Studie: Mit dem richtigen Pokerface zum Erfolg?
Eine kürzlich veröffentlichte wissenschaftliche Studie der Universität Harvard enthüllt, dass ein erfolgreiches Pokerspiel mit einem ernsten oder neutralen Gesicht nicht funktioniert. Stattdessen fanden sie heraus, dass sich der Gegner durch ein einfaches Lächeln verunsichern lässt.
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| Phil Ivey hält 7-2o |
Die von Erik J. Schlicht veröffentlichte Studie beschreibt ein Experiment, bei dem Pokeranfänger dazu aufgefordert wurden, eine vereinfachte Variante von Texas Hold'em zu spielen. Alle Probanden nahmen vorab an einem Test zum Thema Poker teil und mussten mindestens 70 von 100 möglichen Punkten erreichen.
Im Experiment mussten die Spieler abhängig von ihrem Blatt und dem Gesicht des Gegners entscheiden, ob sie callen oder folden wollen. Wenn sie sich erfolgreich für das Weiterspielen entschieden, erhielten sie 5.000 Chips, begingen sie eine Fehlentscheidung, verloren sie dieselbe Summe. Für einen Fold wurden 100 Chips abgezogen.
Schlicht und seine Kollegen fanden heraus, dass einschüchternde oder emotionslose Gesichter keinen Einfluss auf den Entscheidungsfindungsprozess der Testpersonen hatten. Trafen diese jedoch auf ein vertrauenswürdiges, lächelndes Gesicht, so brauchten die Testteilnehmer länger für ihre Entscheidungen und lagen häufiger daneben.
Ein vertrauenswürdiger Gesichtsausdruck signalisiert stärkere Hände
"Fehler gegen vertrauenswürdige Gegner resultierten aus einer erhöhten Verlustangst, da diesen Gegnern im Durchschnitt bessere Hände zugetraut wurden als emotionslosen Spielern", schrieb Schlicht in seiner Auswertung des Experiments.
Das Experiment wurde nach Schlichts Promotion in Harvard ausgewertet und als "Human wagering behavior depends on opponents' faces" veröffentlicht. Shinsuke Shimojo, Colin F. Camerer, Peter Battaglia, und Ken Nakayama hatten ebenfalls entscheidenden Anteil an der Studie.
Wenn die Ergebnisse an richtigen Pokertischen Bestand haben sollten, dann würde Phil Ivey in Zukunft noch mehr als bislang gewinnen, in dem er einfach weniger bedrohlich dreinschaut. Welch furchteinflößender Gedanke!
