MTT Beginner Strategie 2
Meistere die mittlere Phase!
Turniere werden in drei Phasen unterteilt: frühe, mittlere und späte Phase. Die Phasen definieren sich darüber wie weit das Turnier fortgeschritten ist. Hier lernst du die frühe Phase zu meistern.
In der frühen Phase spielst du bei großen Stacks gegen schwache Gegner
Die frühe Phase eines Turniers umfasst alle Hände vom Turnierstart, bis zu dem Zeitpunkt an dem Antes einsetzen. Antes sind zusätzliche Zwangseinsätze, die jeder Spieler am Tisch vor dem Erhalten der Karten bezahlen muss. Damit unterscheiden sie sich von den Blinds, die rundenweise von wechselnden Spielern bezahlt werden.
Bei einem Turnier startest du meist mit einem großen Stack von 100 Big Blinds oder sogar mehr:
Bei diesem Turnier erhältst du zu Beginn 3000 Chips bei Blinds von 10/20. Du startest also mit 150 Big Blinds ins Turnier. In Level 6 endet mit Blinds von 50 bis 100 die frühe Phase. Der durchschnittliche Stack der Spieler liegt hier bei ungefähr 35 BB.
Spiele vor dem Flop nur ausgewählte starke Blätter
In der frühen Phase befinden sich noch viele schwache Spieler im Feld. Diese sind meist neugierig und schauen sich mit vielen schwachen Blättern den Flop an. Haben sie etwas getroffen, fällt es ihnen schwer sich von ihren Händen zu trennen. Dies kannst du ausnutzen, wenn du auf starke Hände wartest und diese aggressiv spielst. Dies bedeutet, dass du Preflop mit einem Raise in die Hand einsteigst. Dadurch bist du im Schnitt mit der besseren Hand in einem größeren Pot gegen deine Gegner unterwegs.
Der zweite strategische Trick in dieser Phase ist der sogenannte Blind-Steal. Wenn du die Blinds direkt attackieren kannst, also dich am Button oder im Small Blind befindest und noch niemand vor dir in die Hand eingestiegen ist, dann kannst du mit vielen Händen erhöhen. Dein Ziel dabei ist es einfach nur die Blinds abzukassieren.
In den folgenden Tabellen erfährst du genau, welche Hände du wann profitabel spielen kannst:
Positionen am Pokertisch:
Mit diesen Händen kannst du aus den frühen Positionen (UTG, UTG+2, UTG+3, MP1) in die Hand einsteigen:
Diese Hände kannst du profitabel aus MP2, MP3 und dem CO spielen:
Und mit diesen Händen lohnt es sich im Small Blind und Button die Blinds zu attackieren:
Deinen Big Blind kannst du mit den folgenden Händen verteidigen:
In der frühen Phase steigst du mit einem Openraise auf 3 Big Blinds in die Hand ein.
Ist bereits ein Spieler mit einem Call in die Hand eingestiegen, raist du auf 3 Big Blinds + 0.5 Big Blinds für jeden Spieler, der vor dir gecallt hat.
Blaue Hände sind bereits besser als die Hände, die deine Gegner im Schnitt Preflop callen. Dementsprechend spielst du sie,
... falls vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen ist.
Ausnahme: Du sitzt in später Position und hältst 22-99. In diesem Fall kannst du ebenfalls callen, falls schon andere Spieler vor dir gecallt haben.
Ausnahme 2: Ist vor dir ein Spieler mit einem Call in die Hand eingestiegen so raised du nur solche Hände, die im Chart für die Position UTG markiert sind (dies gilt nicht für die Range aus dem Big Blind).
Rote Hände sind deine stärksten Hände und du spielst diese,
... falls vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen ist.
... falls vor dir Spieler mit einem Call in die Hand eingestiegen sind.
... falls es vor dir bereits eine Erhöhung gab oder du nach deinem Openraise mit einer weiteren Erhöhung konfrontiert wirst. In diesem Fall re-raist du auf das 2,5fache und gehst gegen jede weitere Action einfach direkt All-in.
Gelbe Hände kommen nur im Big Blind vor. Diese Hände sind stark genug um sie gegen Steals zu callen. Du spielst diese Hände, falls es vor dir eine Erhöhung gab aus dem BTN oder SB.
Damit bist du nun fit für das Spiel vor dem Flop!
Postflop: Bestimme die Kategorie deiner Hand am Flop
Madehands: Top Pairs,
Zum Beispiel: Du hältst A 




Monster: Overpairs und alle noch stärkeren Hände, z.B. Two Pair, Drilling oder Flushs.
Beispiel: Du hast A 




Starke Draws: Hierunter fallen Flushdraws und Open-Ended-Straightdraws.
Beispiel: Du hältst J 




wertlose Hände: Alle Hände die nicht in die oben genannten Kategorien passen sind für uns wertlos.
Bestimme, wie du deine Hand Postflop spielst
Fall 1: Du hast vor dem Flop als letzter erhöht
Madehands: Du bettest auf Flop, Turn und River jeweils 50% des Pots. Falls dein Gegner erhöht, foldest du.
Monster: Du bettest auf Flop, Turn und River jeweils 50% des Pots. Falls dein Gegner erhöht, reraist du auf das 2,5-Fache mit dem Ziel „All-in“ zu gehen.
Starke Draws: Du bettest als Bluff auf Flop und Turn jeweils 50% des Pots und foldest auf jede Erhöhung deines Gegners.
Wertlose Hände: Gegen maximal einen Gegner spielst du einen Bluff für 50% des Pots. Foldet dein Gegner nicht oder hast du es mit mehr als einem Gegner zu tun so gibst du die Hand auf.
Sonderregel:
Dein Gegner bettet zuerst (Donkbet):
Falls dein Gegner ≤ 2BB bettet, machst du das Gleiche, was du getan hättest, wenn er nicht gebettet hätte. Bettet er > 2BB spielst du nur noch Monster durch einen Raise auf das 2,5-Fache weiter und alles Schlechtere foldest du.
Fall 2: Du hast vor dem Flop nur gecallt
Madehands: Du checkst und callst am Flop gegen eine maximale Bet von 2/3-Potsize. Sollte der Gegner den Flop checken, bettest du den Flop für 1/2-Potsize. Das Gleiche machst du am Turn und River.
Monster: Du bettest direkt selbst am Flop, Turn und River 1/2-Potsize. Gibt es nach dir eine weitere Erhöhung, erhöhst du auf das 2,5-Fache und auf jede weitere Erhöhung gehst du All-in.
Starke Draws: Du checkst am Flop und Turn und callst gegen maximal 1/2-Potsize. Am River gibst du die Hand auf, wenn der Draw nicht angekommen ist. Du checkst und foldest auf eine Bet deines Gegners.
Wertlose Hände: Du checkst nach Möglichkeit am Flop und foldest gegen eine Bet.
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