Spielentscheidungen anhand des Attempt to Steal
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Spielentscheidungen anhand des Attempt to Steal
von Bobbs
Wir sitzen in den Blinds und ein Spieler mit bekanntem ATS-Wert, etwa ein Regular, raist first in vom Button oder Cutoff. Beide Spieler haben einen Stack von 11-18 BB.
Da der ATS-Wert bekannt ist, sollten wir versuchen, diese Information zu nutzen, um den Move mit dem größten Erwartungswert gegen den Stealraiser zu finden. Viele werden hier vermutlich standardmäßig auch mit 11-16 BB Push or Fold spielen.
Dies ist in bestimmten Situationen nicht optimal, da uns auch das Stop&Go zur Verfügung steht. Hierbei callen wir das Raise nur, um bei einem geeigneten Board All-In zu gehen, um so mehr Foldequity zu erzeugen, wenn wir davon ausgehen, dass der Raiser auf unseren Preflop-Push nicht folden wird.
Beispiel: Der BU-Raiser hält 55 und der Flop ist AJT. Wenn wir nun All-In gehen, wird er sicher folden. Es folden also bessere Hände gegen unser Stop&Go, die gegen einen Preflop-Push gecallt hätten.
Ein Stop&Go ist nicht gegen alle Stealranges die beste Wahl. Um zu erkennen, wann der Move anwendbar ist, müssen wir die möglichen ATS-Ranges des Gegners genauer analysieren.
Ich gebe für ausgewählte Ranges die Wahrscheinlichkeiten an, dass Villain ein Ass, einen König oder eine Dame hält.
Da sich die meisten Stealranges in dem Bereich 20% - 45% befinden, betrachte ich die ATS Werte 20, 25, 30 , 40 und 45. (Die Ranges stammen aus den Sklansky-Chubukov-Rankings)
| ATS = 20 |
33+, A4o+, A2s+, KQo, KTs+
33-AA = 12*6 Kombinationen
A4o+ = 10*12 Kombinationen
A2s+ = 12*4 Kombinationen
KQo = 12 Kombinationen
KTs+ = 3*4 Kombinationen
GESAMT (Range) = 252
P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(A4o+) + P(A2s+)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 120 + 48]/252
P(Villain | Ass) = 0.69 = 69%
P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(KQo) + P(KTs+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 12 + 12]/252
P(Villain | König) = 0.182 = 18.2%
P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) ]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16]/252
P(Villain | Queen) = 0.15 = 15%
| ATS = 25 |
22+, Ax, KTo+, K9s+,QTs+
22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax = 12*16 Kombinationen
KTo+ = 3*12 Kombinationen
K9s+ = 4*4 Kombinationen
QTs = 2*4 Kombinationen
GESAMT (Range) = 330
P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 192]/330
P(Villain | Ass) = 198/330
P(Villain | Ass) = 0.6 = 60%
P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(KTo+) + P(K9s+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 36 + 16]/330
P(Villain | König) = 0.224 = 22.4%
P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(QTs+)]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 8]/330
P(Villain | Queen) = 0.14 = 14%
Es fällt auf, dass Villain hier in den meisten Fällen ein Ass hält. Gegen ein Reraise All-In wird er aufgrund der Odds fast keine Hand aus seiner Range folden. Da wir seine Range so genau kennen, können wir das Wissen am Flop gegen ihn verwenden.
Beispiel:
BU raises 3BB (12 BB)
SB folds
Hero in BB mit A9o(11 BB)
Mit A9+ sollte Hero nur callen. Am Flop spielen wir dann folgendermaßen weiter:
Flop A: A T 5
Flop B: Q 8 4
A) Hero checks, Bu bets, Hero raises All-In
Hier spielen wir check/raise All-In. Villain hält in den meisten Fällen ein Ass mit einem
schlechteren Kicker und wird nicht mehr folden können.
B) Hero pushes All-In
Er wird diesen Flop selten getroffen haben und viele Hände, gegen die wir zu diesem Zeitpunkt hinten liegen, etwa 22 oder 55, auf unseren Push folden. Auch ist es fraglich, ob er uns hier mit A2 callen wird.
Mit dieser Variation des Stop&Go holen wir den maximalen Value aus der Kenntnis der gegnerischen Range. Kommt ein Ass im Flop, so besitzen wir in den meisten Fällen den besseren Kicker. Kommt kein Ass, so foldet er viele bessere Hände.
Diese Spielweise ist durch die tighte Stealrange des BU dem Push also deutlich überlegen.
| ATS = 30 |
22+, Ax, K8o+, K4s+,QJ, Q9s+, JTs
22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax = 12*16 Kombinationen
K8o+ = 5*12 Kombinationen
K4s+ = 9*4 Kombinationen
QJo = 12 Kombinationen
Q9s+ = 3*4 Kombinationen
JTs = 4 Kombinationen
GESAMT (Range) = 394
P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 192]/394
P(Villain | Ass) = 198/394
P(Villain | Ass) = 0.503 = 50,03%
P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(K8o+) + P(K4s+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 60 + 36]/394
P(Villain | König) = 0.299 = 29.94%
P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(QJo) + P(Q9s+))]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 12 + 12]/394
P(Villain | Queen) = 0.157 = 15.7%
| ATS = 40 |
22+, Ax, K3o+, K2s+,Q9o+, Q5s+, JTs
22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax, 12*16 Kombinationen
K3o+, 10*12 Kombinationen
K2s+, 11*4 Kombinationen
Q9o+, 3*12 Kombinationen
Q5s+, 7*4 Kombinationen
JTs = 4 Kombinationen
GESAMT (Range) = 502
P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = 198/502
P(Villain | Ass) = 0.394 = 39.4%
P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(K3o+) + P(K2s+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 120 + 44]/502
P(Villain | König) = 0.371 = 37.1%
P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(Q9o+) + P(Q5s+))]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 32 + 28]/502
P(Villain | Queen) = 0.195 = 19.5%
| ATS = 45 |
22+, Ax, Kx+,Q7o, Q2s+, J9o+, J7s+, T8s+
22-AA = 13*6 Kombinationen
Ax, 12*16 Kombinationen
Kx, 11*16 Kombinationen
Q7o+, 5*12 Kombinationen
Q2s+, 10*4 Kombinationen
J9o+, 12*2 Kombinationen
J7s+, 4*4 Kombinationen
T8s+, 2*4 Kombinationen
GESAMT (Range) = 594
P(Villain | Ass) = [P(AA) + P(Ax)]/Range
P(Villain | Ass) = [6 + 192]/594
P(Villain | Ass) = 198/594
P(Villain | Ass) = 0.33 = 33.3%
P(Villain | König) = [P(KK) + P(AK) + P(Kx+)]/Range
P(Villain | König) = [6 + 16 + 176]/594
P(Villain | König) = 0.493 = 49.3%
P(Villain | Queen) = [P(QQ) + P(AQ) + P(KQ) + P(Q7o+) + P(Q2s+))]/Range
P(Villain | Queen) = [6 + 16 + 16 + 60 + 40]/594
P(Villain | Queen) = 0.232 = 23.2%
Wie man sieht, nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass Villain ein Ass hält, mit größerem ATS-Wert stark ab. Somit können wir am Flop nicht entscheiden, ob er ihn getroffen hat und werden nicht oft genug von seinen kleineren Assen ausgezahlt. Deshalb ist es hier besser preflop zu pushen, da er einen Teil seiner Range folden wird.
Anmerkungen: Viele Gegner raisen eher suited Connectors als K2. Dadurch ändert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Villain ein Ass hält nicht. Es gibt aber nur wenige Gegner, die 54s gegen ein Reraise All-In callen werden.
Die Spielweise gegen tighte Stealraiser mit ATS zwischen 20 und 25 können wir auch gegen loose Stealraiser anwenden, die aus MP mit einer Range von 20%-25% raisen.
Fazit
Durch die Verwendung von PT&PA erhalten wir in manchen Fällen sehr gute Informationen über den Gegner, durch die wir sehr gute Spots finden können, um guten Spielern wertvolle Chips zu stehlen.
