Riverplay ohne Initiative
Einleitung
Wie kann man am River maximalen Value herausholen, obwohl man nicht die Initiative hat? In diesem Artikel kommentiere ich drei Hände, an denen ich die Grundgedanken des Riverplays ohne Initiative aufzeige. In jeder Hand halten wir am River eine starke Hand und die Frage ist nun: Wie können wir in der letzten Setzrunde den meisten Value aus der Hand holen?
Hand 1
Pre-flop: (6 players) Hero is CO with Q

UTG (poster) checks, UTG+1 folds, Hero raises, Button 3-bets, 1 folds, BB calls, UTG calls, Hero calls.
Flop: K


BB checks, UTG checks, Hero checks, Button checks.
Turn: 8
BB checks, UTG checks, Hero checks, Button checks.
River: A
BB checks, UTG checks, Hero checks, Button bets, BB folds, UTG calls, Hero raises, Button calls, UTG calls.
Hero isoliert hier einen Blind-Poster mit QJ und wird ge3bettet.
Der Flop bringt einen OESD für den Helden und 3 Gegner. Reindonken bringt wenig, da wir uns keine Fold Equity gegen alle ausrechnen können und es nur for Value wäre, wenn alle 3 Gegner callen. Daher checken wir und entscheiden je nach Action, ob wir passiv weiterspielen oder raisen.
Raisen könnte man entweder, wenn der PFA bettet und alle anderen folden - for Fold Equity, oder wenn der PFA bettet und alle anderen callen - for Value. Er checkt aber ungewöhnlicherweise behind. Wir können relativ sicher Pairs aus seiner Handrange streichen, da die in jedem Fall wären protectet worden. Bleibt fast nur noch A High (Besonders AJ oder AQ ist wahrscheinlich) und manchmal die Nuts, die er Slowplayen will.
Am Turn entscheiden wir uns erneut nicht zu donken, da wir uns gegen 3 Spieler zu wenig Fold Equity ausrechnen können.
Am River kommt die beste Karte für uns: wir haben die Nuts. Man würde hier eigentlich reinbetten, um einen FreeSD zu verhindern, mehr Value verspricht aber ein Check/Raise.
Wie schon festgestellt sind die wahrscheinlichsten Hände des Buttons A High, nachdem er 2 Mal behind checkt. Damit wird er eine Donk von uns in aller Regel nur for Overcall callen, wenn wir hingegen checken, wird er diese Hände for Value betten, so noch die anderen beiden Spieler trappen und wir können das ganze Feld for Value raisen.
Eine Donk wäre hier nur besser, wenn er Hände in seiner Range hat, die auf eine Donk zwar callen, aber selbst nicht Valuebetten, da ist wenig vorstellbar.
Hand 2
Villain: TAG
Pre-flop: (6 players) Hero is SB with A

2 folds, CO raises, 1 folds, Hero 3-bets, CO caps, Hero calls.
Flop: 5


Hero checks, CO bets, Hero calls.
Turn: 2
Hero checks, CO checks.
River: 3
Hero checks, CO bets, Hero raises, CO calls.
Hier steht Hero OOP ohne Initiative auf einem trockenen Board mit TopPair gegen einen Preflopcapper.
Am Flop wird zunächst mal Way Ahead-Way Behind geplant aus den bekannten Gründen. Der Gegner nimmt allerdings am Turn den Check Behind. Was ist hier seine Handrange und was für ein Riverplay resultiert daraus?
Wir können sicher alle Hände ausschließen, die ein A enthalten, diese würden mit Sicherheit sowohl den Turn als auch den River for Value betten, außerdem hat er keine Hand ohne Pair, da KQ oder schlechter vom CO nicht cappen würde.
Damit hat er hier fast immer TT-KK. Mit diesen Händen würde er zwar eine Riverbet callen, wir haben aber eine gute Chance, dass er sie selbst nochmal for Value bettet gegen kleinere Pockets, MidPairs etc. Er muss ja nämlich davon ausgehen, das wir den River mit dem A donken würden, somit muss er sich vorne sehen und wir kriegen eine Extra Bet mit dem C/R.
Gegen weakere Gegner sollte man hier auf jeden Fall den River donken.
Hand 3
Villain: TAG
Pre-flop: (6 players) Hero is CO with T

2 folds, Hero raises, 2 folds, BB calls.
Flop: 5


BB checks, Hero bets, BB raises, Hero calls.
Turn: T
BB bets, Hero raises, BB 3-bets, Hero calls.
River: 3
BB bets, Hero raises, BB calls.
Hero's Flopplay ist Standard. Zunächst die Contibet und dann den Call auf unsere Outs. Der Gegner wird hier jede Madehand check/raisen, ebenso jeden Flushdraw und Straightdraw.
Am Turn sind wir gegen viele dieser Hände vorne und haben außerdem noch den 3rd Nutflushdraw, daher raisen wir natürlich for Value und callen eine 3Bet, mit dem Plan am River UI einen Crying Call zu machen.
Dort kommt allerdings unser Flush an und wir haben eine knappe Entscheidung zwischen Call und Raise. Mit einem Call verhindern wir die 3Bet von besseren Händen. Trotzdem sollte man hier for Value raisen! Wir liegen nämlich jetzt gegen den absoluten Großteil des Gegners Range nach seiner Turn3Bet vorne: Die meisten Flushs, sowie alle Sets und Twopairs. Da er einen A oder K-High Flushdraw am Turn fast nie 3betten würde, liegen wir nur gegen den geturnten Nut oder 2nd Nutflush hinten, ein kleiner Teil seiner Range-> Raise/Call River.