Vegas Virgin Diary: Von Slot Machines begrüßt
Bevor die Arbeit so richtig beginnt, schreibt unser WSOP-Neuling William Powell heute über seine ersten Impressionen aus Las Vegas.
Von Slot Machines begrüßt
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| Slot Machine am Flughafen |
Hallo Las Vegas!
Als das Delta-Flugzeug auf der Landebahn aufsetzte, wurde das Klatschen der Passagiere von einem Ausschnitt des Elvisklassikers "Viva Las Vegas" begleitet, der aus den Lautsprechern zu hören war. Keine Frage: Wir waren endlich in Sin City angekommen.
Ich hatte kaum mein Gepäck in Empfang genommen, da bot sich mir schon direkt am Flughafen die erste Möglichkeit, ein paar Dollar zu verzocken: In mehreren Reihen wurden die Passagiere von Slot Machines begrüßt, die nur darauf warteten, dass die Gäste schwach werden. Ein paar Menschen saßen bereits an den Geräten und fütterten sie mit Quarters, aber ich konnte mich noch zurückhalten.
Während es mit dem Taxi auf kurzem Wege anschließend in die Stadt ging, schaute ich gebannt auf die riesigen Hotels und Casinos, die sich aus der flachen Ebene erhoben. Trotz großer Müdigkeit war ich sofort von dem fasziniert, was hier in der Wüste von Nevada Beeindruckendes erschaffen wurde.
Unerwartet: Das gemeinsame Doppelbett

Als ich dort ankam, wirkte das Zimmer zu meiner Überraschung, als sei es bereits besetzt. Ich klopfte an und der mir gut bekannte Matthew Pitt, ebenfalls Live-Reporter, öffnete mir. Ich hatte ihn seit der ISPT im Wembley-Stadion vor fast einem Jahr nicht mehr gesehen, entsprechend groß war die Freude. Ich war aber ebenso überrascht, denn ein Zimmer teilen zu müssen, hatte ich nicht erwartet. Dass der Raum nur ein Doppelbett aufwies, machte die Situation außerdem nicht wirklich besser.
Ein paar Telefonate später kam dann heraus, dass für mich erst zwei Nächte später ein Zimmer gebucht worden war. Ansonsten war alles belegt. Aus diesem Grund wurde ich für zwei Nächte ins Rio umquartiert. Gerne! Matt bezeichnete mich als "alten Glückspilz" und ich marschierte den kurzen Weg zum Hotel. Wenig später hatte ich mich in meinem Zimmer im 13. Stock einquartiert. Um mich möglichst schnell an die Zeitzone in Vegas zu gewöhnen, orderte ich per Room Service bei Pizza Hut und bestellte ein paar Bier, um bis 11 Uhr abends durchzuhalten. Ich war mittlerweile fast 24 Stunden auf den Beinen und fiel wenig später erschöpft ins Bett.
Herrliche Sicht auf einen Parkplatz

Der Casinobereich war an diesem frühen Morgen noch nicht wirklich voll, ein paar Gambler waren allerdings noch oder schon da. Einige drückten lustlos Knöpfe an Slot Machines, anscheinend um etwas Zeit totzuschlagen, ehe sich ihnen eine spannendere Aktivität anbot. Andere versuchten ihr Glück an den Craps- und Roulette-Tischen.
Schnell wurde meine Aufmerksamkeit von freudigem Geschrei auf einen Tisch gelenkt, an dem ein paar Freunde Mitte zwanzig bei Blackjack gambleten. Cocktailgläser und volle Aschenbecher waren sichere Anzeichen dafür, dass sie schon länger unterwegs waren.
Einer von ihnen, der gerade seiner Freude freien Lauf ließ, schlug bei seinem Freund ein. Er hatte wohl gerade eine Glückssträhne und erhöhte in der nächsten Runde für die zwei Hände, die er parallel spielte, die Einsätze. Zu seinem Unglück lief es in beiden schlecht für ihn und begleitet von lautem Fluchen räumte der Dealer die Chips des Spielers vom Tisch. "Man, das hat mich gerade fünfhundert Dollar gekostet", lamentierte er daraufhin.
Die Bar am Rande des Spielbereichs wartet mit einem besonderen Feature auf: Vor jedem Hocker ist ein Pokercomputer in den Tisch eingebaut. Auch zu dieser frühen Stunde war fast jeder Platz von einem Kunden besetzt, der an einem Drink nippte, Zigarette rauchte und spielte. Auf den Bildschirmen hinter der Bar waren zwei Kämpfer der sehr beliebten UFC dabei, sich gegenseitig totzuschlagen. Wenn mal kein UFC gezeigt wurde, dann lief Baseball. Soweit ich es überblicke, wird zu jeder Zeit irgendwo in Amerika eine Baseball-Partie gespielt. Nationalsport rund um die Uhr quasi.
Sin City, die Stadt des Augenkontakts

Im Verlauf des Tages fuhr ich zusammen mit anderen Journalisten zu einem Walmart, um für die kommende Woche einzukaufen. Ich bezweifle zwar, dass es für Walmart-Verhältnisse ein wirklich großer Laden war, für mich war er jedoch riesig und hatte eine unglaubliche Auswahl. Neben einigen gesunden Nahrungsmitteln probierte ich auch "Jolly Ranchers" und "Chex Mix".
Nachdem also die Versorgung gesichert war, entschied ich mich zu einem Abstecher in das etwas heruntergekommene Gold Coast Hotel and Casino, welches direkt neben dem Rio ist. Wie es scheint, zieht es eine eher ältere Zielgruppe mit schmalerem Geldbeutel an. Die Atmosphäre ist gelassener als im Rio und das Hotel ist unter Medienleuten wegen seines ordentlichen und vor allem günstigen Büffets, ausgezeichneten Long Island Iced Teas und dem nächtlichen "Dollar Bowling" beliebt. Slot Machines dominieren das Casino, einen Pokerraum sucht man vergebens. Ich vermute, die Nachfrage ist nicht besonders groß und es lohnt sich dementsprechend für die Betreiber des Casinos nicht.
Am nächsten Morgen war es bereits Zeit, Abschied vom luxuriösen Rio zu nehmen und zurück in das Appartment des Extended Stay America zu ziehen, das die nächsten sieben Wochen meine Heimat sein wird. Ich wurde an "No Country for Old Men" erinnert: Der Komplex besteht aus zahlreichen eigenständigen Appartments, die zwar keinen 5-Sterene-Standard bieten, aber nett und als Basis vollkommen ausreichend sind. Außerdem muss man nur fünf Minuten durch die brütende Hitze laufen, um zur WSOP im Rio zu gelangen.
Ich bin also angekommen in Vegas und als Nächstes steht Samstagnacht ein Besuch des Strips mit seinem Spektakel auf dem persönlichen Programm.
Ich wünsche euch einen fantastischen Tag!
Hier geht es zum ersten Vegas Virgin Diary: Las Vegas, ich komme!
William Powell ist freier Journalist und Live-Turnierreporter, der über Events auf der ganzen Welt berichtet. Normalerweise spielt er live an den Low-Stakes-Tischen, doch gelegentlich wagt er sich auch an die virtuellen Tische.
Er ist zum ersten Mal in Las Vegas und berichtet für uns über das Leben in der Glitzerstadt - gerade für Spieler, die noch nie in der Wüstenstadt waren, hat William sicherlich einige Tipps und Tricks parat.
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