Spielen von Middlepairs am Flop
Einleitung |
von schiep |
Viele haben häufig noch Probleme, wenn man eine Hand wie QQ hält, vor dem Flop ordentlich erhöht und nun eine Überkarte am Flop erscheint. Wie man mit diesen Situationen umgeht, wird heute das Thema sein. Dazu gibt es zwei Hände und ein kleines Quiz, wo ihr euch selbst testen könnt.
Hand 1
Wie liest man eine Beispielhand?
Preflop: Hero is UTG+1 with Q
UTG raises, Hero 3-bets, 2 folds, MP2 calls, 3 folds, SB calls, BB calls, UTG calls.
Flop: (15.00 SB) K


SB checks, BB bets, UTG calls, Hero folds.
In dieser Hand halten wir QQ und erhöhen, nachdem ein Spieler aus früher Position erhöht hat; zwei weitere Gegner gehen die doppelte Erhöhung mit. Der Flop ist gar nicht schön; es erscheint ein König. Der Big Blind setzt, der Spieler in früher Position geht mit. Trotz des großen Pots müssen wir unsere Hand direkt aufgeben.
Das hat drei Gründe:
- Die Donkbet vom BB in zwei Spieler, die vor dem Flop erhöhten, zeigt enorme Stärke; oft hat er den König und in ein paar Fällen sogar ein 2-Paar oder ein Drilling.
- Auch unter der Annahme, dass der Big Blind nur eine unfertige Hand hat, sagen wir mal einen Flushdraw, könnten wir hinten liegen und zwar gegen den Spieler in früher Position, der die Bet mitgegangen ist, oder gegen den Small Blind (wir schließen die Wettrunde leider nicht ab).
- Und selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass wir tatsächlich noch vorne liegen, haben wir viele Outs gegen uns; jedes Karo und jedes Ass bedeutet wohl der sichere Verlust der Hand.
Hand 2
Wie liest man eine Beispielhand?
Wir wissen vom Small Blind: macht manchmal unvorhersehbare Züge
Preflop: Hero is CO with Q

UTG+1 raises, UTG+2 calls, 3 folds, Hero 3-bets, BU folds, SB calls, BB folds, UTG+1 calls, UTG+2 calls.
Flop: (13,00 SB) 5


SB bets, UTG+1 folds, UTG+2 calls, Hero calls.
Turn: (8,00 BB) 2
SB bets, UTG+2 folds, Hero calls.
River: (10,00 BB) 2
SB bets, Hero calls.
Final Pot: 12,00 BB
Auch hier halten wir QQ und erhöhen vor dem Flop, nachdem ein Spieler in früher Position erhöht hat und ein weiterer Spieler mitgegangen ist. Am Flop setzt wieder jemand (und zwar SB) und ein Spieler in früher Position geht mit, was nicht sonderlich erfreulich ist. Dennoch wäre hier ein Fold ein Fehler.
Die Gründe sind diesmal folgende:
- SB macht öfter mutige Züge, das heißt die Wahrscheinlichkeit, dass er mit unfertigen Händen oder sowas wie A5 setzt, ist relativ groß. Jedenfalls signalisiert der Einsatz nicht unbedingt Stärke. Wir könnten also noch vorne liegen.
- Der Pot ist groß und einen nachfolgenden Gegner gibt es nicht, wir schließen die Wettrunde ab.
Da Aussteigen nicht infrage kommt, bleibt die Frage, ob wir erhöhen oder besser nur mitgehen sollten. Eine Erhöhung hat zwar den Vorteil, dass wir unfertige Hände zahlen lassen, allerdings liegen wir ziemlich oft hinten; eine weitere Erhöhung wäre unschön. Protecten können wir unsere Hand ja auch nicht, da kein Gegner mit zwei Bets konfrontiert wird.
Am Turn müssen wir die Stärke unserer Hand neu evaluieren - der Pot allein ist zu klein, um mitzugehen. Daher ist unser Plan folgender: Wenn der Spieler in früher Position erneut mitgeht, steigen wir aus, da wir zu selten vorne liegen.
Wenn er stattdessen weglegt, spielen wir einfach passiv bis zum Showdown weiter - denn weil wir gegen ihn alleine spielen, liegen wir mit Sicherheit oft genug vorne.
Fazit
Wie ihr gesehen habt, hängen solche Situationen von vielen Faktoren ab. Falls ihr selbst in eine solche wie oben geratet, achtet darauf, gegen wie viele Gegner der Aggressor setzt. Setzt er in fünf Gegner, ist eine starke Hand wahrscheinlicher, als wenn er gegen uns alleine setzt. Natürlich hängt es auch von den Gemeinschaftskarten ab. Können noch viele Überkarten zu meinem Paar kommen? Müssen und können wir protecten?
All das sind Fragen, die man sich stellen sollte. Ich hoffe, ich konnte euch mit den heutigen Beispielhänden in diesen Punkten etwas weiterhelfen.
Quiz
Wie liest man eine Beispielhand?
Hand 1
Preflop: Hero is MP2 with A
UTG calls, UTG+1 calls, 2 folds, Hero raises, 2 folds, BU calls, SB calls, BB calls, UTG calls, UTG+1 calls.
Flop: (12.00 SB) Q


SB checks, BB checks, UTG bets, UTG+1 calls, Hero ?
Hand 2
Preflop: Hero is UTG+1 with J
UTG calls, Hero calls, 4 folds, CO calls, 2 folds, BB checks.
Flop: (4.50 SB) Q


BB checks, UTG bets, Hero ?
Hand 3
Preflop: Hero is CO with 9
UTG calls, 2 folds, MP1 calls, MP2 raises, MP3 folds, Hero calls, 3 folds, UTG calls, MP1 calls.
Flop: (9.50 SB) Q


UTG checks, MP1 checks, MP2 bets, Hero ?
Hand 4
Preflop: Hero is MP2 with 6
UTG calls, UTG+1 calls, 2 folds, Hero calls, 4 folds, BB checks.
Flop: (4.50 SB) 8


BB checks, UTG bets, UTG+1 calls, Hero ?
Hand 5
Preflop: Hero is CO with Q
6 folds, Hero raises, BU folds, SB calls, BB folds.
Flop: (5.00 SB) K


SB bets, Hero ?
Auflösung
Hand 1
Erhöhen.
Original von rayden5:
So, versuche es auch mal, bin aber noch super Neuling auf 01./0.2 Limit, also bitte nicht zu viel erwarten. Aber das Thema find ich auch klasse, kommt oft vor und ich weiß oft nicht, wie ich mich verhalten soll.
Ich würde am Flop erhöhen: Wir haben mittleres Paar mit bestmöglicher Beikarte. Der Spieler, der den Einsatz gebracht hat, muß hier schon die Q getroffen haben, wenn er uns schlagen will, wir können also noch gut vorne liegen und vermeindlich bessere Hände zum aussteigen bringen.
Original von tooHigh:
Aussteigen können wir meiner Meinung nach nicht, der Pot ist riesig und wir halten mittleres Paar mit bester Beikarte. Ich würde hier erhöhen, um schwache Q, kleine PP oder andere unfertige Hände zum aussteigen zu bringen. Wird nochmal erhöht, sollten wir schon vorsichtiger sein, also mitgehen und, wenn der Turn uns nicht verbessert, aussteigen.
Hand 2
Aussteigen.
Original von docwichmann:
Pot ist wohl echt zu klein, um hier zu erhöhen. Wir sind auch nicht im 1 gegen 1.
Original von Farnemo:
Hier würde ich einfach aussteigen. Hinter uns kommt noch ein Spieler, wir können nicht nur gegen Top Paar hinten liegen, sondern auch gegen 2-Paar oder mittleres Paar mit besserer Beikarte.
Die Tatsache, dass wir die Wettrunde nicht abschließen und die Möglichkeit, dominiert zu sein, tun ihr übriges dazu.
Wäre der Pot groß genug, könnte man über eine Erhöhung nachdenken, um den Spieler in früher Position zu isolieren, zumal wir auch Position auf ihn haben.
So ist die Hand im Verhältnis zum Pot nicht stark genug, um sie zu protecten und der Pot nicht groß genug, um profitabel mitzugehen.
Hand 3
Erhöhen.
Original von Roblow:
Für mich ne klare Erhöhung, denn der Spieler in mittlerer Position macht hier seine Contibet und muss nicht die Q haben, es sind keine unfertigen Hände möglich, also ist es auch sehr wahrscheinlich, dass wir die andern beiden rauswerfen.
Original von Dawnhun1er:
Positiv: Wir haben ein mittleres Paar, keine unfertigen Hände sind möglich und wir sind IP.
Negativ: Wir haben 3 Gegner, von denen einer vor dem Flop Stärke gezeigt hat.
Fazit: Ich würde hier erhöhen, wir sind hier einfach viel zu oft vorne. Der Spieler in mittlerer Position macht hier seine Contibet, mit der wir absolut gar nichts anfangen können (zwecks Informationen). Wir sollten hier auf jeden Fall erhöhen, um unser Pocketpaar zu protecten und gegebenenfalls bessere Hände zum aussteigen zu bringen. Wir haben die Möglichkeit 2 Gegner zum weglegen zu bringen.
Hand 4
Aussteigen.
Original von Manutheman:
Zu viele Gegner, zu kleiner Pot. Bei so vielen Leuten, die vor dem Flop mitgegangen sind, hat eventuell schon jemand ein Drilling oder aber eine 8.
Original von 4Fingers:
Der Aggressor setzt gegen 2 Leute, so dass wir schon am Flop geschlagen sein könnten. Selbst wenn unser Paar die beste Hand ist, werden wir gegen 2 Gegner bis zum River sehr oft überholt und durch eine Erhöhung bringen wir keinen Spieler in früher Position zum aussteigen.
Hand 5
Passiv bis zum Showdown weiterspielen.
Original von CMBurns104:
Solche Einsätze bedeuten oft nicht wirklich starke Hände, die gegen eine Erhöhung direkt aussteigen. Gehen wir mit, spielt er den Bluff weiter - so es denn einer ist - und gegen eine bessere Hand verlieren wir nur wenig.