	{"id":27982,"date":"2018-12-03T14:00:00","date_gmt":"2018-12-03T14:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/gto-pokertheorie-das-peter-prinzip\/"},"modified":"2026-02-26T03:49:21","modified_gmt":"2026-02-26T03:49:21","slug":"gto-pokertheorie-das-peter-prinzip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/GTO-Pokertheorie-Das-Peter-Prinzip_104472\/","title":{"rendered":"GTO-Pokertheorie: Das Peter-Prinzip"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><figure class=\"modulRight\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2018\/10\/15\/michael_scott_poker.jpeg\" alt=\"the office\" title=\"\"><figcaption>Warum werden manche Menschen &uuml;berhaupt bef&ouml;rdert?<\/figcaption><\/figure><p><em>Wer sich f&uuml;r Poker interessiert, bekommt zwangsl&auml;ufig auch Einblicke in andere Wissens- und Themenfelder wie Wirtschaft, KI, Psychologie und Spieltheorie. Daher gibt es eine neue Artikelreihe, bei der wir einige der wichtigsten Themen abdecken, die auch Anwendung beim Spiel finden, das wir alle kennen und lieben.<\/em><\/p><p>Die Artikel zur GTO-Pokertheorie bringen wir vor allem, weil wir &uuml;berzeugt sind, dass es sehr hilfreich f&uuml;r ambitionierte Pokerspieler sein kann, wenn sie die darin geschilderten Konzepte verstehen und auf Poker &uuml;bertragen k&ouml;nnen. Das ist beim heutigen Artikel zwar nicht anders, aber ein ganz kleines bisschen wollen wir uns damit auch &uuml;ber Menschen in Machtpositionen lustig machen.<\/p><p>Das \"Peter-Prinzip\" ist ein Konzept aus dem Bereich des Managements von Laurence J. Peter, der beobachtet haben will, dass <strong>Menschen in einer Hierarchie stets bis zur Stufe ihrer Inkompetenz aufsteigen<\/strong>. Was er damit meint, ist simpel: Talentierte Menschen werden im Beruf eine Bef&ouml;rderung nach der anderen erhalten und nur dann stagnieren, wenn sie keinen guten Job mehr machen (und weitere Bef&ouml;rderungen somit ausbleiben).<\/p><p>Ein Beispiel: Ein Call-Center-Mitarbeiter verf&uuml;gt &uuml;ber exzellente F&auml;higkeiten beim Umgang mit Kunden und wird dadurch in den direkten Verkauf bef&ouml;rdert. Auch dort gl&auml;nzt er weiter mit Leistung, sodass er sogar zum Manager der Verkaufsabteilung wird. Da er jedoch &uuml;ber keinerlei Managementskills verf&uuml;gt, stagniert die Laufbahn nun und er bleibt in genau dieser Position (oder wird gefeuert), anstatt weiter in Richtung CEO aufzusteigen.<\/p><h2>Es fing an mit einem Witz<\/h2><figure class=\"modulRight\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2018\/10\/15\/dilbert.jpg\" alt=\"the dilbert principle\" title=\"\"><figcaption>Das Dilbert-Prinzip als Weiterf&uuml;hrung des Peter-Prinzips<\/figcaption><\/figure><p>Das Interessante am Peter-Prinzip ist, dass alles mit Satire anfing. Es war eigentlich nur ein Witz, um sich &uuml;ber Vorgesetzte in Machtpositionen lustig zu machen. Scott Adams, der Sch&ouml;pfer des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dilbert\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Comicstrips <em>Dilbert<\/em><\/a>, hatte als Folge das sogenannte Dilbert-Prinzip formuliert, nach dem inkompetente Angestellte lediglich in Management-Positionen bef&ouml;rdert werden, damit sie raus aus dem eigentlichen Betriebsablauf sind und ihn nicht weiter negativ beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnen.<\/p><p>Obwohl es als Spa&szlig; begann, hat sich das Peter-Prinzip bei Vordenkern im Bereich Business und Management mittlerweile als tats&auml;chlich zutreffend durchgesetzt. Erst in diesem Jahr haben drei Wirtschaftsforscher <a href=\"https:\/\/papers.ssrn.com\/sol3\/papers.cfm?abstract_id=3047193\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die Leistung von 214 Unternehmen untersucht<\/a> und festgestellt, dass die &uuml;berwiegende Anzahl der Betriebe Personal aus dem Verkauf auf Grundlage der erreichten Verkaufszahlen in Management-Positionen bef&ouml;rdert hat, anstatt den Aufstieg von tats&auml;chlich ben&ouml;tigten F&uuml;hrungsqualit&auml;ten abh&auml;ngig zu machen. Im Anschluss haben die bef&ouml;rderten Mitarbeiter gr&ouml;&szlig;tenteils nur noch d&uuml;rftige Leistungen in den neuen Positionen erbracht. Somit ist das Peter-Prinzip auch wissenschaftlich belegt, insbesondere die Tatsache, dass man im Falle von guter Leistung in einem Bereich nicht automatisch auch Erfolg in einem anderen oder n&auml;chsth&ouml;heren Bereich haben wird.<\/p><h2>Das eigene Leistungsniveau kennen<\/h2><p>Das Peter-Prinzip sollten Pokerspieler vor allem im Hinterkopf haben, wenn es um die eigene Gameselection geht. <strong>Sind wir erfolgreich, werden wir beim Poker gewisserma&szlig;en bef&ouml;rdert, indem wir h&ouml;here Limits erreichen.<\/strong> Aber wie die meisten von euch wissen, wird man nicht automatisch auch ein Gewinner auf NL200, weil man zuvor NL100 mit ausreichender Samplesize schlagen konnte.<\/p><p>Beginnt man gerade erst seine Laufbahn, ist es m&ouml;glich, mehrere Limits in k&uuml;rzester Zeit zu schlagen, wenn man &uuml;ber ein gutes Verst&auml;ndnis der Strategien verf&uuml;gt und die Varianz einem gewogen ist. Nur eine &auml;u&szlig;erst geringe Zahl an Spielern marschiert jedoch durch und kann sich auf den Nosebleeds etablieren. Die &uuml;berwiegende Mehrheit von uns rennt irgendwann gegen eine un&uuml;berwindbare Mauer, wir steigen also nur bis zur Stufe unserer eigenen Unf&auml;higkeit auf.<\/p><p>Was in Sachen Poker beim Peter-Prinzip nicht ber&uuml;cksichtigt wird, ist jedoch, dass es eine <strong>Vielzahl an nicht beeinflussbaren Variablen gibt, die uns davon abhalten k&ouml;nnen, den pers&ouml;nlichen Leistungsgipfel zu erreichen.<\/strong> Die Varianz ist dabei die bedeutendste dieser Variablen. Das folgende Video mit Liv Boeree veranschaulicht die Konsequenzen daraus sehr gut, gesteht eine eigentlich erstklassige Spielerin doch ein, dass ihr nat&uuml;rlich auch von Varianz beg&uuml;nstigter Erfolg bei der EPT dazu gef&uuml;hrt hat, dass sie ihre eigene Leistung in den Turnieren &uuml;bersch&auml;tzt hat. Gleicherma&szlig;en kann ein schlechter Lauf auch dazu f&uuml;hren, dass wir die Verluste einfach als negative Varianz abtun und potenzielle Schwachstellen in unserem Spiel ignorieren.<\/p><div style=\"max-width: 854px\">\n<div style=\"position: relative;height: 0;padding-bottom: 56.25%\"><\/div>\n<\/div><p>Im Gegensatz zum normalen Berufsleben sollten wir uns jedoch nie wirklich an das Limit gebunden f&uuml;hlen, auf dem wir gerade unterwegs sind. Wenn ihr NL100 crusht, aber auf NL200 einfach nicht klarkommt, dann ist es &uuml;berhaupt keine Schande, noch einmal einen Schritt zur&uuml;ckzugehen, um vielleicht in Zukunft zwei voranzuschreiten. <strong>Flexibilit&auml;t im Hinblick auf die gespielten Limits ist beim Poker eine au&szlig;erordentlich wichtige F&auml;higkeit.<\/strong> Es kann &auml;u&szlig;erst kostspielig werden und ganze Karrieren zerst&ouml;ren, wenn man sich nicht eingestehen kann, dass man noch nicht in der Lage ist, ein bestimmtes Niveau zu schlagen. Man muss sich dazu nur die Laufbahn von Gus Hansen ansehen, der wohl in nahezu allen Partien ein gef&uuml;rchteter Hai ist &ndash; au&szlig;er eben auf den Online-Nosebleeds, wo er mittlerweile &uuml;ber $20 Millionen verloren hat.<\/p><p>Kann man aktuell ein Limit nicht schlagen, sollte man nat&uuml;rlich nicht einfach aufgeben und nie wieder versuchen voranzukommen. Im Berufsleben ist es sehr schwierig zur&uuml;ck auf eine vorherige Position zu wechseln, da derartige Degradierungen mit einem Stigma belastet sind, selbst wenn sie freiwillig vorgenommen werden. Beim Poker hat man die seltene M&ouml;glichkeit, flexibel und experimentell zu verfahren, was das aktuelle Leistungsniveau betrifft. Es gilt, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, wenn man sich eingestehen muss, dass es f&uuml;r das h&ouml;here Level noch nicht ganz reicht. Denn langfristig verf&uuml;gen Spieler, die auch die notwendigen R&uuml;ckschritte vornehmen k&ouml;nnen, &uuml;ber einen wichtigen Skill, der bei vielen anderen eher Mangelware ist.<\/p><p><em>Welche Theorien au&szlig;erhalb der Welt von Poker haben euch am meisten beim Verbessern eures Spiels oder in anderer Weise geholfen?<\/em><\/p><h3>Weitere Artikel<\/h3><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/99663\/\">Warum das Duell Mensch gegen Maschine wichtig ist<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/101967\/\">Die Trag&ouml;die um das Poker-Gemeingut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/103649\/\">Warum beim Poker die Reichen reicher &amp; Armen &auml;rmer werden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104115\/\">GTO-Pokertheorie: Der Ruin des Spielers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104149\/\">GTO-Pokertheorie: Das Paretoprinzip<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104182\/\">GTO-Pokertheorie: Das Ultimatumspiel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104217\/\">GTO-Pokertheorie: Der Survivorship Bias<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104252\/\">GTO-Pokertheorie: Der Kobra-Effekt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104293\/\">GTO-Pokertheorie: Der Schwarze Schwan<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104293\/\">GTO-Pokertheorie: Der Grenznutzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104438\/\">GTO-Pokertheorie: Das Gesetz der Trivialit&auml;t<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/world-of-poker\/104402\/\">GTO-Pokertheorie: Die Illusion von Kontrolle<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie beim Aufstieg im Berufsleben hat man auch beim Erklimmen der Limits beim Poker irgendwann den Punkt erreicht, wo man einfach wieder der Fisch ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":27983,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[112],"tags":[],"class_list":["post-27982","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-world-of-poker"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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