robbie die Straight und das Ticket für Tag 3.

Ab Tag 3 kein Shootout mehr, sondern 2-Table SNG

Mit nun noch 16 verbleibenden Spielern im Turnier und einem garantierten Gewinn von $16.000 ging RobbieV in den dritten und letzten Tag. Ab hier wurde nicht mehr im Shooutout-Modus gespielt, sondern ein normales Turnier mit zwei Tischen, die bei entsprechender Spielerzahl zum Final Table zusammengelegt werden sollten.

Zusammen mit David Pham und David Robinson an einem Tisch konnte RobbieV schnell die ersten Chips ansammeln und seinen Stack von 450k auf 550k ausbauen. Bei Start-Blinds von 3k/6k/1k ein komfortabler Stack.

In den nächsten Händen konnte er diesen zwar nicht ausbauen und pendelte zwischen 350k und 450k hin und her, gleichzeitig verkleinerte sich das Feld aber zusehends und gegen 3 Uhr morgens deutscher Zeit begann der Final Table, an dem Robbie mit David Pham und Jonathan Spinks zu den vier kleinsten Stacks gehörte.

RobbieV hatte zu diesem Zeitpunkt 546k Chips, was 45 Big Blinds entsprach.

Nazgul über RobbieV's Final Table

Der Final Table begann mit viel Action und 4- bzw. 5-Bets hinderten Robbie anfangs daran, seine besseren Starthände bis zum Flop zu spielen. Dennoch gelang es ihm, seinen Stack auf 600k Chips zu vergrößern, was ihn 5-Handed allerdings nicht davor schützte, zu den Shortstacks am Tisch zu gehören. Robbie blieb ruhig und wartete geduldig auf seine Spots.

Das Rezept für Robbies Final Table: Ruhe und Geduld

Die Karten, die ihm zu dieser Zeit zugeteilt wurden, waren allerdings mehr als ausbaufähig: "Meine beste Hand war Q-8, ehrlich, ich habe ewig keinen König oder Ass gesehen. Es gab zwar 30 gute Spots zum Shippen, aber wenn ich dann auf meine Karten schaue und 9-3 sehe...".

Als Robbie in einem Blind Battle am River Trips machte und gegen eine Bet seines Gegners All-in ging, wurde diese Action entsprechend ironisch von PokerNews mit "Robbie spielt tatsächlich eine Hand!" kommentiert.

Dennoch konnte dieses passive Spiel von RobbieV nicht ewig weitergehen. 5-Handed hatte er zeitweise nur noch 13 Big Blinds und war mit 400k Chips abgeschlagen Shortstack, während seine Gegner 1,2 bzw. 2,8 Millionen hielten. Als er kurz darauf nach einem Openraise von Jon Spinks All-in ging und dieser callte, brauchte er mit A-T gegen A-Q viel Hilfe vom Board, eine T als Doorcard bescherte ihm aber genau diese und Robbie war, als Spinks kurz darauf ausschied, schon mindestens Dritter.

3-Handed wurde die Action noch schneller und Robbie konnte zwei Mal in Folge aufdoppeln, als er mit K-9s gegen 7-7 und mit 4-4 gegen K-Jo zwei wichtige Coinflips gewann.

Auf einmal waren alle Spieler mit ähnlich großen Stacks ausgestattet und als Andrew Badecker mit anschließend Daniel Makowskys am Flop überholte und diesen so aus dem Turnier nehmen konnte, gingen Robbie und Badecker in das finale Heads-up des Turniers.


Die entscheidende Hand

Badeckers Chiplead von ungefähr 3:1 konnte RobbieV in nur wenigen Händen wettmachen und in Führung gehen, dennoch holte sich sein Gegner anschließend die Spitzenposition zurück. Dieser Umstand hätte sich in der finalen Hand leicht ändern können, als Robbie mit den 4-Bet-Shove seines Gegenübers mit insgesamt ca. 45bb callte.

Doch die 62% Prozent Equity gegen reichten nicht aus und die am Flop bescherte dem US-Amerikaner sein erstes WSOP-Bracelet. Ärgerlich für Robbie war, dass er seiner Meinung nach im Heads-up als der klar bessere Spieler agierte, wie er anschließend im Interview mit Nazgul erzählte.

Für Team PokerStrategy.com-Spieler RobbieV ging das Turnier somit zwar unglücklich, aber dennoch mit einem großartigen Ergebnis zu Ende. Der zweite Platz bedeutet zwar, dass Robbie sein erstes Bracelet knapp verpasst hat, aber die WSOP ist noch jung, Robbie in Form und es warten noch viele Events, bei denen ein Bracelet vergeben wird.

PokerStrategy.com drückt dir die Daumen, Robbie!

RobbieV im Interview mit Nazgul nach dem Turnier