Woche 44 (SSS): Variieren der Betsequenz Postflop
Einleitung
Je höher man in den Limits kommt, desto öfter wird man gegen die selben Spieler spielen. Hier ist es auch als SSS-Spieler wichtig, seine Lines zu balancieren. Also nicht immer nur stur straightforward zu spielen, sondern den Gegner oder die Gegner auch zu täuschen, um somit mehr Value zu erhalten. Wann ihr das wie umsetzen könnt möchte ich euch heute zeigen.
Beispiel 1
Preflop: Hero is BB with J
Flop: J


Hero???
Unser normales Spiel wäre hier einfach zu betten. Gegen Callingstations beziehungsweise showdowngebundene Spieler sicher richtig. Auch gegen passive Gegner lohnt es sich hier nicht zu checken.
Wie sieht das aber gegen aggressive Gegner aus beziehungsweise Gegner die die SSS kennen?
Hier könnten wir durchaus checken und hoffen dass einer der Gegner bettet. Normalerweise machen wir SSSler keine Continuationbet gegen 2 wenn wir nichts getroffen haben und das Board lässt durchaus darauf schließen dass wir hier nicht getroffen haben. Weiterhin ist es nicht besonders gefährlich hier eine Freecard zu verteilen, da kaum Draws möglich sind.
Der Vorteil eines solchen Spiels ist, dass man oft durch ein solches Slowplay auch in zukünftigen Händen einen Freeshowdown sehen kann, weil sich die Gegner nicht trauen zu betten. Dadurch erhält z.B KK bei einem Board wie AT9 auf einmal wieder Showdownvalue, da die Gegner nicht immer das Ass haben, wir aber nicht selbst betten gegen 2 Gegner oder mehr.
Wie sieht es auf späteren Streets aus? Wann sollte ich da dem Gegner die Chance geben zu bluffen? Dazu noch einmal das Beipiel von eben nur mit einem Gegner.
Beispiel 2
Preflop: Hero is BB with J

Flop: J


Hero bets, Villian calls (die genauen Betgrößen vernachlässige ich mal)
Turn: 3 
Hero???
In dieser Hand haben wir am Flop natürlich gebettet, da wir ja Heads up waren. Am Turn aber stehen wir erneut vor der Frage: Betten oder checken?
Für einen check spricht hier, dass uns eine Freecard nur selten schmerzt. Allerdings sollte man wieder den Gegner beachten. Gegen eine Callingstation bette ich hier einfach durch, da er sowieso jedes Paar runtercallen wird. Ist der Gegner allerdings aggressiv und floatet gerne, so können wir hier gut checken. Das Board sieht hier immernoch so aus, als ob man mit Overcards dasteht und dann geben wir die Hand hier in der Regel auch auf. Würde man allerdings noch einmal betten, so wäre der aufmerksame Spieler alamiert und würde oft folden, da er ein Overpair oder mehr fürchten muss.
Fazit
Diese Form des Slowplays ist gut geeignet um eine sehr starke Hand wie eine sehr schwache aussehen zu lassen. Ihr habt dadurch besonders gegen aggressive Gegner die Chance mehr Value zu erhalten, da sie erst sehr spät realisieren werden, dass ihr eurer Monster nicht straightforward gespielt habt.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass ihr in Zukunft öfter auch einen Freeshowdown sehen werdet weil sich der aufmerksame Gegner weniger traut gegen euch zu betten.
Wie würdet ihr in folgenden Situationen spielen?
Ihr haltet wie oben Trips Jacks. Wie spielt ihr gegen die folgenden Gegner? Postet eure Antworten in den Comments.
Hero ist MP1 und OOP.
Hero: JJ
Board: J73 rainbow
1.
Villian: 12/5/1,7/22 (VPIP/ PFR/ AF/ WTS)
2.
Villain1: 25/15/2,4/24
Villain2: 40/2/0,7/33
3.
Villain: 60/ 30/ 3,5/ 35
4.
Villain: Tag
1.
Das Board lässt kaum Draws zu und wir haben nur einen Gegner, der noch
dazu ziemlich tight ist. Da du hier eigentlich immer eine Continuation
Bet machst, wäre es ziemlich erdächtig zu checken, daher musst du hier
auch mit deinem Monster betten.
2.
Hier ist es möglich zu checken und ein Slowplay zu versuchen. Du wirst
selber oft checken, falls du nichts getroffen hast und nur mit
Madehands weiter Action machen. Da jedoch beide Gegner gerne den
Showdown sehen und dazu noch Villain2 eine Callingstation ist, solltest
du einfach betten, denn gerade bei Callingstations willst du eine Hand
haben wie diese hier.
3.
Villain ist ein absoluter Maniac. Ein Slowplay ist möglich, er wird
sehr oft betten. Da er jedoch so aggressiv und showdown-bound ist,
solltest du dein Geld einfach reinschieben und hoffen, dass er nicht
foldet, denn den Showdown wird er sich hier mit so ziemlich jeder
Madehand, eventuell sogar Ace-High-Händen anschauen wollen.
4.
Hier bettest du aus den gleichen Gründen wie bei Situation 1.