	{"id":52674,"date":"2009-05-18T10:21:00","date_gmt":"2009-05-18T10:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/konzepte-psychologische-analyse\/"},"modified":"2026-03-12T09:20:04","modified_gmt":"2026-03-12T09:20:04","slug":"konzepte-psychologische-analyse","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/konzepte-psychologische-analyse\/","title":{"rendered":"Psychologische Analysen und Konzepte"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Psychologische Analysen und Konzepte<\/h1><h1><b>Einleitung<\/b><br>\n<\/h1><p> Gerade im No-Limit Hold'em ist der psychologische Faktor von gro&szlig;er Bedeutung, sei es in Hinblick auf die Gegner, das Einsch&auml;tzen und Kontrollieren ihrer Aktionen und mehr noch im Kontext des eigenen Verhaltens, des Sich-Selbst-Unter-Kontrolle-Habens und der F&auml;higkeit, sich selbst zu &uuml;berwinden, um ein Pokerspieler zu werden, der stets in der Lage ist, rational die richtigen Entscheidungen zu treffen, und R&uuml;ckschl&auml;ge als das hinnimmt, was sie sind: ein Teil des Spiels.<\/p><p>Das pers&ouml;nliche Management, Bankroll Management, Table Selection, Zielsetzung und Lernverhalten, die Konzentration beim Spielen, Gewissenhaftigkeit auch bei niedrigen Betr&auml;gen, das Bestreben, in jeder Situation sein A-Game zu spielen, machen mindestens 70% des Erfolgs aus.<\/p><h1><b>Bad Beat<\/b><br>\n<\/h1><h2><b>Problem<\/b><\/h2><p> Als scheinbar sicherer Favorit schiebt man seine Chips in die Mitte und der Gegner trifft doch noch eine gl&uuml;ckliche Karte, seinen Kicker, Runner Runner Draw oder Gutshot: der Bad Beat.<\/p><h2><b>Konzepte<\/b><br>\n<\/h2><p> <b>Erfahrung macht es leichter Bad Beats wegzustecken<\/b><br>\nIm Laufe der Zeit wird ein Pokerspieler mehr und mehr H&auml;nde sehen, in denen der Favorit verliert, und irgendwann ist es ihm schlichtweg egal. Die Chancen auf einen Sechser-Pasch beim Werfen zweier W&uuml;rfel liegen bei 2,8%, die f&uuml;r das Treffen eines Runner-Runner-Straights bei 4,9%. Mit zunehmender Anzahl der H&auml;nde lernt ein Spieler, dass solche Ereignisse nicht derart au&szlig;ergew&ouml;hnlich sind und zum Spiel geh&ouml;ren.<\/p><p><b>Ihr k&ouml;nnt nicht mehr machen, als eure Chips mit einem Vorteil in den Pot zu schieben<\/b><br>\nSo einfach ist das. K&ouml;nnte ein Mensch Dinge, die au&szlig;erhalb seiner Macht liegen (d.h. die noch am Turn und River kommenden Karten), als selbstverst&auml;ndlich hinnehmen, so best&uuml;nde dieses Problem wohl nicht. Leider empfindet der Mensch es meist als ungerecht, wenn er trotz gutem Spiel verliert. <\/p><p>Aber Poker ist nicht gerecht. Auf lange Sicht ist es das, aber nicht auf die wenigen H&auml;nde in einer Session. Es sind vier Karten im Deck, die einen Gutshot komplettieren, und manchmal kommt eine dieser vier Karten, ohne dass ihr etwas dagegen tun k&ouml;nnt. Versucht die Dinge zu beeinflussen, auf die ihr Einfluss habt, z.B. die Pot Odds, die ihr dem Gegner f&uuml;r seinen Draw gebt und die euren langfristigen Gewinn sichern, und nehmt den Rest einfach hin.<\/p><p><b>Gute Spieler erleiden mehr Bad Beats<\/b><br>\nMacht euch immer wieder klar, dass gute Spieler mehr Bad Beats einstecken m&uuml;ssen, da sie h&auml;ufiger Favorit sind, wenn das gro&szlig;e Geld in die Mitte flie&szlig;t. Ein schlechter Spieler, der mit einem Gutshot regelm&auml;&szlig;ig All-In geht, ist niemals Favorit. Alles, was er tun kann, ist einen Bad Beat verteilen. Selbst einen solchen einzustecken wird wiederum schwer f&uuml;r ihn, da er, seines Zeichens schlechter Spieler, nat&uuml;rlich seine Sets &auml;u&szlig;erst tricky slowplayt. Er wirft sein Geld zu den falschen Momenten in die Mitte und das ist euer Profit, vielleicht nicht in der einen Hand, in der er seine gl&uuml;ckliche Riverkarte trifft, aber in den vielen anderen H&auml;nden, die noch kommen werden, in denen ihr Favorit seid und die vier Outs des Gegners im Kartendeck verbleiben.<\/p><p>Wenn ihr einmal mit st&auml;rkeren Gegnern zu tun hattet und danach wieder auf euer vertrautes Stammlimit zur&uuml;ckgeht, werdet ihr euch freuen, eure Chips auch einmal wieder als Favorit in den Pot schieben zu k&ouml;nnen, selbst wenn ihr Bad Beats und Suckouts daf&uuml;r in Kauf nehmen m&uuml;sst.<\/p><h1><b>Cooler<\/b><br>\n<\/h1><h2><b>Problem<\/b><br>\n<\/h2><p> Ein Cooler ist, wenn man mit einer starken Hand in eine noch st&auml;rkere Hand l&auml;uft und (all) sein Geld verliert. Der Cooler ist der kleine Bruder des Bad Beats, nur viel gef&auml;hrlicher. W&auml;hrend es bei einem Bad Beat offensichtlich ist, dass man keine Schuld tr&auml;gt, kommen viele Spieler bei einem Cooler ins Zweifeln, ob sie ihr AK auf AK7 Board nicht h&auml;tten wegwerfen sollen, da ein Set 7s droht.<\/p><h2><b>Konzepte<\/b><br>\n<\/h2><p> <b>Denkt in Ranges<\/b><br>\nNehmen wir obige Situation. Ihr habt am Flop gebettet und werdet All In gesetzt (die Stacks sind etwas short, es handelt sich also um keine gro&szlig;e Overbet). Ihr callt, euer Gegner zeigt euch das Set. W&auml;hrend ihr nun &uuml;berlegt, ob ihr die richtige Entscheidung getroffen habt, vermeidet unbedingt resultatorientiertes Denken. Sagt nicht: \"Es war klar, dass er ein Set hatte. Ich musste hinten liegen.\" Die Situation ist nicht klar. <\/p><p>Der entscheidende Punkt ist, dass zwar jeder Gegner hier sein Set gepusht h&auml;tte, aber der Umstand, dass ihr in ein Monster gelaufen seid, sagt nichts dar&uuml;ber aus, ob euer Call gut oder schlecht war. Das entscheidet sich allein anhand der Range, die ihr beim Gegner erwartet habt.<\/p><p>Bei einem Gegner, der jedes Ass und 77 gepusht h&auml;tte, dessen Range A2+ und 77 (und vielleicht auch noch AA\/KK) umfasst, gibt es nur eine Hand, gegen die ihr hinten liegt. Welche er in Wirklichkeit hat, ob er hinterher AK, A4 oder 77 zeigt, ist irrelevant. Trefft eure Entscheidung anhand der Range des Gegners und stellt sie nicht im Nachhinein in Frage, weil er die eine Hand zeigt, die euch schl&auml;gt. War eure Entscheidung f&uuml;r die gegebene Range mathematisch korrekt, dann bleibt sie auch korrekt, denn in anderen Situationen werdet ihr A4 oder AT statt 77 sehen. Die Frage ist nicht, welche Hand der Gegner h&auml;lt, sondern welche H&auml;nde er bis zu dem Punkt, an dem ihr eine Entscheidung treffen m&uuml;sst, genauso gespielt h&auml;tte. <\/p><p>Den gleichen Gedankengang solltet ihr bei Bluffs verfolgen. Angenommen ihr raist preflop mit AK und werdet gecallt. Der Flop ist 754 und ihr setzt eine Continuation Bet, die wiederum gecallt wird. Der Turn bringt eine Zehn und ihr und euer Gegner checkt. Am River erscheint eine 2. Ihr entschlie&szlig;t euch nun zu einem Riverbluff, da ihr euren Gegner auf 65 oder ein kleines Pair setzt. Doch anstatt zu folden, raist dieser und zeigt euch, nachdem ihr gefoldet habt, 22.<\/p><p>War der Riverbluff nun falsch? Nicht unbedingt. Dass der Gegner mit seiner gl&uuml;cklichen Riverkarte nicht mehr foldet, ist verst&auml;ndlich, doch die Frage ist, ob er h&auml;ufig genug mit den H&auml;nden in seiner Range gefoldet h&auml;tte, um den Bluff profitabel zu machen. Das ist nat&uuml;rlich schwer zu beurteilen. Wenn er nicht willens ist, A5o zu folden, war der Bluff falsch, da er nur wenige Karten seiner Range wegwirft.<\/p><p>Denkt, wie gesagt, in Handranges und versucht nicht, einen Gegner auf eine konkrete Hand zu setzen oder euer Spiel im Nachhinein in Frage zu stellen, weil er die eine Hand seiner Range zeigt, die euch schl&auml;gt. Der Fehler ist nur dann einer, wenn ihr die Range falsch eingesch&auml;tzt habt. Das allein f&auml;llt schon &auml;u&szlig;erst schwer und erfordert viel Erfahrung. Achtet darauf, ob eure Annahmen auch wirklich richtig sind.<\/p><p>Wer denkt, dass seine Valuebet am River mit Middle Pair\/Top Kicker von allen Pairs des Gegners gecallt werden, kann \"mathematisch korrekt\" betten. Wenn aber die von euch wahrgenommene Range falsch ist und euer Gegner nicht mit allen Pairs, sondern nur mit Top Pair callt und euch mit diesem schl&auml;gt, so habt ihr einen Fehler begangen, auch wenn ihr euch vielleicht einredet, nur wieder auf einen Cooler getroffen zu sein.<\/p><p><b>Bessere Entscheidung<\/b><br>\nVor einiger Zeit habe ich folgende Hand gespielt: Ich hielt JJ und habe ein Raise vor mir geraist. Der Raiser callt meine Erh&ouml;hung und das Board kommt AJJ. Wir pl&auml;nkeln ein bisschen herum und sind am Ende All In. Er zeigte Aces full und ich Quad Jacks.<\/p><p>Hier ist ein zweites Beispiel: Ich bin im Big Blind, der Cutoff raist und ich 3-bette mit 44. Er callt und das Board ist J54. Auch hier gehen wir wieder All In und er zeigt QJ.<\/p><p>Wo ist der Unterschied zwischen den beiden Beispielh&auml;nden? Bei der ersten Hand h&auml;tte ich an der Stelle meines Gegners genauso gespielt. Auch ich h&auml;tte mit AA einen Preflop-<br>\nFlatcall gemacht und auch ich w&auml;re mit Aces full All In gegangen. Im Grunde genommen hatte ich also Gl&uuml;ck, dass ich auf der Quads Seite stand und hinterher um 200$ reicher war. In diesen Situationen hilft euch eure Pokerf&auml;higkeit nicht weiter, da sich im Regelfall niemand von Set-over-Set oder Quads-over-Full House l&ouml;sen kann. <\/p><p>In der zweiten Situation habe ich wieder 200$ gewonnen. Man kann nun sagen, ich h&auml;tte wiederum Gl&uuml;ck gehabt, mein Set am Flop zu treffen, und in gewisser Weise stimmt das auch. Aber ich h&auml;tte mich an der Stelle meines Gegners nach einer Flopbet von meinem TP l&ouml;sen k&ouml;nnen bzw. h&auml;tte preflop gefoldet und w&auml;re nicht All In gegangen. H&auml;tten wir die Situation also zweimal gespielt, einmal h&auml;tte ich die QJ Seite &uuml;bernommen und einmal die 44, dann h&auml;tte ich 150-190$ Gewinn gemacht, nur weil ich Top Pair fr&uuml;her folden kann. <\/p><p>Wann immer ihr also in eine Situation kommt, in der ihr euch unschl&uuml;ssig seid, ob ihr richtig gehandelt habt oder ob es nur ein Cooler war, der euch nach unten gezogen hat, so &uuml;berlegt euch, wie ihr an Stelle eures Gegners gespielt h&auml;ttet. Wenn ihr mit den Karten eurer Gegner mehr Geld aus den Monstern holt und weniger mit schlechten H&auml;nden verliert, dann seid ihr besser als eurer Gegner und gewinnt langfristig. <\/p><p>Es kommt vor, dass eure Gegner bessere Karten erhalten und euch den ganzen Abend das Geld aus der Tasche ziehen. Solange ihr aber Fehler im Spiel eurer Gegner entdeckt, die ihr an der Stelle eurer Gegner nicht gemacht h&auml;ttet, solange seid ihr Winning Player .<\/p><p>Eine andere Seite dieses Gedankengangs ist, zu erkennen, wann man einfach nur Gl&uuml;ck hat. Ich habe zum Beispiel mehrfach einen Shot auf NL400 gewagt. In einer Session konnte ich meine 400$ zu 1500$ ausbauen, mit denen ich schlie&szlig;lich den Tisch verlie&szlig;. Ich f&uuml;hlte mich nat&uuml;rlich als neuer K&ouml;nig der Highlimits, aber als ich mir die gro&szlig;en H&auml;nde sp&auml;ter ansah, musste ich mir eingestehen, dass meine Gegner wenige Fehler gemacht hatten und einfach nur in dummen Situationen gegen mich gelandet waren. Ich konnte feststellen, dass ich keineswegs der NL400 Pro war, sondern einfach nur ein gew&ouml;hnlicher Luckbox Regular. Diese Erkenntnis hilft, um -EV Limits zu vermeiden. <\/p><p>Bedenkt jedoch, dass nicht alle \"Fehler\", die ihr seht, auch wirklich Fehler sind. Seid ihr ein schlechter Pokerspieler, werdet ihr Fehler entdecken, die keine sind. Ein anderes Problem ist, dass manche Situationen bestimmte Spielertypen bevorzugen. Wenn es darum geht, Fehler zu vermeiden, indem man sich von einer guten, aber nicht exzellenten Hand l&ouml;st, dann machen Rocks weniger Fehler als Maniacs. Sind also den ganzen Abend gute H&auml;nde gegen gute H&auml;nde unterwegs, machen Rocks nach dem obigen Modell weniger Fehler als ihre Gegner, obwohl sie gut m&ouml;glich die schlechteren Spieler sind.<\/p><h1><b>Ungeduld<\/b><br>\n<\/h1><h2><b>Problem<\/b><br>\n<\/h2><p> H&auml;ufig verliert man zu Beginn einer Session ein paar kleine P&ouml;tte oder auch nur ein paar Blinds, wird ungeduldig und versucht dann, mit viel Druck einen gro&szlig;en Pot zu gewinnen. Oder man versucht mit allen Mitteln eine Break Even Session hinzubiegen bzw. eine selbstgesteckte Zahl zu erreichen (z.B. 5000$ Bankroll als gerade Zahl aber nicht 4989$).<\/p><h2><b>Konzepte<\/b><br>\n<\/h2><p> <b>Die gro&szlig;en P&ouml;tte sind wichtig<\/b><br>\nMan muss sich klar machen, dass sich ein paar kleinere verlorene P&ouml;tte schnell ausgleichen lassen. Habt ihr die letzten vier P&ouml;tte verloren, weil eure Conti-Bets geraist wurden, reicht ein einziger gro&szlig;er Pot, um das verlorene Geld wieder einzubringen. P&ouml;tte in NL wachsen schnell. Ein preflop geraister Pot mit einer Flopbet ist in NL100 12$ gro&szlig;. Wenn ihr nur eine einzige Street mehr bettet und gecallt werdet, wird der Pot deutlich gr&ouml;&szlig;er und w&auml;chst auf 40$. <\/p><p><b>Its all one big Session<\/b><br>\nEine von 2+2 verbreitete Weisheit, die viel Wahrheit enth&auml;lt. Der Gedanke ist, dass es v&ouml;llig egal ist, wann ihr Pause macht bzw. eine Session beendet. Pausen sind einfach eine Unterbrechung des Pokerns und es macht keinen Sinn, zu diesen k&uuml;nstlich gesetzten Wegpunkten gewisse Ziele zu erreichen. Ob ihr nun euer Spiel f&uuml;r f&uuml;nf Minuten unterbrecht, um auf Toilette zu gehen, oder f&uuml;r eine Woche in den Skiurlaub fahrt, macht letztlich keinen Unterschied. Es w&auml;re doch auch albern, vor jedem Toilettengang unbedingt eine Winning Session anzustreben. <\/p><p>Es ist nat&uuml;rlich sinnvoll eine Session abzubrechen, wenn ihr tiltet, wenn eure Gegner besser sind oder ihr etwas anderes machen wollt. Das sind Gr&uuml;nde, die euren Profit beeintr&auml;chtigen. Aber brecht eure Session nicht ab, nur weil ihr gerade 1,2$ im Plus seid und jetzt nicht ins Minus abrutschen wollt. Das kann euch auch morgen passieren und was bringt es euch, &uuml;ber Nacht etwas mehr Geld auf dem Online-Konto zu haben? <\/p><p><b>Versucht nicht Gewinn zu erzwingen<\/b><br>\nPoker ist ein Spiel, bei dem sich Phasen g&auml;hnender Langeweile und kurzer spannender Momente abwechseln. So wie die Varianz eure Ergebnisse ver&auml;ndert, genauso beinflusst sie den Fluss des Spiels. Manchmal erlebt man nur die langweiligen Phasen, um dann in kurzer Zeit viele gro&szlig;e P&ouml;tte zu spielen. Wie die Schwankungen der Winrate ist auch dieses Ph&auml;nomen der trockenen Durststrecken (card dead) v&ouml;llig normal und mathematisch erkl&auml;rbar. Das beste, was man machen kann, wenn man keine guten Karten erh&auml;lt, ist es, seine Verluste zu minimieren. Versucht nicht, ohne gute Karten Geld zu gewinnen, denn es ist einfach unm&ouml;glich. Nat&uuml;rlich kann man mit seinem tighten Image ein paar Moves mehr wagen als sonst, aber man begibt sich auf gef&auml;hrliches Terrain. <\/p><h1><b>Extended Tilt<\/b><br>\n<\/h1><h2><b>Problem<\/b><br>\n<\/h2><p> Die meisten erfahrenen Pokerspieler k&ouml;nnen sich gut beherrschen, wenn sie ein oder zwei Bad Beats oder Cooler pro Abend einstecken m&uuml;ssen. Es gibt allerdings auch Phasen, in denen &uuml;ber Wochen hinweg viele Bad Beats geh&auml;uft auftreten. Diese Downswings zehren an der geistigen Kraft und an der Selbstsicherheit, die man zum Poker braucht. Viele Pokerspieler reagieren mit Verzweiflung, &auml;ndern ihr Spiel komplett und wissen nicht mehr, welche Eigenschaften und F&auml;higkeiten ihnen ihren urspr&uuml;nglichen Erfolg gebracht haben.<\/p><h2><b>Konzepte<\/b><br>\n<\/h2><p><b>Poker ist f&uuml;r Mitglieder von PS.de ein gro&szlig;es Freeroll<\/b><br>\nIhr habt einen gro&szlig;en Vorteil, wenn ihr &uuml;ber PS.de zum Pokern gekommen seid: Ihr habt nie euer eigenes Geld investiert. Folglich ist jeder Betrag, den ihr gewinnt, ein Profit ohne Risiko. Wenn ihr eure Bankroll unter gro&szlig;en M&uuml;hen auf 1000$ aufgebaut habt und dann auf 400$ abrutscht, dann sagt nicht: \"Ich habe 600$ in den letzten Wochen verbraten.\" <\/p><p>Stattdessen k&ouml;nnt ihr sagen, dass ihr ein Hobby gefunden habt, das euch Spa&szlig; bringt, dass ihr dazu noch 400$ besitzt und die Aussicht, weitaus mehr zu gewinnen. Ihr habt aus 50 Dollar 400 gemacht und diese 50 waren ein Geschenk. Wo ist da der Verlust? Seid euch stets im Klaren dar&uuml;ber, dass ihr, was ihr auch macht, &uuml;berhaupt nicht verlieren k&ouml;nnt. <\/p><p><b>Versucht nicht euren Stil radikal zu &auml;ndern<\/b><br>\nWenn es nicht gut l&auml;uft, versucht der findige Spieler sein Spiel zu verbessern und neu zu kalibrieren. Das ist richtig und notwendig. Das Problem f&auml;ngt dann an, wenn er sein Spiel radikal ver&auml;ndern will. <\/p><p>Es ist vollkommen richtig, sich konkrete &Auml;nderungen zu &uuml;berlegen, um Leaks auszuschalten oder bestimmte Spielsituationen noch profitabler ausnutzen zu k&ouml;nnen. Vielleicht sagt ihr euch, dass ihr im Small Blind weniger completen solltet, oder merkt, dass ihr mit Top Pair h&auml;ufiger am Flop folden solltet, weil ihr dazu neigt, die Hand nicht loslassen zu k&ouml;nnen und damit Verluste einfahrt.<\/p><p>Aber ihr solltet euch nicht einer komplett neuen \"Heilslehre\" hingeben wie \"Ich sollte deutlich looser werden und mindestens 20% meiner H&auml;nde raisen\" oder \"Ich muss deutlich tighter werden und kaum noch Conti-Bets machen.\" <\/p><p>Es ist schon unter normalen Umst&auml;nden schlecht, sein Spiel radikal zu &auml;ndern, aber es in einem Downswing zu versuchen, ist eine deutlich d&uuml;mmere Idee.<\/p><p><b>Downswings sind mathematisch m&ouml;glich<\/b><br>\nViele Spieler, die noch nie gr&ouml;&szlig;ere Verlustphasen erlebt haben, denken, dass ein Downswing &auml;u&szlig;erst unwahrscheinlich ist oder nur schlechten Spielern passiert. Nachdem ich von einigen sehr guten Spielern geh&ouml;rt habe, dass auch sie schon gro&szlig;e Downswings durchgemacht haben, kann ich beruhigt sagen: Irgendwann erwischt es jeden, egal, wie gut oder schlecht er spielt. Es ist zwar mathematisch wenig wahrscheinlich, aber durchaus m&ouml;glich, 10-15 Buy Ins zu verlieren. Wer diese Tatsache akzeptiert, wird sich nicht unn&ouml;tig unter Druck setzen.<\/p><p>Andererseits ist es nur zu menschlich und bequem, Verluste generell auf Downswings zu schieben. Wenn ihr Verluste aufgrund schlechten Spiels nicht von Downswing-Verlusten unterscheiden k&ouml;nnt, seid ihr in einer guten Ausgangslage, noch mehr Geld zu verlieren.<\/p><p>\n<u>Dazu folgende Gedanken:<\/u><\/p><p>a) Ein Anf&auml;nger ist eher ein schlechter als ein ungl&uuml;cklicher Spieler. Es ist nun einmal noch kein Meister vom Himmel gefallen und der Gro&szlig;teil der Anf&auml;nger besteht aus schlechten Pokerspielern. Gerade im Poker bedarf es viel &Uuml;bung und als Neuling sollte man nicht der Illusion verfallen, ein unfehlbares Naturtalent zu sein, das einfach nur Pech hat.<\/p><p>Vielmehr sollte man versuchen, seine Strategie zu verbessern und sich klar zu machen, dass viel Erfahrung (und lange Stunden im Forum) die Grundvoraussetzung ist, um ein guter Spieler zu werden. Ebenso sollten sich gute Spieler, die &uuml;ber ihrem Niveau spielen, dieser Tatsache bewusst sein.<\/p><p>b) Wer einen hohen Erwartungswert hat, erlebt wenige Verluststrecken, und wer eine Winrate hat, die knapp &uuml;ber dem Nullpunkt schwebt, besitzt eine sehr hohe Varianz. Wenn ihr ein Limit also &uuml;ber einen langen Zeitraum dominiert habt (z.B. mit 12 PTBB\/100 &uuml;ber 60k H&auml;nde) und nun in einen Downswing geratet, so w&uuml;rde ich diesen nicht als Pech abtun. Es ist einfach zu unwahrscheinlich, dass ein so gro&szlig;er Gewinner mehr als nur ein paar H&uuml;pfer nach unten macht. <\/p><p>Andererseits ist jemand, der nur marginale Gewinne macht (und das ist auf hohen Limits zwangsl&auml;ufig so), sehr h&auml;ufig von Downswings betroffen. Wenn man sicher ist, das Limit schlagen zu k&ouml;nnen, und das am besten auch mit einer gro&szlig;en Samplesize beweisen kann, dann kann man auf dem Limit bleiben, muss sich aber klarmachen, dass man eine hohe Varianz hat. Wer diese nicht will, sollte auf ein kleineres Limit absteigen, dass er souver&auml;n schl&auml;gt.<\/p><p>c) Viele Spieler vergr&ouml;&szlig;ern ihre Verluste bei einem Downswing. Ich bin der Meinung, dass Downswings in mindestens 2\/3 der F&auml;lle nicht nur auf Pech zur&uuml;ckgehen. Viele Leute gehen auf Tilt und verlieren 14 Buy Ins, wo ihr Verlust sonst vielleicht nur 8-9 Buy Ins betragen h&auml;tte. <\/p><p>Es gibt sehr subtile Formen des Tilts. Man muss nicht zwangsl&auml;ufig w&uuml;tend sein, auch eine kleinere Frustation oder eine etwas h&ouml;here Bereitschaft zu callen f&uuml;hren zu gro&szlig;en Verlusten und h&auml;ufig erkennt man diese Formen des Tilts nicht, obwohl sie einem massiv schaden. Eine Session abzubrechen, die nicht gut l&auml;uft, ist eine effektive Methode um ihnen vorzubeugen.<\/p><p><b>Erinnert euch an eure Erfolge<\/b><br>\nDie Gewissheit, dass ihr Winning Player seid, ist wichtig, um ein gro&szlig;es Selbstvertrauen zu behalten. Es hilft sehr, sich deutlich zu machen, dass ihr auch mit dem jetzigen Downswing eine gute Winrate habt und euer Limit immer noch beherrscht. <\/p><h1><b>Fazit<\/b><br>\n<\/h1><p> Was dieser Artikel euch auf den Weg mitgeben soll, ist, dass Downswings, Bad Beats, Cooler, ungl&uuml;cklich gelaufene H&auml;nde einfach Teil des Spiels sind. Man kann nicht immer gewinnen und ihr solltet euch von Verlusten nicht beinflussen lassen, au&szlig;er in der Hinsicht, dass ihr euch fragt, ob ihr in einer Hand tats&auml;chlich richtig gehandelt habt, sie immer wieder so spielen w&uuml;rdet, oder ob ihr auf eine andere Weise etwas aus ihr lernen k&ouml;nnt. <\/p><p>Das Spiel ist nun einmal so, mit seinen H&ouml;hen und Tiefen, und ihr k&ouml;nnt trotzdem Gewinn machen, wenn ihr lernt, mit den R&uuml;ckschl&auml;gen umzugehen und jede Hand als Teil einer einzigen gro&szlig;en Session zu sehen, in der ihr mal gewinnt und mal verliert, aber nach l&auml;ngerer Zeit mehr gewonnen als verloren habt, wenn ihr euch immer darauf konzentriert, die strategisch richtigen Entscheidungen zu treffen. Schon das bringt euch einen Vorteil gegen&uuml;ber den vielen Spielern, die dazu nicht in der Lage sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel schildert einige typische Probleme und schl\u00e4gt Konzepte vor zur \u00dcberwindung dieser immer wieder auftretenden Hindernisse im Pokerspiel selbst und der Laufbahn eines Pokerspielers.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[156],"strategy_level":[114],"class_list":["post-52674","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-poker-psychology-bronze"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Psychologische Analysen und Konzepte - PokerStrategy DE<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/konzepte-psychologische-analyse\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Psychologische Analysen und Konzepte - 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