Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

WSOP Weekly: Das Main Event war rigged!

Die WSOP 2010 ist inzwischen mit Ausnahme des Final Table des Main Events vorbei und somit endet auch das WSOP Weekly an dieser Stelle. Zeit also für ein Fazit!

Zunächst das offensichtliche: Der Final Table des Main Events besteht entgegen meiner Prognose nicht ausschließlich aus deutschen Spielern. Kritische Geister mögen eventuell sogar anmerken, dass es weder ein deutscher Spieler noch ein PokerStratege an den Final Table geschafft hat. Für uns ist das ein eindeutiger Beweis: Das Main Event war rigged. Mindestens. 

Was waren darüber hinaus die Tops und Flops des WSOP? Unser Kolumnist djma123 kommentiert und zieht sein Fazit.

Tops #1 Michael MizrachiMichael Mizrachi

Ich kann mir nicht helfen, sympathisch finde ich ihn irgendwie noch nicht. Aber eindrucksvoll schon. Poker Player Championship gewonnen, Final Table des Main Events erreicht und noch weitere Final Tables bei kleineren Events im Verlauf der WSOP gespielt. Alte Gamer würden sagen: „Skill ist, wenn Luck zur Gewohnheit wird.“ und das scheint bei Mizrachi langsam der Fall zu sein.

Angeblich war ja die Geschichte um seine Steuerschulden die notwendige Motivation für seinen Run. Tja, hätten sich die Kollegen von der amerikanischen Steuerfahndung mal im Tausch gegen die offenen Forderungen einfach 25% oder so an seiner Action gesichert. Dann könnten die Amerikaner spontan noch zwei weitere Kriege führen.

Tops #2 Phil Ivey

Zwischendurch habe ich mich ja gefragt, ob Phil Ivey überhaupt vor Ort sei, doch durch sein gewonnenes Bracelet hat er derartige Zweifel schnell zerstreut. Phil Hellmuth (elf Bracelets) hält es ja für unmöglich, dass Ivey (acht Bracelets) innerhalb der nächsten fünf Jahre Bracelet-mäßig zu ihm aufschließt, geht für seine Rechnung allerdings auch davon aus, dass er nochmal zwei bis drei gewinnt. Mutig, Herr Hellmuth.

Phil selbst sieht sich als „5-1, 6-1-Underdog“ in der Situation, hält es aber nicht für unmöglich. Ich rieche eine Wette. Eine Wette, die Phil easy gewinnen könnte, wenn er sich noch Training von seinem gefühlten Halbbruder nehmen würde: Old Spice Guy. Ich bin mir sicher, der könnte auch Phil noch ein paar Tipps geben. Der ist schließlich all-around-awesome.

Tops #3 Chip-and-a-Chair-Guy

Er hat sicher auch einen richtigen Namen (Gualter Salles), aber dennoch ist es eine der schönsten Geschichten der WSOP. CCG, wie ich ihn im folgenden Nennen werde, verlor in einer Hand alle Chips außer einem einzelnen, gelben Tausender und weder ihm selber noch dem Dealer fiel dieses Kuriosum auf. Danach begann sein Run.
BongbobEr gewann den nächsten Pot, hatte plötzlich wieder einen fünstelligen Stack, verdoppelte nochmal auf 32.000 und konnte in der nächsten Hand mit AK seinen Stack sogar verdreifachen.

Direkt danach nochmal AK und der all-in gegen einen Spieler mit Siebenen, die auf dem K high-Board nicht hielten. Eine Stunde später dann noch einmal Aces und eine weitere Verdoppelung und schon fand sich CCG fast im Mittelfeld wieder. Ende vom Lied: Platz 117 und gut 57.000 Dollar. Nice hand, Sir.

Tops #4 Die PokerStrategen in Las Vegas

Man mag lästern, dass das Team PokerStrategy.com und die weiteren Mitglieder in Las Vegas nicht so erfolgreich waren, wie sie hätten sein können. Das ist sicher nicht völlig falsch, aber doch haben sie es regelmäßig geschafft (Zusammenfassung hier), auch spät nachts noch das Adrenalin der Ticker-Railbirds in die Höhe zu treiben.

Panny1s Weg durchs Main Event oder Traders phänomenaler Run im $10.000 Heads-up Championship werden wohl dauerhaft im kollektiven Gedächtnis der Community verbleiben. Und deshalb: Top! Aber bitte nächstes Mal auch den Final Table des Main Events erreichen, okay?

Flops #1 Tom 'durrr' Dwan

durrrrEr hat sich wirklich redlich bemüht. Events en masse gespielt, teilweise sogar zwei parallel, aber es hat nicht sein sollen. Für Tom Dwan endete die WSOP ohne einen güldenen Armreif und somit bleiben seine Niederlage im Heads-Up gegen Simon Watts im $1.500 NL Hold’em Event und natürlich das lustige Video mit seiner sympathischen Freundin die wesentlichen Erinnerungen an Tom Dwans Auftritt bei der WSOP.

Nach aktuellem Stand der Dinge wird Tom in Kürze zur WSOP Europe fliegen und dort seine Mission Bracelt eneut in Angriff nehmen. Wir sind gespannt.

Flops #2 WSOP feat. PokerNews

Auch wenn sich die Leistung der Kollegen von PokerNews bei der Wiedergabe der Chipstände im Verlauf der WSOP anscheinend verbesserte, ist diese Form des Berichterstattungsmonopolismus für uns als Pokerfans weiterhin wenig zufriedenstellend.

Durch diese Art der Rechtevergabe sorgt die WSOP einerseits dafür, dass kein Wettbewerb entstehen kann (was auch grundsätzlich natürlich nicht wünschenswert ist, aber durchaus im Sinne der WSOP sein kann) und andererseits ignoriert sie auch noch die Tatsache, dass der Markt der Pokerfans inzwischen nicht mehr nur aus Amerikanern und maximal Briten besteht, die sich alle für die gleichen alternden Livedonks interessieren.

Das Feld der WSOP-Teilnehmer wird weiterhin internationaler werden und dem sollte auch die WSOP dadurch Rechnung tragen, dass Berichterstatter aus anderen Regionen zumindest ungehindert über ihre eigenen Landsleute berichten können. Das wäre zumindest ein Anfang.

Dass die WSOP zu allem Überfluss auch noch unser asiatischen Karla Kolumna aka Edwin Law aka elhh82 für eine Woche den Zutritt verwehrt hat, weil er bei Traders Heads-up ein wenig zu überschwänglich berichtet hat, setzt dem ganzen natürlich noch die Krone auf. Pfui Spinne, WSOP!

Fazit

Danke für viele spannenden Wochen WSOP, wir haben es genossen. Und nicht vergessen: Ab dem 14.09. beginnt das Spiel schon fast von vorne: WSOP Europe, Baby! Achso, und die EPT startet ja auch bald!

Euer Feedback

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