Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Spielerboykott des Venetian wegen Höchst-Preispool

Die Pokercommunity ist in Aufruhr, nachdem ein Event geplant ist, bei dem jeder Cent an Buy-ins, der über $150.000 geht, als Rake an das Casino fließen soll.

The Venetian
Das Venetian

Es gibt nicht vieles, was für Pokerspieler ungeheuerlicher ist als das Drücken vor einem Guarantee. In dieser Woche hat das Venetian nun etwas sehr Ungewöhnliches mit einem Preispool bei einem Turnier gemacht, das ebenfalls nicht im Interesse der Spieler zu sein scheint.

Die Lucky Shot Poker Series mit einem Buy-in von $250 hat einen "Gesamt-Preispool" von $150.000. Klingt erst einmal gut, bis man dann herausfindet, dass der Preispool aber genau dort bleibt, selbst wenn man mehr als 600 Spieler an die Tische lockt und die Summe erreicht.

Die Strukturübersicht zum Event sagt tatsächlich, dass jeder Betrag über $150.000 an das Venetian geht, allerdings gibt es ansonsten auch keinerlei Rake bei dem Turnier. Kommen also mehr als 600 Spieler an die Tische, macht das Venetian einen Gewinn. Fällt die Teilnehmerzahl geringer aus, muss man ein Overlay zahlen. Das Turnier hat allerdings auch sechs Starttage, es ist also sehr wahrscheinlich, dass man die Zahl von 600 erreichen wird.

Der Ansatz ist allemal interessant, wenn man bedenkt, wie sehr sich Pokerspieler für reduzierten Rake und hohe Guarantees begeistern lassen. Im Grunde wettet das Venetian gegen die Spieler, dass der Preispool mehr als $150.000 betragen wird.

Eine versteckte Rakefalle?

Zusätzlich zum $150.000-Preispool werden während des Events noch $52.000 an weiteren Preisen verlost. Turnierdirektor Tommy LaRosa erklärte dazu, dass der Gesamt-Preispool am Ende bei $225.000 liegen würde, wenn man die zusätzlichen Promoaktionen berücksichtigt.

Die Pokercommunity hält von dem neuen Ansatz aber reichlich wenig. Der Konsens ist, dass das Event das Potenzial hat, jede Menge Geld aus dem gesammelten Preispool zu ziehen und so auf verdeckte Art am Ende eine hohe Last an Rake zusammenkommt. Der Hashtag #BoycottTheVenetian hat dabei nicht zum ersten Mal bei Twitter getrendet.

Die Pokercommunity nimmt schon seit langer Zeit eine kritische Haltung gegenüber dem Venetian ein, weil der CEO des Dachkonzerns Las Vegas Sands, Sheldon Adelson, einer der aktivsten Widersacher von Online-Poker in den USA ist.

Das neue Format scheint einen vertretbaren Ansatz zu verfolgen, profitieren Spieler natürlich von einem rakefreien Turnier, falls es doch zu einem Overlay kommen sollte. Das vielleicht größte Problem mit der Idee an sich ist, dass Anbieter und Spieler mit unterschiedlichen Interessen in das Event hineingehen, was natürlich kein guter Grundgedanke ist.

Was haltet ihr von dem Format? Wir freuen uns auf eure Kommentare!