Stats (1) - Grundlagen
Einleitung
In diesem Artikel
- Wie Stats dir bei deinem Spiel helfen können
- Welche Probleme du beachten musst
- Die unterschiedlichen Stufen von Stats und ihr Aufbau
In jeder Handbewertung, in jeder Überlegung und auf jeder Street spielen Stats eine sehr große Rolle. Es ist für dich demnach wichtig zu wissen, was Stats über einen Spieler in der Hand sagen und was nicht.
Was sind Stats?
Singular: Der Stat (als Synonym für „Der Wert“)
Stats bezeichnen alle statistischen Werte von deinen Gegnern, die du in einer Pokerdatenbank mit Hilfe von Pokersoftware wie Holdem Manager 2 oder Pokertracker 4 sammelst.
Als statistische Mittelwerte haben Stats nur eine eingeschränkte Aussagekraft über eine spezielle Situation, dennoch entscheiden sie oft darüber, wie du in eben dieser konkreten Situation reagierst.
Die mit diesem Teil startende Serie zu den Stats wird sich genau mit diesen Faktoren und den Zusammenhängen beschäftigen. Du lernst also, welche Stats aufeinander aufbauen und wie dir das Interpretieren von Stats in bestimmten Situationen für deine Entscheidungen im Spiel helfen wird.
In dieser Serie erfährst du über die Grundlagen des Pyramidenprinzips und wie die einzelnen Stats aufeinander aufbauen. Später gehen wir spezifisch auf das Interpretieren und die Zusammenhänge der einzelnen Stats sowie den Einfluss der Samplesize ein. Ausserdem erfährst du welche Rolle Stats für dein Meta-Game spielen.
Du nutzt Stats, um die Range des Gegners in einer bestimmten Situation eingrenzen zu können und daraus abzuleiten, wie die Equity deiner Hand beziehungsweise deiner Range dazu steht. Darüber hinaus helfen dir Stats dabei, einen Eindruck über den Typus und die Spielweise deiner Gegner zu bekommen.
Stats sind nur statistische Mittelwerte, diese Tatsache musst du dir vor Augen führen. Stats zeigen also, wie ein Gegner im Durchschnitt auf eine gewisse Situation reagiert, wie oft er also zum Beispiel preflop raist oder callt.
Stats sagen dir also eine Tendenz voraus. Da aber noch andere Faktoren auf jede Entscheidung von Villain Einfluss nehmen, können isoliert betrachtete Stats dich zu Fehlentscheidungen verleiten, wenn du andere Informationen übersiehst oder nicht berücksichtigst.
Stats können dir also nicht als alleinige Grundlage für dein Spiel dienen. Du musst sie im Gesamtkontext einer Situation interpretieren und kannst dich keinesfalls blind auf ihren numerischen Wert verlassen.
Wenn du einen Stat betrachtest, dann kombinierst du zwei Dinge: Du nimmst den numerischen Wert des Stats und leitest eine entsprechende gegnerische Range davon ab.
Grundsätzlich jedoch sagen dir Stats erst einmal nichts über die Stärke von Villains Range, auch wenn das nach einem Widerspruch klingen mag.
Wenn du also zum Beispiel von einem Gegner einen 3-bet-Wert von 5% hast, dann sagt das lediglich, dass du von diesem Spieler bei 5% seiner gespielten Hände eine 3-bet gesehen hast. Sonst nichts.
Ein solcher Stat alleine lässt also erstmal keine weiteren Rückschlüsse auf Villains Range zu, sondern beschreibt lediglich die Häufigkeit einer bestimmten Reaktion/Situation. Diesen überaus wichtigen Punkt musst du unbedingt verinnerlichen.
Stats zeigen konkret die Häufigkeit einer Aktion oder Reaktion. Stats zeigen nicht direkt die Stärke einer Range.
Jede Situation im Poker - bei Villain wie auch bei dir - ist abhängig von einer Vielzahl an Faktoren. Dazu zählen Spielweise, emotionale Situation, Reads, History, andere Spieler in der Hand, Tischdynamik, Position, Image, Limit und vieles mehr. Da all diese Faktoren in jeder Hand voneinander abweichen können, wird zwangsläufig auch die Reaktion eines Villains entsprechend beeinflusst.
Du siehst hier also schon, dass die Entscheidung einer Aktion oder Reaktion in einer bestimmten Situation von weitaus mehr abhängt, als nur von den erhaltenen Holecards. So spielst du, und so spielen auch deine Gegner.
Stats an sich haben die Eigenschaft, diese Reaktion nur isoliert statistisch wiederzugeben ohne die jeweils in dieser Situation auftretenden Faktoren, wie das Meta-Game, zu berücksichtigen. Auch diesen Punkt musst du verinnerlichen.
Ein Beispiel dafür ist der Continuationbet-Flop-Wert. Du siehst bei diesem Wert die Wahrscheinlichkeit für eine Continuationbet von Villain als Preflopaggressor. Natürlich wird Villain nicht jedes Board von jeder Position gegen jede Anzahl von Gegnern contibetten. Er wird also abhängig von seiner "perceived Strength", der Anzahl der Gegner in der Hand, der Stats oder Reads auf seine Gegner und anderer Überlegungen die Entscheidung variieren, ob er contibettet oder eben nicht.
Ob nun Villain oft eine für ihn gute Situation am Flop trifft, weißt du natürlich nicht, wenn du diesen Wert isoliert betrachtest. Der Wert gibt also keinesfalls die Umstände wieder, die Villain zu seinen einzelnen Contibet-Entscheidungen geführt haben, die wiederum die Basis für den statistischen Wert darstellen, den du siehst.
Entsprechend darfst du bei einem solchen Stat nicht davon ausgehen, dass Villain jedes Board aus jeder Situation gegen jegliche Anzahl Gegner mit der gleichen vom Stat angegebenen Wahrscheinlichkeit contibetten wird. Du musst also zur Betrachtung des Stats an sich auch alle anderen Faktoren mit einfließen lassen.
Optimalerweise betrachtest du also den Stat im Gesamtkontext einer bestimmten Situation und passt seine Aussagekraft entsprechend an. Du interpretierst also einen Stat. Das Konzept des Interpretierens eines Stats ist ein weiterer wichtiger Grundsatz, der im zweiten Teil intensiver behandelt wird.
Villain hat einen Contibet-Flop-Wert von 70%. Trifft Villain in Position gegen einen Preflopcaller einen Flop wie AQ7 rainbow, so wird er hier sicher mit mehr als 70% Wahrscheinlichkeit eine Contibet spielen. Trifft Villain aber gegen mehrere Gegner out of Position einen Flop wie 865 two tone, so wird er weitaus seltener als in 70% eine Contibet spielen.
Der Stat angepasst in Bezug auf eine Situation hilft dir also bei deiner Entscheidung für den weiteren Verlauf der Hand. Es ist wichtig zu verstehen, dass du nach diesem Prinzip jeden Stat konkret an eine Situation anpassen - also interpretieren - musst.
Rufe dir noch einmal das Beispiel mit 5% 3-Bet von oben ins Gedächtnis. Du gehst sicher automatisch davon aus, dass Villain mit den besten 5% seiner Range eine 3-Bet spielt. Diese Annahme ist jedoch an sich falsch. Das liegt daran, dass Poker ein Spiel mit unvollständigen Informationen ist, denn du siehst ja oft nicht die Holecards von Villain.
Wie du schon weißt, gibt der 3-Bet-Wert nur die Anzahl des Auftretens dieser Aktion wieder, nicht jedoch konkret die Stärke von Villains Range, mit der er eine 3-Bet spielt.
Du weißt also in diesem Fall lediglich, dass Villain 5% seiner Hände preflop 3-bettet, aber das müssen nicht zwangsläufig die besten 5% sein. Vielleicht neigt Villain zu Slowplay mit KK+? Oder er 3-bettet AK nie, da „er ja eh nicht hittet“? Oder er kennt das Konzept der lighten 3-Bets? Oder er will selbst mit Crap einen bestimmten Spielertyp isolieren oder preflop die Hand gegen bestimmte Gegner über Foldequity gewinnen?
Villain kann also die Entscheidung ob er 3-bettet auch von anderen Faktoren abhängig machen, die mit den konkreten Holecards nichts zu tun haben. Genau das tust du ja auch. Du kannst also davon ausgehen, dass andere Spieler nach den gleichen Grundsätzen pokern.
Du siehst also, dass du von Stats manchmal Rückschlüsse ziehst, die einfach im Stat selbst nicht enthalten sind.
Wichtig im Umgang mit Stats ist auch die Unterscheidung zwischen der Größe einer Range, also der Anzahl an Handcombos, und der Stärke einer Range, also der Anzahl an Handcombos, die je nach Action und Board stark sind. Eine kleine Range ist nicht automatisch auch eine starke Range und eine große Range ist nicht automatisch auch eine schwache Range.
Der überhaupt häufigste Fehler bei Stats an sich: Man verlässt sich blind auf einen numerischen Wert, ohne die dahinterstehende Samplesize zu berücksichtigen. Das wird umso wilder, je seltener ein Stat ist. Besonders im Zusammenspiel mit dem „Top-Range-Syndrom“ neigen viele Spieler daher oft zu haarsträubenden Fehleinschätzungen über Villains Range.
Dies ist ein paradoxer Fehler, da Pokerspieler gemeinhin wenn es um ihre eigenen Stats geht, eine Samplesize von vielen tausend Händen zu Grunde legen, aber selbst dann noch "konkrete" Aussagen über Villains Range treffen, wenn sie nur wenige Hände Samplesize zur Verfügung haben. Dies ist ein großes Leak.
Stats und ihre Stufen
Um Stats und ihre Zusammenhänge besser verstehen zu können, werden sie hier anhand eines Pyramidenprinzips vorgestellt. Dabei gelten folgende Annahmen:
- Je höher die Stufe eines Stats, desto seltener ist die Situation, die er ausdrückt. Selten auftretende Stats stehen also an der Spitze.
- Je höher die Stufe eines Stats, desto größer muss die Samplesize sein, damit der Stat sinnvoll interpretiert werden kann.
- Stats einer höheren Stufe bauen direkt oder indirekt auf Stats der unteren Stufe(n) auf.
Dem Stufen-Prinzip liegt zugrunde, dass einige Stats logischerweise nur dann eintreten können, wenn vorhergehende Stats schon erfasst worden sind.
Als Beispiel: Eine Flop-Continuationbet kann nur dann erfasst werden, wenn Villain preflop geraist hat und der Preflopaggressor ist. Daher baut die Contibet auf dem Preflopraise unmittelbar auf.
Stats werden im Pyramidensystem mit der römischen Ziffer ihrer Stufe genannt. Beispiel: I OR oder II 3b.
Nicht alle Stats passen auf genau eine Ebene der Pyramide, sondern beschreiben entweder einen allgemeinen Spielstil oder verteilen sich auf die Stufen.
Der AF gibt das Verhältnis aggressiver Spielzüge (bet/raise) zu passiven (call) wieder. Die Formel dazu ist meist relativ simpel: (Bets + Raises / Calls). Ein AF von 1.0 sagt also aus, dass ein Spieler in etwa gleich viel bettet und raist wie er callt. Bei einem AF kleiner 1 überwiegt die passive Spielweise und bei einem AF größer 1 überwiegt die aggressive Spielweise.
Der Went-to-Showdown Stat zeigt dir an, mit wie viel Prozent der Hände Villain zum Showdown geht, mit denen er am Flop steht. Der Stat ist aggressionsneutral, er unterscheidet also nicht, ob Villain selber bettet, downcallt oder einen Checkbehind wählt. Entsprechend muss er je nach Action und AF speziell interpretiert werden.
Der vielleicht wichtigste und am meisten missachtete Wert überhaupt. Die Samplesize ist die Anzahl an Holecards, die Villain erhalten hat. Es ist dabei unerheblich, ob Villain die Hand spielt oder preflop foldet.
Hast du von einem 15/10 Villain eine Samplesize von 100 Händen, so heißt das genau, dass dieser Villain 100 Starthände erhalten hat, von denen er mit 15 Geld in den Pot investiert hat. Mit 10 Händen hat er selbst geraist und mit 5 Händen hat er ein Raise preflop gecallt oder ist den Zwangseinsatz mitgegangen. Du siehst hier schon, wie wenig 100 Hände also zum Beispiel über Villains Callingrange wirklich aussagen.
Die Samplesize ist also entscheidend für deine Stats, denn nur an ihr kannst du abschätzen, wie repräsentativ ein bestimmter Wert ist. Je höher die Stat-Stufe, desto wichtiger wird dieser Wert. Es gilt immer: Je mehr Hände du hast, desto besser kannst du Stats interpretieren. Wie alles im Poker unterliegt auch die Holecard-Verteilung einer Varianz und wird umso präziser, je mehr gespielte Hände du in deiner Datenbank hast.
Die erste Stufe hat die Eigenschaft, dass die jeweiligen Stats die ersten möglichen Reaktionen des Gegners aufzeigen und somit nicht direkt auf andere Stats aufbauen. Grundsätzlich sollte man mindestens 100 Hands für eine tendenzielle Einschätzung haben.
Der VPIP ist der Basiswert schlechthin. Er sagt aus, mit wie viel Prozent seiner Starthände Villain bereit ist, Geld in den Pot zu investieren. Darunter fällt limpen, raisen oder callen. Das Autoposten der Blinds wird hierbei nicht berücksichtigt. Der Wert beeinflusst sehr viele andere Werte und dient als Grundlage, um Villains Range für sein Postflopspiel einschätzen zu können.
Der VPIP enthält auch den PFR als Wert, da natürlich ein Raise ebenfalls freiwillig investiertes Geld in den Pot darstellt.
Der PFR sagt aus, mit wieviel Prozent seiner Starthände Villain preflop bereit ist zu raisen. Dieser Wert enthält das Openraisen, also jeglichen ersten Einsatz, der kein Limp ist, wie auch alle anderen denkbaren Preflopraises (3-Bet, 4-Bet). Er ist ein starker Indikator für die Preflopaggressivität.
Die Callingrange ist kein eigener Stat an sich, kann aber sehr leicht ermittelt werden. Diese Range gibt dir an, mit wie viel % seiner Hände Villain einen Einsatz preflop callt und berechnet sich recht schnell aus dem VPIP minus den PFR.
Der Attempt-to-Steal-Wert ist der erste spezielle Preflop-Stat. Dieser Wert gibt dir an, mit wie viel Prozent seiner Starthände ein Villain aus Late Position (CO, BU, SB) openraist. Es ist bei den meisten guten Spielern normal, dass dieser Wert über dem Gesamt-PFR liegt, da die Openraise-Häufigkeit umso größer wird, je später der Spieler agieren muss und desto weniger Spieler nach ihm noch an der Reihe sind.
Der Fold-to-Steal-Wert bezieht sich darauf, wie oft ein Spieler seine Blinds gegen einen Steal nicht defendet, sondern foldet. Dabei wird dies entsprechend nur dann gezählt, wenn Villain in den Blinds mit einem Openraise aus Late Position konfrontiert wird. Seine Reaktion aus den Blinds - beispielsweise auf ein UTG-Openraise - ist für den Fold to Steal-Wert nicht relevant.
Die zweite Stufe hat die Eigenschaft, auf Stats der ersten Stufe aufzubauen. Daher solltest du beim Interpretieren dieser Stats auch die entsprechende erste Stufe beachten.
Da Stats der zweiten Stufe seltener erfasst werden, ist eine deutlich höhere Samplesize nötig. Du solltest mehr als 500 Hände für aussagekräftige Tendenzen eines Villains haben.
Die 3-Bet ist der erste Stat der zweiten Stufe. Er baut also auf eine vorausgegangene Aktion der ersten Stufe auf, nämlich auf das Openraise.
Eine 3-Bet ist also immer eine Reaktion und kann daher nur dann erfolgen, wenn vor dem Villain jemand geraist hat. Entsprechend seltener tritt diese Situation auf und eine entsprechend größere Samplesize benötigst du für aussagekräftige Interpretationen.
- Zusammenhang: I OR anyone – II 3B Villain
Der Fold to 3-Bet / Call 3-Bet-Stat wird jeweils stark von der Dynamik des Limits beeinflusst. Je aggressiver preflop gespielt wird, desto häufiger kommt Villain in die Situation, mit einer 3-Bet konfrontiert zu werden und umso häufiger muss er eine Entscheidung treffen. Auf passiven Limits brauchst du daher in der Regel eine höhere Samplesize als auf aggressiveren Limits.
- Zusammenhang: I OR Villain – II 3B anyone – II Fold/Call Villain
Der Cbet-Stat gibt dir prozentual an, wie oft Villain als Preflopagressor eine Continuationbet am Flop setzt. Auch dieser Wert ist relativ auf die Floprange bezogen und basiert somit auf den Stat der ersten Stufe I PFR.
- Zusammenhang: I PFR Villain – I Call anyone – II Cbet Villain
Der Fold-to-Continuationbet-Stat ist die Reaktion Villains auf eine Continuationbet. Wenn also Villain preflop callt und am Flop mit einer Bet des PFA konfrontiert wird.
- Zusammenhang: I OR anyone – I Call Villain – II Cbet PFA – II Fold Villain
Eine Donkbet ist eine Bet Villains am Flop out of Position zum Preflopaggressor (PFA). Der entsprechende Stat sagt aus, mit welcher Frequenz Villain am Flop donkt. Gilt ebenfalls für reraised Pots.
- Zusammenhang: I OR anyone – I Call Villain – II Donkbet Villain am Flop
Die dritte Stufe beinhaltet Stats, die aufgrund ihrer Abhängigkeit vorausgehender Stufen noch seltener auftreten und im Poker nur einen kleinen Teil der gespielten Hände betreffen. Mehr als 1000 Hände Samplesize solltest du von Villain haben, um halbwegs sichere Tendenzen abschätzen zu können. Bei nahezu jedem Stat der dritten Stufe gibt es hier jedoch keine Obergrenze. Weiterhin musst du besonders diese Stats sehr genau interpretieren, also auch Stats der unteren Stufen berücksichtigen, wie auch die aktuelle Spielsituation mit einfließen lassen.
Dieser Stat gibt dir an, mit welcher Frequenz Villain am Flop die Continuationbet des PFA raist. Dabei zählt sowohl das Checkraise, als auch das Raise in Position. Der Wert gilt auch gleichermaßen für reraised Pots. Der Raise-Contibet-Stat ist bei sehr aggressiven Villains schon nach einigen hundert Händen aussagekräftig.
- Zusammenhang: I OR PFA – I Call Villain – II Cbet PFA – III Raise Cbet Villain
Eine 4-Bet ist eine Reaktion in Form einer Erhöhung auf eine vorausgegangene II 3-Bet. In der Regel stellt eine 4-Bet einen starken Spielzug dar. Generell kann man annehmen: Je niedriger das Limit und je passiver ein Gegner, desto stärker ist die 4-Bet zu bewerten.
Da eine 4-Bet nur dann gespielt werden kann, wenn ein I OR und eine II 3-Bet vorausgegangen sind, tritt diese Situation entsprechend selten ein. Je passiver ein Limit preflop gespielt wird, desto seltener wird ein Villain Gelegenheit zu einer 4-Bet erhalten. Der Stat ist also abhängig von der Dynamik eines Limits.
- Zusammenhang: I OR anyone – II 3-Bet anyone – III 4b Villain
Als Float bezeichnet man generell die Übernahme der Initiative vom PFA. Dabei wird lediglich die Häufigkeit einer solchen Aktion angezeigt. Rückschlüsse auf die Handstärke und Range lassen sich nur im Zusammenhang mit anderen Stats ziehen. Ein Float wird häufig am Turn eingesetzt.
- Zusammenhang: (Turn) I OR anyone – I Call Villain – II Cbet Flop PFA
– Call Villain – III Bet/Raise Villain nach check/bet PFA
Die Second Barrel ist eine Weiterführung der Flop-Continuationbet am Turn.
- Zusammenhang: I OR Villain – I Call anyone – II Cbet Flop Villain – II Call anyone – III Turn Cbet Villain
Stats der vierten Stufe treten generell sehr selten auf, da sie eine längere Kette an Aktionen der unteren Stufen voraussetzen. Du solltest in der Regel weit über 1000 Hände haben, um ausreichend sichere Tendenzen dieser Stats abschätzen zu können.
Eine Third Barrel ist die Fortsetzung der Second Barrel im River. Eine Third Barrel kann demnach nur dann gesetzt werden, wenn der PFA sowohl Flop, als auch Turn gebettet hat.
- Zusammenhang: I OR Villain – I Call anyone – II Cbet Flop Villain – II Call anyone – III Cbet Turn Villain – III Call anyone – IV Cbet River Villain
Bei diesen Stats handelt sich um weitere Reaktionen Villains auf eine vorausgegangene III 4-Bet. Abhängig der Stacksize kann Villain callen oder shippen (oder folden).
- Zusammenhang: I OR anyone – II 3bet anyone – III 4bet anyone - IV f4b / c4b / ship Villain
Abhängig von der Stacksize wird Villain als Reaktion auf eine 4-Bet direkt shippen, 5-betten oder folden.
- Zusammenhang: I OR anyone – II 3b Villain – III 4b anyone – IV 5b/ Ship / Fold
Zusammenfassung
In diesem Teil hast du gelernt, was Stats überhaupt sind und welche Aussagekraft sie über das Spiel deiner Gegner haben. Darüber hinaus hast du einen Einblick in die grundlegenden Stats bekommen und ihren pyramidenartigen Aufbau verstehen gelernt.
Im nächsten Teil wirst du dein Verständnis von Stats vertiefen und lernen, wie du Stats interpretierst und wie du richtig mit der Samplesize umgehst.
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