Aktualisiert am 12 März 26 von

Woche 41 (SSS): 40 BB vs. 20 BB Buy-In

Einleitung

In letzter Zeit sehe ich häufiger Beispielhände, die auf dem Limit NL 5 auf Partypoker gespielt wurden. Man muss sich aber auf diesem Limit mit mindestens 2$ einkaufen und hat somit 40 große Zwangseinsätze (auch Big Blinds genannt), was nicht gut ist. Warum das so ist, möchte ich euch heute versuchen zu zeigen.

Ein Beispiel

Wie liest man eine Beispielhand?

Hero: 2 $
Alle anderen mehr als 2 $.

Preflop: Hero is MP2 with K, K
3 folds, Hero raises to $0,2$, 3 folds, SB calls, 1 folds.

Stellen wir uns einmal die Situation mit 20 Big Blinds und einmal mit 40 Big Blinds vor:

Haben wir nur 20 Big Blinds, so sind bereits 1/5 unserer Chips in die Mitte gewandert. Bei 40 Big Blinds hingegen nur 1/10 der Chips.

Bereits hier kann man erkennen, dass in der ersten Variante der Gegner viel weniger Chips im weiteren Verlauf der Hand gewinnen kann. Bei der Zweiten hingegen ist die Anzahl der Chips noch sehr groß, die gewonnen werden kann.

Wenn unser Gegner beispielsweise mit einem Paar in der Hand (Pocketpair) bezahlt, so ist das im ersten Beispiel mit 20 Big Blinds sehr schlecht für sie und er wird dabei sehr viel Geld verlieren. In der zweiten Variante hingegen ist es noch nicht gut, aber er wird die Hand wohl höchstens mit einem geringen Verlust spielen, vielleicht sogar einem Gewinn.

Warum ist das so?

Nun, wenn man mit einem kleinen Pocketpair bezahlt, so hofft man darauf einen Drilling zu treffen. Dies geschieht nicht oft, aber in etwa jedes 7.-8. Mal. Und hier liegt auch das Geheimnis der Strategie:

Wenn er das Pocket jetzt trifft und wir nur einen sehr kleinen Reststack haben, kann er maximal das 4fache der Erhöhung gewinnen, braucht aber das 7-8-fache, um überhaupt +-0 spielen zu können. Haben wir aber einen 10 mal so großen Stack, kann der Gegner noch sehr viel gewinnen und die Hand sogar mit einem leichten Plus spielen, da wir ja bei allen Flops ohne ein Ass All-In gehen werden bei Gegenwehr.

Und genau das ist das gute an der SSS:

Durch unseren kleinen Stack haben die Gegner keine Möglichkeit, in zukünftigen Setzrunden noch viel Geld zu gewinnen. Da wir weiterhin nur die besten Starthände spielen, sind unsere Starthände denen der Gegner im Durchschnitt überlegen. Diese Erkenntnis ist sehr wichtig und man erkennt nur anhand dieses Beispiels, dass man die SSS nicht mit 40 Big Blinds spielen sollte.

Es gibt dafür zahlreiche weitere Beispiele und regelmäßig vorkommende Handkombinationen. Freut euch in Zukunft wenn eure Gegner eure Hände mit kleinen Pockets mitgehen, da sie damit immer Verlust machen werden. Es ist praktisch nicht möglich, profitabel zu spielen.

Für die Interessierten:

Um mit einem kleinen Paar in der Hand profitabel eine Prefloperhöhung callen zu können, sollte man in etwa das 15-fache des zu zahlenden Betrages als Rest haben (und der Raiser natürlich auch). Man sollte nämlich beachten, dass man nicht jedes Mal den Gegner stackt, wenn man hittet. In unserem Beispiel würden wir maximal eine Folgebet am Flop machen, wenn dort ein Ass ist. Auch kommt die Situation Drilling über Drilling vor, so dass man mehr Geld braucht.