Woche 37: Wie kommt man auf die Outs für Backdoor Draws?
Einleitung
Wenn wir Beispielhände bewerten, so hört man oft du hast noch xy Outs auf die Backdoorstraight oder den Backdoorflush. Wie viel ist das jetzt eigentlich wert? Darauf möchte ich heute und nächste Woche eingehen.
1. Backdoorflush
Wie berechne ich einen Backdoorflush? Wenn ihr eine solche Hand postet bekommt ihr von mir verschiedene Antworten zu hören. Mal 1 Out mal 1,5 Outs und manchmal 2 Outs. Vereinzelt (sofern mich ein aufmerksamer User zur Genauigkeit zwingt =) ) auch 1,92 Outs.
Natürlich sind diese Werte nicht willkürlich je nach Uhrzeit oder Stimmung, sondern hängen vor allem von den Karten ab die wir haben:
Haben wir 2 Karten, sind also suitet oder haben wir nur eine Karte?
Welche Karten haben wir als höchste Karten?
Es ist sicher klar, dass ein A high Backdoorflushdraw mehr wert ist als eine einzelne 2. Auch eine Hand wie 32s ist mehr Wert als 32o, wo wir also nur 3 high halten.
Nun zur genauen Berechnung:
Wir benötigen 2 weitere Karten der Farbe. Im Deck verbleiben 10 Karten der entsprechenden Farbe vom Flop zum Turn. Am Turn haben wir also 9 Karten der Farbe.
Da wir am Flop 5 Karten kennen bleiben 47 ungesehene Karten bei einem Deck von 52 Karten. Unser Draw trifft nur dann ein, wenn beide Karten von der entsprechenden Farbe sind, weshalb wir den Turn und River multiplizieren müssen.
==> 10/ 47 * 9/ 46 = 4,1 %
Die Wahrscheinlichkeit also einen Flush mit 2 Karten jeweils Turn und River zu machen beträgt rund 4,1 %. Das entspricht in etwa 2 Outs, genau 1,92 Outs.
Warum aber sage ich jetzt nicht bei 32s Backdoorflushdraw, dass ich 1,92 Outs habe? Nun es ist sicher nicht sehr wahrscheinlich, dass noch jemand einen solchen Draw hat, aber es kommt vor. Demzufolge müssen wir bei einem nicht Ace High Draw discounten.
Je nach Stärke discounten wir also. Ich persönlich unterteile das in 3-4 Kategorien (wir halten jeweils 2 Karten der Farbe in der Hand!):
A: die vollen 2 Outs, da wir nicht discounten müssen
K: etwas weniger aber noch fast die vollen Outs
Q-J: 1,5
darunter: 1 Out
Natürlich ist es nicht ganz korrekt auch das Ass nicht zu discounten, da wir ja trotz eines Hittes gegen ein fullHouse verlieren können. Somit kann man die Werte noch einwenig, aber nicht zu sehr discounten.
Halten wir hingegen nur 1 Karte auf der Hand bleibt es beim Ass natürlich gleich, aber alle andere Karten müssen weit stärker discountet werden. Ein J-high Flushdraw ist dann schon oft gerade in Multiwaypötten kein ganzes Out mehr wert. Noch kleinere Karten sind dann wirklich fast wertlos.
Fazit
Mit den heutigen Content habe ich gezeigt, wie man sich die Outs für einen Backdoorflush ausrechnen kann, bzw. wie viele Outs man sich dafür geben kann.
Ausblick: Nächste Woche gibt es das ganze dann für den Backdoor-OESD.
BTW:
Ehe ihr fragt warum ich das nicht gleich für den OESD mitmache: Das liegt nicht an Faulheit, sondern an den fehlenden Werten. Da ich gerne bei solchen Rechnungen Fehler mache 🙁 gehe ich lieber auf Nummer sicher ehe ich euch was falsches präsentiere. Ich hoffe ihr versteht das =)
Quellen
Weighting the Odds von King Yao von Pi Yee Press