Aktualisiert am 12 März 26 von

Wie spielst du ein Turnier?

Einleitung

In diesem Artikel

  • Ohne Bankrollmanagement läuft gar nichts.
  • Ein Turnier ist eine andere Form des Pokers.
  • Ein Turnier und deine Strategie durchlaufen drei Phasen.

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Du hörst das Klicken der Chips. Die Spannung am Tisch ist spürbar. Dein Blick wandert über die Karten und dann hinüber zum Gegner. Du bist an der Reihe. Was ist jetzt der beste Zug…

Ein Turnier bringt Spaß. Es bringt Action, Spannung und Abwechslung. Es bringt auch Gewinn für die, die wissen, wie es geht. Du siehst die Profis im Fernsehen und denkst dir: Wow, das möchte ich auch können! Das kannst du auch. Mit unserer Einsteigersektion für das Turnierspiel in einem Sit and Go kriegst du alles notwendige Wissen und die richtige Pokertaktik in die Hand, um dich erfolgreich und gut vorbereitet ins Turniergetümmel zu werfen.

Also wie kannst du SNG-Turniere gewinnen bzw. damit Geld machen? Im Grunde musst du dafür nur drei Dinge verstanden haben:

  • Was ist Bankrollmanagement?
  • Welche Karten spielst du vor dem Flop?
  • Welche Blätter spielst du nach dem Flop?

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Was ist Bankrollmanagement?

Dank des Aufkommens von Online-Pokerplattformen hat sich eine ganz neue Art von Pokerspielern herausgebildet, meist junge Menschen aus irgendeinem Ende der Welt, die wie aus dem Nichts kamen und sich innerhalb kurzer Zeit von den untersten Spiellimits nach ganz oben gearbeitet haben. Wofür andere früher ein halbes Leben brauchten, benötigten sie gerade einmal zwei oder drei Jahre.

Diese Karrieremöglichkeit, die das Online-Poker durch seine stetige Verfügbarkeit bietet, erfordert aber auch neue Qualitäten vom Spieler selbst. Willst du im Online-Poker vorankommen, musst du nicht nur ein guter Spieler sein, sondern auch ein guter Manager, dein eigener Manager.

Sieh dein Eintrittsgeld (Buy-in) für ein Turnier immer als Investition an, so als würdest du Aktien kaufen. Du kaufst sie doch nur, wenn sie eine gute Rendite versprechen und sich das Verlustrisiko überschauen lässt. Das erreichst du im Poker, indem du ein Bankrollmanagement anwendest.

Es sagt dir, wie viel du von deinem Pokergeld für ein Turnier investieren solltest, um ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen deinem Wunsch...

  • ... bei Gewinnen möglichst weit voranzukommen und viel Geld zu holen.
  • ... bei Verlusten nicht zu weit zurückzufallen und zu große Anteile deines Pokergeldes zu verlieren.

Deine Bankroll ist dein Kapital, das du geschickt investieren musst, um voranzukommen. Du willst viel gewinnen, wenn du gewinnst, aber von Verlusten nicht schwer getroffen werden. Das erreichst du, wenn du die 2-Prozent-Regel einhältst.

Gib nie mehr als 2% deines Pokerkontos für ein Sit and Go aus (ohne Hausanteil / Rake).

2% erhältst du, wenn du deinen Kontostand durch 50 teilst. Klingt viel, aber du benötigst diesen Puffer.

Und was ist überhaupt der Hausanteil? Ein Turniereintritt besteht fast immer aus dem reinen Eintrittsgeld und einer Gebühr, die der Spieleanbieter für sich behält, Rake oder Entry Fee genannt. Ist der Eintritt für ein Turnier mit $1+$0.15 angegeben, dann wandern $1 direkt ins Preisgeld und $0.15 behält der Anbieter für sich. Die erste Zahl ist interessant für dein Bankrollmanagement. Spiel das Turnier nur, wenn du mindestens das 50-fache des Betrags besitzt, in diesem Fall $50.

Welche Karten spielst du?

Stell dir ein Sit and Go als Schachspiel vor. Es durchläuft drei Phasen, die Eröffnung, das Mittelspiel und schließlich das Endspiel. Im Eröffnungsspiel setzt du den gegnerischen König nicht Schachmatt. Vielmehr bereitest du erst einmal das Mittelspiel vor und in dem bringst du deine verbleibenden Figuren so in Stellung, dass du im Endspiel auf Schachmatt spielen kannst.

Ein Sit and Go durchläuft ebenfalls drei Phasen. Diese orientieren sich daran, wie hoch die Blinds bzw. die Chipstände im Verhältnis dazu sind. Je höher die Blinds steigen, desto mehr verändert sich deine Strategie. 

Die drei Phasen eines Sit and Goes

Die frühe Phase (Du hast mehr als 24 Big Blinds)

Sind die Blinds noch klein, bist du in Phase 1 deiner Strategie, in der du keine unnötigen Risiken eingehst und geduldig auf gute Karten warten kannst. Geduld ist hier die oberste Tugend.

Die mittlere Phase (Du hast 14 bis 24 Big Blinds)

Wenn die Blinds ansteigen und schon einen größeren Teil deines Chipstapels ausmachen, geht deine Strategie in Phase 2 über. Du wirst aggressiver und nimmst auch besondere Spielzüge in deine Strategie auf.

Die späte Phase (Du hast weniger als 14 Big Blinds)

Sind die Blinds so hoch, dass sie deinem Chipstapel ordentlich weh tun, dann kommst du in die wichtigste und eigentliche Spielphase, die Push-or-Fold-Phase, in der du vor dem Flop entweder All-In gehst oder aussteigst.

Deine Strategie in den ersten beiden Phasen ist nur darauf ausgerichtet, dich bis in die späte Phase zu bringen. Dort beginnt überhaupt erst das eigentliche Spiel.

  • Das eigentliche Spiel beginnt in der späten Phase des Turniers.
  • Dein ganzes Spiel vorher ist darauf ausgerichtet, bis zur späten Phase zu überleben.

Das ist ein krasser Unterschied z.B. zu Pokerspielen um Geld. In Turnieren kommt noch eine weitere strategische Ebene hinzu, indem du dich in der frühen und mittleren Phase nur für das Endspiel taktisch positionierst. Wie das genau funktioniert und welche Karten dich wirklich zu welchem Zeitpunkt im Turnier voranbringen, erfährst du im nächsten Artikel:

Gehe hier zum nächsten Artikel: Wie spielst du vor dem Flop?

Zusammenfassung

Bei der Lektüre dieses Artikels ist dir vor allen Dingen eines aufgefallen: Beim Poker kommt es nicht nur darauf an, ein guter Spieler zu sein. In der Tat könntest du der beste Spieler der Welt sein und dennoch kläglich scheitern, wenn du kein gutes Bankrollmanagement fährst.

Erfolg kommt nicht über Nacht, ist nicht wie ein Lottogewinn auf einmal da. Du musst ihn planen. Wie du heute mit deinem Pokergeld umgehst, entscheidet darüber, wo du morgen spielst. Setzt du heute alles auf eine Karte, ist die Chance groß, dass du dich morgen allenfalls noch an einem Spielgeldtisch einkaufen kannst.

Die zweite Seite deiner Pokerkarriere macht deine Spielfertigkeit selbst aus. Je besser du vorbereitet bist, je besser deine Pokertaktik und je größer dein Vorsprung gegenüber deinen Mitspielern, desto größer sind deine Gewinne und desto schneller ist dein Aufstieg in den Limits.

Der zweite Artikel dieser Serie befasst sich mit dem Spiel vor dem Flop. Du erfährst, mit welchen Karten es sich wann lohnt, ins Spiel einzusteigen.

Gehe hier zum nächsten Artikel: Wie spielst du vor dem Flop?