Aktualisiert am 12 März 26 von

Woche 42: Gewinnmaximierung mit einem Set (SnG)

Einleitung

Es gibt drei verschiedene Arten von Sets in der frühen Phase eines SNGs und jede dieser Varianten muss man individuell betrachten, um möglichst viel Gewinn damit zu machen.

 

Zu diesen verschiedenen Varianten werde ich mir im folgenden einmal Gedanken machen, ich beschränke mich dabei auf reine Sets, also three of a kind oder auf deutsch Drillingen, bei denen man ein Paar auf der Hand hat und eine weitere Karte auf dem Board, meistens direkt am Flop, trifft.

 


Hand 1

Wir limpen in den ersten Blindphasen unser Pocketpair und treffen am Flop unser Set

Wir haben in den meisten Fällen von allen Spielern die mit Abstand stärkste Hand getroffen und haben nur das Problem, dass wir einen Weg brauchen, um das Geld unserer Gegner in den Pot zu bekommen. Da vor dem Flop nicht erhöht wurde, ist der Pot aber sehr klein und die Aufgabe keine leichte.

BB(2.000)

UTG+2(2.060)

MP1(2.000)

BU(2.040)

Hero(1.980)

MP2(2.000)

SB(1.920)

UTG+1(2.000)

MP3(2.000)

UTG(2.000)

No-Limit Hold'em Tournament ($22), Blinds 20/40 (10 handed)

Preflop: Hero is CO with 7, 7

5 folds, MP3 calls $40.00, Hero calls $40.00, 2 folds, BB checks.

Wir halten ein kleines Paar und sind in später Position, also limpen wir und hoffen, dass von den wenigen Spielern hinter uns keiner mehr erhöht.

Auch wenn vor uns mehrere Spieler schon gelimpt haben, so ist das für uns sehr schön, denn wir haben dann mehr Gegner, die außer uns noch den Flop treffen können und unser Set ausbezahlen werden.

 


Flop: (140) K, 8, 7 (3 players)

BB checks, MP3 checks, Hero bets 110, BB calls $110.00, MP3 folds.

Wir haben Glück und treffen unser Set am Flop, wir befinden uns also nun genau in der Situation, wegen der wir unser Paar überhaupt in einer so frühen Phase des Turniers gespielt haben. Unser Hauptziel ist es nun so viele Chips wie möglich in die Mitte zu schieben, aber wir müssen daran denken, dass unser Gegner auch die Möglichkeit bekommen soll, auch seine Chips in die Mitte zu schieben, so dass wir diese auch gewinnen können.

Leider checken beide Gegner am Flop zu uns, und zeigen somit eigentlich kein Interesse am Flop, trotzdem können wir hier keine Freecard (wir checken und die Gegner bekommen die Turnkarte umsonst zu sehen) geben, da ein Flushdraw und ein Straightdraw möglich sind.

 

Wir betten hier also 110, damit schützen wir unsere starke Hand vor den Draws und falls wir gecallt werden bauen wir einen großen Pot auf.

 


Turn: (360) 9 (2 players)

BB checks, Hero bets 240, BB folds.

Es kommt eine der schlechtesten Karten, die sich noch im Deck befinden, denn der Gegner kann nun mit 56 und JT eine Straight haben und mit zwei Kreuz auf der Hand hat er den Flush, aber diese Karte ist auch sehr schlecht für ihn, wenn unser Gegner keine der genannten Karten hat, weil er fürchten muss, dass wir diese Karten halten und somit wird er nun viele Hände weglegen, die er bei einer anderen Turnkarte noch weiter gespielt hätte.

Trotzdem müssen wir hier noch protecten und betten nach seinem Check 2/3, Pot um zu verhindern, dass unsere immer noch starke Hand, vom Gegner besiegt werden kann, ohne dass er dafür bezahlen muss, z.B. durch ein weiters Kreuz auf dem River.

 


Hand 2

Wir callen eine Erhöhung vor dem Flop mit unserem Paar

Wir haben wieder eine sehr starke Hand getroffen und haben sogar einen Gegner, der uns vor dem Flops schon gezeigt hat, dass er um den Pot kämpfen will, also haben wir es hier leichter sein Geld in den Pot zu bekommen.

 

BB(2.060)

MP2(1.940)

Hero(1.820)

BU(1.630)

SB(3.430)

No-Limit Hold'em Tournament ($22), Blinds 30/60 (9 handed)

Preflop: Hero is CO with 9, 9

3 folds, MP2 raises to 180, MP3 folds, Hero calls $180.00, 3 folds.

Wir müssen hier zwar mehr Chips investieren, um einen Flop zu sehen, aber auch die Gewinnaussichten sind bedeutend größer.

Zu beachten ist, dass sowohl unser Stack als auch der des Gegners groß genug ist, um uns für die Fälle zu entschädigen, in denen wir unser Set nicht treffen. Damit meine ich, wir treffen grob gerechnet in einem von acht Fällen unser Set, deshalb muss der Pot den wir in diesem achten Fall gewinnen größer sein, als die sieben Raises, die wir callen und dann aber am Flop unsere Karten weglegen müssen.

In dem Beispiel hier sind die Stacks dafür schon grenzwertig, wenn wir den Gegner all-in bekommen, dann passen die Stacks. Aber 99 ist eine Hand, mit der wir auch noch andere Möglichkeiten haben den Pot zu gewinnen, deshalb habe ich hier gecallt.

 


Flop: (450) Q, 4, 9 (2 players)

MP2 bets 300, Hero calls $300.00.

Wir treffen hier wieder unser Set. Der Gegner, der schon vor dem Flop Stärke gezeigt hat, bettet hier wieder in uns, das Board ist auch sonst für uns gut, denn bis auf J10 hat jede Hand nur zwei Outs, um uns noch zu schlagen, und J10 ist bei seiner Line einfach sehr unwahrscheinlich.

Deshalb callen wir hier seine Bet nur, wir müssen unsere Hand nicht schützen und geben dem Gegner die Chance, am Turn freiwillig mehr Geld in den Pot zu schieben.

 


Turn: (1050) A (2 players)

MP2 checks, Hero checks.

Das A am Turn ist schwer zu zuordnen. Bei der Aggressivität, die er gezeigt hat, kann er hier sehr gut AQ+ oder JJ+, evtl auch KQ haben, wenn er hier ein höheres Set mit QQ oder AA hat, dann werden wir ihn voll ausbezahlen, über diesen Fall brauchen wir uns also nicht den Kopf zu zerbrechen.

Der Gegner checkt hier zu uns, dafür kann er zwei Gründe haben

  1. Er hat eine sehr starke Hand mit dem A und will uns Check/Raisen

  2. Er hat Angst vor dem A und will sehen, ob uns das A geholfen hat.

 

Im ersten Fall macht es keinen Unterschied, wenn wir hier bieten, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass der Gegner seine sehr starke Hand am River folden wird.

Tritt der zweite Fall ein, dann würde ihn eine Bet von uns aus der Hand treiben, obwohl er am River evtl. noch eine Bet gecallt hätte.

Darum checken wir hier, denn wir müssen immer noch keine Angst davor haben, dass uns hier oft noch eine Hand am River ausdrawt.

 


River: (1050) T (2 players)

MP2 bets 420, Hero raises to 1340 and is all in

Es tritt der Idealfall ein, und nach unserem Check am Turn bettet der Gegner hier am River noch einmal.

Jetzt gehen wir einfach all-in und hoffen, dass der Gegner eine Hand wie 2-Pair oder ein gutes A hat und uns callt.

Wenn er foldet haben wir auch keine Chips verloren, da eine Bet von uns am River wohl auch nicht öfter gecallt wird als der Push.

 


Hand 3

Wir erhöhen vor dem Flop selber mit unserem Paar

CO(1.980)

SB(1.960)

UTG(2.000)

UTG+1(2.000)

UTG+2(2.000)

MP1(2.000)

MP3(1.920)

Hero(2.000)

BU(1.880)

BB(2.260)

No-Limit Hold'em Tournament ($11), Blinds 20/40 (10 handed)

Preflop: Hero is MP2 with K, K

2 folds, UTG+2 calls $40.00, MP1 folds, Hero raises to 160, 4 folds, BB calls $120.00, UTG+2 calls $120.00.

Wir halten die zweitbeste Starthand im NL Holdem und raisen diese deshalb.

Zum einen, weil wir unsere gute Hand schützen wollen, da wir keinen Multiwaypot spielen wollen und zum anderen wollen wir mit dieser guten Hand einen großen Pot spielen, am liebsten wäre uns ein großer Pot gegen einen Gegner, denn dies wäre die Situation, in der unsere Hand am stärksten ist.

 


Flop: (500) T, K, 5 (3 players)

BB checks, UTG+2 checks, Hero bets 300, 2 folds.

Wir bekommen vor dem Flop zwei Caller, das ist noch nicht schlimm und bei dem Flop sogar sehr gut, denn wir halten zum jetzigen Zeitpunkt die bestmögliche Hand. Trotzdem gewinnt man mit diesen Händen meistens nicht viel Geld, denn wir müssen hier betten, bei diesem Flop wollen wir kein weiteres Karo am Turn sehen, außer natürlich dem K, und wir haben vor dem Flop erhöht und somit wird von uns erwartet, dass wir auch nach dem Flop meistens erhöhen, wenn wir dies nicht tun wirkt das nur verdächtig. Wir können hier also nur betten und müssen hoffen, dass einer der Gegner auch etwas getroffen hat und bereit ist, mit uns um den Pot zu spielen.

 


Fazit

Von diesen 3 Grundarten gibt es natürlich einige Abwandlungen, die man aber dann je nach Situation anpassen kann und muss.

Mein Ziel war es einmal zu erklären, welche Gedanken man sich machen sollte, wenn man so eine schöne Hand trifft, dann kann man sich auch die verschiedenen Abwandlungen und Anpassungen an andere Situationen selber überlegen.