Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Wir sind WSOP - Pius Heinz gewinnt Main Event!

Der Deutsche Pius Heinz setzte sich gegen ein Teilnehmerfeld von 6.865 Spielern durch und gewann die World Series of Poker 2011. In einem der spannendsten Heads-up überhaupt machte er Martin Staszko das Leben schwer. Wie es genau lief, erfahrt ihr hier!

Pius Heinz: "Das Bracelet habe ich für Deutschland gewonnen!"

pius heinz
Pius Heinz

Die World Series of Poker hat heute ihr Ende gefunden und der Deutsche Pius Heinz darf sich nun offiziell "World Champion 2011" nennen. Für den größten Triumph seiner jungen Karriere erhielt Heinz das Preisgeld von $8.715.638, ein WSOP-Bracelet und einen Platz in den Geschichtsbüchern neben Legenden wie Doyle Brunson und Johnny Chan.

Das Finale begann am Dienstag mit 3 Spielern – Pius Heinz mit 107.800.000 Chips, Ben Lamb aus den USA mit 55.400.000 Chips und Martin Staszko aus der Tschechischen Republik mit 42.700.000 Chips. Falls ihr verpasst habt, wie dieses Trio aus den letzten neun Spielern hervorging, solltet ihr noch einmal unsere Berichte vom ersten Tag des Final Tables anschauen. Heute Morgen gegen 9:30 Uhr deutscher Zeit hatte Heinz dann endlich alle der insgesamt im Spiel befindlichen 205.950.000 Chips und damit den Titel sicher.

Was genau ist passiert?

Dies waren die entscheidenden Momente des letzten Tages der WSOP 2011:

Die erste Hand, das erste All-In – Bereits in der allerersten Hand des Tages kam es zu einem entscheidenden Moment. Ben Lamb hatte vom Small Blind auf 3 Millionen erhöht, Martin Staszko entschied sich im Big Blind zur 3-Bet auf 7,5 Millionen und daraufhin ging Lamb All-In. Staszko callte mit 7h7s und Lamb zeigte KhJd. Das Board kam Th9s2d3sTc, folglich konnte Staszko seinen Stack verdoppeln und dem Favoriten des Publikums blieben nur noch 12,7 Millionen Chips (ca. 10 Big Blinds). Die Zuschauer waren sprachlos.

Lamb muss an die Rails – In der vierten Hand des Tages ging Ben Lamb direkt vom Small Blind All-In und Staszko snap-callte den Amerikaner im Big Blind. Lamb hatte Qs6h und Staszko JdJc. Das Board kam 5c5h2s2c7s und somit schied Lamb auf Platz 3 aus. Zwischen seinen Duellen mit Lamb hatte Martin Staszko auch eine Hand gegen Pius Heinz gewonnen und war zu diesem Zeitpunkt des Turniers der neue Chipleader.

Heinz übernimmt die Kontrolle im Heads-Up – Nach mehreren kleinen Pötten kam es zur ersten interessanten Hand des Heads-ups. Staszko limpte im Small Blind, Pius Heinz erhöhte daraufhin auf 3,7 Millionen und Staszko entschloss sich, zu callen. Der Flop kam 9d5c8d. Heinz setzte out of position direkt 4,3 Millionen und Staszko callte erneut. Der Turn brachte die Qd, Heinz entschied sich für eine weitere Bet in Höhe von 8,8 Millionen und Staszko callte abermals. Der River brachte die Tc, Heinz checkte diesmal und Staszko ergriff die Initiative und setzte 14 Millionen. Pius überlegte eine Weile, überraschte dann alle mit seinem All-In und Staszko konnte sich nicht zu einem Call durchringen. Kurz darauf wurden auf ESPN die Hole-Cards der Kontrahenten aufgedeckt: Heinz hatte ein Two Pair mit 8s9s und Staszko ein Paar mit As8c.

Staszko mit dem besseren Two Pair – Staszko callte erneut nur am Button und Heinz checkte behind. Der Flop kam 2cQs9h, Heinz setzte 2 Millionen und Staszko callte. Am Turn (Ks) setzte Heinz dann 4,5 Millionen und Staszko entschloss sich zu einem weiteren Call. Der River brachte die 7s, Heinz setzte unermüdlich wieder 14.25 Millionen und nach einer Weile des Überlegens callte Staszko auch die letzte Bet. Heinz zeigte zwar ein Two Pair mit 7d2h, allerdings lag Staszko mit seinem Two Pair (Qh7c) vorne und sicherte sich vorübergehend erneut den Chiplead.

• Heinz übernimmt erneut die Führung mit Aces – Heinz eröffnete den Pot mit einer Preflop-Bet in Höhe von 3,4 Millionen, setzte auf dem Qd5d2c Flop 3,75 Millionen und am Turn (Ah) erneut 8,6 Millionen. Staszko callte auf allen drei Streets. Der River brachte die 3d, Heinz feuerte eine weitere Bet ab und Staszko gab seine Hand letztendlich auf. ESPN zeigte erneut die Hole-Cards: Heinz hatte mit Ace-DAc ein Set geturnt und Staszko hatte sich am River von seinem Second-Pair (Qs9h) getrennt. Diese Hand brachte Heinz abermals den Chiplead.

• Staszko übernimmt das Kommando mit einem großartigen Play – Martin Staszko eröffnete vom Button mit einem Raise in Höhe von 3,5 Millionen, Pius Heinz entschloss sich zur 3-Bet auf 10,1 Millionen und Staszko callte. Nachdem er einen Blick auf den 7d2hTs Flop geworfen hatte, setzte Heinz 9,8 Millionen und Staszko callte erneut. Am Turn (Ac) feuerte Heinz eine weitere Bet ab – diesmal in beträchtlicher Höhe (21,3 Millionen Chips). Staszko ging daraufhin mit seinem verbliebenen Stack von 60 Millionen Chips All-In und Heinz entschied sich, zu folden. ESPN zeigte, dass keiner der beiden Kontrahenten eine Hand getroffen hatte – Heinz hatte Jd9c und Staszko KdQh. Per Twitter verkündete Daniel Negreanu umgehend, dass Staszkos All-In das "Play des Turniers" gewesen sei.

• Staszko baut seine Führung aus – Pius Heinz raiste vom Button auf 3,4 Millionen und sein Gegner ließ einen weiteren Call folgen. Der Flop kam Ace-D9s3d, Staszko checkte, Heinz setzte 3,8 Millionen und Staszko callte die Bet. Der Turn brachte das As, Staszko checkte erneut, Heinz setzte 8,4 Millionen und nun erhöhte Staszko auf 18,5 Millionen. Heinz entschloss sich, das Raise zu callen, foldete dann jedoch auf dem River (6d), nachdem Staszko weitere 20.25 Millionen gesetzt hatte. ESPN zeigte, dass Heinz lediglich mit 7c6s ein Paar auf dem River getroffen hatte, Staszko jedoch hatte mit Ac9c am Turn ein Full House getroffen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Staszko einen 2:1-Chiplead gegenüber Heinz.

• Heinz kämpft sich zurück - In kurzer Zeit gelang es Heinz, mehrere mittelgroße Pötte zu gewinnen, unter anderem durch das Value-betten eines Top Pairs auf einem 9-High-Board. Dadurch konnte er die Stacks wieder nahezu ausgleichen. Kurz darauf übernahm Heinz erneut einen knappen Chiplead, unter anderem nachdem ein 3-Bet-Pot heruntergecheckt wurde und Heinz sich diesen mit Ace-High sichern konnte.

Führungswechsel #7 - Die Blinds waren nun auf 1 Million/2 Millionen/300K Ante gestiegen. Heinz eröffnete die Hand mit einem Raise auf 4,2 Millionen, Staszko ließ eine 3-Bet auf 11,5 Millionen folgen und Heinz entschloss sich daraufhin, per 4-Bet auf insgesamt 20,6 Millionen zu erhöhen. Staszko ging All-In und Heinz foldete seine Hand unverzüglich. ESPN zeigte, dass Staszko in dieser Hand Ac2c hatte und Heinz 9h7d.

Staszko sammelt weitere Chips, Pius Heinz gibt sich nicht geschlagen - Nachdem er sich erneut den Chiplead erkämpft hatte, übernahm Staszko abermals die Kontrolle des Duells und gewann mehrere mittelgroße Pötte, was ihm zum wiederholten Male einen 2:1-Chiplead gegenüber dem jungen Deutschen bescherte. Die wohl interessanteste Hand in dieser Phase umfasste eine River-Value-Bet Staszkos mit einer Straight, die Heinz mit Top Pair ausbezahlte. Im Anschluß schwankten die Chipverhältnisse mit jeder gespielten Hand, aber nach und nach konnte Staszko seinen Stack weiter vergrößern, so dass er sogar zeitweise einen 4:1-Chiplead gegenüber Heinz aufweisen konnte. Pius gab sich allerdings trotz seines Short Stacks nicht geschlagen, kämpfte sich verbissen zurück und sorgte dafür, dass Staszkos Chiplead auf ein Verhältnis von 3:2 schrumpfte.

Pius Heinz verdoppelt, führt jetzt deutlich – Martin Staszko limpte vom Button und Pius Heinz raiste auf 7,9 Millionen Chips (1,2M/2,4M-Blinds). Staszko callte und der Flop kam Tc7cKs. Heinz setzte 8,2 Millionen, Staszko raiste auf 17,5 Millionen und Heinz ging daraufhin All-In und setzte insgesamt knapp 73 Millionen Chips. Staszko callte und zeigte Qc9c für einen Flush Draw und Inside Straight Draw, Heinz hatte jedoch AhQh für einen noch höheren Inside Straight Draw. Der Turn brachte die 3h und der River die 6s, sodass Heinz nun plötzlich einen 4:1-Chiplead vorweisen konnte.

• Heinz gewinnt! – Die beiden Gladiatoren gingen in der letzten Hand preflop All-In: Heinz hielt AsKc und Staszko hatte Tc7c. Das Board zeigte 9s5c2dJh4d und Pius Heinz ist damit der World Series of Poker 2011 Main Event Champion!

Das Heads-up ging über insgesamt knapp 130 Hände und obwohl Martin Staszko den Final Table zu einem spannenden Ereignis machte, erreichte er am Ende doch nur den zweiten Platz. Heinz zeigte über zehn Spieltage eine konstant gute Leistung und wurde dank einer Mischung aus unglaublichem Können und einer Prise Glück zum Gewinner des bedeutendsten Pokerturniers der Welt.

Herzlichen Glückwunsch an Pius Heinz, den World Champion of Poker 2011!

2011 WSOP Main Event

Endresultate

Platz Name Chips/Preisgeld
1. Pius Heinz $8.715.638
2. Martin Staszko $5.433.086
3. Ben Lamb $4.021.138
4. Matt Giannetti $3.012.700
5. Phil Collins $2.269.599
6. Eoghan O'Dea $1.720.831
7. Bob Bounahra $1.314.097
8. Anton Makiievskyi $1.010.015
9. Sam Holden $782.115
Spieler:  1 (6.865)   |   Preispool: $64.531.000

Hier könnt ihr euch noch einige Bilder des letzten Tages des WSOP 2011 Main Events ansehen:

the penn and teller theater
Das Penn and Teller Theater war bereit für jede Menge Action.

heinz fans
Pius Heinz twitterte dieses Bild seiner Anhänger kurz vor Anfang des Tages.

the money
Das Geld und das Bracelet.

martin staszko
Martin Staszko betritt die Bühne.

ben lamb
Ben Lamb kurz nach seinem Aus.

lamb letter
Ben Lamb twitterte, dass er versehentlich einen Gewinnerbrief erhielt und nannte es "the biggest needle ever."

sasquatch
Pius Heinz und Martin Staszko posieren mit dem Jack Link's Sasquatch.

pius heinz
Pius Heinz macht eine Bet im Heads-up mit $8,7 Millionen Bargeld auf dem Tisch.

hu tension
Die letzten zwei Spieler schauen sich an.

ben lamb
Der 2011 WSOP Player of the Year, Ben Lamb, begann auf Platz 2 mit 55.400.000 Chips.


Pius Heinz dominierte den Final Table und hatte bei drei verbliebenen Spielern einen riesigen Stack von 107.800.000 Chips.

the bracelet
Das Champion-Bracelet wartete auf einen der verbliebenen drei Spieler.

Einige Bilder sind Eigentum von PokerNews.com.

von Matt Kaufman