Turnplay ohne Initiative: bet oder check behind?
Einleitung |
von Stane1985 |
In diesen Beispielhänden geht es darum, ob man den Turn betten sollte, wenn man sich IP ohne Initiative am Turn befindet und villain zu einem checkt, oder ob es sinnvoller ist, sich eine Freecard zu nehmen.
Hand 1
Villain: LAG (34/20/2,4/43)
Preflop: Hero is Button with J

UTG calls, 2 folds, Hero raises, 2 folds, UTG calls.
Flop: (5.50 SB) T


UTG checks, Hero bets, UTG raises, Hero calls.
Turn: (4.75 BB) 5
UTG checks, Hero bets, UTG raises, Hero calls.
River: (8.75 BB) J
UTG bets, Hero calls.
Final Pot: 10.75 BB
Preflop raisen wir standardmäßig unser AJo nach einem Limper und werden von ihm gecallt. Am Flop checkraist er uns nach unserer Continuationbet und wir müssen einmal callen. Wir haben einen Gutshot und mögliche Overcard Outs. Außerdem wollen wir nicht durch ständige Flop check/raises rausgeblufft werden.
Am Turn macht Villain hier einen komischen Move, indem er zu uns checkt. Die Bet von Hero ist schlecht
Der check könnte bedeuten:
- Er hat den Flop geblufft und will nun c/f spielen.
- Er hat Angst vor einem Raise, und möchte mit seiner mittelstarken Hand billig zum Showdown.
- Er hält ein starke Hand und plant, uns zu check/raisen.
Eine Bet bringt uns hier also nichts, da wir keine bessere Hand zum folden kriegen und sogar einen c/r riskieren. Mit einem checkbehind sehen wir billig die nächste Karte und inducen gleichzeitig eine (Bluff-) Bet oder einen call von einer schlechten Hand, wenn wir eines unserer Outs treffen.
Hand 2
SB (24/16/2,3/36) (1362h)
PartyPoker 1/2 Limit Hold'em (5 handed)
Preflop: Hero is BB with 7
3 folds, SB raises , Hero calls
Flop: (4 SB) 3


SB bets, Hero calls
Turn: (3 BB) 2
SB checks, Hero bets, SB folds
Preflop können wir mit 78s gegen einen TAG easy defenden. Wir treffen am Flop einen Flushdraw und entscheiden uns für die Standardline mit starken Draws - call flop, raise turn – zu spielen, da wir eine maximale Foldequity erzeugen wollen.
Am Turn checkt der TAG. Da das Board draws zulässt, würde ein Tag mit einer made hand erneut betten, um zu protecten und keine Freecards zuzulassen. Da wir mit unserem 8 high wohl keinen Showdown Value haben und viele bessere hände zum folden kriegen, sollten wir hier den Turn betten und uns nicht den checkbehind nehmen.
Fazit
In diesen schon etwas spezielleren Situationen am Turn ist das so genannte Handreading von großer Bedeutung. Es ist wichtig, dass ihr euch genau überlegt, welche Hand euer Gegner haben könnte und was er mit dem check bezwecken will. Glaubt ihr, bessere Hände zum folden bringen zu können, solltet ihr auf jeden Fall betten.
Mit etwas Showdown Value und einem Draw ist es jedoch meistens besser, sich die Freecard zu nehmen, um zu drawen und ggf. Bluffs zu inducen.