	{"id":52624,"date":"2009-08-29T16:49:00","date_gmt":"2009-08-29T16:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/pokerspieler-selbstmanagement\/"},"modified":"2026-03-12T09:17:58","modified_gmt":"2026-03-12T09:17:58","slug":"pokerspieler-selbstmanagement","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/pokerspieler-selbstmanagement\/","title":{"rendered":"Selbstmanagement als Pokerspieler"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Selbstmanagement als Pokerspieler<\/h1><h1> 1. Einleitung<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nNeben den strategischen-technischen Fertigkeiten kommt es beim Pokern darauf an, sich selbst unter Kontrolle zu haben.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nPoker ist ein Kampf gegen das eigene Ich! &Uuml;berall lauern Gefahren und Versuchungen, vom richtigen Wege ab zukommen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWir zeigen Euch hier s&auml;mtliche Fallstricke auf und ebenso die Mittel, wie Ihr Eure Standhaftigkeit st&auml;rken k&ouml;nnt. Die genannten Beispiele beziehen sich auf Fixed Limit.\n<\/p><h1> 2. Das Bad Beat-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nBad Beat ist der Fachausdruck f&uuml;r folgendes Ph&auml;nomen: Man spielt eine qualitativ hochwertige Hand, trifft den Flop oder hat dort bereits ein hohes Paar, nur um von einer minderwertigen Hand &uuml;berholt zu werden. Der Niederlage ist beim Bad Beat stets ein schlechtes Spiel vom Gegner vorausgegangen. <\/p><p>\n<b>Lasse dich nie durch schmerzhafte Erlebnisse vom theoretisch richtigen Weg abbringen!<\/b><\/p><p>Man raist mit AK, der Gegner callt das Raise cold (2 Bets auf einmal) mit A6s. Der Flop kommt A 6 2 rainbow (dreifarbig).\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nMan hat allen Grund anzunehmen, weit vorne zu liegen und verliert die Hand schlie&szlig;lich gegen 2 Paar. Der Pre-Flop Call vom Gegner war katastrophal schlecht. In solchen F&auml;llen m&ouml;chte man sich die Haare raufen. Verlieren ist ja schon schlimm genug, dann aber noch gegen einen Vollidioten. Kommen mehrere Bad Beats hintereinander, stellt das die eigene Belastbarkeit auf eine harte Probe.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDadurch kann es zu Kurzschlusshandlungen kommen: Du traust dich nicht mehr, mit guten H&auml;nden zu raisen. &bdquo;Ich werde ja doch wieder unterwegs bis zum River eingeholt. Da investiere ich lieber nicht so viel Geld.&ldquo; Das ist nat&uuml;rlich ein Fehler. Man vers&auml;umt damit, m&ouml;glichst viel Geld mit seinen starken H&auml;nden zu verdienen, und erlaubt schwachen H&auml;nden in der Hand zu bleiben und einen noch einzuholen.\n<\/p><div class=\"emoImportant\">\nBelehre \/ Beschimpfe deine Gegner (Kunden) nicht!\n<\/div><p>Oder du bist versucht, den Gegner auf sein schwaches Spiel hinzuweisen (zu belehren) oder gar zu beschimpfen. <\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDies ist nachvollziehbar aber auch in einer gewissen Weise absurd. Man beschimpft den Gegner als Anf&auml;nger \/ schlechten Spieler und outet sich dabei selbst als einer, indem man elementare Anf&auml;ngerfehler begeht.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n&nbsp;\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWenn man Gegner belehrt, kann das mehrere Folgen haben: \n<\/p><ol>\n<li>\n<p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n\tDer Gegner wird schlauer und damit gef&auml;hrlicher.\n\t<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n\tDer Gegner, der nur zum Zocken kam, wird durch die verbissene Atmosph&auml;re zu mehr Ehrgeiz und Konzentration animiert.\n\t<\/p>\n<\/li>\n<\/ol><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<br>\nBeschimpfen ist noch schlimmer. Erstens ist das nicht nett und zweitens dumm. Die schlechten Gegner sind die Kunden des seri&ouml;sen Pokerspielers. Die Beschimpfung der eigenen Kunden ist wahrlich kein Zeichen von Intelligenz. H&auml;ufig verl&auml;sst der Beschimpfte Just-for-Fun-Player darauf den Tisch, denn der Spa&szlig; ist ihm vergangen.\n<\/p><div class=\"emoImportant\">\n<b>Habe immer einen l&auml;ngerfristigen Fokus. Habe immer das gro&szlig;e Bild vor Augen!<\/b>\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWichtig ist die Einsicht, dass einem die schlechten Spieler durch ungerechtfertigtes Callen mehr Profit einbringen, als sie durch Bad Beats wieder abziehen. Man will diese Spieler am Tisch haben und man will, dass sie genauso spielen, wie sie es tun! Also, kein Grund auszurasten, wenn sie mal treffen. Menschliche Gr&ouml;&szlig;e ist, sich ins Unab&auml;nderliche zu f&uuml;gen (nach Nietzsche).\n<\/p><h1> 3. Das Downswing-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nMein Mitgef&uuml;hl ist bei jenen, die gerade einen fiesen Downswing durchlaufen. Nat&uuml;rlich hatte ich auch schon mehrfach damit zu tun. Es ist immer wieder ein frustrierendes Erlebnis.\n<\/p><div class=\"emoImportant\">\nDie 50 BB Regel: Verliert man w&auml;hrend einer Session mehr als 50 BB, so macht man am besten bis zum n&auml;chsten Tag Pause.\n<\/div><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n&nbsp;\n<\/p><h2>3.1. Der kurzfristige Downswing<\/h2><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nKurzfristige Downswings ereignen sich ziemlich oft. Man spielt seinen normalen soliden Stil und am Ende der Session hat man ordentlich Geld verloren.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWie ist das zu erkl&auml;ren? Im Prinzip ist es nichts anderes als eine Verkettung ungl&uuml;cklicher Ereignisse.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nJede Menge zweitbeste H&auml;nde, Bad Beats und dann noch all die kostspieligen High Quality Draws, die sich nicht materialisieren wollen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n&nbsp;\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nF&uuml;r viele Spieler ist es angebracht, eine Stop-Loss-Marke festzulegen. Diese k&ouml;nnte sehr gut bei - 50 BB (Big Bets) liegen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nEs ist nun einmal so: Wenn man verliert, dann verschlechtert sich die Stimmung. Es besteht die Gefahr, dass man dann nicht mehr seine optimale Leistung bringen kann.<br>\nUmgekehrt gilt ja auch, dass man alles, was man mit Freude macht, besonders gut erledigt. Jeder, der dazu neigt, schlechter zu spielen, wenn er verliert, sollte sich strikt an eine bestimmte Stop-Loss-Marke halten.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWenn man verliert, kann dies auch &auml;u&szlig;ere Umst&auml;nde haben. Vielleicht sind die Gegner besonders stark.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nEs spricht jedenfalls einiges daf&uuml;r, ein wenig Abstand zwischen sich und den Misserfolg zu bringen. Morgen ist auch noch ein Tag!\n<\/p><p><\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n&nbsp;\n<\/p><h2>3.2. Der langfristige Downswing<\/h2><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDer eigentliche H&auml;rtetest f&uuml;r den Pokerspieler ist der langfristige Downswing.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDieser kann sich &uuml;ber Wochen erstrecken und hat schon manche verhei&szlig;ungsvolle Pokerkarriere beendet, bevor sie eigentlich begann. So unwahrscheinlich es klingt, aber auch sehr lange Pechstr&auml;hnen befinden sich durchaus im Rahmen des mathematisch Plausiblen. Um sich gegen die psychische Belastung w&auml;hrend eines Downswings zu wappnen, sollte man sich auf jeden Fall mit der mathematischen Natur von Gl&uuml;cks- und Pechstr&auml;hnen vertraut machen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n&nbsp;\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nZwar ist Poker ein Strategiespiel, aber es kann oft sehr lange dauern, bis die richtige Spielweise Fr&uuml;chte tr&auml;gt. Denn die Varianz ist unerwartet gro&szlig;\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nUnter Umst&auml;nden kann man &uuml;ber mehrere tausend H&auml;nde Verlust machen, obwohl man perfekt gespielt hat. Andererseits kann aber auch der Gewinn &uuml;ber die gleiche Zahl an H&auml;nden deutlich gr&ouml;&szlig;er sein als erwartet.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nAuf lange Sicht jedoch, wird sich der tats&auml;chliche Gewinn mit dem mathematisch erwarteten Gewinn (hinsichtlich der eigenen Spielst&auml;rke) decken.\n<\/p><div class=\"emoImportant\">\n&Uuml;berpr&uuml;fe, ob der Downswing spielerische Ursachen hat\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nNat&uuml;rlich ist nicht auszuschlie&szlig;en, dass ein Downswing spielerische Ursachen hat. Man sollte sich stets fragen, ob das Limit einen nicht &uuml;berfordert. Wer unsere Anweisungen zum richtigen Bankrollmanagement befolgt, der wird nat&uuml;rlich automatisch im Limit herunter gehen, wenn es l&auml;ngerfristig schlecht l&auml;uft.\n<\/p><p>\n<b>Benutze den Downswing, um dich vermehrt mit der theoretischen Seite des Pokerns zu besch&auml;ftigen!<\/b> <\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin Downswing ist immer eine gute Gelegenheit, sein eigenes K&ouml;nnen auf den Pr&uuml;fstand zu stellen. Wo sind meine Schw&auml;chen, wo die Leaks, durch die st&auml;ndig Geld versickert? W&auml;hrend einer Pechstr&auml;hne sollte man verst&auml;rkt an seinem Spiel arbeiten und sich vermehrt mit Literatur besch&auml;ftigen. Da das Spielen ja in solchen Phasen ohnehin nicht so viel Freude bereitet, d&uuml;rfte das nicht schwerfallen.\n<\/p><div class=\"emoImportant\">\n<b>Mache dich mit der mathematischen Natur von Gl&uuml;cks- und Pechstr&auml;hnen vertraut!<\/b>\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEs hilft zumeist mit einer Problematik klar zukommen, wenn man diese in ihrem Ansatz versteht. Wer die Unab&auml;nderlichkeit von Gl&uuml;ck und Pech versteht, kann sich leichter in sie f&uuml;gen und sich nicht von ihr beeinflussen lassen. Spiele wie eine Maschine !\n<\/p><h1> 4. Das Lern-Problem <\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nViele Spieler bleiben auf einem bestimmten Niveau stecken, da Ihr gewohnter Lernmechanismus beim Pokern versagt. Sie tappen in <b> die Falle des ergebnisorientierten Denkens<\/b>! <\/p><p>\n<b>Lasse dich nicht von einzelnen Ereignissen irritieren. Ziehe Schlussfolgerungen nur auf Basis ausreichend gro&szlig;er Datenmengen!<\/b><\/p><p>Wie wir gezeigt haben, darf man die korrekte Spielweise einer Hand nicht an deren Ergebnis festmachen. <br>\nEs gibt H&auml;nde, die man komplett falsch gespielt aber gewonnen hat, und welche, die man absolut korrekt gespielt aber verloren hat. <\/p><p>\n<b>Lerne Poker auf eine abstrakte, theoretische Weise!<\/b><\/p><p>Dies stellt den menschlich angeborenen Lernmechanismus extrem auf die Probe. <br>\nDas Gehirn arbeitet &uuml;blicherweise in Abh&auml;ngigkeit von kurzfristigem Erfolg- und Misserfolg, d.h. nach der Methode von \"Trial and Error\". Poker ist aber ein langfristig angelegtes Spiel. <br>\nDer Erfolg stellt sich sehr h&auml;ufig zeitverz&ouml;gert ein. Lernen bedeutet hier in erster Linie, die theoretischen Grundlagen und Prinzipien ausgiebig zu studieren und durch Anwendung in der Praxis zu verfestigen.\n<\/p><h1> 5. Das Kaffeesatzleserei-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDas Kaffeesatzleserei-Problem ist mit dem Lernproblem verwandt und basiert auf einer der gr&ouml;&szlig;ten F&auml;higkeiten des menschlichen Gehirns: der Mustererkennung.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDer Mensch lernt, indem er im gewaltigen und chaotischen Strom der Sinneseindr&uuml;cke nach Analogien, wiederkehrenden Strukturen und Sinnzusammenh&auml;ngen sucht.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDieser unbremsbare zerebrale Trieb ist ungemein produktiv, f&uuml;hrt aber auch h&auml;ufig dazu, dass Muster erkannt werden, wo einfach keine existieren.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nBeim Pokern versteifen sich einige fantasievolle Zeitgenossen gerne dazu, Prognosen aufgrund vergangener Begebenheiten anzustellen, obwohl diese keinerlei Einfluss auf die Zukunft haben.<\/p><p>Gl&uuml;cks- und Pechstr&auml;hnen sind Begriffe, die Vergangenes sehr gut beschreiben k&ouml;nnen, aber mehr auch nicht. Man kann sie immer nur im R&uuml;ckspiegel erkennen. <\/p><p>\n<b>Immer sch&ouml;n rational bleiben! Ziehe keine Verbindungen zwischen voneinander unabh&auml;ngigen Ereignissen!<\/b>\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<br>\nWenn ich meinen Flush Draw f&uuml;nf Mal hintereinander verfehlt habe, dann hat das keine Auswirkung auf meinen n&auml;chsten Flush Draw.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nEs bedeutet keinesfalls, dass ich aufh&ouml;ren sollte, mit meinen Flush Draws bis zum River zu gehen, \"weil es eh nicht klappt\".\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWenn ich gerade viel Geld verloren habe, dann war das zweifelsohne eine Pechstr&auml;hne. Diese hat aber keine Auswirkung auf die Zukunft.\n<\/p><h1> 6. Das Ungedulds-Problem<u><b> <\/b><\/u><\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWer sich an unseren Pre-Flop-Chart h&auml;lt, spielt im Durchschnitt 20 % seiner H&auml;nde. In vier von f&uuml;nf F&auml;llen schmei&szlig;t er seine Karten weg. <\/p><p>\n<b>Die Mega-Pokerregel: Winning by folding!<\/b>\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<br>\nEinige Spieler langweilen sich dann, weil ihnen die Action fehlt.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nSie erinnern daran, dass der heroische Cowboy im Film eher durch waghalsige Bluffs als durch kleinliches Ablegen seiner Karten aufgefallen ist. Aber das ist Hollywood.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDie Realit&auml;t ist eher n&uuml;chtern. Nur wer sich strikt daran h&auml;lt, ausschlie&szlig;lich Qualit&auml;tsh&auml;nde zu spielen, wird mit Erfolg belohnt.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDas gleiche Prinzip gilt nat&uuml;rlich auch auf dem Flop. Wenn man nichts getroffen hat &ndash; weg damit. Das Folden ist eure st&auml;rkste Waffe beim Pokern!<\/p><p>&Uuml;brigens gibt es &uuml;berhaupt keinen Grund, sich zu langweilen. Selbst au&szlig;erhalb der Hand gibt es jede Menge zu tun.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nUm erfolgreich zu pokern, muss man seine Gegner beobachten und klassifizieren.<br>\nAuf Partypoker kann man sich &uuml;ber die Hyperlinks oben rechts die Handhistories anschauen und daraus R&uuml;ckschl&uuml;sse auf die gegnerischen Verhaltensmuster ziehen.<br>\nWenn man vom absoluten Anf&auml;nger zum Fortgeschrittenen avanciert, wird man in der Lage sein, konzentriert an zwei Tischen zu spielen. Die Langeweile d&uuml;rfte dann verschwinden.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nOder aber, man steigt so weit in den Limits auf, dass das auf dem Spiel stehende Geld f&uuml;r den n&ouml;tigen Adrenalinkitzel sorgt. Sp&auml;testens dann sollte man mit Respekt und Sorgfalt an seine Pokerpartien gehen.<\/p><p>\n<b>Beobachte deine Gegner nach dem Folden. Praktiziere Handreading!<\/b>\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<br>\nEin weiteres Mittel gegen die Langeweile ist das Praktizieren des Handreadings. <br>\nHandreading ist eine der anspruchsvollsten und wichtigsten F&auml;higkeiten beim Pokern. Man sollte es st&auml;ndig trainieren, um seine Skills darin zu sch&auml;rfen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nBenutzt die gefoldeten H&auml;nde, um zu &uuml;berlegen, welche Karten die verbleibenden Spieler halten k&ouml;nnten.\n<\/p><h1> 7. Das Break-even-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nVielen Spielern f&auml;llt es schwer, die Session mit einem Verlust zu beenden. Dies f&uuml;hrt dazu, dass man l&auml;nger spielt, als es die Konzentrationsf&auml;higkeit gebietet. <\/p><p><b>Spiele nicht aggressiver, wenn du hinten liegst!<\/b>\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<br>\nBesonders gef&auml;hrlich ist dieses Ph&auml;nomen nat&uuml;rlich kurz vorm Zubettgehen, da die &uuml;bergro&szlig;e M&uuml;digkeit zu einem deutlichen Abfall der Spielst&auml;rke f&uuml;hrt.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nAuf gar keinen Fall sollte man versuchen, die Verluste auf Biegen und Brechen wieder auszugleichen. Eine &uuml;beraggressive Spielweise f&uuml;hrt meistens zu noch gr&ouml;&szlig;eren Verlusten.<\/p><p>\n<b>Halte dich an feste Spielzeiten!<\/b><\/p><p>Durch das einplanen fester Spielzeiten sch&uuml;tzt man sich vor Break-even Problemen und erleichtert sich das spielen dadurch ungemein. <\/p><p>\n<b>It&rsquo;s one big session!<\/b><\/p><p>Hier sollte man sich stets das Zitat von David Sklansky vor Augen f&uuml;hren:\"It's one big session.\"\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nUnsere Pokerlaufbahn ist eine gro&szlig;e Sitzung und die n&auml;chste Stunde ist immer die n&auml;chste Stunde, egal ob sie sofort stattfindet oder am n&auml;chsten Morgen, wenn man wieder ausgeschlafen ist.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDie einzelne Session ist somit nur eine k&uuml;nstliche, willk&uuml;rliche Einteilung ohne wirklichen Realit&auml;tswert.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nHat man sich eine gro&szlig;e Bankroll erspielt, wird man auch nach einer verlorenen Session noch deutlich im Plus sein. Man war vorher ein Winning Player; man ist auch hinterher ein Winning Player.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nEs gibt absolut keinen Grund zur Beunruhigung. <\/p><p>\n<b>Verlasse den Tisch, wenn sich die Bedingungen rapide verschlechtern, egal ob du vorne oder hinten liegst.<\/b><\/p><p>Eine spezielle Form des Break-even-Problems entsteht im Rahmen der Table Selection-Problematik.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nLeider passiert folgendes sehr h&auml;ufig: Man sucht sich einen Tisch mit schwachen Spielern und ger&auml;t dort in R&uuml;ckstand. Ehe man sich versieht, ist der Gro&szlig;teil der Zielobjekte verschwunden.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDer Tisch ist nun sehr tight geworden. Viele Spieler bleiben in solchen F&auml;llen am Tisch sitzen, da sie ihn nicht als Loser verlassen wollen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDiese Einstellung ist nat&uuml;rlich falsch. Beim Pokern geht es stets um den Erwartungswert und der ist nun mal h&ouml;her an Tischen mit schwachen Spielern. <\/p><p>\n<\/p><h1> 8. Das Ego-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nEinige Menschen besitzen ein gr&ouml;&szlig;eres Ego als andere. Beim Pokern kann das verschiedene Konsequenzen haben:<\/p><p>\n<b>Es geht nicht um P&ouml;tte, sondern um Geld. <br>\n<\/b>\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<br>\nDie hyper-aggressiven Spieler, genannt Maniacs haben den Drang, im Mittelpunkt zu stehen und durch exzessives Bluffen ihre Gegner aus der Hand zu dr&auml;ngen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nSie m&ouml;chten m&ouml;glichst viele P&ouml;tte gewinnen, um ihre Pers&ouml;nlichkeit damit aufzuwerten. In der Tat gewinnen sie viele P&ouml;tte, aber sie verlieren auf Dauer all ihr Geld.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nDem erfolgreichen Pokerspieler geht es nicht um P&ouml;tte, sondern um einen positiven Saldo. <\/p><p>\n<b>Spiele nur die Limits, die du schlagen kannst!<\/b><\/p><p>Einige Spieler suchen die Herausforderung. Sie wollen sich auf hohen Limits mit starken Gegnern messen. Die Low Limits sind unter ihrer W&uuml;rde. Wer &uuml;ber ausreichend finanzielle Mittel verf&uuml;gt, der mag diesen Weg einschlagen und als sein Privatvergn&uuml;gen betrachten. <\/p><p>\n<b>Spiele nur, wenn du einen Vorteil hast!<\/b><\/p><p>F&uuml;r gewinnorientierte Pokerfreunde ist diese Einstellung selbstredend zerst&ouml;rerisch. Erfolgreiche Pokerprofis haben eines gemein.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nSie spielen nur, wenn sie einen Vorteil f&uuml;r sich erkennen. Treffen sie auf starken Widerstand, weichen sie aus. Beim Pokern gibt es kein Platz f&uuml;r eine Art falsch verstandene Ritterehre.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nEs geht einzig und allein um Overlay, Edge und Profit.<\/p><h1> 9. Das Misstrauen-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<b>Lasst andere den Tisch-Sheriff spielen!<\/b><\/p><p>Misstrauische Naturen neigen dazu, zu oft zu callen, da sie es nicht ertragen k&ouml;nnen, geblufft zu werden.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nM&ouml;glicherweise haben sie im Leben schlechte Erfahrungen gemacht, sind verletzt und betrogen worden.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nSie betrachten es als Dem&uuml;tigungen, aus einer Hand heraus geblufft zu werden und setzen nun alles daran, dieses Trauma zu verhindern. <\/p><p>\n<b>Wer noch nie einen Winner gefoldet hat, spielt viel zu loose!<\/b><\/p><p>Wie wir alle wissen, ist &uuml;berm&auml;&szlig;iges Callen ein Loosing Play. Mein Ratschlag: Am Pokertisch ja nichts pers&ouml;nlich nehmen. Es ist keine Schande aus der Hand geblufft zu werden. <\/p><h1> 10. Das Pessimismus-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<b>Nicht hinter jedem Baum steht gleich der Butzemann!<\/b><\/p><p>Der Pessimist sieht st&auml;ndig die Nuts gegen sich. Er spielt viel zu sch&uuml;chtern und holt zu wenig Value aus seinen starken H&auml;nden heraus.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nAu&szlig;erdem l&auml;sst er sich wirklich (siehe Punkt 7) zu oft aus der Hand bluffen.<\/p><h1> 11. Das Rache-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<b>Rachegedanken vernebeln die Sinne und schw&auml;chen die Urteilskraft!<\/b><\/p><p>Es kommt h&auml;ufig vor, dass man gerade bei einem speziellen Gegner sehr viel Geld abl&auml;dt, m&ouml;glicherweise in Verbindung mit f&uuml;rchterlichen Bad Beats. Da steigen dann manchmal schon negative Gef&uuml;hle in einem auf. Trotzdem sollte man die Angelegenheit auf keinen Fall pers&ouml;nlich nehmen. Spielt weiterhin euer objektives, wissenschaftlich korrektes A-Game.<\/p><h1> 12. Das Fokus-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<b>Sorge f&uuml;r gute Spielbedingungen!<\/b><\/p><p>Es gibt viele potentielle Konzentrationskiller beim Pokern: M&uuml;digkeit, Alkoholgenuss, Ablenkungen wie z.B. Fernsehen gucken, email beantworten etc..<\/p><p>\n<\/p><h1> 13. Das Komfortzonen-Problem<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n<b>Wenn deine Spielst&auml;rke daf&uuml;r ausreicht, w&auml;hle das Limit, welches genau im Zentrum deiner finanziellen Komfortzone liegt.<\/b><\/p><p>Die Wahl des richtigen Limits hat auch viel mit der eigenen Komfortzone zu tun. <br>\nF&uuml;r jeden hat das Geld einen individuellen Wert. Spielt man auf einem niedrigen Limit, kann es sein, dass man den Einsatz nicht gen&uuml;gend achtet, und anf&auml;ngt, zu l&auml;ssig zu spielen.<br>\nSpielt man dagegen auf einem Niveau &uuml;ber der eigenen Komfortzone, stellt sich leicht eine Art Beklommenheit ein.<br>\nMan verh&auml;lt sich passiver, als es die strategische Vernunft gebietet. <\/p><h1> 14. Die Tugenden des Pokerspielers<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nFassen wir an dieser Stelle noch einmal alle Tugenden des Pokerspielers zusammen:<\/p><ul>\n<li><b>Geduld<\/b><\/li>\n<li><b>Disziplin<\/b><\/li>\n<li><b>Gelassenheit<\/b><\/li>\n<li><b>Flei&szlig;<\/b><\/li>\n<li><b>Objektivit&auml;t (Selbstkritik)<\/b><\/li>\n<li><b>Gesunder Optimismus, Courage<\/b><\/li>\n<li><b>Sportsgeist<\/b><\/li>\n<li><b>Wirtschaftliche Vernunft<\/b><\/li>\n<li><b>Konzentrationsf&auml;higkeit<\/b><\/li>\n<li><b>Nervenst&auml;rke<\/b><\/li>\n<li><b>Bescheidenheit, Demut<\/b><\/li>\n<\/ul><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\n\n<\/p><h1> 15. Schluss&uuml;berlegung<\/h1><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nNeben den spieltechnischen Anforderungen stellt Poker eine gro&szlig;e Herausforderung f&uuml;r eure charakterliche Disposition dar.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nWer die Mehrzahl der aufgef&uuml;hrten Tugenden bei sich vermisst, dem empfehle ich, sich gr&uuml;ndlich zu &uuml;berlegen, ob er sich das Ganze &uuml;berhaupt antun will.<\/p><p>Auf der Positivseite kann man all die psychischen Fallstricke nat&uuml;rlich auch als Chance begreifen.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nNicht zuletzt durch diese Abhandlung werdet Ihr auf der psychologischen Seite von unserem Team einigerma&szlig;en gut betreut. Anders sieht es bei euren Gegnern aus. <br>\nTeilweise sind die auf sich allein gestellt und v&ouml;llig ohne Plan. <br>\nJedes der genannten Probleme ist damit eine potentielle Falle f&uuml;r eure Gegner und ein Vorteil f&uuml;r Euch.<\/p><p>Poker wird manchmal als verrucht, s&uuml;ndhaft und geldlastig beschrieben.<br>\nSicherlich ist da etwas dran, aber es gibt auch eine andere Seite. Richtig erfolgreich wird nur derjenige, der st&auml;ndig an sich und den Pokertugenden arbeitet.\n<\/p><p class=\"&lsquo;emoNormal&rsquo;\">\nJede Session stellt den eigenen Charakter immer wieder auf eine neue, harte Probe. Jede Session ist eine Schulung der eigenen Geduld, Disziplin und Gelassenheit.<br>\nJeder Downswing macht dem&uuml;tig. Poker hat damit durchaus eine Art meditative Note.<\/p><p>\n<\/p><h1 style=\"text-align: left;margin-top: 24px\">16. Literaturhinweis<\/h1><p>Psychologische Aspekte werden in vielen Pokerb&uuml;chern erw&auml;hnt. Die spezielle Natur des Themas geht eigentlich &uuml;ber den Anf&auml;ngerbereich hinaus. Da dieser Artikel aber auch von Fortgeschrittenen gelesen wird, hier ein paar Buchempfehlungen. Die folgenden zwei besch&auml;ftigen sich ausschlie&szlig;lich mit Psychologie, wobei das Zen-Buch etwas esoterisch ist:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>The Psychology of Poker, Dr. Alan Schoonmaker, Twoplustwo\n\t<\/li>\n<li>Zen and the Art of Poker, Larry W. Phillips, A Plume Book\n\t<\/li>\n<\/ul><div class=\"emoSubheadbig\">\nDie n&auml;chsten zwei bieten ebenfalls gutes Material:\n<\/div><ul class=\"emoList1\">\n<li>Inside the Pokermind, John Feneey, Twoplustwo\n\t<\/li>\n<li>Ace on the River, Barry Greenstein, Last Knight Publishing\n\t<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Anf\u00e4nger stufen einen solchen Artikel als unwichtig ein, da man wenig konkrete Tips erh\u00e4lt, wie man seine Hand spielen soll. Ihr solltet euch klarmachen, dass die psychologische Seite des Pokerns diejenige ist, an der die meisten scheitern. 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