So hackt man eine Kartenmischmaschine
Ein Beitrag von Andy Greenberg von WIRED zeigte, wie einfach es war, die Programmierung eines weltweit in Casinos verwendeten automatischen Kartenmischgeräts zu manipulieren.

Wir alle erinnern uns an die Szene, in der Mike Postle verdächtig oft auf sein Handy in seinem Schoß blickte. Innerhalb weniger Stunden nach seinem mutmaßlichen Fehlverhalten explodierte das Internet mit Spekulationen über sein Verhalten und eine umfassende Untersuchung erschütterte daraufhin die Pokerwelt.
Doch was wäre, wenn ein Betrug keinen Spieler einbeziehen müsste, sondern sich auf eine Maschine konzentriert, der am Pokertisch kaum Beachtung geschenkt wird, wie die Kartenmischmaschine des Dealers?
Ein faszinierender neuer Film des innovativen Online-Magazins WIRED widmet sich genau dieser Frage. Gemeinsam mit dem Betrugsexperten in Sachen Casino Sal Piacente und dem Hacker und Forscher Joseph Tartaro untersuchte WIRED, ob eine Mischmaschine mithilfe moderner Hacktechnologien manipuliert werden kann.
Im Mittelpunkt des Experiments stand der „Shufflemaster“, ein Produkt des Mutterunternehmens Light & Wonder. Greenberg und Piacente testeten im Film, ob es möglich sei, die Technologie der Maschine zu infiltrieren und die Reihenfolge der Karten gezielt zu manipulieren.
Neue Sorgen für Live Poker
Die Umgehung der „Poker Götter“ – also des Zufallsalgorithmus der Maschine – erinnerte an eine Szene aus dem James-Bond-Film Casino Royale, nur ohne Hollywood-Dramatik. Nachdem Greenberg und Piacente die Entwickler des Shufflemaster über die Sicherheitslücke informiert hatten, erhielten sie eine schnelle Reaktion.
„Weder der DeckMate 2 noch eine andere automatische Kartenmischmaschine von L&W wurde jemals auf einer Casinofläche kompromittiert“, erklärte Light & Wonder. „Zudem ergaben die Tests von IOActive keine Defekte oder Designfehler am DeckMate 2; die Tests wurden unter Laborbedingungen durchgeführt, die sich in einer regulierten und überwachten Casino-Umgebung nicht reproduzieren lassen.“
Nachdem Greenberg und sein Team jedoch weitere Beweise vorlegten, änderte sich der Ton. L&W erklärte daraufhin, dass Firmware-Updates implementiert worden seien, um sicherzustellen, dass eine Manipulation des Shufflemaster nahezu unmöglich sei.
Das Projekt „Hacklab“ lenkt den Fokus auf die Sicherheit im Live Poker, in einer Zeit, in der die Integrität von Online Poker meist im Mittelpunkt steht. Dennoch ist die Leichtigkeit, mit der Greenberg und das WIRED-Team die Neutralität der Mischmaschine beeinflussen konnten, alarmierend. Wenn jemand Zugriff auf die Karten anderer Spieler hätte – sei es durch eine manipulierte Maschine oder andere Mittel –, wäre das fatal für das Spiel. Der Film weckt daher das Gefühl, dass dieser Aspekt der Casino Sicherheit dringend ein Upgrade gebrauchen könnte.
Hier ist der komplette Film: