WSOP 2011 Änderungen: Was ist gut und was nicht?
Auch bei der diesjährigen World Series of Poker gibt es einige Änderungen im Vergleich zu den Vorjahren. In dieser Kolumne wirft PokerStrategy.com-Redakteur Matt Kaufman einen Blick auf die neuen Regeln und ihre Vor- und Nachteile.
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Jedes Jahr gibt es bei der World Series of Poker etliche Änderungen. Viele werden gut angenommen, andere nicht. Manche haben keine unmittelbaren Auswirkungen, andere schon. Ich glaube, dass in diesem Jahr bereits zwei Spieler einen unfairen Vorteil durch die neuen Regeln hatten.
Hier die nennenswerten Änderungen der diesjährigen WSOP und meine Gedanken dazu.
Hard Stop Times
Die "Hard stop times"-Regel ist die signifikanteste Änderung bei den Turnieren in diesem Jahr. Es bedeutet, dass Turniere jede Nacht nach 10 gespielten Levels pausiert werden - egal wie die Situation ist oder wie viele Spieler noch im Turnier sind.
Der Grund für diese Änderung ist, dass sich in den Vorjahren viele Spieler über Events beschwert haben, die bis tief in die Nacht gingen.
Der Final Table von Event #4, einem $5.000 No-Limit Hold'em Turnier, wurde in der Nacht bei vier verbliebenen Spielern gestoppt.
Meiner Meinung nach haben Allen Bari und Maria Ho am meisten von der hard stop times-Regel profitiert. Warum? Ganz einfach: Sie haben Freunde, die professionelle Pokerspieler sind.
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| Maria Ho |
Über Nacht konnten sie also mit ihren Freunden über Strategien sprechen. Wenn einer von Maria Hos Freunden einen Tell bei einem ihrer Gegenspieler gesehen hat, konnten sie einfach während der verlängerten Pause darüber diskutieren.
Die anderen beiden Spieler am Final Table waren Sean LeFort und Nicholas Blumenthal. Keiner der beiden hat bislang in einem Turnier mehr als $20.000 gewonnen und ich wage es zu bezweifeln, dass sie ebensoviele Topspieler an den Rails hatten wie die beiden WSOP-Regulars Bari und Ho.
Ein Pokerturnier ist ein individueller Wettbewerb, kein Teamwettbewerb. Und auch bei Pokerturnieren gilt der "Beifahrereffekt" - wer nicht direkt am Steuer sitzt, sieht immer etwas mehr.
Daher sollten die Regeln so gestaltet sein, dass es nicht irgendwann üblich wird, in den nächtlichen Unterbrechungen eines Final Tables ein Expertenteam zusammenzustellen und ein Bootcamp abzuhalten.
Die hard stop times-Regel macht an den meisten Tagen bei einem Turnier Sinn. Wenn der Final Table allerdings steht, sollte man eine Ausnahme machen.
Neues Player of the Year-System
Eine weitere interessante Änderung bei der diesjährigen WSOP ist das neue Player of the Year-Punktesystem.
Die Bedeutung einiger Turniere wurde geändert. So gibt es jetzt für Events mit größeren Teilnehmerfeldern oder höheren Buy-Ins mehr Punkte. Meiner Meinung nach ist diese Änderung hervorragend, da es den wahren Wert einzelner Turniere besser hervorhebt als in den vergangenen Jahren.
Außerdem zählen ab sofort World Series of Poker Europe Bracelet Events in die Rangliste zum Player of the Year.
Auch wenn jetzt grundsätzlich nicht viel dagegen spricht, denke ich, dass es die Faszination des Awards etwas schwächen wird. Fans verlieren vielleicht das Interesse, wenn sie bis Oktober warten müssen - denn erst dann geht das neue Player of the Year-Rennen zu Ende.
Die Chip Reese-Regel
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| Chip Reese |
Zu Ehren des verstorbenen Chip Reese hat die Poker Hall of Fame eine neue Regel aufgestellt: Man kann künftig für keinen Spieler, der jünger als 40 ist, abstimmen.
Warum 40 Jahre? Chip Reese wurde mit 40 zum jüngsten Mitglied der Hall of Fame gewählt.
Ich denke, dass die Änderung eine der besten ist. Die Leistung älterer Spieler, die eine Aufnahme verdient haben, wird jetzt viel besser anerkannt.
Es wäre unfair, wenn ein älterer, erfahrener Spieler ein extra Jahr (oder Jahre) warten müsste, weil jüngere Spieler wie Phil Ivey oder Daniel Negreanu in die Hall of Fame aufgenommen werden. Die beiden werden sicherlich keine Probleme haben, wenn sie mit erst 40 (oder sogar noch später) aufgenommen werden.
Weitere Änderungen
Bei der WSOP gibt es außerdem einige weitere Änderungen in diesem Jahr, die allerdings weniger ins Gewicht fallen. Unter anderem gab es folgende Veränderungen:
- Badugi wurde beim 10-Game Mixed Event eingeführt
- Größere Berichterstattung der Final Tables auf WSOP.com
- Automatische Karten-Mischmaschinen für jeden Final Table
- Zusätzliche Telefonladestationen
- Extra Satellites inklusive eines Low-Buy-In-Satellite ($75)
Wir werden es aber vermutlich nie erleben, dass Pokerspieler aufhören, sich zu beschweren. Aber es ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, wenn man sieht, dass die WSOP-Organisatoren auf die Beschwerden eingehen und alles versuchen, um die Spieler glücklicher zu machen.
Was ist eure Meinung zu den Änderungen?


