Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Was zählt mehr: Das Format oder die Spielvariante?

Das mögliche Duell zwischen Matusow und Polk wirft die Frage auf, wer in einem Hi/Lo-Heads-up Favorit ist. Zählt Polks Expertise im Heads-up mehr als Matusows Hi/Lo-Skills?

Poker
Kommt es tatsächlich zum Duell Polk vs. Matusow?

Möglicherweise bahnt sich ein neues Hassduell zwischen Doug Polk und Mike Matusow an. Das Besondere dabei ist, dass die beiden Streithähne in den Varianten Omaha Hi/Lo und Stud Hi/Lo gegeneinander antreten könnten.

Doug Polk, zweifellos ein Heads-up-Spezialist par excellence, muss sich hierbei in neue Gefilde wagen und sein Können bei verschiedenen Hi/Lo-Formaten unter Beweis stellen. Matusow hingegen gilt in beiden Varianten als Experte und kann in beiden Pokerdisziplinen jeweils ein Bracelet vorweisen. Allerdings ist er im Heads-up bei weitem nicht so erfahren wie sein versierter Kontrahent.

Das potenzielle Duell sorgt weltweit für Gesprächsstoff, denn es ist unklar, wer die Nase vorn hat. Der Heads-up-Spezialist oder der Experte in den Hi/Lo-Varianten?

Der Provokateur gegen den Ausraster

Poker
Polk versteht es wie kein Zweiter, mit dem Gegner zu spielen

Ich bezweifle allerdings, dass das Match jemals zustande kommt, da Matusow vermutlich nicht über die notwendige Bankroll verfügt, um gegen Doug anzutreten. Eventuell könnten seine Freunde aus Las Vegas ihm finanziell unter die Arme greifen, sollten sie ihn als Favoriten sehen. 

Ich persönlich würde auf Doug wetten, allerdings nicht aufgrund seiner spielerischen Fähigkeiten, sondern weil er meiner Meinung nach den überlegenen Scharfsinn und die nötige Disziplin besitzt. Schließlich ist Matusow für seine "Wutausbrüche" bekannt. Der finanzielle Druck liegt ebenfalls bei Matusow, da Polk die Mittel besitzt, befreit aufzuspielen. So wie wir ihn kennen, wird Doug sich konzentriert und analytisch auf das Match vorbereiten und sein Spiel clever anpassen. 

Die Fertigkeiten eines versierten Heads-up-Spielers sind keineswegs zu vernachlässigen. Ich maße mir zwar nicht an, ein guter Heads-up-Spieler zu sein, doch bin mir sicher, dass der mentale Aspekt in dieser Disziplin eine wesentliche Rolle spielt. In Sachen Psychologie und Verständnis für den Gegner hat Polk mit Sicherheit die Oberhand. Darüber hinaus ist er dafür bekannt, seine Gegner zu provozieren, während Matusow in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er sensibel auf solche Sticheleien reagiert. 

Das Format überwiegt die Variante

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Cliff Josephy

Meiner Meinung nach spielt die Pokervariante im Vergleich zum Pokerformat eine untergeordnete Rolle, wenn es darum geht einzuschätzen, wer die besseren Chancen hat.

Ich erinnere mich an viele Geschichten von Turnierspielern, die in Varianten, die sie zuvor nie gespielt hatten, Siege errungen haben. Ein beeindruckendes Beispiel hierfür ist Cliff Josephy, der gleich bei seinem ersten Versuch ein Stud-Bracelet gewann. Ebenso bemerkenswert ist Matt Perrins, dessen Lowball-Premiere ebenfalls zu einem Bracelet führte. Diese Beispiele zeigen eindrucksvoll, dass erfahrene MTT-Profis auch in ungewohnten Formaten triumphieren können.

Im Laufe der Jahre habe ich vielen professionellen Spielern die Frage gestellt, ob MTT-Experten oder PLO-Cashgame-Spieler die besseren Chancen bei PLO-Turnieren haben. Die überwiegende Mehrheit kam zu dem Schluss, dass die MTT-Experten im Vorteil sind. 

Dieses Beispiel führt mich zu der Überzeugung, dass das Format wichtiger ist als die Spielvariante. Denn neben den strategischen Feinheiten eines Formats zählen vor allem auch die mentalen Aspekte.

Ich könnte zwar eines Besseren belehrt werden, aber wenn dieses Duell jemals stattfindet, werde ich gerne eine (eine bescheidene) Wette darauf abschließen, dass Polk mit einem ordentlichen Vorsprung gewinnt.

Auf wen würdet ihr setzen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!