Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

WSOP Picks: Die Besten ohne Bracelet

Barry Carter stellt uns in dieser Liste zahlreiche Topspieler vor, die zwar bislang noch nie ein Bracelet gewinnen konnten, in diesem Jahr aber durchaus ihren Durchbruch auch bei der WSOP schaffen könnten.

Nur noch wenige Wochen dauert es, bis mit der WSOP das Highlight des Pokerjahres beginnt und langsam aber sicher richten sich wieder alle Augen nach Las Vegas. Neben riesigen Summen Preisgeld sehnen sich die Spieler dabei vor allem nach dem "Heiligen Gral" der Pokerwelt, den WSOP-Bracelets. In diesem Text stelle ich einige Spieler vor, denen es noch nicht gelungen ist, eines dieser begehrten Armbänder zu gewinnen, die in diesem Jahr aber gute Chancen haben sollten, in den immer größer werdenden und doch elitären Club aufzusteigen.

Und bevor es in den Kommentaren zum Thema wird: Ich bin mir bewusst, dass ich weder Tom Dwan noch Patrik Antonius in diese Liste aufgenommen habe.

Chris Moorman

Chris Moorman

Er gehört zwar zu den erfolgreichsten Online-Turnierspielern aller Zeiten, Live-Turniere waren aber lange Zeit irgendwie frustrierend für den Briten Chris Moorman.

Im letzten Jahr kam er einem WSOP-Sieg sehr nahe, als er in einem Event Dritter und in zwei weiteren Bracelet-Events Zweiter wurde, darunter im WSOPE Main Event.

Durch seinen Sieg in einem 2.000€ Side Event bei der EPT Madrid ist der Knoten nun endlich auch offline geplatzt. Kurze Zeit später fügte er mit seinem Sieg im EPT Berlin High Roller Event für 145k€ direkt den zweiten Sieg seiner Erfolgsliste hinzu.

Moorman muss einer der besten Turnierspieler der Welt ohne Bracelet sein. 2012 könnte zum Jahr werden, in welchem er endlich seinen ersten großen Titel gewinnt.

Justin Bonomo

Justin Bonomo ist ein weiterer Spieler, von dem man annehmen sollte, dass er mittlerweile ein Bracelet gewonnen hat. Justin kam im letzten Jahr diesem Erfolg sehr nahe, als er im $2.500 2-7 Triple Draw Event Zweiter wurde. Wenn es um die Form geht, kann wohl niemand Bonomo momentan etwas vormachen: Beim EPT Grand Final 100.000€ Super High Roller gewann er und wurde nur wenige Tage später Vierter im 25.000€ High Roller - für zusammen über 1,9 Millionen Euro.

Viktor Blom

Viktor "Isildur1" Blom

Zum selben Zeitpunkt im letzten Jahr wäre der in der Pokerwelt als "Isildur1" bekannte Spieler, der im November 2009 auf die höchsten Limits aufstieg, wohl kaum auf dieser Liste gewesen. Der Grund dafür war nicht nur, dass man erst mit 21 Jahren in den Vereinigten Staaten Poker spielen darf.

Die Zeiten, in denen der schwedische Profi nahezu ausschließlich als Heads-up Cash Game-Spieler im Internet bekannt war, sind jedoch vorbei. Blom hat bewiesen, dass er es auch Live kann: Beim WSOPE Main Event 2010 gelang ihm ein deeper und sehr dominanter Run, beim EPT Deauville Heads-up Turnier wurde er Zweiter und ganz oben auf seiner Erfolgsliste steht natürlich der Sieg von $1,25 Millionen beim $100.000 Super High Roller während der PCA 2012.

Doch auch online gehört er weiterhin zu den besten Spielern: In der vergangenen Nacht konnte Blom ein $215 SCOOP-Event für sich entscheiden und sich über knapp $250.000 freuen. Beim $530 Rebuy Event ist er zurzeit Dritter.

Wenn er seinen superaggressiven Spielstil live etwas bändigen kann und die richtigen Karten erwischt, dann sollten wir nicht überrascht sein, wenn der schwedische Publikumsliebling bei der WSOP in diesem Jahr sein erstes Bracelet holt.

Andrey Pateychuk

pateychuk
Andrey Pateychuk

Bis auf den Rookie of the Year Award bei den European Poker Awards wurden die Erfolge des Andrey Pateychuk außerhalb Russlands nicht so wirklich wahrgenommen. Obwohl er noch ein relativer Neuling in der Live-Szene war, wurde er im letzten Jahr 15. im WSOP Main Event und gewann anschließend die WPT Prag und die EPT San Remo.

Somit ist er einer von nur wenigen Spielern, die in diesem Jahr bei der WSOP die prestigeträchtige Triple Crown komplettieren können. Es scheint, als sei Andrey der Spieler mit den hierfür besten Voraussetzungen.

Roberto Romanello

Genau wie Pateychuk könnte der walisische Turnierprofi Romanello in diesem Sommer in Vegas seine Triple Crown vervollständigen. Er gewann im letzten Jahr die WPT Bratislava und 2010 in Prag die EPT. In den letzten zwölf Monaten hatte er ebenfalls einen guten Lauf an den Tischen: Bei EPT Side Events erreichte er viele Final Tables und gewann hierdurch in zwei Kategorien die EPT Awards in diesem Monat.

Martin Jacobson

Der Schwede Martin Jacobson hat zwar schon viel erreicht, aber er dürfte sich mittlerweile die Frage stellen, wie man am Ende einen großen Titel tatsächlich auch gewinnt. Er war jeweils drei Mal an einem Final Table der EPT und der WPT und erreichte zudem ein Mal den letzten Tisch bei einem WSOP Event. Auch 2012 erwischte er wieder einen guten Start und wurde Final Table Bubble Boy beim PCA, schaffte es außerem mehrmals an Final Tables bei der EPT. Wird er in diesem Jahr endlich sein "one time" in Vegas erleben?

Sam Trickett

trickett
Sam Trickett

Trickett ist einer der größten Gewinner des Spiels der letzten Jahre, er war sowohl in Turnieren mit großen Teilnehmerfeldern als auch in High Roller Turnieren erfolgreich. Schon viele Male kam er einem Bracelet nahe, konnte es aber nie gewinnen. Wenn er sich dazu entscheiden sollte, am $1 Million One Drop Event teilzunehmen, wovon wir ausgehen sollten, dann müsste er eigentlich auch der Favorit sein, oder?

Die Deutschen

Nach dem Triumph von Pius Heinz im letzten Jahr können wir auch in diesem einige Erfolge von deutschen Spielern erwarten. Bereits drei EPT-Titel wurden gewonnen, seit Pius die November Nine erreichte, daneben gab es zahllose weitere gute Ergebnisse von deutschen Spielern.

Großer Erfolg wie der von Heinz scheint weitere Erfolge anzuziehen. Insofern wäre ich nicht überrascht, wenn wir in diesem Jahr mehrere deutsche Bracelet-Gewinner sehen würden.

Zu den Namen, die wir auf unserer Liste haben sollten, gehören Benny "psychobenny" Spindler, Tobias "pokernoob" Reinkemeier, Marvin Rettenmaier und Martin "0piggybank" Finger.

von Barry Carter