Aktualisiert am 12 März 26 von

Schluss mit dem Inforaise

» KOLUMNE

Schluss mit dem Inforaise

von Miiwiin

Hol' die Keule raus und melde dich zu Hause ab, heute wird das Inforaise gejagt und erlegt. Denn es hat es nicht verdient im Vokabular eines guten Pokerspielers aufzutauchen, da es einfach zu häufig falsch interpretiert wird. Du wirst heute sehen, warum diese Definition für die Katz’ ist und warum du auf solche Moves verzichten solltest.

Worum geht es eigentlich?

Es geht darum, dass du mit made Hands nicht die Line raise/fold spielen solltest, um eine Information über die Stärke der Hand deines Gegners zu erhalten.

Das Inforaise vor dem Flop

Hauptsächlich tritt dieses Problem am Flop auf, aber um genau zu zeigen, wo du schon einen ersten Fehler begehen kannst, schau dir zunächst zwei Beispiele preflop an.

BEISPIEL1

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
Hero ($100)
UTG ($100)
BB ($100)
SB ($100)
BU ($100) (18/16/3.1/24/1544) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]

Preflop: Hero is CO with Q , Q
2 folds, Hero raises to $4.00, BU raises to $12.00, 2 folds, Hero raises to $35.00, BU raises to $100.00 (All-in), Hero folds

Natürlich ist das ein alter Hut für dich. 4-bet/fold mit starken Händen wie QQ oder AK geht einfach nicht. Warum es nicht geht, kann sogar mathematisch belegt werden. Solltest du bei einem All-in jeweils gegen die Range QQ+/AK antreten, hättest du nach Equity einen korrekten Call. Aber darum geht es gar nicht.

Es geht darum, dass du hier den Anfang des Informationraises siehst. Du hältst QQ, dein Gegner 3-bettet. Nun möchtest du 4-betten, um herauszufinden, wo du stehst.

Egal wer dein Gegner ist, 4-Bets werden recht selten gecallt (und wenn, ist es häufig ein Versuch zu trappen). In diesem Beispiel wird ein 18/16er nahezu nie eine 4-Bet callen, außer (wie gerade erwähnt) ab und an mit Aces oder Kings.

Dies offeriert folgende Möglichkeiten:

  • Dein Gegner foldet, du gewinnst
  • Dein Gegner pusht, du verlierst

Schau dir nun also Beispiel 2 an:

BEISPIEL 2

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
Hero ($100)
UTG ($100)
BB ($100)
SB ($100)
BU ($100) (18/16/3.1/24/1544) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]

Preflop: Hero is CO with 7 , 2
2 folds, Hero raises to $4.00, BU raises to $12.00, 2 folds, Hero raises to $35.00, BU raises to $100.00 (All-in), Hero folds

Wo liegt nun der Unterschied? Genau, es gibt keinen.

Du verwandelst durch raise/fold (in diesem Falle 4-bet/fold) deine Hand in einen Bluff, weil es absolut nicht mehr auf die Stärke deiner beiden Karten ankommt.

Und nun überlege dir, wie sich ein Bluff definiert: Eine stärkere Hand zu einem Fold zu bewegen.

Welche bessere Hand als QQ soll denn hier folden? Möchtest du wirklich versuchen die Kings hier herauszubluffen? Wird dir leider nie gelingen.

Wie gesagt, es ist ein alter Hut für dich, aber es ist die Ausgangsproblematik für das Informationraise.

(Knüppel parat halten, gleicht geht’s los…)

Das Inforaise am Flop

BEISPIEL 3

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with A , J
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) A, 5, 6 (2 players)
UTG bets $7.00, Hero...

Und nun hast du den Salat. Du triffst den Flop recht gut und dein Gegner, ein etwas komischer Spieler, donkt knapp über halben Pot hinein. Was ist zu tun?

Eins scheidet schon mal aus: Einen Fold kannst du selbstverständlich nicht finden. Warum denn auch?

Bleiben die Varianten Call oder Raise. Und jetzt wird’s gefährlich für dich, wenn eine kleine Stimme in deinem Kopf sagt:

“Raise Flop, sollte der Gegner pushen kann ich folden, dann hält er ohnehin AK, AQ oder 5x…“

Wie sähe das aus?

BEISPIEL 4

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with A , J
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) A, 5, 6 (2 players)
UTG bets $7.00, Hero raises to $20.00, UTG raises to $50.00, Hero folds

So, bist du damit zufrieden? Kannst du eigentlich nicht sein, denn bloß weil Villain noch mal einen drauf setzt, heißt das ja nicht automatisch, dass er eine bessere Hand hält.

Ein Informationraise wie in diesem Fall enthält drei Grundprobleme:

  • Isolation gegen bessere Hände
    Mit starken Händen wird dein Gegner gerne um einen großen Pot spielen, somit wird er mit AK/AQ beispielsweise gerne im Pot bleiben. Foldequity besitzt du gegen solche Hände nahezu nie.
  • Du vertreibst schwächere Hände
    Mit KK- oder AT- jedoch ist deine Valueextrahierung wohl schon abgeschlossen.
  • Anfälligkeit für Bluffs
    Du bist anfällig für Bluffs. Du brauchst in diesem Beispiel gar nicht von drawing Hands wie beispielsweise 78 zu sprechen. Stell dir mal vor, die in Hand 2 beschriebene Range wird in einen Bluff verwandelt und pusht. Er gewinnt damit den Pot.

Letztlich liegt es daran, dass du geistig den Pot schon abgeschrieben hast, warum auch immer. Es kann genau so gut sein, dass dein Gegner callt.

Wie spielst du dann am Turn? Bet/fold? Oder checkst du behind, um am River zu callen? Oder spielst du gar beide Streets check/fold? Solltest du das tun (was letztlich immerhin konsequent wäre, wenn du vorhast am Flop zu raise/folden und somit ohne Verbesserung deiner Hand nichts mehr investieren willst), so bietest du zwei weitere Angriffsflächen für einen Bluff. Nämlich am Turn und am River.

Was ist nun zu tun?

Was solltest du also tun in obigen Beispiel? Du hast eigentlich nur zwei vernünftige Alternativen.

Entweder du callst und schaust am Turn weiter, oder du raist und bist bereit, am Flop broke zu gehen, weil du glaubst, dein Gegner kann hier eine Menge schlechterer Hände pushen.

Da das Board nicht sonderlich drawheavy ist und du hier eigentlich nicht unbedingt am Flop broke gehen solltest, wäre ein Call die beste Alternative.

Wie kannst du protecten?

Möglicherweise bist du gerade dabei, deinen Knüppel wieder einzustecken, da du den Kampf nicht aufnehmen willst. Denn du überlegst dir, wie du bitte schön protecten sollst, wenn du nur herunter callst.

Leider hast du mit diesem Punkt völlig Recht.

In dem Moment, wo du dich für einen Call entscheidest, kannst du natürlich nicht protecten, sondern gewährst Freecards (wörtlich genommen: Cheap Cards).

Verständlich wären deine Bedenken zum Beispiel hier:

BEISPIEL 5

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with A , J
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) A, K, Q (2 players)
UTG bets $7.00, Hero...

In solch einer Situation ziehst du meistens von ganz alleine den Knüppel, zumindest wäre das ein oder andere ordinäre Wort nachvollziehbar, wenn nicht gar verständlich.

Aber was nützt es dir? Natürlich kannst du hier raise/folden, aber die Problematik bleibt genau die gleiche. Welche schlechtere Hand soll den callen? KxJ?

Was ist, wenn er solch eine Hand pusht? Eventuell sogar weil er bemerkt hat, dass du zu toughen Folds neigst, beziehungsweise in der Lage bist.

Und was genau wäre an folgendem Handverlauf so katastrophal?

BEISPIEL 6

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with A , J
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) A, K, Q (2 players)
UTG bets $7.00, Hero calls $7.00

Turn: ($25.50) 8 (2 players)
UTG bets $15.00, Hero folds

Würdest du dir vorwerfen, am Flop nicht protectet zu haben, obwohl du auf einen Push mit einem Draw deines Gegners ohnehin gefoldet hättest?

Wäre es dir lieber gewesen, Villain hätte dein eventuelles (Info-)Raise gecallt und du würdest nun diesen Turn antreffen? Sicherlich nicht, oder?

Zwei Möglichkeiten – welche Bedingungen?

Du solltest dir am Flop also Überlegungen machen, wenn du mit einer made Hand auf einen drawheavy Board triffst. Selbstverständlich jeweils unter genauer Betrachtung deines Gegners und unter der Annahme, er donkt den Flop (ansonsten hättest du das Problem ja nicht):

  • Du glaubst, dein Gegner hält eine schwächere Hand, eventuell eine stärkere Hand, ab und an einen Draw.

Dies klingt nun mal nach dem Prinzip way ahead / way behind. Dieses Prinzip ist eigentlich auch der Ursprung in der Überlegung, warum ein Informationraise Unsinn ist. Du lässt schwächere Hände bluffen und gewinnst somit von denen das Maximum. Gegen stärkere Hände hingegen verlierst du das Minimum.

Die Entscheidung lautet also: Call

  • Du glaubst, dein Gegner hält einen starken Draw und kann diesen aggressiv spielen, overplayed mittelstarke Hände, hält eher selten eine strong made Hand.

Wenn du diese Reads hast, dann rein damit. Natürlich darfst du raisen, aber wenn du deinem Gegner diese Range gibst, warum solltest du dann auf einen Push hin folden?

Die Entscheidung lautet also: Raise/broke

  • Du glaubst, dein Gegner hält häufiger einen Draw, spielt diesen aber eher passiv. Er kann ebenso eine starke Hand halten, häufig aber auch eine mittelstarke Hand, die du dominierst.

Nun wird es natürlich eng und du hast die Problematik der Protection wieder vor Augen. In diesem Fall gilt aber: Potcontrol > Protection.

Du verteilst Freecards (Cheap Cards) und musst im weiteren Verlauf der Hand aufpassen, nicht zu viel zu investieren. Kommen eklige Karten für dich (Scarecards), so solltest du aufgeben.

Du verlierst gegen Draws nicht sonderlich viel, da sie zum einen in den meisten Fällen nicht ankommen (8-/9-Outer in ca. einem von drei Fällen) und du sie zum anderen häufig erkennen kannst. Schwächere Hände zahlen dich aber ebenso aus, zudem verlierst du weniger gegen starke made Hands.

Die Entscheidung lautet also: Call

Wann solltest du überhaupt am Flop raisen?

Natürlich fragst du dich jetzt, ob und warum du überhaupt am Flop raisen solltest. Ohne jede Frage solltest du häufig den Flop raisen und du kannst auch auf ein Raise hin folden, jedoch nicht mit einer made Hand.

Hier sind einige Möglichkeiten:

  • Hältst du eine sehr starke Hand => Raise/broke
  • Hältst du eine starke Hand und musst protecten => Raise/broke
  • Hältst du eine medium Hand, siehst dich aber gegen aggressiv gespielte Draws vorne => Raise/broke
  • Hältst du gar nichts => Bluff => Raise/fold
  • Hältst du einen Draw => Semibluff => Raise/fold oder Raise/call (je nach Stärke des Draws und den dir angebotenen Odds)

Wie du siehst, kannst du häufig den Flop raisen und auch auf ein weiteres Raise hin folden, es ist alles gebalanced.

Wie kannst du deine way ahead- / way behind-Calls mit deiner medium Hand balancen, da du ja ungerne raise/folden willst:

  • Call mit sehr starken Händen (Slowplay)
  • Call mit Draws nach Odds (implied Odds)
  • Call mit Air, um auf eine späteren Street zu bluffen (Floaten)

Du kannst nun also nicht argumentieren, dass ein Runtercallen ja so offensichtlich ist. Denn wenn dem so ist, machst du irgendetwas anderes falsch.

Wann gilt das Verbot des Inforaises?

In den meisten Situationen. Am häufigsten tritt diese Problematik am Flop auf, aber natürlich auch in vielen anderen Situationen. Du sollst die Kernaussage verstehen, warum dir dieser Move nichts bringt, dann wirst du sehen, dass es genau so für das Spiel in fast allen anderen Situationen gilt:

  • In unraised Pots
  • In Situationen am Flop, in denen du nicht der Preflopaggressor warst
  • Beim Turnplay

Du hast meistens eine Hand mit Showdownvalue, dann versuche doch auch die Hand dorthin zu führen.

Ausnahmen

Tja, Ausnahmen. Es gibt sie ohne jede Frage, denn ohne Ausnahmen gibt es bekanntlich auch keine Regeln.

Infobet

Immer daran denken, es geht um das Inforaise, das nur den Sinn beinhaltet, eine unnötige Information zu bringen.

Demnach sollte klar sein, dass die Grundgedanken nicht mit folgendem Beispiel kollidieren:

BEISPIEL 7

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with A , J
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) J, T, 4 (2 players)
UTG checks, Hero bets $9.00, UTG raises to $27.00, Hero folds

Gegen einen passiven Spieler ist bet/fold durchaus in Ordnung.

Multiwaypots

In Multiwaypots gelten andere Gesetze. Du hast viel mehr Hände gegen dich stehen und meistens überhaupt keinen Plan, wo du stehst. Auch hier solltest du dir genau überlegen, ob raise/fold Sinn macht, aber ab und an mangelt es hier einfach an Alternativen.

BEISPIEL 8

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
Hero ($100)
SB ($100)
BU ($100)

Preflop: Hero is BB with 9 , 6
UTG calls $1.00, 2 folds, BU calls $1.00, SB calls $1.00, Hero checks

Flop: ($4.00) 9, 8, 6 (4 players)
SB bets $2.50, Hero raises to $10.00, UTG calls $10.00, BU raises to $25.00, SB raises to $100.00 (All-in)

Okay, jetzt sagst du natürlich, dass dies ein ziemlich konstruiertes Beispiel ist. Ist es auch. Dennoch geht es um das Prinzip:

  • Raise Flop => gut
  • Fold auf Push nach der gezeigten Action => gut

Es gibt also Ausnahmen.

Mindonks / Minbets

Mindonks und Minbets zählen nicht als wirkliche Bets. Wer sich einfach für eine mickrige Bet die cheap Card erkaufen will, sollte das nicht genehmigt bekommen. Wenn du hier raist, ist es ja quasi die erste wirkliche Bet, somit gilt das Prinzip natürlich nicht.

BEiSPIEL 9

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with A , J
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) J, T, 4 (2 players)
UTG bets $2.00, Hero raises to $12.00, UTG raises to $26.00, Hero folds

Riverplay

Es gibt am River Situationen, in denen raise/fold Sinn macht. Da keine Draws mehr draußen liegen, fällt die Protection natürlich ohnehin weg. Die einzige Frage, die du dir stellen solltest, ist: Wo stehst du?

Nach dem genannten Prinzip ist auch hier mit raise/fold ganz vorsichtig umzugehen. Es kommt jedoch ein weiterer Punkt in Betracht: Thin Valuebets.
Wenn du versuchst, auch in knappen Situationen Value herauszuholen, so kommst du ab und an um diese Line leider nicht herum.

BEISPIEl 10

PartyPoker $100 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b

Stacks & Stats
MP ($100)
CO ($100)
UTG ($100) (24/12/1.8/26/666) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($100)
SB ($100)
Hero ($100)

Preflop: Hero is BU with 2 , 2
UTG calls $1.00, 2 folds, Hero raises to $5.00, 2 folds, UTG calls $5.00

Flop: ($11.50) 5, 7, 4 (2 players)
UTG checks, Hero checks

Turn: ($11.50) T(2 players)
UTG checks, Hero checks

River: ($11.50) 2(2 players)
UTG bets $5.00, Hero raises to $15.00, UTG raises All-in, Hero folds

Du musst dafür der Meinung sein, dass dein Gegner mit einer schwächeren Hand wie Toppair/Overpair/Twopair noch mal callt, jedoch nur bessere Hände pusht. Und auch das ist nicht sonderlich einfach.

Reads:

Reads sind immer wichtig, jedoch solltest du diese auch Richtig einschätzen können. Du kannst Reads über deine Gegner haben, aber weißt du wirklich wie Gegner X bestimmte Hände in bestimmten Situationen spielt? Und das auf solch fluktuierenden Limits wie den Low- oder Midstakes?

Ein Inforaise würde theoretisch nur dann Sinn machen, wenn du wüsstest, dass

  • dein Gegner einen Draw immer foldet
  • dein Gegner einen Draw niemals 3-bettet
  • dein Gegner einen Draw niemals bet/call spielt (denke an die folgenden Streets, er kann dich demnach an Turn und River immer noch herausbluffen)
  • dein Gegner nur mit stärkeren Händen als deiner 3-bettet
  • dein Gegner häufig mit schwächeren Händen im Pot bleibt (es ist doch eigentlich dein Ziel, Value zu extrahieren), aber niemals 3-bettet
  • es eine Möglichkeit gibt, auf späteren Streets noch herauszufinden (trotz eines nun sehr großen Pottes da du den Flop geraist hast), ob dein Gegner einen Draw / eine schwächere Hand / eine stärkere Hand hält, denn von den schwachen Händen möchtest du wenn möglich Value bekommen, die starken Hände möchtest du jedoch nicht ausbezahlen, aber von den busted Draws auch nicht heraus geblufft werden

Wenn du das umsetzen kannst, dann Respekt und vergiss den Artikel.

Solltest du aber sagen, dass das eigentlich für Otto-Normal-Pokerspieler nicht möglich ist, dann schwing jetzt endlich deinen Knüppel und verabschiede dich von einer raise/fold Information-Line.

» ZUSAMMENFASSUNG

Du hast hoffentlich gesehen, warum ein Informationraise dir nicht dienlich sein kann und unnützes Geld kostet. Frage dich immer, warum du raisen willst und welches Ziel du damit genau verfolgst. Überlege genau, ob du mit einem Call nicht einfach die bessere Wahl treffen kannst oder ob deine Hand nicht sogar stark genug ist, um damit profitabel deinen ganzen Stack zu riskieren.

Und nun Knüppel wieder einstecken, danke für deine Unterstützung – ab an die Tische.