Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Steht Japan vor einem Poker-Boom?

Warum ist das Interesse an Poker in Japan auf einmal so groß, obwohl es sich dort nur um einen kleinen Markt mit unklaren Regularien handelt?

Yuiko Matsukawa
Yuiko Matsukawa

Letzte Woche nahm PokerStars überraschenderweise das japanische Model Yuiko Matsukawa unter Vertrag. Sie ist eine von drei japanischen Spielern, die in letzter Zeit unterschreiben durften.

Sie gesellt sich zum ersten 'SuperNova Elite'-Spieler Japans, Kosei Ichinoise und dem ersten japanischen WSOP-Bracelet-Gewinner Naoya Kihara. Dieses starke Lineup für den japanischen Flügel des Team PokerStars scheint jedoch ungewöhnlich, denn der dortige Markt ist klein und die Gesetzeslage unklar. 

Trotzdem hört man im Poker-Zirkus immer öfter von Japan und der nächste Monat könnte ein großer werden.

Vorbereitungen für Olympia

Tokyo Olympics 2020

Beim Wort ‘Boom’ sollte man natürlich immer vorsichtig sein, wenn Poker von einem potenziell neuen Publikum aufgenommen wird. Es gab in der Vergangenheit schon oft große Erwartungen, die nicht erfüllt wurden. Japan könnte jedoch der nächste große Poker-Markt werden.

In der Vergangenheit stand Japan dem Glücksspiel immer skeptisch gegenüber, mit den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio könnte sich das jedoch ändern. Die Tourismuswelle, die auf Japan zukommt, zwingt das Land, die Einführung von Casinos im westlichen Stil noch einmal zu überdenken.

Seit vielen Jahren wurde ein Entwurf, der das Betreiben von Casinos in 'bestimmten Gebieten' erlauben würde, immer wieder abgelehnt. Nun könnte dies im Jahr 2015 aber anders werden und der nächste Monat ist die Schlüsselphase für solche Pläne.

Denn Premierminister Minister Shinzo Abe und der “IR Union” (eine Gruppe von parlamentarischen Verfechtern der Casinolegislation) läuft die Zeit weg. Der Gesetzentwurf muss innerhalb des nächsten Monats eingereicht werden, um eine Chance auf die Eröffnung des ersten Casinos bis 2020 zu wahren. Abe und ein Großteil seiner Partei gelten als große Befürworter der Casino-Industrie.

Der perfekte Nährboden

Naoya Kihara
Naoya Kihara

Der Entwurf ist für inländische Betreiber gedacht, würde Grauzonen wie dem Online-Poker aber sicherlich einige Türen öffnen.

Die Aussichten auf ein für Online-Glücksspiel offenes Japan lassen der Poker-Industrie wohl das Wasser im Mund zusammenlaufen. Japan hat mit 127 Millionen Menschen die zehntgrößte Bevölkerung der Welt. Noch wichtiger scheint, dass die Japaner die größten Konsumenten von Entertainment-Angeboten auf mobilen Endgeräten sind.

Und die Menschen dort scheinen sich auf Poker zu freuen. Vanessa Selbst war dieses Jahr Ehrengast der Japan Open Poker Tour. Ein beliebtes Event, welches die Regularien durch eine Non-Profit-Organisation umgeht. Die Preise werden nicht in Bargeld, sondern in Form von Paketen für Live-Events in Asien ausgeschüttet.

Der kürzliche Erfolg hiesiger Pokerspieler, der Vertragsschluss mit Yuiko Matsukawa, die Olympischen Spiele und Japans Affinität für mobile Technologie scheinen der perfekte Nährboden für den Erfolg von Poker.

Natürlich spekuliert PokerStars mit der Verpflichtung drei hochkarätiger japanischer Spieler, noch bevor die weitere Gesetzlage klar ist. Doch in Zukunft könnte sich das Ganze enorm auszahlen. Jeder weis, dass der Unternehmergeist von PokerStars wie kein anderer in der Industrie ist und wenn sie auf Japan setzen, sollten wir das vielleicht auch.

Besitzt der japanische Markt ein großes Potenzial? Schreibt es uns in die Kommentare.

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