Seidel in der Kritik für Heads-up gegen Max Kruse
Bei der $10.000 WSOP Heads-up Championship traf Fußballprofi und Pokerfan Max Kruse auf niemand Geringeren als Erik Seidel. Und der sorgte mit seinem Verhalten für eine Kontroverse...
Den Namen Erik Seidel in einer Debatte rund um unsportliches Verhalten zu hören, dürfte einem kleinen Kulturschock gleichkommen. Für gewöhnlich wird die Legende der Pokerszene stattdessen stets als einer der ersten genannt, wenn es um die vorbildlichsten Profispieler geht, die das Spiel je gesehen hat.
Was sich am vergangenen Wochenende bei der $10.000 Heads-up Championship zugetragen hat, war für viele daher eine ernüchternde Überraschung:
Watching Seidel Just snap blind out the recreational is crazy to me. Ya think you know somebody. pic.twitter.com/p1s1dGFSLl
— Patrick Tardif (@IrEgption) August 8, 2020
Fußballprofi Max Kruse, in der kommenden Saison für die Torausbeute bei Union Berlin verantwortlich, wurde Erik Seidel als Gegner in der Championship zugelost. Kruse jedoch wurde im Verlauf der Partie aus welchen Gründen auch immer in den Sitout befördert, was Seidel leider dazu veranlasste, jeden einzelnen Blind in seiner Abwesenheit zu erhöhen, um seinen Gegner schnellstmöglich herunterzublinden.
Ein derartiges Verhalten ist mitnichten Betrug und gerade in SNGs und Turnieren auf den Lowstakes die Tagesordnung. In HUSNG-Kreisen wird es jedoch als unsportliches Verhalten betrachtet, umso mehr wenn es dabei um ein WSOP-Bracelet geht.
Seidel ließ in der Folge verlauten, dass es ein Fehler gewesen sei und er schlichtweg nicht über die adäquate Etikette Bescheid wusste, wenn man sich in einer derartigen Situation an den Online-Tischen gegen einen Gegner wiederfindet.
Was a mistake. Didn’t know who it was but shouldn’t make a diff. Plan was if he blinded out would give nim back entry & %. It happened to me twice live. 1st time, 1st round guy waited, 2nd time was semi WSOP Europe, got blinded out for most of stack
— Erik Seidel (@Erik_Seidel) August 9, 2020
It’s a useful discussion & I always want to be held to the highest standard. What would @ikepoker do or Chidwick or @JasonKoon that’s where I want to be. If I fall short that’s a problem
— Erik Seidel (@Erik_Seidel) August 9, 2020
Wirft man einen Blick in die anschließende Diskussion zum ursprünglichen Tweet, erhält man einen faszinierenden Einblick, wie große Namen wie Olivier Busquet, Patrick Leonard, Giraf Ganger und Kevin Martin in solch einer Lage verfahren. Die meisten waren überzeugt, dass Seidel ebenfalls in den Sitout hätte wechseln sollen, bis Kruse zurückgekehrt ist. Der eine oder andere hielt jedoch dagegen, dass sich Seidel so durchaus einem "Freeroll" aussetzen würde, wenn sein Gegner schlichtweg auf die richtigen Karten wartet, um das Spiel wieder aufzunehmen.
Zugutehalten kann man Seidel, dass er sich des Fehlers bewusst ist und ihn eingestanden hat. Entsprechend dürfte sein Ruf als einer der angesehensten Spieler nicht allzu sehr leiden. Ein kleiner fader Beigeschmack bleibt jedoch trotzdem.
Wie sollte man sich verhalten, wenn sich ein Heads-up-Gegner online im Sitout befindet? Wir freuen uns auf eure Meinung!