Riverplay - Heads-Up
Was ist der River?
Der River ist die letzte Community Card, die aufgedeckt wird, auch genannt 5th Street. Am River haben wir den höchsten Informationsstand, den man in einer Hand haben kann. Informationen von Preflop bis zum River geben reichlich Auskunft über die Handrange des Gegners und lassen somit sehr gute Einschätzung der eigenen sowie der gegnerischen Handstärke zu.
Dieser Artikel soll erläutern wie man alle Typen von Händen in allen Situationen am River mit dem höchsten EV spielt und so am meisten Profit macht.
Der Grundgedanke am River ist :
1. Wie stark ist meine eigene Hand in Relation zum Board
2. Wie stark ist meine eigene Hand in Relation zum Gegner
3. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner mit einer schlechteren Hand called
4. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner mit einer besseren Hand called
5. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner mit einer schlechteren Hand den River bluffed (Bluffinduce)
6. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner mit einer besseren Hand raised
7. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner mit einer schlechteren Hand raised
8. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner eine schlechtere Hand folded
9. Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner eine bessere Hand folded
Ein großer Grundgedanke, jedoch sind all diese neun Punkte essentiell für das korrekte Riverplay.
Wie stark ist meine eigene Hand in Relation zum Board ?
Wie stellt man dies fest? Es gibt verschiedene Kategorien, in die man eine Handstärke unterteilt :
weak – very weak Hands:
underpair, bottom pair, ace high
marginal :
middle pair, pocket pair
Strong :
top pair, overpair, two pair
Monster :
straight, flush, set, fh, 4 oak
Wie stark ist meine eigene Hand in Relation zum Gegner?
Selbstverständlich wissen wir, dass eine marginale bzw. weak-Hand und Strong Hands gegen verschiedene Gegner an Wert gewinnen oder verlieren.
Beispiel 1
Hero BU with A

3 folds, Hero raises, 1 fold, BB calls.
Flop: A


BB checks, Hero bets, BB calls.
Turn: 6
BB checks, Hero bets, BB calls.
River: 8
BB checks, Hero ???
Gegner Thinking-TAG:
Die einzig plausiblen Hände, die wir bei diesem Board in Verbindung mit der Tatsache, dass unser Gegner ein TAG ist, sind die Hände die Way-Ahead oder Way-Behind sind.
Das wären z.B. : A x ( x < T ) , Pockets, Mid pair .
Unsere Handstärke bewegt sich im marginalen Bereich.
Gegner Rock :
Draws waren an den vorherigen Streets nicht vorhanden. Unser Gegner ist ein Rock, d.h. er spielt sehr tight und hat einen geringen WTSD. Unser Toppair wird relativ selten gewinnen, da unser Kicker nur sehr schwach und von jedem Ax ( x > 5 , A3) dominated wird. Gegen A2, A4 sowie A5 erreichen wir gerade mal einen Splitpot.
Unsere Handstärke bewegt sich im marginalen Bereich.
Gegner Callingstation:
Gegen eine Callingstation sieht das Ganze dann schon wieder anders aus. Unser Gegner hat einen hohen WTSD und ist sehr passiv. Auf solchen Boards könnte eine Callingstation auf einem Gutshot,any Midpair sowie Underpair sein. Gegen all diese Hände haben wir deutlich Value. Jedoch muss erwähnt werden, dass man hier genauso in bessere Asse und weak Twopairs hineinlaufen kann, da die Callingstation diese eher selten raised.
Unsere Hand bewegt sich im starken Bereich.
Gegner LAG:
Gegen einen LAG ist es fast wie gegen die Callingstation. Es gibt massig Hände, gegen die wir Value haben. Nur wenige bessere Hände würde ein LAG so spielen, er hätte jedes 2-pair / set / top pair an den vorherigen Streets gebettet.
Unsere Hand bewegt sich im starken Bereich.
Gegner Maniac:
Gegen einen Maniac gewinnt auch hier unsere Hand an Stärke. Die Beispielhand ist etwas ungewöhnlich für einen Maniac, veranschaulicht aber trotzdem, dass durch die große Erhöhung der Handrange, im Gegensatz zu einem Rock, wir eine deutlich größere Anzahl an möglichen Händen haben, die schlechter sind als unsere und gegen die wir folglich Value haben.
Unsere Hand bewegt sich im starken Bereich.
Beispiel 2
Hero is CO with 9

1 fold, Hero raises,2 folds, BB calls.
Flop: J


BB checks, Hero bets, BB calls.
Turn: 7
BB checks, Hero bets, BB calls.
River: 4
BB checks, Hero ???
Gegner TAG :
Die einzigen hier plausiblen hände wären A8, TT, 99. Man sieht: Gegen einen TAG am River ist die Range der möglichen Hände, die schlechter als unsere sein könnte, relativ begrenzt.
Unsere Hand bewegt sich im schwachen bis marginalen Bereich.
Gegner ROCK : Siehe TAG.
Gegner Callingstation:
Eine Callingstation kann hier wieder massenhaft schlechtere oder auch einige bessere Hände haben.
Any Jack, any pair, Busted Gutshot mit/ohne Overcard, TT, 99, Straight. Ein Monster können wir nicht ausschließen da es typisch für Callingstations ist, dass sie Angst haben, dass sie ihre Gegner durch einen Raise aus der Hand pushen und warten deshalb bis zum River, um zu Raisen.
Unsere Hand bewegt sich im starken bis sehr starken Bereich. ( Resultierend aus der großen Anzahl an möglichen schlechteren Händen)
Gegner LAG:
Auch gegen einen LAG ist unsere Hand stark. Er kann any 8, any 7 und any Pocket haben, ist er tricky so kann er auch die Straight haben.
Unsere Hand bewegt sich im starken bis sehr starken Bereich. ( Resultierend aus der großen Anzahl an möglichen schlechteren Händen)
Gegner Maniac:
Ein Maniac hat hier wohl als Range den Mix aus Callingstation und
LAG. Any Pair (in der Hoffnung wir bluffen) Gutshot, any pocket.
Unsere Hand bewegt sich im starken bis sehr starken Bereich. ( Resultierend aus der großen Anzahl an möglichen schlechteren Händen)
Wir sehen deutlich, wie sich die Stärke unserer Hände in Relation zum Gegner verändert.
Wie hoch ist die Chance, dass ein Gegner mit einer schlechteren Hand called?
Man sollte als guter Pokerspieler natürlich den Handverlauf so mitverfolgen, dass man durch gutes Handreading die Handrange des Gegners durch die Informationen, die wir Preflop, am Flop sowie am Turn bekommen, einschränken können. Nun sollte man einschätzen können wie hoch ungefähr (genaue Zahlen zu schätzen ist praktisch unmöglich) die Chance ist, dass unser Gegner in Verbindung mit dem Board mit einer schlechteren Hand unsere Valuebet called.
Wie hoch ist die Chance, dass ein Gegner mit einer besseren Hand called ?
Besonders populär bei Callingstations ist natürlich, dass sie ihre Hände nicht korrekt for Value spielen. D.h. das sie auch am River oft nur mit den absoluten Monsterhänden raisen, jedoch starke Hände auf relativ unscary Boards nur callen.
Es kann auch der Fall auftreten, dass, unabhängig vom Gegnertypus, das Board so scary ist, dass unser Gegner den River nicht mehr raisen wird und / oder wir vorher durch konsequentes "Strong Play" wir ihm signalisiert haben das unsere Hand die stärkere ist.
Wie hoch ist die Chance, dass unser Gegner bluffed?
Hier ist die Frage wie oft ein Gegner, in der Hoffnung, dass wir unsere Hand wegschmeissen, seinen busted Flushdraw, Straightdraw oder eine absolute Trash-Hand bettet.
Durch Bluff Induction lässt sich oft dieser Blufffaktor nochmals deutlich erhöhen. Wir induzieren einen River-Bluff mit einem Zeichen von Schwäche entweder am Turn (Check behind, Check/Call ) oder am River (Check OOP).
Wie hoch ist die Chance, dass der Gegner mit einer besseren Hand raised?
Die Frage ist eindeutig, jedoch abhängig vom Gegnertyp sehr schwer zu beantworten.
Bei einem sehr passiven Gegner ist es einfach: Ist unsere Hand nur marginal oder gar weak so weiß man oft, dass er eine bessere Hand hält, sobald er raised.
Ist der Gegner jedoch ein LAG und neigt auch sehr gerne zu Bluffs, wird es schon schwieriger.
Siehe dazu : Wie stark ist meine eigene Hand in Relation zum Gegner?
Wie hoch ist die Chance, dass der Gegner eine schlechtere Hand raised ?
Ob als Bluff oder, aus seiner Sicht, for Value raised ein Gegner den River.
Wie hoch ist die Chance, dass ein Gegner eine schlechtere Hand folded ?
In Position ist diese Frage irrelevant. Jedoch OOP mit oder ohne Initiative stellt sich die Frage ob es nicht besser sei, Schwäche zu zeigen und somit eine schlechtere Hand als unsere dazu zu verleiten, den River zu betten ( Bluff Induction ).
Wie hoch ist die Chance, dass der Gegner eine bessere Hand folded?
Einer der, für mich, interssantesten Punkte am Riverplay. Punkt 9 ist nur dann überlegungswert, wenn ihr gegen einen reasonable Gegner, meist TAG, spielt. Eine Callingstation zum Beispiel wird nicht realisieren, dass ihr den River nicht mehr, z.B. mit einenm Busted Flushdraw, betten würdet.
Mit Hilfe von Handreading kann man die Chance, dass unser Gegner eine bessere Hand folded, relativ gut bestimmen:
Gegner auf einem Flushdraw
Gegner auf Overcards
Gegner mit low Pocket
Gegner mit A high
Ausschließlich diese Hände können wir am River zum Folden bringen.
Die häufigst genutzten Lines für den River:
Bet/Fold:
In den meisten Fällen spielen wir Bet/Fold River, um relativ dünne Valuebets gegen passive Gegner zu machen. Sollte uns ein passiver Gegner am River raisen, so hat er, wenn unsere Hand kein Monster ist, in den meisten Fällen geschlagen.
Der Vorteil von Bet/Fold ist, dass man oft das Maximum an Value rausholt, ohne Angst haben zu müssen, dass man am River gegen einen Raise eine bessere Hand foldet.
Diese dünnen Valuebets sind Longterm sehr +EV.
Der größte Nachteil von Bet/Fold River ist, dass, sobald ein Gegner merkt, dass wir am River mit marginalen Händen dünne Bet/Fold Valuebets machen, wir extrem exploitable sind. Zweitens haben wir eine Bluff Induction, von dem wir nicht profitieren können. D.h. wir können (jedoch selten) durch eine Bet am River einen Bluff induzieren, z.B. wenn wir exploited sind, jedoch profitieren wir davon nicht, sondern ganz im Gegenteil: wir verlieren eine Menge.
Bet/Raise:
Relativ einfache Line. Wir halten eine sehr starke bis monster Hand am River und wollen maximum Value haben. Zum Beispiel mit Fullhouse, Nutstraight, Nutflush, Set unscary Board usw.
Bet/Call:
Diese Line spielen wir oft OOP, wenn zum Beispiel Draws angekommen sind, aber unsere Hand so stark ist (Set,two-pair) dass wir dem Gegner keinen Freeshowdown mit einer schlechteren Hand geben möchten.
Check/Call:
Check/Call spielen wir gegen fast alle Gegnertypen. Die großen Vorteile eines Check/Calls sind definitiv, dass wir nicht gebluffed werden können, ganz im Gegenteil induzieren wir sogar durch unsere "Schwäche" (check) einen Bluff und werden so oft von schlechteren Händen wie Busted draws und weak Hands noch eine Big Bet bekommen.
Check/Fold:
Check/Fold spielen wir, wenn wir überhaupt kein Showdownvalue haben, der Pot sehr klein und unsere Hand sehr schwach ist oder wir unseren Gegner definitiv auf eine bessere Hand readen können.
Check/Raise:
Check/Raise spielen wir meistens gegen TAGs und LAGs.
Einen großen Fehler, den viele Spieler machen, ist, Hände aus der Kategorie strong-Monster am River zu Check/Raisen. Für diese Kategorie kommt ein Check/Raise nicht in Frage, denn hier möchten wir den River betten und darauf hoffen, dass unser Gegner uns raised und wir reraisen können, um den maximalen Value herauszuholen.
Das Schwierige beim Check/Raise ist es, die korrekten Spots zu finden. Unsere Hand und die des Gegners sollten nicht so stark sein, das wir mit Bet/Raise River mehr Value bekommen würden. Unser Gegner muss den River sehr oft betten und eine Hand haben, mit der er dann auch einen crying Call am River gegen unseren Check/Raise macht.
Daher hier -> Vorsicht !!
Experimentiert hier vorsichtig, versucht ihr zu oft, den River zu check/raisen und das an den falschen Spots, verliert ihr sehr viel Value. Also bei Zweifeln eher Bet River.
Ok, das war die Grundtheorie für den River. Nun werden wir mit Hilfe von Beispielen versuchen, die neun Punkte sinnvoll zu nutzen.
Beispiele:
Bet/Fold:
Hero is SB with T

1 fold, Hero raises, BB calls.
Flop: T


Hero bets, BB calls.
Turn: Q
Hero bets, BB calls.
River: 6
Hero ???
1) Wir haben eine marginale Hand.
2) In Relation zum Gegner (Callingstation) bewegt sich die Hand im marginalen mit leichter Tendenz zu strong.
3) Die Chance, dass unser Gegner mit einer schlechteren Hand called ist wahrscheinlich.
4) Da unser Gegner auch hier mit einer besseren T sowie mit einer Q nur callen würde ist es wahrscheinlich.
5) Es ist sehr unwahrscheinlich, dass unser Gegner bluffed.
6) Da unser Gegner eine Callingstation ist, ist er sehr passiv. Er wird nur mit einem 2-Pair oder besser den River raisen.
7) Er ist passiv, daher ist es sehr unwahrscheinlich, dass er eine schlechtere Hand als unsere betten wird und oft Checkbehind River spielen wird.
8) Es ist sehr unwahrscheinlich, dass unser Gegner eine schlechtere made Hand folded, deshalb nennt man ihn ja Callingstation.
9) Siehe 8).
Daraus ergibt sich:
1) Unser Gegner wird den Flush raisen.2) Unser Gegner wird mit jeder 2,7,T,Q,6 und Pockets nur callen.
3) Unser Gegner wird nicht bluffen, sollten wir Check/Call spielen.
4) Mit jeder schlechteren Hand spielt er Checkbehind.
Nun betrachten wir die einzelnen Bet-Sequenzen, die hier sinnvoll sind:
Check/Call :
PRO
- man kann uns nicht bluffen
- wir inducen Bluffs
- ein paar bessere Hände geben uns einen Freeshowdown
CONTRA
- wir bekommen kein Value von schlechteren Händen
- er wird nur bessere Hände betten
Bet/Fold:
PRO
- wir bekommen Value von allen schlechteren Händen
- wir haben gegen einen Raise einen easy Fold
CONTRA:
- wir verhindern, das ein paar bessere Hände uns einen Freeshowdown geben könnten
Daher Bet/Fold River ist hier korrekt.
Bet/Raise:
Hero is CO with A

1 fold, Hero raises, BU raises, 2 folds, Hero caps, BU calls.
Flop: A


Hero bets , BU calls.
Turn: 3
Hero bets, BU raises, Hero raises, BU caps.
River: 3
Hero ???
1) Wir haben ein Monster .
2) Wir haben gegen jeden Gegnertyp ein Monster
3) Die Wahrscheinlichkeit, dass uns der Maniac mit einer schlechteren Hand called ist sehr hoch, da er am Turn wohl eine made Hand hat.
4) Die Chance, dass der Gegner mit einer besseren Hand called ist minimal klein, da wir die 2nd Nuts halten.
5) Auch wenn unser Gegner ein Maniac ist, traue ich ihm hier am River keinen pure Bluff mehr zu, daher sehr unwahrscheinlich.
6) Da wir die 2nd Nuts halten, ist fast unmöglich, dass er uns mit einer besseren Hand raised.
7) Da unser Gegner ein Maniac ist, ist es eher wahrscheinlich, dass der River mit einer schlechteren Hand geraised wird.
8) Da der Maniac uns am Turn gecapped hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass er den River nicht für eine Bet folden wird.
9) Die Chance, dass unser Gegner eine bessere Hand folded, ist hier nicht gegeben.
Daraus ergibt sich:
1) Unser Gegner hat ein Ace oder ein Pair. Das können wir definitiv nach dem Cap sagen.
2) Unser Gegner wird definitiv unsere Bet callen.
3) Die Chance, dass unser Gegner raised, ist groß, da er ein Maniac ist.
Diese drei Fakten führen schon defintiv zur richtigen Bet-Sequenz.
Mit einem Check/Raise verschenken wir hier nur Value, denn in den meisten Fällen wird er unsere Riverbet raisen und wir können reraisen, um maximalen Value am River herauszuholen.
Also:
Hero bets, BU raises, Hero raises, BU calls.
Bet/Call:
Hero is BU with A

2 folds, Hero raises, 1 fold, BB raises, Hero caps, BB calls.
Flop: A


BB checks, Hero bets, BB calls.
Turn: 7
BB checks, Hero bets, BB calls.
River: 3
BB checks, Hero ???
1) Unsere Hand gehört zur Kategorie strong.
2) Unsere Hand ist gegen jeden Gegnertyp stark.
3) Die Chance, dass er mit einer schlechteren Hand called, ist sehr hoch.
Wir schätzen BB (thinking TAG) auf WA/WB play, er wird folgende Hände haben: A8+ , JJ+ .
4) Es ist unwahrscheinlich, dass uns unser Gegner mit einer besseren Hand nur called. Anhand des Handverlaufs und seiner Line, wie oben beschrieben, können wir eine bessere Hand praktisch aussschließen.
5) Die Chance, dass BB uns am River bluffen will, ist klein, er weiß aufgrund unserer Preflop sowie Postflop Action, dass er uns von keiner besseren Hand bluffen kann.
6) Da wir den Gegner schon in die WA/WB Schublade gepackt haben, ist es auch unwahrscheinlich, dass der BB den River mit einer besseren Hand Check/Raisen wird.
7) Unwahrscheinlich.
8) Ich denke auch hier ist es unwahrscheinlich. Da er WA/WB spielt, wird er den River nicht für eine Bet folden.
9) Unser Gegner wird keine bessere Hand folden, daher sehr unwahrscheinlich.
Daraus ergibt sich:
1) Es ist sehr unwahrscheinlich, dass der BB eine bessere Hand hat.
2) Es ist sehr wahrscheinlich, dass er mit einer schlechteren Hand called.
Nur diese zwei Punkte reichen aus, um zu einem einfachen Ergebniss zu kommen:
BB checks, Hero bets, BB calls.
Eine klassische Valuebet.
Check/Call River:
Hero is BB with A

2 folds, CO raises, 2 folds, Hero raises, CO calls.
Flop: T


Hero bets, CO raises, Hero raises, Co calls.
Turn: 2
Hero bets, CO calls.
River: 2
Hero ???
1) Unsere Hand ist marginal, wir haben die non-paired Nuts.
2) Gegen den LAG ist unsere Hand marginal, er hat einen hohen WTSD, könnte busted Flush und Straightdraw haben, ein schlechteres Ace ist nicht auszuschließen.
3) Die Chance, dass unser Gegner mit einer schlechteren Hand called, ist eher klein. Er wird nur mit einem schlechteren Ace callen.
4) Die Chance, dass unser Gegner eine Riverbet mit einer besseren Hand called , ist eher groß. Any Pocket, Low-Midpair.
5) Die Chance, dass unser Gegner mit einer schlechteren Hand bluffed, ist sehr groß. Straight- sowie Flushdraws sind nicht angekommen. Er bluffed hier sehr oft mit einer trash Hand.
6) Dass unser Gegner den River mit einer besseren Hand raisen wird, ist unwahrscheinlich, keine Draws sind angekommen, jede gute Hand hätte am Turn geraised.
7) Sollte der Gegner hier den River raisen, dann siehe 6) , ist es sehr wahrscheinlich ein Bluff, jedoch ist hier ein Riverraise eher unwahrscheinlich.
8) Die Chance, dass unser Gegner eine schlechtere Hand folded ist sehr groß. Er wird hier maximal mit Ace high callen, alles andere an non-made Hands wird er folden.
9) Die Chance, dass unser Gegner eine bessere Hand folded, ist sehr klein. Er called den Turn, River ist unscary und paired das Board, draws sind nicht angekommen, er wird mit jedem low-mid Pair sowie any pocket <99 den River callen.
Daraus folgt:
1) Der Gegner folded keine bessere Hand.
2) Der Gegner folded fast jede schlechtere Hand.
3) Der Gegner wird sehr oft bluffen.
Aus diesen drei Punkten sehen wir ganz klar, dass Check/Call hier die beste Line ist.
Da wir sowieso keine bessere Hand zum folden bringen können, bringt eine Bet
nichts.
Wir haben einen sehr hohen Bluff Induction Factor, denn es gibt viele busted Draws.
Unser Gegner ist LAG, wird daher sehr oft bluffen.
Also
Hero checks, CO bets, Hero calls.
Check/Fold River:
Hero is BB with T

UTG calls, 3 folds, Hero checks.
Flop: K


Hero bets, UTG calls.
Turn: J
Hero checks, UTG checks.
River: A
Hero ???
Hier ist eine Analyse unnötig. Man erkennt sofort: Unsere Standardbet am Flop in einem unraised, Heads Up Pot war ohne Erfolg. Das Board ist drawless und wir readen unsern Gegner auf eine made Hand oder irgendein Trash, der immer noch besser ist als unser T high.
Daher checken wir den Turn, mit dem Vorsatz, gegen eine Turn Bet von UTG zu folden.
Am River nach wie vor kein improve, der Pot ist klein, unsere Hand sehr schwach und hopeless. Daher:
Hero checks, UTG bets, Hero folds.
Hierzu noch ein zweites Beispiel:
Das zweite Beispiel sollte in jedem Repertoire eines fortgeschrittenen Pokerspielers vorhanden sein.
Hero is CO with A

1 fold, Hero raises, BU calls, 2 folds
Flop: T


Hero bets, BU calls
Turn: Q
Hero bets, BU calls
River: 2
Hero ???
1) Unsere Hand ist weak, wir haben nur Ace high.
2) Unser Gegner ist eine Callingstation wie sie im Buche steht. Da er den Turn gecalled hat können wir davon ausgehen, dass er hier eine made Hand hat, da keine Draws möglich waren.
3) Es ist eher unwahrscheinlich, dass unser Gegner mit einem schlechtern A oder K high called.
4) Die Chance, dass er mit einer besseren Hand nur callen wird, ist sehr hoch, er ist schließlich eine Callingstation.
5) Die Chance, dass er mit einer schlechteren Hand bluffed, ist sehr unwahrscheinlich, er wird am River nur sehr starke Hände betten.
6) Die Chance, dass unser Gegner mit einer bessere Hand raised, ist klein, da er sehr passiv ist.
7) Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er eine Bet von uns mit einer schlechteren Hand raisen würde.
8) Die Chance, dass unser Gegner eine schlechtere Hand folded, ist klein, da wir ihn ja auf eine Made Hand gereaded haben.
9) Die Chance, dass unser Gegner eine bessere Hand folded, ist klein. Er hat einen hohen WTSD und da er den Flop und Turn gecalled hat, wird er den River mit einer Made Hand nicht für eine Bet folden.
Also fassen wir zusammen:
1) Er wird keine bessere Hand folden
2) Er wird nicht bluffen
3) Er würde nur mit einer starken Made Hand betten
4) Er hat eine Made Hand
Aus diesen 4 Punkten können wir eine simple Schlussfolgerung ziehen:
Hero checks, BU bets, Hero folds
Check/Raise River:
Hero is BB with A

UTG raises, 2 folds, Hero calls.
Flop: T


Hero checks, UTG bets, Hero raises, UTG calls
Turn: A
Hero checks, UTG bets, Hero raises, UTG calls
River: 9
Hero ???
1) Unsere Hand fällt in die Kategorie strong
2) Unsere Hand ist in Relation zum Gegner stark. Wir readen ihn auf :
JJ+ , AJ+
Wir schlagen JJ,QQ,KK sowie AJ,AQ und AK
3) Die Chance, dass unser Gegner mit einer der o.g. Hände called ist sehr groß.
4) Eine bessere Hand können wir ausschließen, jede bessere Hand als unsere hätte den Turn gereraised.
5) Unser Read in Verbindung mit dem Board lässt keine Bluffs zu.
6) Unwahrscheinlich.
7) Sehr wahrscheinlich. Ein thinking TAG wird hier mit seinem Toppair nur sehr, sehr selten einen Freeshowdown nehmen.
8) Unwahrscheinlich.
9) Unwahrscheinlich.
Nun fassen wir zusammen :
1) Wir haben eine starke Hand.
2) Unser Gegner wird uns mit keiner schlechteren Hand raisen.
3) Unser Gegner wird keine bessere Hand folden.
4) Unser Gegner called mit einer schlechteren Hand.
5) Unser Gegner wird eine schlechtere Hand betten.
Daraus ergibt sich :
Bet River :
Eine Riverbet bringt uns sehr wahrscheinlich +1BB. Der Gegner called den C/R am Turn, das Board ist drawless und unser Read bestätigt diese Vermutung.
Bet river -> +1BB.
Check/Raise River:
Ein Check wird den thinking TAG hier oft zu einer, aus seiner Sicht, Valuebet führen und er muss dann, aufgrund der doch nun großen Pot-Size einen Crying-Call machen.
Dies führt also dazu, dass wir im Gegensatz zu Bet River(+1BB) in den meisten Fällen durch einen Check/Raise River 2 BB erwirtschaften, also eine Big Bet mehr als Bet River.
Daher :
Hero checks, UTG bets, Hero raises, UTG calls.
Heads Up am River OOP Tabelle
| Zitat: |
| Original von Korn
Erläuterung: +P2 bedeuted, dein move gewinnt nicht nur den Pott, sondern noch 2 zusätzliche BB. - 1 bedeutet, du verlierst nicht nur den Pott (den du ja ohnehin verloren hättest, sondern noch eine zusätzliche BB (im Vergleich zu check/fold).
Die Frage ist nun, wie die verschiedenen spalten zu Gewichten sind. Nun, dass kommt ganz darauf an, wie wahrscheinlich die Fälle 1) bis 12) sind und wie groß jeweils der Unterschied zwischen bet/call und check/call ist. Bei den Fällen 5) und 6) ist z.B. der Unterschied gewaltig. Bei Fall 3) ist bei einem TAG die Häufigkeit sehr hoch. Bei einem passiven Gegner ist hingegen die Häufigkeit von 4) sehr hoch. Bei einem Maniac hingegen sind die Bluff Chancen sehr hoch. |
| Zitat: | ||||
Original von Matthias Wahls
Angenommen, du setzt den Gegner auf ein busted Draw und weist zudem, dass er agressiv ist und seine busted draws gerne bluff-bettet. Dann ist check/call keine schlechte Variante. Dies natürlich um so mehr, je verwundbarer deine eigene Hand ist. Danke übrigens für die Erläuterung! Ich habe sie abgewandelt in den Artikel eingefügt. |
Dankesgrüße gehen an dayero
