WSOP stellt Impfregelung klar
Eine kontroverse Woche liegt hinter der WSOP, nachdem der offizielle Vorschriftenkatalog vorgestellt wurde und eine COVID-Regel in den Fokus der Pokercommunity geriet.
Vergangene Woche hat die World Series of Poker die offiziellen Regeln für die im September anstehende Ausgabe in Las Vegas veröffentlicht und eine Vorschrift geriet dabei besonders in den Fokus.
Regel 115 erweckte den Eindruck, dass die WSOP jederzeit das Recht habe, einen Spieler aus der Turnierserie zu nehmen, ohne das erreichte Preisgeld oder den Equitywert des eigenen Stacks auszuzahlen, wenn jemand in Kontakt mit einer Person gekommen ist, die positiv auf COVID-19 getestet wurde.
A first look at the 2021 @WSOP Tournament Rules - https://t.co/VclQwbiRRe
Rule 115 is notable: pic.twitter.com/zZhLQLNEkC
— Kevin Mathers (@Kevmath) August 9, 2021
Eine derartige Vorschrift hätte die WSOP jedoch schnell in eine missliche Lage manövriert. Würde sich auch nur ein Dealer mit dem Coronavirus infizieren, könnte er theoretisch mit jedem Spieler in der Serie in Kontakt geraten. Auch ein Angleshoot, bei dem sich Spieler in Turnieren gegenseitig vorwerfen könnten, dass jemand Kontakt zu einem positiven COVID-Fall hatte, wurde dabei diskutiert.
Geimpfte Spieler nicht betroffen
Die Alarmsirenen der Pokercommunity sprangen erwartungsgemäß umgehend an, da eine solche Auslegung der Regel die Turnierserie praktisch unmöglich gemacht hätte. Entsprechend sah sich die WSOP gezwungen, die Regel in einer offiziellen Stellungnahme klarer zu definieren.
So wurde klargestellt, dass die Regel zwar in Gänze für ungeimpfte Spieler gilt, ein geimpfter Spieler jedoch nicht disqualifiziert wird, wenn er in Kontakt mit einem positiven COVID-Fall gekommen ist, es sei denn er würde selbst positiv getestet werden:
Players, please see clarification on WSOP rule 115: pic.twitter.com/q2zdoylwxq
— WSOP (@WSOP) August 14, 2021
Die Regel verliert dadurch offensichtlich nicht an Kontroverse und stellt Futter für eine Debatte dar, die auf der ganzen Welt, vor allem in den USA geführt wird, über die Ethik mit hinsichtlich möglicher Impfausweise mit entsprechenden Vorteilen. In den Vereinigten Staaten muss man aktuell wieder steigende COVID-Fallzahlen unter Ungeimpften vermelden, da sich eine nicht unerhebliche Menge der Bevölkerung trotz flächendeckender Verfügbar von Impfstoffen entschieden hat, sich nicht impfen zu lassen.
So bleibt die Regel der WSOP ein hohes, nicht kalkulierbares Risiko für ungeimpfte Spieler, die weiterhin auch möglichen Angleshoots die Tür öffnen kann.
Kein Impf- oder Testnachweis?
Die anhalten Debatte hat dazu geführt, dass Daniel Negreanu, der nicht offiziell von der WSOP angestellt ist, allerdings häufig mit der Turnierserie zusammenarbeitet, weiter ausführte, dass die Regel zwar Bestand habe, jedoch keine Impf- oder Testnachweise bei der WSOP vorgeschrieben sind und dass die Kontaktverfolgung bei Infektionen von der Gesundheitsbehörde von Nevada durchgeführt wird.
WSOP Rule 115 clarification:
No on-site testing or proof of vaccine required (as of today)
WSOP will not DQ a player unless they volunteer they have tested positive
Any contact tracing done by CDC in Nevada is independent of the WSOP.
— Daniel Negreanu (@RealKidPoker) August 14, 2021
Im Kern würde eine solche Handhabe dazu führen, dass die WSOP im Grunde ihre eigenen Regeln untergraben würde. Die Ausführung von Negreanu wurde zwar noch nicht offiziell von der WSOP bestätigt, da er für gewöhnlich eine verlässliche Quelle bei derartigen Fragen ist, scheint es darauf hinauszulaufen, dass es zwar keine Horde an disqualifizierten Spielern geben wird, allerdings auch keine Impfnachweispflicht.