	{"id":52709,"date":"2010-01-29T16:52:00","date_gmt":"2010-01-29T16:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/tilt-bad-beats-varianz\/"},"modified":"2026-03-12T09:20:07","modified_gmt":"2026-03-12T09:20:07","slug":"tilt-bad-beats-varianz","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/tilt-bad-beats-varianz\/","title":{"rendered":"Tilt: Bad Beats und Varianz"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Tilt: Bad Beats und Varianz<\/h1><p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/bilder\/kopfgrafik_tilt_5.jpg\" border=\"1\" alt=\"\" width=\"100%\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;\"><\/p><h1 style=\"margin-bottom: 4px;\">Das k&uuml;mmert meine Gef&uuml;hle nicht<\/h1><p class=\"emoSubheadline\">Im Poker sind Bad Beats und eine hohe Varianz Tatsachen, an denen es nichts zu r&uuml;tteln gibt und die keiner, der das Spiel auch nur ein wenig kennt, bestreiten wird.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das PokerStrategy-Forum ist voll von Geschichten &uuml;ber Bad Beats und von Berichten &uuml;ber die &bdquo;brutale&ldquo; Varianz, und ebenso h&auml;ufig werden in den entsprechenden Threads die bekannten Standardantworten gegeben: &bdquo;Das ist v&ouml;llig normal, longterm machst du mit der Hand trotzdem Geld, Varianz geh&ouml;rt beim Poker eben dazu, etc&hellip;.&ldquo;<\/p><p class=\"emoNormal\">Den Betreffenden sind diese Tatsachen in der Regel nat&uuml;rlich auch schon bekannt, allein - sie &auml;ndern an der Situation nichts. Wir kennen die Tatsachen. Trotzdem setzen uns Swings und fortlaufende Beats so zu, dass wir nicht mehr in der Lage sind, unser A-Game zu bringen.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><h2 class=\"emoNormal\">Warum spielen wir nicht mehr unser A-Game?<\/h2><p class=\"emoNormal\">Weil uns kognitiv, also verstandesm&auml;&szlig;ig, klar ist, was passiert, aber emotional, gef&uuml;hlsm&auml;ssig werden wir trotzdem durchgesch&uuml;ttelt. Ich k&auml;mpfe also mit Hilfe meines Verstandes darum, die Kontrolle zu behalten, weil mir rational klar ist, was passiert und <b>trotzdem k&uuml;mmert das meine Gef&uuml;hle nicht<\/b>. Sie ziehen mich runter und machen mich fertig.<\/p><p class=\"emoNormal\">Deswegen kann ich mir m&ouml;glicherweise hundertmal einreden, dass der Down v&ouml;llig normal sei und trotzdem &auml;ndert sich an meinem miesen Spiel durch Tilt und meiner miesen Laune nichts, von den realen Verlusten mal ganz abgesehen.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><h1>Die psychologische Sicht<\/h1><p class=\"emoNormal\">Machen wir uns kurz klar, wie unsere Wahrnehmung funktioniert: &Uuml;ber unsere f&uuml;nf Sinne (Sehen, H&ouml;ren, Tasten, Riechen und Schmecken) werden Wahrnehmungsreize an das Gehirn gesandt und dort synaptisch verarbeitet. Es erfolgen kompliziert vernetzte neuronale Prozesse, an deren Ende eine Umwandlung in vom Bewusstsein wahrnehmbare Sinneseindr&uuml;cke steht. Diese Sinneseindr&uuml;cke werden als &bdquo;Submodalit&auml;ten&ldquo; bezeichnet. Submodalit&auml;ten sind Empfindungen wie heiss, kalt, hell, dunkel, rau, fein, scharf, s&uuml;&szlig;, bitter, etc&hellip;<\/p><p class=\"emoNormal\">Beachte bitte, dass, wenn ich diese Begriffe jetzt beschreibe, bereits eine weitere Umwandlung stattgefunden hat, n&auml;mlich der Versuch, Sinneseindr&uuml;cke mit Hilfe von Worten in der Sprache zu beschreiben. Dies gelingt mit Hilfe der Sprache nat&uuml;rlich auch nicht vollst&auml;ndig, weswegen in der Praxis jede Menge Redundanz und somit Missverst&auml;ndlichkeiten entstehen, aber das ist ein anderes Thema.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"207\" style=\"margin-left: 12px; margin-bottom: 12px; margin-top: 5px; float: right;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/bilder\/bild_tilt_karton.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"156\" align=\"bottom\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b> Der Verstand sagt: Alles OK! Doch die schlechten Gef&uuml;hle sind da.<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">Wenn jetzt zum Beispiel w&auml;hrend eines Downs also die &uuml;blichen Beats am Tisch fortgesetzt passieren, bekommen wir diese &bdquo;bitteren&ldquo; Gef&uuml;hle vom Gehirn  als &bdquo;Nadelstiche&ldquo; serviert, fortlaufend und immerzu. Unser Verstand sagt dann zwar: &bdquo;Ja, ja, alles ok!&ldquo;, aber die &bdquo;Verletzungen&ldquo; passieren ja auf einer emotionalen, vom Verstand nicht kontrollierbaren, tieferen Ebene.<\/p><p class=\"emoNormal\">Deswegen k&ouml;nnen wir auch solange rationalisieren (ein Versuch des Verstandes, das Erlebte in einen sinnvollen, nachvollziehbaren Zusammenhang einzuordnen), wie wir wollen, die &bdquo;bad feelings&ldquo; sind da und lassen sich auch nicht vom Verstand vertreiben.<\/p><p class=\"emoNormal\">Mehr noch: Aufgrund von syn&auml;sthetischen Koppelungen im Bewusstsein l&ouml;st ein bestimmtes Ereignis eine bestimmte Reizreaktion aus, die unbewusst und automatisiert abl&auml;uft. In einer Form von Konditionierung &auml;hnlich wie bei den ber&uuml;hmten Pawlowschen Hunden wird bei uns eine, oft der Situation nicht angemessene, Reaktion ausgel&ouml;st (Bsp: &bdquo;Mein Gott, jetzt f&auml;ngt er wieder damit an&hellip;&ldquo;).<\/p><p class=\"emoNormal\">Das kann, wie in unserem Beispiel, ein bestimmter Satz oder ein Wort sein oder auch nur ein gewisser Tonfall oder eine bestimmte Situation oder eine bestimmte Ber&uuml;hrung, die (als Submodalit&auml;t) so aufgenommen wird, das bei uns eine negative Stimulanz entsteht. Es kann sich um alle m&ouml;glichen visuellen, kin&auml;sthetischen oder auditiven Reize handeln, die an ein bestimmtes negatives Ereignis gekoppelt sind und den Reiz ausl&ouml;sen. Unn&ouml;tig zu erw&auml;hnen, dass es auch positive Reize  gibt, z.B. eine bestimmte Musik, ein Photo, eine Erinnerung, der Anblick der bunten Chips, die zu uns r&uuml;bergeschoben werden, die bei uns die entsprechend positiven Gef&uuml;hle wachrufen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Tritt ein solcher Reiz immer wieder auf, wird eine sich wiederholende negative Erfahrung, z.B. Bad Beat um Bad Beat, &bdquo;gestapelt&ldquo; und wirkt sich gegenseitig best&auml;rkend in der H&auml;ufigkeit der Erfahrung in seiner Wirkung noch st&auml;rker aus. Beim ersten Bad Beat in der Session l&auml;cheln wir noch, beim dritten werden die Gesichter schon l&auml;nger und beim f&uuml;nften oder zehnten an einem Abend ist die gute Laune dahin. Nach einigen Tagen oder sogar Wochen im Downswing setzt sich manch einer bereits als &bdquo;konditioniertes Nervenb&uuml;ndel&ldquo; an den Tisch und es braucht dann nicht mehr mehrere Ausl&ouml;ser hintereinander wie am Beginn des Swings, sondern eine einzige negative Situation vernichtet mitunter das eigene Game v&ouml;llig, denn &bdquo;gestapelt&ldquo; h&auml;ngen die ganzen negativen Erlebnisse der letzten Zeit auch noch dran.<\/p><h1>Beobachte dich selbst<\/h1><p class=\"emoNormal\">Diese Prozesse funktionieren also wie Filter, gewisserma&szlig;en Bewusstseinsfilter, die den objektiven Blick auf unser Spiel und das Geschehen am Tisch verstellen. Wir k&ouml;nnen eine einzelne Situation am Tisch nicht mehr f&uuml;r sich alleine gesehen objektiv bewerten und einordnen und ad&auml;quat reagieren.<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"207\" style=\"margin-right: 12px; margin-bottom: 12px; margin-top: 5px; float: left;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/bilder\/bild_tilt_buv.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"157\" align=\"bottom\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Die Perspektive wechseln: Wie geht es dir wirklich? <\/b><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">Wir befinden uns stattdessen in einem &bdquo;Stuck-State&ldquo;. Wir stagnieren, stecken fest und sind v&ouml;llig von der Rolle, es geht weder vor noch zur&uuml;ck.<\/p><p class=\"emoNormal\">W&auml;ren wir ein Computer, k&ouml;nnten wir passend von Situation zu Situation angemessen reagieren und jede Hand, z.B. unter mathematischen Gesichtspunkten, unabh&auml;ngig von Vergangenem objektiv bewerten. Wir sind aber keine Computer, und m&uuml;ssen hier einr&auml;umen, dass unser emotionales Bewusstsein unserem kognitiven Bewusstsein einen Strich durch die Rechnung macht.<\/p><p class=\"emoNormal\">Doch halt! Vielleicht gibt es Abhilfe, wenn wir uns diese Prozesse zunehmend bewusst machen k&ouml;nnen und auch das eine oder andere Werkzeug einsetzen, dass uns dabei bei der Tiltvermeidung hilft. Im Nachfolgenden werde ich einige Vorschl&auml;ge machen, die du mitunter schon kennen wirst, die aber nichtsdestotrotz wirkungsvoll sind, wenn Sie denn befolgt werden.<\/p><p class=\"emoListintro\">Beobachte dich selbst! Stelle dir Fragen wie:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Wie f&uuml;hle ich mich jetzt?<\/li>\n<li>Wie geht es mir wirklich?<\/li>\n<li>Entspricht mein Zustand wirklich dem, was ich von mir denke? <\/li>\n<li>Bin ich &uuml;berhaupt noch fit? <\/li>\n<li>Kann ich noch mein bestes Spiel spielen?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Die eigene Introspektionsf&auml;higkeit, also die M&ouml;glichkeit nach innen zu sp&uuml;ren und sich selbst zu beobachten, wird oft &uuml;bersch&auml;tzt und leidet zudem noch unter Stress. Es findet eine Bewusstseinsfokussierung auf die Stresssituation statt, die evtl. L&ouml;sungen und Alternativen ausblendet (&bdquo;Wie das Kaninchen auf die Schlange starrt...&ldquo;)<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><h2>Eine &Uuml;bung<\/h2><p class=\"emoListintro\">Sieh dich selbst vor dem Bildschirm sitzen, also nicht aus der Ego-Perspektive, sondern als ob du dich selbst beobachten w&uuml;rdest, vielleicht aus ein paar Metern Entfernung und einer leicht erh&ouml;hten Position. Du schaust dir &uuml;ber die Schultern: Beobachte diesen Spieler, wie er da sitzt! Wie w&uuml;rdest du diesen Spieler einsch&auml;tzen:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Spielt er noch gut? Oder macht er offenkundige Fehler?<\/li>\n<li>Glaubst du, dass dieser Spieler noch in einem guten mentalen Zustand ist? Oder ist er eher schon auf Tilt? Oder ist er vielleicht m&uuml;de und kaputt?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoListintro\">Stell dir vor, du w&auml;rst ein Freund oder Coach, der den, der da sitzt, begleiten soll:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Welche Fehler macht der Andere?<\/li>\n<li>Was w&uuml;rdest du dem Spieler, der da sitzt, raten? Was sollte er tun? <\/li>\n<li>Wenn du an seiner Stelle w&auml;rst, was w&uuml;rdest du tun?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Diese kleine &Uuml;bung hilft dir, dich aus einer gewissen Entfernung distanzierter und damit objektiver wahrzunehmen. Untersch&auml;tze die Wirkung dieses Perspektivwechsels nicht, f&uuml;r das Gehirn ist diese Als-ob-Situation real und hilft mit, neue Eindr&uuml;cke zu gewinnen.<\/p><h1>Unterbrecher - Ausschalter f&uuml;r den Notfall<\/h1><p class=\"emoNormal\">Wenn im Spiel nichts mehr geht und wir keine andere Kontrollm&ouml;glichkeit haben, brauchen wir einen Stopp-Los-Trigger, einen Notfallschalter. Am besten l&ouml;sen wir gleich einen starken Unterbrecher aus. Er dient dazu, oben beschriebene Prozesse zu unterbrechen. Das kann eine Pause sein, besser aber eine v&ouml;llig andere Unternehmung mit starken Reizimpulsen, die unsere Aufmerksamkeit in Beschlag nimmt und uns vollauf besch&auml;ftigt h&auml;lt.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"207\" style=\"margin-left: 12px; margin-bottom: 12px; margin-top: 5px; float: right;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/bilder\/bild_tilt_unterbrecher.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"156\" align=\"bottom\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Du musst stopp sagen! Mach etwas Anderes!<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">Eine einfache Pause ist oft nicht genug, weil wir dann im Sessel sitzen oder in der Wohnung herumtigern und weiter der negativen Situation nachh&auml;ngen. Suche dir stattdessen etwas, was wenig automatisiert bei dir abl&auml;uft.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn du Sport machst, z.B. l&auml;ufst, macht es wenig Sinn, eine bereits weitestgehend automatisierte, routinem&auml;&szlig;ige Handlung auszuf&uuml;hren, die wenig Konzentration erfordert. Du bist dann zuwenig abgelenkt, es sei denn, die betreffende T&auml;tigkeit ist sehr hoch positiv konnotiert, was bei routinem&auml;&szlig;igen Abl&auml;ufen eher selten der Fall ist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Vielleicht hilft es in diesem Fall, nicht den eigenen Sport auszu&uuml;ben, sondern z.B. mal auf eine Bowlingbahn zu gehen oder in den Eispalast. Weitere Alternativen k&ouml;nnten sein: Kino, Spa&szlig;bad, einen Ausflug machen, in die Nachbarstadt fahren, ein Bes&auml;ufnis mit Freunden (bitte nur in Ma&szlig;en, nicht als Dauerl&ouml;sung und nicht mit Leuten mit Pokerbackground!), etc&hellip;.<\/p><p class=\"emoNormal\">Mach dir VORHER Gedanken &uuml;ber Aktivit&auml;ten, die in Frage kommen k&ouml;nnen und auch &uuml;ber Leute, die du fragen kannst, ob sie mitkommen m&ouml;chten. Auf diese Liste kannst du, wenn du Sie brauchst, zur&uuml;ckgreifen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Bringe die Disziplin auf, &bdquo;stopp!&ldquo; zu sagen, so wie du die Disziplin aufbringst, tausende Stunden Arbeit in dein Spiel zu investieren, geduldig vor dem Bildschirm zu sitzen und dir dein K&ouml;nnen in einer Unmenge von Sessions hart zu erarbeiten. Erkenne, dass die Arbeit an der psychologischen Seite des Spiels bzw. an dir selbst genauso wichtig wie die technische Seite ist.<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Sich einzubilden, voll auf Tilt irgendwie das Spiel noch herumrei&szlig;en zu k&ouml;nnen, ist ein Riesen-Leak.<\/b><\/p><p class=\"emoNormal\">Wir bilden uns gerne ein, verstandesm&auml;&szlig;ig noch die Kontrolle zu haben, wie wir anhand obigen Inhalts aber sehen, ist das eine Illusion des Bewusstseins, das uns narrt. Wir k&ouml;nnen gar nicht mehr gut spielen, egal wie sehr wir das wollen! Unser Verstand umfasst nur einen kleinen Teil unserer Pers&ouml;nlichkeit. Der weit gr&ouml;&szlig;ere Teil unserer seelischen Vorg&auml;nge l&auml;uft unbewusst ab. Unbewusst. Das hei&szlig;t, von uns nicht erfassbar. Lediglich ein kleiner Teil, etwa die Spitze des Eisbergs, schaut davon in Form von Gef&uuml;hlen, Tr&auml;umen, Erinnerungen, hervor. Und obendrauf sitzt wie ein Schiffbr&uuml;chiger unser Verstand, der meint, den Eisberg beliebig steuern zu k&ouml;nnen.<\/p><h1>Trocken&uuml;bungen- Visualisierung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Das Unbewusste des Menschen macht keinen Unterschied zwischen Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Wenn wir tr&auml;umen, ist die Erfahrung unmittelbar, nicht intellektuell durch den Verstand gefiltert. Das ist der Erfolg von Visualisierungs&ndash;Techniken, die im Sport schon seit Jahrzehnten eingesetzt werden. Als Mitte der 70er Jahre die ersten Bobfahrer oben am Start angefangen haben, mit geschlossenen Augen seltsam schaukelnde Bewegungen auszuf&uuml;hren, m&ouml;gen sie noch wie Irre betrachtet worden sein. Heute wei&szlig; man, egal, ob beim Tennis, Golf oder in der Formel1, dass es sich um &auml;u&szlig;erst wirkungsvolle Techniken zur Vorbereitung auf eine bestimmte Situation handelt.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><h2>Eine &Uuml;bung<\/h2><p class=\"emoNormal\">Mach es dir vor Beginn der Session oder auch zwischendurch bequem und stelle dir ganz bildlich mit geschlossenen Augen vor (Visualisierung), wie du, wenn die Session wieder mies verl&auml;uft, aufstehst und den Raum verl&auml;sst.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"207\" style=\"margin-right: 12px; margin-bottom: 12px; margin-top: 5px; float: left;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/bilder\/bild_tilt_trocken.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"155\" align=\"bottom\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Betrachte dich von au&szlig;en!<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">Sieh dich in deiner Vorstellung nicht aus der Ich-Perspektive, sondern betrachte dich von au&szlig;en, wie als wenn jemand ein Photo von dir geschossen h&auml;tte oder du auf einer Postkarte bist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Stell dir vor, wie du einfach aufstehst und den Raum verl&auml;sst und die Situation hinter dir l&auml;sst, auch mental. Wiederhole die Visualisierung, z.B. vor der Session als Teil deiner Vorbereitung auf das Spiel. Genauso wie du bestimmte T&auml;tigkeiten nicht beim ersten Mal drauf hast und immer und immer wieder wiederholst, bis sie sitzen, ist es auch mit der Visualisierung oft nicht beim ersten Mal getan. Deswegen der Effekt mehrmaligen &Uuml;bens: Dein Bewusstsein registriert den Vorgang als real und &uuml;bt ihn gewisserma&szlig;en &bdquo;trocken&ldquo; ein.<\/p><p class=\"emoNormal\">Achtung: Stell dir nicht vor, dass die Session negativ verl&auml;uft, sondern <b>stelle dir nur vor, wie du die Wahlfreiheit hast, zu gehen, wenn du es m&ouml;chtest.<\/b> Das ist ein Unterschied.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nat&uuml;rlich kannst du auch visualisieren, wie du auch in einer schlecht laufenden Session v&ouml;llig entspannt und ruhig bleibst und l&auml;chelnd und unbeteiligt weiter dein A-Game spielst. Oder du kannst visualisieren, wie du gar nicht mehr auf Tilt gehst und v&ouml;llig unbeeinflusst und neutral die jetzt in der Spielsituation n&ouml;tigen Moves machst. Ich w&uuml;rde dir aber empfehlen, klein anzufangen und bei zunehmendem Vertrauen in die Technik das Ganze weiter auszubauen. Fang nicht bei deinem gr&ouml;&szlig;ten Problem an, sondern steigere dich nach und nach!<\/p><p class=\"emoNormal\">Bei diesen Techniken ist es wie mit allem: Sie sollten ge&uuml;bt werden! Du hast auch irgendwann ein Starting-Hands-Chart genommen und angefangen, damit zu arbeiten, nicht nur bei einer Gelegenheit, sondern &uuml;ber Tage und Wochen. Bei diesen Techniken ist es genauso. Je mehr du mit Ihnen vertraut bist, desto machtvoller sind Sie.<\/p><p class=\"emoNormal\">Stell dir die entsprechenden Bilder so farbig und attraktiv wie m&ouml;glich vor. Und belass es nicht bei einer kurzen Vorstellung, sondern arbeite jeweils einige Zeit damit (vielleicht 3-5 Minuten als Anhaltspunkt). Wenn du Schwierigkeiten damit hast, solange dabei zu bleiben, kannst du auch einen kleinen &bdquo;Film&ldquo; daraus machen und dir ausmalen, was du z.B. als n&auml;chstes tust, wenn du die Session beendet hast. Lass dich dabei von starken und positiven Gef&uuml;hlen leiten! Achte darauf, wie es dir dann innerlich geht. Sp&uuml;re die Kraft und die Genugtuung, die innerliche Freiheit zu haben, dann aufzuh&ouml;ren, wann du es f&uuml;r richtig h&auml;ltst.<\/p><h1>Zusammenfassung<\/h1><ul class=\"emoList5\">\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">Lerne, dich zu beobachten und deine F&auml;higkeit zur Selbstbeachtung zu schulen. Poker ist ein Spiel, in dem es darauf ankommt, nicht nur den Gegner genau zu beobachten, sondern auch sich selbst.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">So, wie du lernst, in gewissen Spielsituationen richtig zu reagieren, solltest du auch einen festen Plan f&uuml;r Situationen entwickeln, wo du die Kontrolle verlierst, also auf Tilt gehst. Du brauchst einen regelrechten Feuer- und Rettungsplan. Und wie es sich f&uuml;r einen Plan geh&ouml;rt: Er steht vorher zu Verf&uuml;gung<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">Mache dir Gedanken und probiere in der Praxis aus, was dir helfen kann, Tilt zu akzeptieren und zum &bdquo;Teil deines Spiels&ldquo; zu machen. Du k&auml;mpfst etwa nicht dagegen an oder l&uuml;gst dir selbst in die Tasche, sondern du lernst damit umzugehen, um dich zu sch&uuml;tzen und deine Bankroll zu erhalten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><p class=\"emoNormal\"><i><b>Zum Autor: <\/b>Robert Langer ist psychologischer Berater, Coach und Trainer in eigener Praxis in Saarbr&uuml;cken. Au&szlig;erdem unterrichtet er Psychologie an einer gro&szlig;en deutschen Heilpraktikerschule und ist Dozent bei Seminaren zu den Themengebieten NLP, l&ouml;sungsorientierte Psychologie und psychologische Typenlehre.<\/i><\/p><p class=\"emoNormal\"><i><br> <\/i><\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"emoLinkbox\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_druck.jpg\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"24\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Druckversionen:<\/b><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/druckversionen\/ps_sng_basic_komplett_de.pdf\" target=\"_blank\"> <\/a><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/artikel_daten\/druckversionen\/ps_pd_tilt-reihe_de.pdf\" target=\"_blank\">Die Tilt-Artikelserie in einem PDF (~2 MB)<\/a><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxicon\" width=\"124\" align=\"right\"><a href=\"https:\/\/www.adobe.com\/de\/products\/acrobat\/readstep2.html\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/get_adobe_reader.gif\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"33\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\" colspan=\"2\"><b>Verwandte Artikel:<br> <\/b><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/938\/\" target=\"_blank\">Tilt: Einf&uuml;hrung<\/a><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/943\/\" target=\"_blank\">Tilt: Scared Money<\/a><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/946\/\" target=\"_blank\">Tilt: Vielspieler<\/a><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/947\/\" target=\"_blank\">Tilt: Von Fischen und Haien<\/a><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/sit-and-go\/607\/\" target=\"_blank\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_forum.jpg\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"24\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\" colspan=\"2\"><b>Diskussionsforum:<\/b><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/forum\/thread.php?threadid=269187\" target=\"_blank\">Hier kannst du direkt mit dem Autor der Artikel diskutieren<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser ist der zweite Artikel aus der Tilt-Serie von Robert Langer.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[157],"strategy_level":[117],"class_list":["post-52709","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-poker-psychology-silber"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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