WSOP: DJ Alexander gewinnt erstes Flip-&-Go-Event
Die erste Live-Ausgabe des Flip-&-Go-Formats von GGPoker ist eingetütet und die Pokerwelt fragt sich, ob es einer World Series unwürdig oder tatsächlich ein Erfolg war.

Das erste Flip-&-Go-Turnier der WSOP mit einem Buy-in von $1.000 ist entschieden und DJ Alexander hat sich den Hauptpreis von $180.665 in einem Event geschnappt, das wohl eher als eins der umstritteneren in die WSOP-Geschichte eingehen wird.
Insgesamt 1.240 Entrys kamen dabei zustande, die jedoch auf ein eher kleines Teilnehmerfeld zurückgingen. Der Ablauf des Turniers war wie beim Online-Format von GGPoker gehalten, sodass beim ersten Tisch ein All-in-Shootout anstand, bevor es im normalen Turnierformat weiterging, sobald die Preisränge erreicht waren.
Online erfreut sich das Format großer Beliebtheit, aber da es am ersten Tisch im Kern auf reines Gambling hinausläuft, gab es im Vorfeld viel Skepsis, ob ein solches Turnier tatsächlich einen Platz bei der WSOP verdient hat, wenn es um die begehrteste Trophäe der Pokerwelt geht. Wie zu erwarten, sorgte die Shootout-Phase allerdings für ein paar sehr unterhaltsame Videos und einiges an Spaß an den Tischen:
Up early to sweat the @WSOP @GGPoker Flip & Go Event. Lots of excitement. Some bad beats taking place. 8 players start. 3 cards each. Flop dealt then each player discards 1. Turn & River put out and whoever has best hand advances!
PokerNews has more -> https://t.co/rf6Mz4L7j8 pic.twitter.com/vmWiKMZIlL
— Chad Holloway (@ChadAHolloway) October 10, 2021
Neben der hauptsächlich vom Glück abhängigen ersten Phase kann man davon ab auch kritisieren, dass es sich wohl am ehesten um ein WSOP-Turnier handelt, bei dem man sich ein Bracelet erkaufen kann, wenn die Taschen tief genug sind. Die sozialen Medien waren in dieser Woche voll von Spielern, die präsentierten, wie sie ihr Glück in 10-20 Flips in der ersten Turnierphase suchten. So musste der nachfolgende Glücksritter am Ende mindestens Platz 6 des Turniers erreichen, damit sich sein unermüdlicher Start in das Turnier finanziell tatsächlich gelohnt hätte:
Now he's on 26, 27th will be his last possible.
— Ryan LaplanteðŸ³ï¸ðŸŒˆ (@Protentialmn) October 10, 2021
High Roller David Peters war einer der Spieler, der am Ende tatsächlich in den Final Table erreichen konnte. Ein Sieg von ihm wäre natürlich an Ironie kaum zu übertreffen gewesen, wenn bedenkt, dass er einer der besten Spieler der Welt ist und am Ende die Nase vorn hat in einem Turnier, das wie bisher kein anderes bei der WSOP vom Glück abhing. Am Ende wurde es für Peters jedoch "nur" Platz 4.
Ob das Flip-&-Go-Turnier der WSOP nun ein Erfolg war oder nicht, bleibt abzuwarten. Die Argumentation, dass es kein Turnierformat ist, dass einer World Series würdig ist, kann man durchaus nachvollziehen, und Rebuy-Events an sich wurden bei der WSOP schon seit geraumer Zeit ins Archiv verbannt. Aber die Entryzahlen sind durchaus beachtlich für eine Erstausgabe, sodass wir wohl auch eine weitere erleben werden, wenn GGPoker der Hauptsposor der WSOP bleibt.
An anderer Stelle hat Phil Hellmuth bei der WSOP 2021 derweil bereits seinen dritten Final Table erreicht und belegte am Ende Platz 4 in der $10.000 Stud Championship. Mit der erneuten Finalteilnahme befindet sich der Poker Brat nun auf einem aussichtsreichen 2. Platz im Race zum WSOP Player of the Year.