SNG Guide für Anfänger
Dieser Guide richtet sich zum einen an komplette Anfänger und an Spieler, die schon etwas Erfahrung vorweisen können und ihre eigenen Erfahrungen gemacht haben. Außerdem bezieht sich der Guide speziell auf die Regular PartyPoker-SNGs, in denen die Levels 10 Minuten statt, wie in den Speed-SNGs, 5 Minuten dauern. Rein theoretisch gibt es zwischen diesen beiden Formen von SNGs natürlich keinen Unterschied, da jede Situation einzeln zu behandeln ist und es irrelevant ist, ob das nächste Blindlevel in 5 oder 10 Minuten anfängt.
Abschließend bleibt noch zu sagen, dass meine zu Text gebrachte Spielweise darauf ausgelegt ist, jedes einzelne SNG zu gewinnen. Es geht nicht darum sich irgendwie ITM zu mogeln, sondern sich nur auf das Ziel zu konzentrieren, den Höchstpreis abzuräumen (sprich den ersten Platz zu belegen). Dadurch, dass größere Risiken eingegangen werden, wird's häufiger vorkommen, dass ihr als 4. oder 5. (also kurz vor den Preisgeldern) ausscheidet, aber dafür umso häufiger den 1. Platz belegt.
Grundlagen
Bei PartyPoker startest du mit 2000 Chips, wodurch eine kurze Dauer (40-50 Minuten) der SNGs resultiert. Durch diese Struktur hast du einerseits den Nachteil, dass du bei höheren Blinds deinen Edge (wenn er denn vorhanden ist) weniger ausspielen kannst, da kein Raum (bzw. keine Chips) für Moves vorhanden ist. Andererseits kannst du einen höheren Stundenlohn erreichen, da die SNGs schneller beendet sind als bei anderen Blind- und Chipstrukturen.
Die Payouts der PartySNGs liegen bei
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Platz - 50%
-
Platz - 30%
-
Platz -20%
des gesamten Prizepools.
ROI
ROI bedeutet 'Return of Investment' und beschreibt den Erwartungswert pro SNG.
Ein ROI von 20% bei einem 50+5 SNG würde 11$ Profit pro SNG bedeuten ($55 * 20% = $11), du erwartest also, dass du für jede 55$ Investition 66$ (50$+5$+11$) zurückbekommst.
Um den ROI zu berechnen wird folgende Gleichung benutzt:
ROI % = Profit / Total Buy-In
Beispiel:
Du spielst 10 $20+$2 SNGs mit den Platzierungen:
2 x 1. (2 x 100$ = 200$ )
1 x 2. (1 x 60$ = 60$)
1 x 3. (1 x 40$ = 40$)
6 x 6. (6 x 0$ = 0$)
Der gesamte Buy-In liegt bei 220$ (10 x 22$) und der gesamte Gewinn bei 300$ (200$+60$+40$).
Wird der Buy-In vom Gewinn subtrahiert ergibt sich daraus der Profit:
Profit = Gesamtgewinn - Gesamt-Buy-In
Profit = 300$ - 220$
Profit = 80$
Um jetzt den ROI auszurechnen, wird nur noch der Profit durch den gesamten Buy-In dividiert.
ROI % = Profit / Total Buy-In
ROI % = 80$ / 220$
ROI % = 0,3636
ROI = 36,36%
Um den ROI nicht jedesmal von Hand auszurechnen, gibt es diverse Tools (SNG Tracker, Excel-Tabellen), die diese Aufgabe für dich übernehmen können. Auf die Funktionalitäten und den Sinn der Tools werde ich später noch eingehen.
Wenn es darum geht, welche ROI-Werte von einem sehr guten Spieler erreicht werden können, beziehe ich mich auf die Werte, die bei 2+2 geposted wurden:
10+1 (11$) - 25% ROI
20+2 (22$) - 20% ROI
30+3 (33$) - 16% ROI
50+5 (55$) - 13% ROI
100+9 (109$) - 10% ROI
200+15 (215$) - 7% ROI
Diese Zahlen sind nicht mathematisch bewiesen, sondern beruhen auf den Erfahrungen und Werten von sehr guten Spielern mit einer großen Samplesize an SNGs.
Multitabling
Wie viele Tische man gleichzeitig spielt, bleibt jedem selber überlassen und sollte auch von jedem selbst entschieden werden. Ich selber habe mit vier Tischen gleichzeitig angefangen, bin inzwischen auf acht Tische umgestiegen und komme im Grunde damit klar, auch wenns teils ziemlich hektisch wird, wenn du bei mehreren Tischen am Zug bist und nur noch wenige Spieler übrig sind. Sicher ist, je mehr Tische du spielst, desto weniger kannst du dich auf einzelne Spieler und Situationen konzentrieren, woraufhin sich die Ergebnisse (der ROI) verschlechtern.
Aber es gibt auch eine sonnige Seite am Multitabling: Der Stundenlohn ($/hr)
Nehmen wir als Beispiel einen Spieler der 15% ROI bei 30+3 SNGs schafft und jeweils immer nur einen Tisch gleichzeitig spielt. Pro SNG hat er einen Erwartungswert von 4.95$. Nehmen wir an, dass sich unser Spieler überlegt, ab sofort vier Tische gleichzeitig zu spielen. Die Konzentration leidet ein wenig und der Spieler lässt aufgrund der vielen Tische ein paar gewinnbringende Moves aus - sein ROI sinkt auf 10% und somit der Erwartungswert pro Tisch auf 3.30$.
Wenn wir diese Daten jetzt einmal vergleichen, sehen wir, dass unser Spieler mit vier Tischen gleichzeitig fast drei mal soviel Gewinn macht wie in der selben Zeit, in der er nur einen Tisch gespielt hat:
15% ROI, 33$ Buy-In, 1 Tisch = 1 x 4.95$
10% ROI, 33$ Buy-In, 4 Tische = 4 x 3.30$ = 13.20$
Die Tischzahl sollte gesteigert werden, bis du meinst, dass du beim Maximum angekommen bist. Mit diesem Setup spielst du solange weiter, bis du dir zutraust, einen weiteren Tisch zu öffnen.
Unter http://www.multitablehelper.com kannst du dir ein Programm (MTH - MultiTableHelper) runterladen, welches ermöglicht, dass
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die Tische automatisch ausgerichtet werden
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SNGs automatisch geöffnet werden und ein Platz gewählt wird
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der aktive Tisch solange in den Vordergrund gestellt wird, bis eine Aktion durchgeführt wird
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die Tische mit Sprachsteuerung gesteuert werden können.
Das Programm ist Shareware und erlaubt in der Grundversion nur maximal drei zu steuernde Tische. Eine Lizenz (die das 3-Tische-Limit aufhebt) kostet 25$ und ist in meinen Augen jeden Dollar wert. MTH ermöglicht auch das 12-Tabling auf einem Monitor ohne große Probleme.
Statistikerfassung
Um einen Überblick über seine SNGs zu behalten, empfehle ich das Programm 'Tourney Manager'.
Tourney Manager liest die abgespeicherten HandHistorys ein, wertet sie aus und erstellt dir umfangreichende Statistiken über all deine gespielten SNGs. Auch eine grafische Auswertung ist möglich. Tourney Manager kannst du dir unter http://www.tourneymanager.net runterladen und für $40 erwerben.
ITM / In the Money
Der ITM-Wert beschreibt die Häufigkeit der Platzierung im Preisgeld. Logischerweise liegt der ITM-Durchschnittswert aller Spieler bei 30%. Ich weise schon an dieser Stelle darauf hin, dass es nicht das Ziel ist, sich im Preisgeld zu platzieren, sondern immer den Willen zu haben, den ersten Platz zu belegen und somit das SNG zu gewinnen. Wie genau das angegangen wird, werde ich im Taktikteil dieses Artikels weiter erläutern.
Bankrollmanagament
Auch hier kann man wieder nur die Standardantwort bringen: "Kommt drauf an...". Es kommt auch bei den besten Spielern vor, dass sie über einen kurzen Zeitraum 15 x in Folge OOM (Out of the Money) sind und demzufolge ein paar Buy-Ins verlieren. Es heißt, dass man 30 Buy-Ins für ein Level haben sollte, bei unter 20 Buy-Ins ein Level runtergehen sollte und dort solange spielt bis man die 30 Buy-Ins für das nächst höhere Level wieder erreicht hat.
Ich selber bin dort etwas konservativer und schlage eine Bankroll von MINDESTENS 75 Buy-Ins pro Level vor, sodass du nicht gezwungen bist, dauernd in den Level hin und herzuwechseln. Ausserdem gibt einem diese große Bankroll mehr Sicherheit, da du auch größere Downswings ohne Probleme abfangen kannst. Wer etwas risikofreudiger ist, kann natürlich an die 30-Buy-In-Regel halten. (Wichtig: Der Rake sollte bei den Buy-Ins immer mit einberechnet werden, wenn es um die Bankroll geht)
Strategie
Ich werde den Strategieteil in Early Level, Middle Level und Late Level unterteilen, jeweils gestaffelt nach den jeweiligen Blinds.
Allgemeines
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Der Standardraise first-in beträgt ca. 3 Big Blinds.
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Der Standardreraise beträgt ca. 3 mal dem Betrag des Raises vor einem.
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In den Early Levels kann aus dem SB jede Hand completed werden.
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Du brauchst deinen Bigblind nicht mit marginalen Karten zu verteidigen, wenn jemand raised.
Early Level: (20/40 - 30/60 Blinds)
In diesem Anfangslevel ist es wichtig, sehr tight zu spielen, aber auch Möglichkeiten zu erkennen, in denen man mit wenig Risiko seinen Stack verdoppeln oder einen signifikanten Teil zum Stack hinzufügen kann.
Gerade bei den ersten beiden Blindlevels ist es wichtig, dass du deine guten Karten protectest und nicht großartig versucht „tricky" zu spielen. Ich werde jetzt nicht auf jede einzelne Kartenkombination explizit eingehen, werde aber versuchen eine Linie vorzugeben, in denen ihr die Karten in bestimmten Situationen spielen könnt.
Offsuited Facecards
(JTo, QTo, QJo, KTo, KJo, ATo) sollten ohne Bedenken gefoldet werden, gerade in EP bis MP. Falls du in LP vielen Limpern gegenüberstehst, kannst du ruhig versuchen, mit KJo oder QJo einen günstigen Flop anzusehen, allerdings musst du auch hier aufpassen, da diese Hände viel zu häufig dominated sind. Falls mit diesen Karten evtl. nur 2nd Pair getroffen wird, ist es nicht Sinn der Sache, noch weiteres Geld in den Pot zu stecken.
Für Suited Facecards
(JTs QTs QJs KTs) gilt im Grunde dasselbe. Du willst mit diesen Karten nicht raisen, sondern billige Flops ansehen und darauf hoffen, ein Monster zu treffen.
In EP und EMP könnt ihr diese Karten grundsätzlich folden, da die Wahrscheinlichkeit zu groß ist, dass hinter euch noch geraised wird. Je weiter hinten eure Position ist und je mehr Limper vor euch waren, desto spielbarer sind diese Hände.
Ausnahmehände KQo + AJo gehören zu der Art von Händen, die eine gewisse Stärke haben, aber auch häufig genug dominiert sind. In EP solltest du diese Hände grundsätzlich folden, in MP 50/50 folden/limpen bzw. folden/first-in-raisen und in LP limpen/first-in-raisen.
KQs ist auch einer dieser Hände, der etwas mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Gerade das 'suited' gibt der Hand um einiges mehr an Value, was sie aber nicht davor beschützt, öfters dominiert zu sein. Im Grunde sollte die Hand nur gelimpt werden, in LP kannst du sie dann auch first-in-raisen.
Wichtig: Für alle diese Hände gilt, dass sie ausnahmslos gefoldet werden, wenn vor einem geraised wurde, dafür sind die Hände einfach zu schwach. (Ausnahmen gibt es natürlich trotzdem. Wenn jemand nur minraised und ihr eine Hand wie KQo im BB habt)
Um das noch einmal klar auszudrücken: Die von mir beschriebe Preflop-Spielweise in den ersten Levels ist absichtlich weak-tight, da es am Anfang nur das Ziel ist, zu überleben oder aber, wenn die Möglichkeit passt, zu verdoppeln.
Pocketpairs
(22-99) können sich zu Monstern entwickeln. Wenn du dein Set triffst, hast du mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit auch die beste Hand. Sets sind optimal, um ordentlich ausbezahlt zu werden und seinen Stack nach Möglichkeit zu verdoppeln. Du solltest auch mit diesen Händen versuchen, günstige Flops zu sehen. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass geraised wird, sollte 22-77 in EP gefolded werden. In LP coldcalle ich Raises mit kleinen PP's solange der Raise nicht größer ist als 1/10 meines Stacks.
Monster
(AA, KK, QQ) sind die Hände, die deinen Stack boosten können, dich aber auch einige große Pots kosten können, falls du es nicht schaffst, diese Hände rechtzeitig zu folden, falls die Postflop-Action darauf hindeutet, dass du geschlagen bist. Du musst diese Hände schützen und somit verhindern, dass dich jemand ausdrawed. Falls vor dir noch nicht geraised wurde, empfehle ich in den ersten beiden Levels auf 4 x BB zu raisen und pro Limper um einen BB zu erhöhen. Sind vor dir 2 Limper würdest du also beispielsweise im 10/15 Level auf 90 erhöhen. Bei PartyPoker gibt es genug Spieler, die es sich anscheinend zum Hobby gemacht haben, andere Leute auszuzahlen. Falls vor dir geraised wird, solltest du seinen Raise um 2.5-4x erhöhen, je nach Stärke deines Blattes.
Falls du eine Hand im ersten Blindlevel 10/15 spielen und raisen willst, solltest du auf mindestens 4 x BB erhöhen, wenn nicht sogar 5 x BB. Du willst deine Karten nach Möglichkeit gegen einen, maximal zwei Gegner spielen und darum ist es wichtig, dass du den Einstieg für die anderen Spieler so teuer wie möglich machst.
Lil' Monster
(JJ, TT) TT ist eine Ausnahmehand, mit der du variieren solltest und demnach zu etwa 75% raised und zu 25% limpst. Nach einem Raise und Reraise sind diese Hände eigentlich immer zu folden.
Schwere Entscheidungen stehen an, wenn du mit diesen Händen geraised hast und von einem anderen gereraised wirst. Macht ein Gegner einen Minimumraise, hast du so gut wie immer die Odds zu callen und auf ein Set zu spekulieren. Wird dein Raise verdrei- oder vierfacht, musst du abwägen, ob du vorne stehst oder deine Hand lieber wegwirfst und auf die nächste gute Möglichkeit wartest.
Gerade wenn du in EP, oder noch besser, in UTG geraised hast und jemand reraiset solltest du diesen Raise eher respektieren, als wenn du als Button openraised und der Big Blind dich reraised.
Big Broadway
(AKs / AKo / AQs / AQo) AKs und AKo solltest du wie AA spielen und raisen und reraisen. AQ ist so eine Hand, die einen zur Verzweiflung bringen kann. Ich openraise zwar immer mit dieser Hand, aber wenn jemand vor mir geraised hat, bin ich oft geneigt die Karten zu folden, da dies einer der Hände ist, gegen die du gegen einen Raise maximal in einer Coinflipsituation bist. Falls einer der Maniacs raised und du einen guten Read auf ihn hast, kannst du natürlich auch versuchen ihn mit einem Reraise zu isolieren. AQ ist definitiv eine Trouble-Hand, die oft kleine Pots gewinnt und große verliert.
Suited Connector
(45s - T9s) Wenn die Umstände stimmen, sind diese Hände gold wert. Voraussetzung ist, dass du in LP bist und mindestens 3 Spieler vor dir gelimpt haben. Wichtig ist, dass ihr mit diesen Händen hauptsächlich auf Straights, Flushs oder Trips spekuliert und ihr Hände wie Top Pair folden könnt. Mehr dazu im Postflopteil.
Blindsteals
Blindsteals sind in den ersten beiden Level nicht notwendig. Interessant wirds erst ab den 50/100 Blinds. Aber auch schon bei 25/50 könnt ihr mit einem großen Stack versuchen, bei guter Situation (alle folden, man selbst ist im CO oder auf dem Button) die Blinds zu attackieren. Dies kann dann auch mit marginalen Händen wie z.B. QTo, T9 usw. vollzogen werden.
Early Level Preflop - Zusammenfassung
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Tight is right
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Gehe mit deinem Stack vorsichtig um und verschwende keine Chips
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Du musst marginale Hände folden können
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Du musst deine guten Karten protecten
Middle Level : (50/100 - 100/200 Blinds)
In diesem Level wird es wichtig sich der Blinds anderer zu bemächtigen und dir eine gute Ausgangslage für die Bubblesituation zu schaffen. Je nach Stackgröße und Situation musst du die Gelegenheiten nutzen um deinen Stack zu vergrössern und andere Leute unter Druck zu setzen.
Folgende Übersicht habe ich erstellt um zu zeigen, wie man sich mit welchem Stack zu verhalten hat. Das ganze soll eine grobe Richtlinie sein, an der du dich orientieren kannst bzw. solltest. Sie beruht ausschließlich auf eigener Erfahrung.
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1-2 BB |
3 - 10BB |
10-15BB |
15-20BB |
20BB+ |
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Allin mit jedem Paar, Ax, Kx, any 2 suited, any 2 connected |
'Push or Fold' - Modus |
Abwarten, Blindsteals nur in PERFEKTEN Situationen |
Tight! wenn die Gelegenheit passt => Blindsteals |
Tight, Blindsteals sind nicht unbedingt notwendig |
Der „Push or Fold"- Modus bedeutet, dass du deine Hände entweder foldest oder direkt All-In gehst. Wann genau du welche Hände pushst wird durch das Thema ICM (Independent Chip Model) bestimmt, welches ich weiter unten im Text erklären werde.
Solltest du das Glück gehabt haben in den ersten Level verdoppelt zu haben, kannst du deinen großen Stack dazu ausnutzen, die Blinds unter Druck zu setzen. Wichtig ist, dass die Blindsteals nicht per Zufall gewählt werden, sondern dass du alle wichtigen Faktoren beachtest, die einen Blindsteal zu großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich machen.
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Deine Position: Der CO und der Button sind optimale Positionen um einen Blindsteal anzusetzen. Je weniger Gegner nach euch eine Aktion machen können, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand gute Karten hält.
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First-In: Vor euch darf niemand geraised oder gelimpt haben.
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Deine Stackgröße: Solltest du weniger als 9BB haben, qualifiziert sich das nicht für einen Blindsteal. Hier kommt der Push-or-Fold-Modus zum Einsatz. Ich empfehle mindestens 12-13BB.
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Stackgröße der Blinds: Sollten der SB oder der BB schon All-In sein oder nur noch 1-3BB übrig haben, hast du absolut keine Fold-Equity (FE). Shortstacked Gegner sind häufig verzweifelt und setzen eher ihr ganzen Stack aufs Spiel als Gegner, die noch 7-8 BB´s in Reserve haben. Auch möchtest du dich nicht zwingend mit anderen Bigstacks anlegen, da diese eher ihre Blinds verteidigen. Deine optimalen Opfer sind Gegner mit 5-15BB.
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Deine Hand: Im Grunde kannst du mit irgendwelchen Karten raisen, trotzdem bevorzuge ich mit Karten zu raisen, die einigermaßen Potential haben. Paare, Ax, Suited (Gap-)Connector oder zumindest King high.
Die Raisesize sollte man nicht von seinen Karten abhängig machen, da man sonst zu transparent spielt. Entweder man benutzt immer die gleiche Raisesize (z.B. 3x BB) oder variiert je nach Position zwischen 2.5x und 4x.
Late Level & Bubble (200-400 - 400/800 Blinds)
Hier haben die Spieler meist alle < 10BB und es heißt nur noch „Push or Fold". Wichtig ist zu wissen, welche All-In-Pushes und welche All-In-Calls profitabel (+EV) sind.Hier kommt das Independent Chip Model (ICM) zum Einsatz.
Dieses Modell an dieser Stelle zu erklären, würde den Umfang dieses Artikels sprengen. Hier aber der Link zu unserem ICM Artikel: ICM
Blind-Battles
Voraussetzungen:
- Es haben alle gefolded.
- Keiner der involvierten Blinds hat < 10BB.
Small Blind vs Big Blind
Unabhängig vom Blindlevel empfehle ich grundlegend eine generell tighte Spielweise im Small Bind, was natürlich nicht bedeutet, dass alle Hände außer AA/KK/QQ/JJ gefolded werden.
Marginale Hände können completed werden und die Trashhände können ohne Bedenken gefolded werden. Versucht bloß nicht kreativ / tricky zu werden und die schlechten Hände zu raisen, da ihr aufgrund der schlechten Position eine schlechte Ausgangslage habt und bei einem Call des Gegners zumindest ansatzweise eine spielbare Hand haben wollt.
Eure Raisingrange sollte wie folgt aussehen: 22+, A2s+, A7o+, KTs+, KJo+
Aufgrund der guten Pot Odds können marginale Karten einfach completed werden. Wichtig hierbei ist, dass du dem Gegner bei jedem Flop einen Continuationbet in Höhe von ca. 2/3 des Pots verpasst. Bei Widerstand empfehle ich den Pot direkt aufzugeben, solange du nicht selber improved hast oder einen guten Read auf den Gegner hast.
Completingrange: Any connector, Any two suited, A2o - A6o, K8o - KTo, Q9o+, J8o+, T7+, 97o
Je nach Gegner müssen die Raisingranges und Completeranges natürlich angepasst werden.
=> Je looser der BB, desto tighter die Raisingrange
=> Je tighter der BB, desto looser die Raisingrange
=> Je aggressiver der BB (Preflop), desto tighter die Callingrange
=> Je passiver der BB (Preflop), desto looser die Callingrange
Ohne Reads oder Stats empfehle ich es auf meinen vorgegebenen Ranges zu belassen.
Big Blind vs Small Blind
Als Big Blind solltest du gegen Raises generell tight spielen. Durch den Vorteil der Position kannst du natürlich looser spielen, als man es als Small Blind machen würde.
Folgendes bezieht sich auf die Standard 2-3x BB Raises:
Callingrange: 22+, ATo+, A5s+, KTo+, KTs+, QJ
Completed der SB, solltest du mit einer ganzen Reihe von Händen raisen und bei einem Call die standard Continuation-Bet machen. Mach dir Notizen über Gegner, die häufig mit Premiumhänden completen, um einen Raise zu provozieren und passe deine Raisingrange dementsprechend an.
In diesem Fall kommt es absolut nicht auf die Hand an, sondern darauf, wie der jeweilige Gegner eingeschätzt wird.
Headsup
Auch im Headsup wird ausnahmslos das ICM-Modell benutzt. Falls es zu einem frühen Headsup kommt, in dem die Blinds in Relation zu den Stacks niedrig sind empfehle ich folgende Punkte zu beachten:
- Aggressivität zahlt sich aus!
- Es ist grundsätzlich falsch, den SB zu folden
- Completed der SB zuviel, wird aus dem BB umso häufiger geraised
- Folded der BB zuviel, wird als SB umso häufiger geraised
- Completed man als SB und der BB checkt machst du so gut wie immer einen Continuation-Bet
- Wenn du Schwäche spürst, nutze sie eiskalt aus!
SNG Moves
Continuation-Bets
Continuation-Bets sind Bets, die auf dem Flop gemacht werden, nachdem man Preflop geraised hat und gecallt wurde. Continuation-Bets sollten etwa ½ - 2/3 des Pots betragen und nicht davon abhängig gemacht werden, ob man das Board getroffen hat oder nicht.
In Händen, in denen man nichts getroffen hat, sollte man Continuation-Bets, wenn möglich, in Headsup-, maximal aber in 3-Way Pots machen.
Gute Flops für Continuation Bets:
-
Nur kleine Karten
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Kleines Paar auf dem Flop
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Unkoordinierter Flop wie K83, J62, Q73 usw.
-
Jedes Board mit einem As und zwei weiteren kleinen Karten
Beispiel:
MP1 (t3000)
MP2 (t3000)
Hero (t4000)
Button (t3000)
SB (t4000)
BB (t3000)
Blinds: 50/100
Preflop: Hero is CO with K

2 folds, Hero raises to 300, 2 folds, BB calls.
Flop: (t650) J


BB checks, Hero bets 375, BB folds
Hero wins 650.
Sollte man eine Art von Draw getroffen haben, kann man sich auch überlegen, den Flop zu checken, um sich die Freecard zu verschaffen und bei weiteren Anzeichen von Schwäche (z.B. ein weiterer Turncheck) einen verzögerten Continuation-Bet einsetzen. (egal, ob man seinen Draw trifft oder nicht)
Stop & Go
Preflop callen und bei jedem Flop All-in gehen.
Voraussetzungen:
1. Du bist im Big Blind
2. Du bist shortstacked
3. Jemand (außer der SB) raised Preflop
4. Niemand außer euch beiden ist in der Hand involviert
5. Du denkst, dass du keine Fold Equity mehr hast, wenn du Preflop direkt Allin gehst
6. Deine Hand ist nicht so stark, dass du unbedingt einen Showdown willst.
Beispiel:
MP2 (t6000)
CO (t4000)
Button (t3000)
SB (t4000)
Hero (t3000)
Blinds: 300/600
Preflop: Hero is BB with 5

MP2 folds, CO raises to 1500, 2 folds, Hero calls
Flop: (t3300) K


Hero bets All-In (1500), CO folds
Blocking-Bets
Blocking Bets sind River Bets, die man benutzt, um sich selber mit marginalen Händen einen günstigen Showdown zu verschaffen. Blocking-Bets sollten die Größe von ca. ¼ - 1/6 des Pots betragen.
Voraussetzungen:
-
Der Pot ist Headsup
-
Du hast eine Hand, die Showdownvalue hat, aber kein großer Favorit ist zu gewinnen.
-
Du bist First-To-Act
Beispiel:
Hero (t4000)
MP2 (t6000)
CO (t4000)
Button (t3000)
SB (t4000)
BB (t3000)
Blinds 100/200
Preflop: Hero is MP1 with A

Hero raises to 500, 2 folds, CO raises to 800, 3 folds, Hero calls.
Flop: (t1900) 7


Hero checks, CO bets 300, Hero calls.
Turn: (t2500) 3
Hero checks, CO checks.
River: (t2500) J
Hero bets 500, CO calls.
Hero shows AJ for a Pair of Jacks
CO shows 66 for a Pair of Sixes.
Hero wins 3500.
Bei der Anwendung von Blockingbets wird geplant, gegen einen Raise zu folden.
Postflop
Um es kurz zu fassen: Postflop (speziell im Early Level) wird genau so gespielt wie NL Cashgame. Zu diesem Thema gibt es in der No-Limit Sektion hervorragende Artikel von anderen Autoren.
Generell empfehle ich sich aus marginalen Situationen herauszuhalten, die Pötte mit marginalen Händen OOP klein zu halten und die richtige Mischung zwischen Valuebets und Bluffinducing zu finden
Glossar
ROI - Return on Investment: Profit-Erwartungswert pro SNG
Sample Size: Anzahl von SNGs, die man gespielt hat.
limpen / limp: Preflop-Call, wenn vor einem noch niemand geraised hat
Openraise: Raisen, wenn vor einem alle gefoldet haben.
Openlimp: Limpen, wenn vor einem alle gefoldet haben.
OOP: Out of Position
ICM: Independent Chip Model
Literatur
Harrington on Hold'em Part I (Dan Harrington)
Harrington on Hold'em Part II (Dan Harrington)
Harrington on Hold'em Part III (Dan Harrington)
Tournament Poker for Advanced Players (David Slansky)
Software
SNG Power Tools - http://sitngo-analyzer.com/
Tourney Manager - http://www.tourneymanager.net
MultiTableHelper - http://www.multitablehelper.com

