How to avoid major Mistakes Teil 1
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How to avoid major Mistakes #1
von firsttsunami
Im Poker ist es zweifelsohne sehr wichtig und unerlässlich, dass man sich einer intensiven und lang andauernden Ausbildung unterzieht. Man muss sein Wissen aus Artikeln, durch das Posten von Beispielhänden, durch selbständiges Analysieren und durch den Austausch mit anderen Spielern erwerben.
Neben der aktiven Auseinandersetzung mit der Theorie spielt die Erfahrung als wichtiger Erfolgsgarant eine gleichbedeutende und tragende Rolle. Erst durch die vermehrte Anwendung der theoretischen Konzepte kommen diese wirklich nach einiger Zeit in ihrer Vollständigkeit am Online-Pokertisch zum Tragen.
Wenn man noch nicht alle wichtigen Konzepte verinnerlicht hat (evtl. weil man nicht den nötigen Status hat, um auf alle PokerStrategy.com-Artikel zugreifen zu können) und es einem auch noch an Erfahrung mangelt, was als Einsteiger, der noch nicht lange spielt, auch völlig normal ist, können kostspielige Fehler entstehen (Leaks).
Manche Konzepte sind auch alles andere als trivial und man mißversteht diese und wendet sie deswegen falsch an. Um diesen Fehlern und Mißverständnissen Einhalt zu gebieten, werden in dieser Kolumne typische Situationen, in denen oft Fehler gemacht werden, aufgezeigt und diese anhand von plausiblen Erklärungen richtig gestellt.
Ein sehr zahlreich auftretender Fehler ist, dass in völlig unangebrachten Situationen ein Slowplay gemacht wird. Wir reden hier von Situationen, in denen du out of Position bist, das Board womöglich auch noch viele Draws bietet und du bei 3 oder mehreren Gegenspielern eine starke Hand gefloppt hast. Hier ist oft zu beobachten, dass am Flop nicht geraist, sondern bloß gecallt wird.
2.00/4.00 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is BB with 6
MP2 folds, MP3 raises, CO calls, BU calls, SB folds, Hero calls.
Flop: (8.50 SB) J


Hero checks, MP3 bets, CO calls, BU calls, Hero calls.
Turn: (6.25 BB) 4
Hero checks, MP3 bets, CO calls, BU folds, Hero raises.
Final Pot: 10.25 BB
Es ist in dieser Situation ein eklatanter Fehler, den Flop nur zu callen und nicht zu raisen. Es ist hier fraglich, ob ein Checkraise die richtige Line ist. Eine Donkbet eignet sich hier auch, aber angenommen, du gehst das Risiko ein und versuchst zu checkraisen.
Der passive Call rührt oft von der Angst her, dass die Gegner auf Aggression folden könnten und dass man deswegen lieber nicht raist, um die Gegenspieler nicht zu vertreiben. Natürlich ist es verständlich, dass man nicht möchte, dass die Gegenspieler aussteigen, genauso wie man lieber noch eine (Bluff-)Bet induzieren will.
Aber selbst wenn du am Flop passiv bleibst, werden die Gegner in 3- oder 4-handed Situationen selten weiteres Geld investieren, wenn sie gar nichts haben. Man hat in solchen Situationen selten etwas davon, wenn man am Flop passiv spielt.
Die Angst ist also unberechtigt und, nachdem man seine Hand in Abhängigkeit des Flops beurteilt und keinen guten Grund zum Folden gefunden hat, muss man sich fragen, ob es einen guten Grund gibt, zu raisen oder zu callen. Grundsätzlich ist es richtig, mit einem Equityvorteil zu raisen und soviele Bets wie möglich einzusammeln.
Board: Jh 9h 6d
Dead:
Equity Gewonnen UnentschiedenVerloren Hand
Hand 0: 71.309% 71.31% 00.00% 374171 11.50 { 6c6h }
Hand 1: 09.773% 09.41% 00.37% 49354 1927.83 { 66+, A6s+, Ah5h, Ah4h, K8s+, Q8s+, Q6s-Q5s, Qh4h, J8s+, J6s, T8s+, T6s, 98s, 87s, 76s, A6o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Hand 2: 10.152% 09.79% 00.36% 51364 1906.83 { 77+, A8s+, Ah5h, A4s-A2s, K9s+, K5s-K4s, Q8s+, Q6s, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, A9o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Hand 3: 08.766% 08.46% 00.31% 44393 1604.83 { 55+, A9s+, K9s+, Q9s+, J8s+, T9s, 98s, A8o+, KJo+, QJo }
Zu den Ranges: Hand 3 ist der MP mit einer ganz normalen Openraisingrange von der mittleren Position. Die anderen beiden Ranges sind die der Coldcaller-Fishe. Solche Gegner callen manchmal mit gar nichts am Flop, aber weitesgehend sind Hände in der Range enthalten, die ein Pair, einen Gutshot oder einen Flushdraw haben.
Du hast hier hier einen klaren Equityvorteil und mit einem Vorteil musst du immer so viele Bets wie möglich einsammeln. Das Problem ist aber:
Wenn du nur callst, gewinnst du maximal 1 SB von jedem Spieler. Wenn du aber raist, kannst du bereits 4 SB am Flop gewinnen. Wenn du raisen und sogar cappen kannst, ist es möglich, bis zu 12 SB am Flop einsammeln.
Es geht im Poker darum, seinen Equityedge maximal auszunutzen, Outs, die dich noch überholen können, zum Folden zu bringen und das so früh wie möglich.
Um einmal zu zeigen, dass Protection durch eine aggressive Spielweise wichtig ist, betrachten wir folgendes Beispiel.
Mal angenommen, der BU hält 77. Wäre es dir da lieber, wenn er eine Zusatz-SB am Flop zahlt oder wenn er am Flop aufgibt?
Board: Jh 9h 6d
Dead:
equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 69.851% 69.85% 00.00% 1279050 0.00 { 66 }
Hand 1: 10.666% 10.36% 00.31% 189684 5631.67 { 66+, A6s+, Ah5h, Ah4h, K8s+, Q8s+, Q6s-Q5s, Qh4h, J8s+, J6s, T8s+, T6s, 98s, 87s, 76s, A6o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Hand 2: 10.943% 10.67% 00.27% 195423 4959.67 { 77+, A8s+, Ah5h, A4s-A2s, K9s+, K5s-K4s, Q8s+, Q6s, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, A9o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Hand 3: 08.540% 08.47% 00.07% 155099 1283.67 { 7c7d }
Du hast 70% EQ am Flop. Dein Zusatzgewinn, wenn alle 3 Gegner dein Raise zahlen, wäre:
Zusatzgewinn bei Raise = EQ * Gewinn - (1-EQ) * Kosten
Macht also 70% * 3 SB - 30% * 1 SB = 1.8 SB.
Wenn der BU dagegen foldet, steigt deine EQ:
Board: Jh 9h 6d
Dead:
equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 78.157% 78.16% 00.01% 7908620 699.00 { 66 }
Hand 1: 10.726% 10.48% 00.25% 1060417 25069.00 { 66+, A6s+, Ah5h, Ah4h, K8s+, Q8s+, Q6s-Q5s, Qh4h, J8s+, J6s, T8s+, T6s, 98s, 87s, 76s, A6o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Hand 2: 11.117% 10.87% 00.24% 1100345 24650.00 { 77+, A8s+, Ah5h, A4s-A2s, K9s+, K5s-K4s, Q8s+, Q6s, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, A9o+, K9o+, Q9o+, J9o+, T9o }
Deine EQ hat sich nur um 8% Prozent erhöht. Fast die gesamte EQ des BU ist auf dich übergegangen. Dieser Aspekt wird auch im Protection-Artikel angesprochen.
Wenn jemand foldet, dann profitiert die derzeit beste Hand am meisten und oftmals geht die gesamte EQ auf die beste Hand über. Der BU würde, wenn er auf dein Raise foldet, dies bei Pot Odds von ca. 15:1 tun. Wenn du deine EQ in einem 15 SB Pot um 8% steigerst, ist das 1.2 SB wert.
Dein Gesamtgewinn ist damit: 78% * 2 SB - 22% * 1SB + 1.2 SB = 2.54 SB.
Wenn jemand seine Equity aufgibt, verlierst du zwar auf der einen Seite Value, weil er deine Valuebets nicht mehr zahlt, auf der anderen Seite erhöht sich aber deine Equity und bei einem großen Pot ist selbst eine Erhöhung der EQ um wenige Prozent viel wert.
Dein Gewinn ist also wesentlich höher, wenn ein Gegner eine Hand mit Outs foldet, selbst wenn die Hand nur wenige Outs hätte. Würde gar ein Gutshot folden, so wäre das noch besser für dich. Du profitierst sogar davon, wenn nur ein Backdoordraw, wie das A
Fazit: Bei mehreren Gegenspielern mit einer starken Hand auf einem Flop, wo viele Draws wie Straight- oder Flushdraws möglich sind, muss man aggressiv spielen und es ist nicht schlecht, sondern sehr gut, wenn die Gegner ihre Equity durch einen Fold aufgeben!
Ein weiterer Fehler ist die Verwechslung von der Equity und dem Konzept Odds & Outs.
Preflop: Hero is BB with A
MP3 calls, CO folds, BU raises, SB folds, Hero 3-bets, MP3 folds, BU caps, Hero calls.
Flop: (9.50 SB) 6


Hero checks, BU bets, Hero ?
Annahme: Du kennst den BU als eher tighten und reasonablen Gegner und gibst ihm die Capping-Range: TT+, AQs+, AK.
Board: Ks 9c 6s
Dead:
equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 90.318% 90.13% 00.19% 29445 62.00 { TT+, AQs+, AKo }
Hand 1: 09.682% 09.49% 00.19% 3101 62.00 { AdJd }
Du hast 9.7% EQ und bekommen Pot Odds von 10.5:1. Manch einer denkt nun, dass ihm daher eine Equity von 1/11.5 = 8.7% reichen würde, um den Flop profitabel callen zu können.
Das Problem ist allerdings, dass du am Flop nicht All-In bist. Man kann nicht von der einen zur anderen Straße denken (Flop zu Turn) und dafür eine Zahl als Grundlage benutzen, die Turn und River miteinbezieht, aber auf der anderen Seite nur die Kosten berechnen, die entstehen, um nur die Karte auf der nächsten Straße zu sehen.
Wenn dann muss man in logischer Konsequenz auch die Kosten miteinrechnen, die am Turn und River noch entstehen.
Was folgt, wenn wir das Zusatzinvestment auf Turn und River einbeziehen?
Angenommen der Gegner contibettet den Turn und spielt den River intelligent, dann musst du, falls behind, 2.5 BB bis zum Showdown zahlen. Du gewinnst 1.5 BB + den Pot, falls du vorne liegst.
Dieser Ansatz ist auch Grundlage für den neusten Platinartikel Heads-up am Flop OOP: C/C Flop ohne Initiative - Mit Showdownvalue. Dort wird die folgende Formel abgeleitet:
EV(Calldown) > 0, wenn EQ > Verlust / (Gewinn + Verlust)
Im konkreten Beispiel bedeutet dies:
EV (Calldown) > 0, wenn EQ > 2.5 BB / [4.75 BB (Pot am Flop) + 1.5 BB (postflop Investment Villain) + 2.5 BB (Heros Kosten)] = 28.5%.
Da Hero auch ab und zu gute Folds machen wird, Villain manchmal bessere Hände am River behindchecken oder schlechtere bluffen wird, und Hero implied Odds bei Improvement hat, kann man mit der EQ noch um ca. 3% heruntergehen.
=> Ab 25% EQ kann man profitabel Calldown spielen. Heros Equity reicht also bei weitem nicht.
Wie sähe es bei folgender Hand aus?
Preflop: Hero is SB with Q
MP3 folds, CO folds, BU raises, Hero 3-bets, BB folds, BU caps, Hero calls.
Flop: (9.50 SB) 6


Hero checks, BU bets, Hero ?
Wieder gibst du dem BU eine eher tighte, reasonable Range von TT+, AQs+, AK. Manche Gegner werden etwas looser cappen und auch Deception-Caps mit einbauen, doch mal angenommen, du kennst den BU und schätzt dessen Range so ein.
Board: Ks 9c 6s
Dead:
equity win tie pots won pots tied
Hand 0: 79.377% 79.28% 00.10% 28256 34.00 { TT+, AQs+, AKo }
Hand 1: 20.623% 20.53% 00.10% 7316 34.00 { QhJh }
Hier hast du etwas mehr Equity, aber auch nur 20.6%. Manch einer könnte jetzt denken, dass Hero, da er für einen profitablen Calldown mindestens 25% Equity braucht, am Flop check/folden sollte. Doch das wäre verkehrt.
Hier hilft dir die Equity nicht weiter, weil du unimproved gar nicht zum Showdown willst. Du hast keinen Showdownvalue und deine Hoffnungen ruhen hauptsächlich auf dem Gutshot.
Wenn du am Turn unimproved bleibst, willst du gar keine weiteren Bets am Turn und River zahlen. Kannst du aber am Turn zur Straße improven, gewinnst du die Hand ziemlich sicher.
Du hast hier mindestens 4 Outs und kannst daher nach Odds & Outs profitabel callen, vor allem wenn du bedenkst, dass du auch noch gute implied Odds hat. Auch zu diesem Thema ist ein Artikel im Platinbereich erschienen: Heads-up am Flop OOP: C/C Flop ohne Initiative - Ohne Showdownvalue
Fazit: Die eigene Equity betrachtet man, wenn man Showdownvalue hat und sich fragt, ob man die Hand profitabel downcallen kann. Man muss also bereit sein, am Turn und River auch unimproved weitere Bets zu zahlen. Daher ist der Calldown vor allem mit reverse implied Odds behaftet. Deswegen benötigt man auch eine deutlich höhere EQ als es die Pot Odds am Flop suggerieren, weil man am Flop eben nicht All-In ist.
Im Gegensatz schaut man auf Odds&Outs, wenn man sich ziemlich sicher ist, nicht unimproved zu gewinnen, und plant aufzugeben, wenn man keines seiner Outs am Turn trifft. Dabei kann man auch implied Odds einbeziehen, sofern die Outs auch wirklich clean sind.
Die Tragweite und die logische Konsequenz von bestimmten Entscheidungen wird häufig nicht erkannt. Wenn du eine Entscheidung triffst, dann sind dadurch weitere Entscheidungen vorbestimmt (logische Konsequenzen). Wenn du jedoch eine Entscheidung triffst und dich dann gegen die logische Konsequenz entscheidest, dann machst du einen Fehler. Zwei Beispielsituationen sollen diesen Sachverhalt veranschaulichen und Abhilfe schaffen.
Voraussetzung: Der Gegner ist dir unbekannt.
Hand 1:
2.00/4.00 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is BU with 5
3 folds, Hero raises, SB folds, BB calls.
Flop: (4.50 SB) J


BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.
Turn: (4.25 BB) 6
BB bets, Hero folds.
Final Pot: 5.25 BB
Hier hast du 55 am Button geraist. Der BB defendet und du wirst auf einem J94 rainbow Board gecheckraist. In diesem Beispiel callst du den Flop und foldest den Turn. Das ist unlogisch.
Du musst dir der Tragweite deines Flopcalls bewusst werden. Du kannst keine Entscheidung isoliert betrachten. Du hast ein Pair, womit du manchmal noch die beste Hand hast. Es gibt zwei Gründe, die ein Flopcall haben kann:
- a) Du callst auf deine Outs und foldest den Turn unimproved.
- b) Du callst den Flop, weil du eine Hand hältst, die auch unimproved genug Equity hat, um den Showdown zu sehen - Equitycall(-down).
Wenn b) ausfällt, dann bleibt natürlich nur noch a) übrig. In dieser Situation hast du nur 2 Outs, um zum Set zu improven. Der Pot gibt dir aber nur 1:7 und bei 1:7 bräuchtest du 6 Outs, um callen zu können. Auf deine Outs zu callen, geben deine Hand und der Pot nicht her.
Wenn du den Flop also callst, ist die logische Konsequenz, dass du bei einem guten Turn und einem guten River den Showdown siehst. Ein guter Turn bzw. River bedeutet, dass Karten kommen, die keinen potenziellen Draw (QT, T8 KT) vervollständigen, den der Gegner halten könnte. Call Flop, fold Turn ist also unlogisch und deswegen falsch.
Hand 2:
2.00/4.00 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is BU with A
3 folds, Hero raises, SB folds, BB calls.
Flop: (4.50 SB) 8


BB checks, Hero bets, BB calls.
Turn: (3.25 BB) J
BB bets, Hero calls.
River: (5.25 BB) 2
BB bets, Hero folds.
Final Pot: 6.25 BB
Hier eine ähnliche Situation. Du raist mit AT 
Diese hast du hier nicht. Du hast discounted 3-4 Outs und müsstest demnach folden. Du hast hier aber Ace high und eine Hand mit Showdownvalue. Du könntest noch gegen einige Draws vorne liegen.
a) fällt also wieder aus und b) kommt somit zum Tragen. Du callst den Turn nur, weil du Showdownvalue hast und der Gegner viele Draws donken könnte. In logischer Konsequenz musst du also einen River, der keinen Draw ankommen lässt, auch callen. Wenn du den River bei einer Blank foldest, hättest du auch gleich den Turn folden können.
Diese Situationen haben als Grundlage, dass der Gegner unknown ist. Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Die Ausnahme bedeutet im Umkehrschluss zu unknown, dass du einen Read auf den Gegner hast und du somit unter Umständen weißt, dass er den River sehr selten als Bluff bettet. Nur dann ist die Line call Turn, fold River eine Möglichkeit.
2.00/4.00 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is SB with 8
4 folds, Hero raises, BB calls.
Flop: (4.00 SB) Q


Hero bets, BB calls.
Turn: (3.00 BB) 5
Hero checks, BB bets, Hero calls.
River: (5.00 BB) 7
Hero checks, BB bets, Hero folds.
Final Pot: 6.00 BB
Hier eine Ausnahmesituation. Du hast den Read, dass der Gegner ein TAG ist. Du hast am Turn auch nicht genügend Outs, um noch den River zu sehen, aber du hast mit einem Pair Showdownvalue, da dein Gegner auch nur einen Draw haben könnte.
Betten möchtest du nicht so gerne in der Situation, weil du keinen schlechten Fold machen und mit deinem Gutshot schon gerne den River sehen möchtest. Jedoch ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein TAG auf beiden Straßen mit einer Hand blufft. Häufig gibt er seinen Semibluff nach einem Check/call am Turn auf und du kannst den River daher nach einer Turn- und Riverbet folden. Er bettet dann sehr häufig ein Middlepair oder Toppair for Value, da Q, J, T auch sehr gut in seiner Range liegen.
Fazit: Entscheidungen können nie isoliert betrachten werden. Man muss sich der logischen Konsequenzen schon vor der Entscheidung (z.B. Call) bewusst sein, um wirklich nur vorwärts zu laufen und nicht einen Schritt vor und dann einen Schritt zurück, um letztendlich auf der Stelle zu treten. Das Ziel ist der Fortschritt und nicht die Stagnation.