Woche 44 (SSS): Slowplay
Einleitung
Slowplayen, also eine starke Hand langsam spielen, ist ein gutes Mittel um es dem Gegner zu ermöglichen eine zweitbeste Hand zu machen und somit mehr Geld von ihm zu bekommen. Allerdings sollte man es richtig anwenden da sonst viel Geld verloren gehen kann. Wann man langsam spielen kann und wann man es nicht machen sollte möchte ich euch hiermit ein wenig näher bringen.
Beispiel 1
Preflop: Hero is BB with 4

UTG+1 calls $0,10, 7 folds, Hero checks.
Flop: ($0,25) Q


Hero ???
Hier hat Hero eine starke Hand gefloppt. Sollte man hier nur checken um dem Gegner die Möglichkeit zu geben eine weitere Karte zu sehen und eventuell noch etwas zu treffen?
In dieser Situation bietet sich ein Slowplay nicht an, da der Gegner einige Outs gegen uns haben kann. So sind zum Beispiel eine Flushchance möglich sowie einige Straßenchancen. Weiterhin würde jeder König unsere Hand zunichte machen.
Beispiel 2
Preflop: Hero is BB with 5

UTG+1 calls $0,10, 7 folds, Hero checks.
Flop: ($0,25) 5


Hero ???
Hier sieht die Situation anders aus. Ein solches Board bietet sich viel eher für ein Slowplay an. Es sind praktisch keine Straßen- oder Flushchancen möglich, so dass ein Gegner sehr wenige bis gar keine Outs (Karten, die ihm eine bessere Hand machen) hat.
Wann ist es allgemein gut beziehungsweise schlecht zu slowplayen also seine Hand langsam zu spielen?
Gründe dafür:
- Das Board bietet sehr wenige bis keine Straßenchancen (z.B. K72).
- Das Board ist Rainbow (3 Karten verschiedener Farbe).
- Allgemein: die Gegner haben sehr wenige bis keine Outs um uns zu überholen (5 Outs sind hier bereits zu viele).
Gründe dagegen:
- Drawlastige Boards (ein Flop, der sowohl viele Straßen- und/oder Flushchancen bietet (789 rainbow oder auch 367 mit 2x Herz).
- Die Gegner haben viele Outs gegen uns.
- Viele Gegner.
Im allgemeinen bieten sich eher sehr starke Hände zum slowplayen an, während sich Hände wie 2 Paare weniger zum Slowplayen eignen. Auch Straßen insbesondere Straßen die nicht 2 höhere Karten in der Hand haben als auf dem Board liegen, bieten sich nicht für ein Slowplay an. Auch ein fertiger Flush ohne das Ass ist nicht geeignet für ein Slowplay, da uns ein besserer Flush überholen kann.
Fazit
Gerade auf den Mikrolimits sollte man sehr sparsam mit Slowplay umgehen. Auch wenn ihr mehr als einen Gegner habt solltet ihr auf Slowplay verzichten. Die Gegner callen sowieso viel zu viel und wenn sie etwas haben werden sie euch ausbezahlen. Insbesondere solltet ihr es vermeiden scheinbar starke Hände wie 2 Pair oder Straßen (vor allem ohne 2 Überkarten in der Hand) oder Flushs ohne das Ass zu slowplayen. Ihr werdet hier sehr oft noch vom Gegner überholt. Bei solchen kleinen Pötten solltet ihr diesen dennoch sofort mitnehmen ehe euer ganzer Stack verlorengeht nur weil der Gegner zu viele Chancen zum verbessern hatte.
Quiz
Die Frage lautet jeweils: Ist das Board zum Slowplay geeignet oder nicht?
1:
Hero: T 

Board: T 


3 Gegner
2:
Hero: 3 

Board: 3 


2 Gegner
3.
Hero: A 

Board: A 


1 Gegner
4.
Hero: A 

Board: A 


1 Gegner
5.
Hero: 6 

Board: 8 


1 Gegner
Auflösung
In keiner der Situationen sollte man slowplayen.
1) Das Board ist zwar trocken, jedoch hast du einige Gegner und es können dich viele schlechtere Hände, wie kleine Pocket Pairs, callen. Daher solltest du möglichst früh versuchen, dein Geld in die Mitte zu bekommen.
2) Auf dem Board sind einige Straight-Draws möglich, gegen die du protecten willst. Die Hölle wären eine 5 oder 6, was schon 8 Karten sind, die dir nicht gefallen.
3) Das Board ist extrem drawlastig. Flush-Draws und Straight-Draws sind möglich, schon jeder King oder Jack hat einen Gutshot. Hier willst du auf jeden Fall deine Hand protecten.
4) Hier sprechen ähnliche Gründe wie in 3) dagegen. Jedoch ist der Flushdraw nicht so gefährlich für deine Hand, da du das A
5) Das Board ist stark straightdrawlastig. Alle Karten sind verbunden und du selbst hälst nur das Idiot-End. Eine Q, J, 7 oder 6 sind die Karten, die du gar nicht sehen willst, also versuch schon jetzt, es dem Gegner so teuer wie möglich zu machen.