WSOP Main Event: Die Tops und Flops nach vier Starttagen
Die ersten vier Tage des Main Events sind bereits vorbei und wir ziehen in dieser Kolumne ein erstes Resümee.
Die Teilnehmerzahlen enttäuschen nicht
Tag 1 der WSOP 2011 ist also zu Ende. Nach vier langen Tagen im Rio wissen wir, dass in diesem Jahr das WSOP Championship Event mit dem drittgrößten Preispool der Pokergeschichte aufwarten kann. Die atemberaubende Anzahl von 6.865 Spielern berappte das Buy-in in Höhe von $10.000 in diesem Jahr, was bedeutet, dass den Gewinner die Summe von $8.711.956 erwartet. Acht der neun November Nine, welche es an den Final Table schaffen, werden Millionäre – wenn sie es nicht ohnehin schon sind.

Pokerspieler sind aber zähe Leidensgenossen und sie haben die 42. Auflage der World Series of Poker zu einem nicht weniger als denkwürdigen Event gemacht: Rekordträchtige 75.672 Turnierstarts sorgten für einen unglaublichen Gesamtpreispool von $191.999.010, den größten, den es in der Geschichte der World Series je gab.
Ein bekanntes Dilemma für Pokerspieler ist die Entscheidung, an welchem Tag man in das Main Event starten sollte. Jeder hat seine eigene Meinung, an welchem Tag das Feld wohl softer sein wird.
Tag 1A und 1B werden generell vermieden und Tag 1C und 1D ziehen in der Regel die größten Teilnehmerzahlen an. Dieses Jahr war das nicht anders: lediglich 897 Spieler traten zu Tag 1A an. An Tag 1B waren es schon ein wenig mehr und es wurden 978 Teilnehmer gezählt. Das Wochenende war dann aber eine ganz andere Geschichte, an Tag 1C traten 2.181 Spieler an und am sonntäglichen Tag 1D waren es erstaunliche 2.809 Spieler, die in der Hoffnung auf den Sieg an den Start gingen.
Zum WSOP 2011 Main Event-Live-Ticker
Die Stars laufen auf

Vier Main Event-Champions sahen wir an Tag 1A: Doyle Brunson, Johnny Chan, Greg Raymer und Jerry Yang versuchten allesamt, erneut Geschichte zu schreiben, doch Johnny Chan war von ihnen mit 34.000 Chips der einzige Überlebende am Ende des Tages. 560 Spieler schafften es in Tag 2, unter denen sich bekannte Namen wie Annette Obrestad (68.120 Chips), Sebastian Ruthenberg (117.000) und Lex Veldhuis (82.350) befanden. Chipleader an Tag 1A war der in Las Vegas ansässige Fred Berger, der morgen mit dem gesunden Stack von 209.500 Chips an die Tische zurückkehren wird.
Auch an Tag 1B versammelte sich wieder ein starkes Feld: Ben Lamb, der noch im Rennen um den Titel des WSOP Player of the Year ist, hatte einmal mehr einen unglaublich guten Tag erwischt und sammelte 188.925 Chips an, welche den Chiplead bedeuteten. In seinem Schatten befinden sich einige der heißesten Namen der Pokerwelt, unter ihnen Ryan D'Angelo (133.525), Kevin Saul (130.650), Carlos Mortenson (105.025) und Dan Kelly (62.825).
Vorjahressieger Jonathan Duhamel noch dabei
An Tag 1C war das Feld mehr als doppelt so groß wie am Tag zuvor: Wir sahen die Bracelet-Gewinner Fabrice Soulier, Allen Bari und Jason Somerville kommen und gehen, sogar einige Sportstars setzten sich an die Tische.
Boxer Audley Harrison, Basketball-Star Paul Pierce und die Cricket-Legende Shane Warne zahlten das Buy-in, es waren jedoch nur Harrison und Pierce, die sich bis zum Ende des Tages durchboxten. Sieben vorherige Main Event-Sieger nahmen teil, von denen sechs auch an Tag 2 zurückkehren: Scotty Nguyen (48.325), Dan Harrington (42.300), Bobby Baldwin (27.500), Joe Cada (58.225) und der Vorjahressieger Jonathan Duhamel (41.150) haben noch eine Chance auf die großen Preisgelder.
Phil Hellmuth: Auf dem Weg zum POY?

Der wohl bekannteste Online-Qualifikant aller Zeiten, Chris Moneymaker, schaffte es leider nicht weiter, er fügte seiner Pechsträhne seit seinem Main Event-Sieg 2003 kein weiteres Kapitel hinzu. Kevin Song war am Ende von Tag 1C Chipleader, er erspielte sich den ansehnlichen Stack von 163.325 Chips.
Auch Tag 1D am Sonntag erlebte ein enorm großes Teilnehmerfeld: Zu ihm gehörten die ehemaligen Sieger Huck Seed (42.600), Jamie Gold (82.000), Berry Johnston (28.850), Robert Varkonyi (59.525) und Joe Hachem (45.700), die alle weiterkamen. Die Garde der älteren Spieler überdauerte die jungen Internet-Phänomene Tom 'Durrrr' Dwan, Tom 'Kingsofcards' Marchese und Bertrand 'Elky' Grospellier, die alle ausschieden und bis zum nächsten Jahr warten müssen, um im Main Event abzuräumen.
Chipleader des letzten Starttags ist Maynard Little aus Charlotte, North Carolina. Little kehrt am Dienstag mit den Spielern zurück, die es durch Tag 1B und 1D schafften, während die Verbleibenden von Tag 1A und 1C am Montag Tag 2B bilden werden.
Nach vier aufreibenden Tagen hat sich das Feld von 6.865 auf die Größe von 4.521 Spielern reduziert. Tag 2 wird noch einmal ein geteiltes Feld erleben, dies ändert sich an Tag 3, wenn sich der Puls der Spieler in Reichweite der Geldränge erhöhen wird. Insgesamt werden 693 Teilnehmer Geld erhalten. Bis dahin aber ist es noch ein weiter Weg, denn das Main Event hat gerade erst begonnen.