Was für ein Botschafter wird Martin Jacobson?
Wir fragen uns, was der Erfolg des etablierten schwedischen Pros für die Pokerlandschaft bedeuten könnte.

Eine weitere WSOP ist vorüber und nun, da der Staub sich gelegt hat, stellt sich die Frage, was für ein Botschafter der neue Champion wohl sein wird.
Letztes Jahr hatte Ryan Riess wohl etwas voreilig behauptet, der beste Spieler der Welt zu sein. Dieses Jahr haben wir einen Champion, der es vielleicht wirklich am meisten verdient hat den Weltmeistertitel zu halten.
Zuvor hatte er bereits drei Final Table bei der EPT und WPT, sowie zwei WSOP und einen WSOPE Final Table erreicht. Er kann bereits mehr als $4 Millionen an Gewinnen verzeichnen und ich hatte ihn als besten Pokerspieler ohne großen Titel bezeichnet.
Er ist der erste etablierte Pro, der seit dem Boom das Main Event gewinnen konnte und alles andere als ein Unbekannter im Pokerzirkus.
Kein Boom in Schweden?

Traurigerweise sehe ich keinen großen Boom in Schweden auf uns zukommen, wie ihn einst Joe Hachem in Australien ausgelöst hatte. Das hat zwei Gründe: Erst einmal ist Poker bereits sehr etabliert in Skandinavien. Es gab mit Peter Eastgate einen dänischen Champion und die Nordeuropäer waren für viele Jahre eine dominante Kraft im Poker.
Zweitens hat Schweden seit jeher eine der striktesten Steuerregelungen bezüglich Poker weltweit, was Spieler wie Jacobson dazu veranlasst hat, ins Vereinigte Königreich zu ziehen, um ihre Karriere fortsetzen zu können. Daher denke ich, dass die schwedische Öffentlichkeit Poker eher zurückhaltend gegenübersteht, egal wie groß der Einfluss von Jacobson Erfolg sein wird.
Was mich dieses Jahr wirklich gefreut hat war, dass die drei letzten Spieler allesamt Europäer waren. Ich war immer der Meinung das Poker in Europa auf einem höheren Level ist (sowohl was die Qualität der Spieler angeht, als auch die Infrastruktur der Industrie und des Live-Zirkus), als in den USA. Das größte Event findet jedoch in Vegas statt, sodass die breite Masse vielleicht einer anderen Auffassung ist.
Es ist nicht leicht die nächsten zwölf Monate vorherzusagen, sicher ist jedoch: Jacobson ist ein sympathischer Typ und ein talentierter Pokerspieler. Ich denke wir werden ihn als einen der besseren "Post-Boom-Champions" in Erinnerung behalten und mit gerade einmal 27 Jahren hat er noch eine Menge vor sich.
Related News: