Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Spielanalyse (1)

Einleitung

In diesem Artikel

  • Warum eine Spielanalyse wichtig ist
  • Welche Arten der Spielanalyse es gibt
  • Wie du dein Spiel analysieren kannst

Du hast wahrscheinlich schon einige Hände anhand der von PokerStrategy.com zur Verfügung gestellten Strategien gespielt und damit hoffentlich Gewinn erwirtschaftet und vielleicht sogar den ersten Limitaufstieg hinter dich gebracht. Nun wäre es an der Zeit, auch im Spielverständnis aufzusteigen.

Um ein erfolgreicher Pokerspieler zu werden ist es nämlich nötig, permanent am eigenen Spiel zu arbeiten. Unter diesem Ausdruck finden sich Schlagworte wie „gegnerspezifisches Spiel“, „Ranges“, „Equity“ und viele mehr, du wirst schon einige davon gehört oder gelesen haben. Ein Teilaspekt, der bisher nicht ganz so ausführlich beleuchtet wurde, ist die sogenannte Spielanalyse.

Das soll nicht heißen, dass dieser Aspekt bei PokerStrategy.com nicht wichtig wäre oder nicht angeboten wird. Vielleicht hast du sogar schon eigene Erfahrungen mit der Analysetätigkeit gesammelt, z.B. indem du die Handbewertungsforen aktiv genutzt hast.

Genau diese Tätigkeiten sind Inhalt dieses Artikels. Er soll damit nicht die Handbewertungsforen irrelevant machen, sondern dir aufzeigen, mit welchen einfachen Mitteln du bereits im Vorfeld selbst erste einfache Analysen durchführen und im besten Fall aus deinen Fehlern lernen kannst.

Arten der Spielanalyse

Alle Analysearten stützen sich auf Daten in Trackingsoftware, wie z.B. dem PokerStrategy.com-Elephant. Ohne diese Tools wirst du wahrscheinlich größere Probleme bekommen. Wer kann und will denn schon tausende Hände aufgrund von Handhistory-Daten durchsuchen?

Grob lassen sich zwei Arten der Analyse unterscheiden:

  • Sessionanalyse
  • Langzeit-Analyse
Sessionanalyse

Wann

Wie der Name schon sagt, sollte die Sessionanalyse nach jeder gespielten Session erfolgen. Das klingt vielleicht im ersten Moment total abschreckend. Aber wenn du die Sache richtig angehst, hält sich der Aufwand dafür in Grenzen.

Wozu

Die Sessionanalyse eignet sich hervorragend, um frühzeitig Fehler im eigenen Spiel zu erkennen. Diese Früherkennung ist deshalb so wichtig, weil Fehler dazu neigen, sich unbewusst zu manifestieren. Du kannst dir sicher vorstellen, wie es sich auswirkt, eine Hand immer und immer wieder falsch zu spielen.

Ziel der Analyse ist also die Fehlerfindung. Sozusagen als Nebenprodukt fallen dabei auch unklare Hände an, welche du dann jederzeit im entsprechenden Handbewertungsforum posten kannst. Genaueres dazu folgt weiter unten.

Wie

Die schnellste Art der Sessionanalyse ist die „Biggest Winner/Biggest Loser“-Methode. Hierfür sortierst du einfach die Sessiondaten nach den Händen, mit welchen du den größten Gewinn bzw. Verlust gemacht hast.

Ja richtig gelesen, auch die Gewinner-Hände sollten beachtet werden. Auch hier können sich Fehler einschleichen, der Ausgang einer Hand sagt meist nichts über fehlerfreies Spiel aus. Du kannst theoretisch auch mit A7o preflop All-In gehen und gewinnen. Ob dieser Spielzug allerdings richtig und optimal ist, mag in den meisten Fällen bezweifelt werden. Auf der anderen Seite können Verlust-Hände natürlich auch optimal gespielt und trotzdem verloren worden sein.

Im PokerStrategy.com-Elephant erreichst du das auf folgendem Weg:

  • Markiere in der Übersicht die zu analysierende Session.
  • Klicke in der oberen Buttonleiste auf „Hände“.
  • Klicke einmal auf das „$“-Symbol, um die Hände nach Gewinn aufsteigend zu sortieren.
  • Klicke nochmal auf das „$“-Symbol, um absteigend zu sortieren (die Verluste werden nach oben gereiht).

Wenn du ein anderes Trackingprogramm benutzt, musst du die Schritte entsprechend anpassen, indem du z.B. einen Sessionreport aufrufst oder Filter setzt. Genauere Infos zu den einzelnen Programmen und wie du deine Sessionhände anzeigen lassen kannst findest du in den entsprechenden Anleitungen und Foren zu den Programmen.

Der Umfang der Analyse richtet sich ganz nach deinen Vorstellungen und der Dauer der Session. Bei einigen hundert Händen reichen vielleicht die ersten fünf Gewinner und Verlierer, bei größeren Sessions solltest du die Analyse ein wenig weiter ausdehnen. Du wirst allerdings schnell merken, dass der Aufwand eine Hand zu analysieren, mit steigender Erfahrung immer geringer wird.

Die gesamte Analysetätigkeit kann für einen groben Überblick jedenfalls in 10-15 Minuten abgeschlossen werden.

Was ist zu beachten

Du weißt nun also, welche Hände einen genaueren Blick verdienen. Auf was solltest du hierbei achten?

Wichtig ist, jede Street auszuwerten und alle zur Verfügung stehenden Infos zu nutzen.

  • Welche Starthand hältst du? Entspricht deine Aktion dem Starting Hands Chart? Wenn Nein: Warum bist du abgewichen?
  • Wie schätzt du deine Gegenspieler ein? Hast du bereits Reads (Notes, Stats), die deine Entscheidung beeinflussen könnten?
  • Welche Hände könnten deine Gegenspieler so spielen, wie sie es taten (Stichwort „Ranges“)?
  • Wie sieht das Board aus? Hast du etwas Spielbares getroffen? Lohnt sich ein Bluffversuch?
  • Wiederum: Welche Hände könnten deine Gegenspieler jetzt noch halten? Womit macht die Spielweise Sinn?
  • Welche Begründung kannst du für deine eigene Spielweise vorlegen?

Bei knappen oder ungenauen Entscheidungen lohnt sich hier auf jeden Fall eine Detailanalyse (siehe unten) und/oder ein Blick ins Handbewertungsforum.

BEISPIEL 1:

NL10 (BSS)

Stacks & Stats
UTG+1 ($3.75)
UTG+2 ($5.00)
MP1 ($18.11)
MP2 ($10.00)
MP3 ($9.99)
Hero ($10.40)
BU ($6.76) (19/3/100/1.5/67/13) (VPIP/PFR/Fold2Steal/AF/Fold2Contibet/WtSD)
SB ($3.50) (3/3/100) (VPIP/PFR/Fold2Steal)
BB ($11.12) (5/0/95) (VPIP/PFR/Fold2Steal)

Preflop: Hero is CO with Ah2h
5 folds, Hero raises to $0.30, BU calls, 2 folds

Flop: Ks4s9s
Hero bets $0.50, BU calls

Wie lässt sich diese Hand nun am Besten analysieren?

Dafür sind auf jeder Street zwei Schritte unbedingt erforderlich:

  • Überdenken der Entscheidung
  • Alternative Lines betrachten

Du befindest dich hier in einer klassischen Blindsteal-Situation. A2s wird gemäß Starting Hands Chart regulär erhöht.

Beim ersten Schritt sollten deine Gedanken hauptsächlich den Gegnern und dem erhofften Erfolg gelten. Oder einfacher ausgedrückt: Ist es eine gute Idee, hier einen Stealversuch zu starten?

Die Spieler in den Blinds wirken sehr tight, werden also relativ viele Hände kampflos aufgeben. Sollte doch entgegen aller Erwartungen Gegenwehr geleistet werden, weißt du wenigstens, dass du dir mit A2s nicht mehr viel erhoffen brauchst.

Der Button könnte schon eher Grund zur Sorge liefern. Mit seinen semi-loose/passiven Werten kannst du hier nicht genau sagen, was er nun tun wird. Aber du siehst, dass er in 67% der Fälle auf die Continuationbet aufgibt und überhaupt nur 13% seiner Hände bis zum Showdown bringen wird.

Daraus könntest du folgenden Plan ableiten:

Du versuchst den Blindsteal. Sollte der Button mitgehen, setzt du am Flop die Continuationbet. Wenn er bis dahin nicht aufgegeben hat, ist die Hand für dich gelaufen.

Hier ist auch genau der Zeitpunkt, an dem du alternative Lines durchdenken solltest. Welche Spielzüge würden hier noch in Frage kommen?

Fold: Funktioniert natürlich immer, aber gegen diese Gegner sollte schon ein gewisses Risiko eingegangen werden. Einfach aufgeben? Nein danke.

Call: 10 Cent zu bezahlen wäre natürlich auch noch eine Alternative. Problem dabei: Der Big Blind bekommt einen kostenlosen Flop, der Button wird höchstwahrscheinlich auch an der Hand beteiligt sein. Ein multiway Pot ist mit deiner Hand aber alles andere als schön spielbar.

Selbst wenn du ein Paar triffst, hast du entweder den denkbar schlechtesten Kicker oder das denkbar schlechteste Paar. Eine wirklich gute Hand ergibt sich nur aus dem getroffenen Flush. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber viel zu gering, um dafür 10 Cent zu bezahlen.

Somit könntest du die Raise-Entscheidung als vertretbar akzeptieren.

Am Flop bewertest du wieder zuerst die Situation und die Entscheidung. Du hältst selbst keine spielbare Hand und hast einen verbleibenden Gegner. Auch hier gilt der erste Blick mal der Bewertung der durchgeführten Aktion. Du hast dich hier für eine Continuationbet entschieden. War diese Entscheidung richtig?

Bei einem Einsatz von $0.50 und einem Pot von $0.75 müssen wir die Hand in etwa 40% der Fälle gewinnen, damit wir das Ganze zumindest ohne Verlust überstehen. Der Gegenspieler gibt in 67% auf die Continuation Bet auf. Das sollte auf jeden Fall ausreichen. Und selbst wenn der Einsatz gehalten wird, haben wir noch eine theoretische Gewinnchance – sie ist zwar klein, aber immerhin vorhanden.

Einen weiteren Gedanken widmen wir der Frage, ob auch der Button das Board verfehlt haben könnte. Womit ist er deine Erhöhung mitgegangen? Macht er das nur mit Premiumhänden wie JJ+, AK oder auch mal mit etwas weniger starken Händen? Und wie sieht es aus seiner Sicht überhaupt aus? Kauft er dir eine gute Hand ab oder ist jeder Versuch zum Scheitern verurteilt?

Fragen über Fragen und es gibt keine Standardantwort oder fixe Regeln. Die Gegnereinschätzung bleibt immer dir überlassen.

Und welche Alternativen kommen in Frage? Einfach so aufzugeben kannst du auch hier wieder ausschließen. Das ist keine Option, die eines guten Pokerspielers würdig ist.

Bleibt noch, selbst zu checken. Diese Variante hat natürlich auch ihren Reiz, weil sie dich kein zusätzliches Geld kostet. Der Nachteil dabei ist, dass du damit auch keine weiteren Informationen bekommst. Du weißt nicht, wo du stehst, hast eigentlich keine Möglichkeit, dich gegen einen gegnerischen Einsatz zu wehren und verpasst hier den Punkt, an dem du den anderen Spieler vielleicht zur Aufgabe bewegen könntest.

Fazit zur Sessionanalyse:

Diese Analysemethode erfordert einen geringen Zeitaufwand und sollte nach jeder Session durchgeführt werden. Die Analyse ist hilfreich, um eventuell aufgetretene Fehlentscheidungen und falsch gespielte Hände ausfindig zu machen.

Du solltest in jeder Setzrunde…

  • …die Situation neu bewerten.
  • …deine Aktion auf Plausibilität prüfen (macht es Sinn, so zu spielen oder hätte eine andere Aktion mehr Gewinn bzw. weniger Verlust versprochen?).
  • …alternative Aktionen durchdenken, um auf Fehler und „liegengelassenes Geld“ aufmerksam zu werden.

Versuche die Sessionanalyse möglichst als fixen Bestandteil deines täglichen Pokerlebens zu integrieren.

Handkategorien

Wann

Die Handkategorie-Analyse kannst du jederzeit durchführen.

Wozu

Diese Analysemethode dient dazu, dir eventuell bereits manifestierte Fehler aufzuzeigen. Sie ist leider erst ab einer gewissen Datenmenge sinnvoll nutzbar. Irgendwie logisch, immerhin brauchst du ja genügend Fälle je Handkategorie, um aussagekräftige Informationen ablesen zu können.

Wie

Bei der Kategorieanalyse liegt der Hauptaugenmerk auf statistischen Abweichungen. Nehmen wir z.B. die Kategorie AA. Der Hausverstand sagt dir, dass diese Starthand gegen eine beliebige andere Hand relativ oft gewinnen sollte. Wenn deine Datenmenge (oder auch „Samplesize“) groß genug ist und du z.B. feststellst, dass du mit AA nur in 10% der Fälle gewonnen hast, läuft irgendetwas falsch. Auch hier lohnt sich dann wieder ein genauerer Blick auf die einzelnen Hände der Kategorie.

Die Handkategorie-Analyse ist eher etwas für Statistikfanatiker und soll hier nur der Vollständigkeit wegen angeführt sein. Aufgrund der benötigten Datenmenge ist sie für den Normalgebrauch nur sehr bedingt praktikabel. Deshalb bleibt dir auch eine genaue Erklärung der Vorgehensweise erspart.

Graph & Stats

Wann

Hier scheiden sich die Geister. Manche Spieler begutachten nach jeder Session den Graphen und die eigenen Stats, andere wiederum werfen nur alle paar Wochen mal einen Blick darauf.

Wozu

Die Analyse mit Graphen und Stats soll dir einen Überblick über deinen Werdegang verschaffen und dich auf eventuelle Unregelmäßigkeiten hinweisen.

Wie

Beim Graphen ist die Sache schnell erklärt: Anklicken, angucken, freuen oder verzweifeln. Ganz so einfach solltest du es dir natürlich nicht machen. Ein Graph beinhaltet weit mehr als eine Gewinn- und Verlustkurve. Er kann dich auch auf Fehler und Problemzonen aufmerksam machen sowie Informationen darüber liefern, ob du dich eventuell gerade in einem Up- bzw. Downswing befindest.

Jedes Trackingtool benutzt eine eigene Darstellungsform für den Graphen. Beim PokerStrategy.com-Elephant siehst du zum Beispiel in der derzeit aktuellen Version die Gewinnkurve in Dollar bzw. Big Blinds. Diese Kurven sind nett anzusehen und verschaffen dir einen Überblick über deine finanzielle Situation.

Andere Tools beinhalten noch weitere Kurven, die sehr aufschlussreich sein können und dir nützliche Informationen über eventuell vorhandene Leaks liefern.

Sieh dir z.B. diesen Graphen an:


Die wichtigsten Daten verbergen sich in drei Kurven: dem All-In-EV-Wert, dem Showdown- und den Non-Showdown-Winnings.

Was wollen uns diese Kurven nun sagen?

Der All-In-EV zeigt (wie der Name schon erwarten lässt) den EV-Wert zu dem Zeitpunkt, an welchem du All-In gegangen bist bzw. deinen Gegenspieler All-In gesetzt hast. Der EV-Wert entspricht der Equity (Gewinnwahrscheinlichkeit) deiner Hand gegen die gegnerische Hand. Bei einem EV-Wert von 50% würdest du also statistisch gesehen jedes zweite Mal mit deiner Hand gewinnen.

Die EV-Kurve nutzt zur Berechnung eben genau diese Wahrscheinlichkeitswerte und ist aus diesem Grund relativ varianzbefreit. Sie zeigt dir also an, was du statistisch gewonnen hättest, wenn du die entsprechende Hand unendlich oft gespielt hättest.

Ob diese Kurve aussagekräftig ist oder nicht, hängt von der gespielten Variante ab. Bei der Shortstackstrategie z.B. gibt es unheimlich oft eine All-In-Situation, deshalb ist hier die EV-Kurve meist glaubwürdiger als die tatsächliche Gewinnkurve – eben weil sie varianzärmer ist und die statistischen Gewinne anzeigt.

Bei Fixed Limit sollte es – ein passendes Bankroll-Management und zeitgerechtes Nachkaufen vorausgesetzt – so gut wie nie zu einem All-In kommen. Bei dieser Variante weicht die EV-Kurve dann auch nur selten von der tatsächlichen Gewinnkurve ab. Die beiden anderen Kurven (im Bild rot und blau) erzählen dir etwas über die Hände mit (Showdown-Winnings, blau) und ohne Showdown (Non-Showdown-Winnings).

Im Beispielgraphen sieht man z.B. recht deutlich, dass die Showdown-Winnings zwar ordentlich steigen, die Non-Showdown Winnings allerdings genauso steil nach unten zeigen. Daraus lässt sich schließen, dass der Spieler höchstwahrscheinlich nur mit Top-Händen bis zum Showdown kommt und diese entsprechend oft gewinnt. Er lässt sich allerdings auch häufig schon vor dem Showdown aus der Hand drängen, weshalb die Non-Showdown-Winnings in den Keller gehen.

Das wäre zum Beispiel ein Ansatzpunkt, um bei der Sessionanalyse mal genau darauf zu achten, was bei Händen passiert, die nicht bis zum Showdown gehen. Irgendwo scheint sich hier ein Leak eingeschlichen zu haben, das abgedichtet werden will.

Du siehst also, ein Graph ist weit mehr als eine bunte Ansammlung von Linien, man kann ihn durchaus auch analytisch betrachten und zur Weiterentwicklung des eigenen Spiels und zur Fehlersuche nutzen.

Die Statsanalyse ist auch nicht viel schwieriger. Wenn Du den PokerStrategy.com-Elephant benutzt, hast du bereits ein einfaches und komfortables Tool zur Statsanalyse griffbereit.

Die allmächtige Übersicht verbirgt sich hinter dem etwas irreführenden Menüpunkt „Einsteiger“ in der oberen Menüleiste. Hier bekommst du eine grafisch aufbereitete Ausgabe deiner durchschnittlichen Werte und wo in etwa sie sich auf der Skill-Skala befinden. Du musst also nicht selbst in Erfahrung bringen, welche Werte z.B. einem TAG entsprechen, sondern kannst auf einen Blick erkennen, ob du dich im entsprechenden Rahmen befindest.

Solltest Du ein anderes Trackingtool benutzen, bleibt es dir leider nicht erspart, erst einmal die gängigen Richtwerte für die von dir gespielte Variante herauszufinden. Einen kleinen Anhaltspunkt liefern hier die Stats-Artikel der entsprechenden Strategiesektionen. Danach kannst du deine Werte mit den Durchschnittswerten vergleichen.

Solltest du große Abweichungen nach unten oder oben feststellen, liefert das einen Anhaltspunkt, wo sich noch Fehler im Spiel verbergen könnten.

Detailanalyse

Wann

Laufend; je nach Bedarf.

Wozu

Die Detailanalyse hilft dir, bei unklaren Händen vielleicht etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Hierzu ist ein weiteres Zusatztool nötig, welches PokerStrategy.com dir kostenlos zur Verfügung stellt: Das Equilab.

Wie der Name schon sagt, dient es dazu, Equitywerte zu berechnen. Das sind jene Wahrscheinlichkeitswerte, mit denen du deine Hand gegen eine gewisse gegnerische Range gewinnen wirst.

Hier versteckt sich auch die größte Gefahr. Da du die gegnerische Range selbst wählen kannst, kannst du dir damit im Prinzip jede Hand schönrechnen. Triff also am besten möglichst realistische Annahmen über die Hände deiner Gegenspieler auf jeder Street.

Wie

Wichtig ist die Detailanalyse vor allem bei knappen oder unklaren Entscheidungen. Ein kleines Beispiel:

BEISPIEL 2:

NL 0.05/0.10

UTG+1: 8/5
Hero: TsTh

Preflop: Hero raise $0.50, UTG+1 3bet $1.50, Hero ???

Während der Session hattest du in dieser Hand 15-30 Sekunden Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. In der Analyse gibt es keine zeitliche Begrenzung, Du kannst alle Varianten durchrechnen.

Angenommen du bist den Einsatz mitgegangen. Du erhältst Pot Odds von 2:1. Somit würdest du hier eine Equity von 33% benötigen (du gewinnst in einem von drei Fällen). Mit den zur Verfügung stehenden Informationen kannst du nun ans Werk gehen. Du weißt bisher, dass UTG+1 mit 5% seiner Hände erhöht. Diesen Wert kannst du einmal als Ausgangspunkt für seine Range annehmen. Nun entfernst du die deiner Meinung nach unwürdigen Hände für die 3-Bet. UTG+1 wird ja gegen deine Erhöhung in den meisten Fällen nicht mehr seine komplette Range weiterspielen.

Wenn du die Equity berechnest, wirst du sehen, dass es sich je nach angenommener Range nur knapp bis überhaupt nicht ausgeht, auf die 33% zu kommen. Somit hättest du hier besser aussteigen sollen.

Zusammenfassung

Du hast nun einen Überblick über verschiedene Analysemethoden erhalten und bist in der Lage, dein eigenes Spiel relativ einfach und unkompliziert zu analysieren und von den Ergebnissen zu profitieren.

Sollten dennoch Unklarheiten bestehen, stehen dir die Handbewertungsforen von PokerStrategy.com zur Verfügung. Um ein möglichst gutes Ergebnis zu bekommen, sind genau jene Daten erforderlich, welche du auch selbst für die Analyse heranziehen würdest, also gegnerische Stats, angenommene Ranges, sonstige Reads usw.