Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Schlechter Final-Table-Deal im Mystery Bounty?

Ein Deal der letzten neun Spieler im Borgata führte dazu, dass die Finalisten allesamt ein zufälliges der verbliebenen geheime Kopfgelder wählen durften. Ein guter oder schlechter Deal?

Die Pokerwelt tastet sich weiterhin an das strategisch neue Format der Mystery-Bounty-Turniere heran, wie ein solches Event in dieser Woche im Borgata in Las Vegas bestens demonstrierte. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie man mit Deals am Final Table bei dem eigenwilligen Format verfahren sollte?

Insgesamt 1.361 Entrys kamen beim $2.200 Mystery Bounty der Borgata Championship zusammen, der größte Gewinner sollte am Ende Ryan Dodd werden, nachdem er das Jackpot-Kopfgeld von $250.000 gezogen hatte.

Dazu kam es aber nur, weil man sich nach einem langen zweiten Turniertag bis zum neunköpfigen Finale einen ungewöhnlichen Deal einfallen ließ:

Zunächst einmal wurde ein normaler ICM-Deal vereinbart, bei dem Chipleader Samuel Laskowitz das höchste Preisgeld von $146.609 und der Turniersieg zugesprochen wurde. Offen war jedoch die Frage, was man mit den verbliebenen neun geheimen Kopfgeldern machen sollte...

Die Entscheidung fiel den Teilnehmer nicht leicht, da nach wie vor ein Kopfgeld von $250.000 offen war, gefolgt von zwei weiteren Bountys in Höhe von je $25.000. Am Ende einigte man sich darauf, dass alle neun verbliebenen Spieler per Zufallsprinzip einen der neun verbliebenen Kopfgeldumschläge ziehen sollten.

Platz Spieler Chips vor dem Deal Preisgeld Mystery Bounty
1. Samuel Laskowitz 7.465.000 $146.609 $25.000
2. Anthony Maio 7.015.000 $142.054 $500
3. Ryan Eriquezzo 6.090.000 $132.093 $500
4. Baruch Forst 5.380.000 $123.817 $500
5. Maxim Urvantsev 5.300.000 $122.844 $500
6. Benedetto Bianco 4.810.000 $116.700 $500
7. Constantine Bogiatzis 4.775.000 $116.249 $500
8. Francis Anderson 3.200.000 $104.084 $25.000
9. Ryan Dodd 3.100.000 $92.098 $250.000

Damit war der am Ende am niedrigsten platzierte Finalist Ryan Dodd der größte Gewinner des Tages. Insgesamt $342.098 nahm der Shortstack nach dem Deal und Ziehen des $250.000-Kopfgelds mit nach Hause, mehr als der letztliche Sieger Samuel Laskowitz.

Der Deal sorgte für Aufsehen, weil die Shortstacks am Tisch daraus einen deutlichen Vorteil ziehen konnten. Laskowitz hatte mehr als doppelt so viele Chips wie Dodd, allerdings am Ende dieselbe Chance auf das Bounty-Kopfgeld. Entsprechend sorgte der Deal am Ende für mehr Varianz, die man mit Deals eigentlich verringern will.

Manch einer vermutet, dass die neun Finalisten eine gerechte Aufteilung der noch offenen Kopfgelder im Privaten vereinbart haben könnten, wenn sich das Borgata gegen einen solchen Deal gestellt hat. Für die Zukunft scheint aber klar, dass man sich grundsätzlich ein Verfahren für den Umgang mit offenen Kopfgeldern im Falle derartiger Deals überlegen muss, bevor etwaige private Vereinbarungen in Konflikten enden.

Wie sollte man im Falle eines Deals mit offenen Kopfgeldern bei Mystery Bountys verfahren? Wir freuen uns auf eure Kommentare!