	{"id":52786,"date":"2010-06-09T12:52:00","date_gmt":"2010-06-09T12:52:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/icm-fortgeschritten\/"},"modified":"2026-03-12T09:24:21","modified_gmt":"2026-03-12T09:24:21","slug":"icm-fortgeschritten","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/sit-and-go\/icm-fortgeschritten\/","title":{"rendered":"Advanced ICM"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Advanced ICM<\/h1><div align=\"top\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;padding: 0pt;width: 128px;float: right;margin-bottom: 8px;margin-top: 0pt\">\n<div style=\"margin: 0pt;padding-top: 12px;padding-left: 10px;padding-right: 10px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/14618\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/images\/bild_videoverweis.gif\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"76\"><\/a><\/div>\n<div style=\"padding: 8px 10px\"><b>Video:<\/b> Klicke <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/14618\">hier<\/a><\/div>\n<\/div><div style=\"padding: 8px 10px\">\n<h1 align=\"left\">Einleitung<\/h1>\n<p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b>  <\/p>\n<ul class=\"emoList1\">\n<\/ul>\n<ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Probleme des ICM<\/i><\/li>\n<li><i>sinnvolle Erweiterungen<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Card Removal Effect<\/i><\/li>\n<li><i>Future Game Simulation<\/i><\/li>\n<\/ul>\n<\/div><div style=\"text-align: center;margin-bottom: 12px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p class=\"emoNormal\">Das Independent Chip Model (ICM) liefert dir mit Hilfe der Kenntnis aller Stacks und der Auszahlungsstruktur den derzeitigen Geldgegenwert deiner Chips. Aber kannst du dem Ergebnis auch  bedingungslos vertrauen? Die Antwort darauf ist ein klares Nein.<\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><h2 class=\"emoNormal\">Warum wurde das neue Modell entwickelt?<\/h2><p class=\"emoNormal\">Um verstehen zu k&ouml;nnen, warum das der Fall ist, solltest du wissen, weshalb das heute verwendete Modell entwickelt wurde.<\/p><p class=\"emoNormal\">In einem Turnier kommt es oft zu der Situation, dass nur noch ein paar Spieler &uuml;brig sind, die den Turniersieg unter sich ausmachen. Die Blinds sind aber schon so hoch, dass keiner der Spieler sich gegen&uuml;ber den anderen Spielern eine gro&szlig;e Edge gibt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nun wurde nach einer M&ouml;glichkeit gesucht, das Preisgeld anhand der Gr&ouml;&szlig;e der Stacks und der Auszahlungsstruktur der jeweiligen Spieler fair zu verteilen. Nach l&auml;ngeren Diskussionen kam man zu dem Entschluss, dass das heute verwendete Modell diese Aufgabe am besten bewerkstelligt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Der heute verwendete Ansatz beruht darauf, dass ein Stack der Gr&ouml;&szlig;e n genau soviel wert  ist wie n Stacks der Gr&ouml;&szlig;e 1 und ist eine Methode, die auf bedingten Wahrscheinlichkeiten beruht.<\/p><p class=\"emoNormal\">Die derzeit verwendete ICM-Formel stammt laut &bdquo;The Mathematics of Poker&ldquo; aus dem Bereich der Pferdewetten. Dabei lieferte sie aber nicht so gute Ergebnisse, wie es bei Pokerturnieren der Fall ist, da etwa ein Pferd, das Favorit ist, f&uuml;r gew&ouml;hnlich nicht am h&auml;ufigsten den zweiten Platz belegen wird, falls es nicht gewinnt. Das liegt daran, dass ein favorisiertes Pferd, das das Rennen nicht gewinnt, in den meisten F&auml;llen verletzt ist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Weiter sei darauf hingewiesen, dass das ICM nicht mit dem SNG Wizard gleichzusetzen ist. Das Programm verwendet die Equitysch&auml;tzungen des ICM, um zum Beispiel den Erwartungswert eine Pushes zu berechnen.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Probleme des ICM<\/h1><p class=\"emoNormal\">Das ICM ist ein Modell, mit dessen Hilfe du eine N&auml;herung f&uuml;r den Gegenwert deiner Chips erh&auml;ltst. Viele entscheidende Faktoren k&ouml;nnen von diesem Modell nicht vorab ber&uuml;cksichtigt werden. In vielen F&auml;llen sind aber gerade diese Faktoren entscheidend daf&uuml;r, ob du deine Ranges tighter oder looser w&auml;hlen solltest.<\/p><p class=\"emoListintro\">Folgende Faktoren werden vom ICM nicht ber&uuml;cksichtigt, sollten aber trotzdem beachetet werden:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>die Blinds<\/li>\n<li>deine Position<\/li>\n<li>der m&ouml;gliche weitere Verlauf der Runde nach deiner Entscheidung<\/li>\n<li>die Information, dass Spieler vor dir gefoldet haben<\/li>\n<li>deine Spielst&auml;rke<\/li>\n<\/ul><div class=\"emoSubheadbig\">Blinds<\/div><p class=\"emoListintro\">Das Zahlen der Blinds ist in einem SnG unausweichlich. Dies nicht zu ber&uuml;cksichtigen, ist ein Fehler. Betrachte dazu folgende Situation.<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 1<\/div><p class=\"emoListintro\">Du befindest dich an der Bubble eines gew&ouml;hnlichen 10 Mann SnG mit folgender Stackverteilung:<\/p><p class=\"emoNormal\">CO 5 BB<br> BU 5 BB<br> SB 5 BB<br> BB 5 BB<\/p><p class=\"emoNormal\">Das ICM sch&auml;tzt anhand der Stackgr&ouml;&szlig;en den Anteil des Preisgeldes der einzelnen Spieler jeweils auf 25%.  Durch das Zahlen der Blinds verlieren SB und BB einen gro&szlig;en Teil ihres Stacks und somit ihrer Equity. Die Situation ist f&uuml;r diese Spieler also deutlich schlechter als etwa f&uuml;r den Spieler am Button.<\/p><p class=\"emoListintro\">Das Steigen der Blinds wird ebenfalls nicht ber&uuml;cksichtigt. Betrachte dazu folgendes Beispiel:<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 2<\/div><p class=\"emoNormal\">CO 7 BB<br> BU 10 BB<br> SB 10 BB<br> BB 10 BB<\/p><p class=\"emoNormal\">Du sitzt im CO und hast mit 7 BB zwar nicht den besten Stack, kannst es dir aber zur Not leisten, nochmal die Blinds zu bezahlen. Anders verh&auml;lt es sich, wenn du wei&szlig;t, dass die Blinds in der n&auml;chsten Hand steigen werden. Nun w&uuml;rdest du nach einem Fold mit deinem Stack von 3.5 BB im Big Blind sehr unter Druck stehen und durch die guten Odds mit einer weiten Range callen m&uuml;ssen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Du solltest die Information nutzen, dass die Blinds n&auml;chste Runde ansteigen, um mit einer weiteren Range All-in zu gehen, als es SNG Wizard oder SNGPT  vorschlagen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wie weit deine optimale Range von der eines ICM Tools abweicht, ist von Situation zu Situation unterschiedlich und kann nicht so einfach quantifiziert werden.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Position<\/div><p class=\"emoNormal\">Bei gleichen Stacks sch&auml;tzt das ICM deine Equity und die deiner Gegner als gleichgro&szlig; ein. Durch die immer wieder zu zahlenden Blinds ist der Spieler in einer deutlich schlechteren Situation der diese zuerst zahlen muss. In Beispiel 1 ist die Equity des Spielers im CO und BU sicher nicht gleich 25%. Der Spieler im CO muss zuerst durch die Blinds und wird dadurch schneller ausblinden als der Spieler am Button.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das gibt dem Spieler am Button eine h&ouml;here Equity, denn er kommt ins Geld, wenn einer der anderen Spieler ausblindet. Diese Differenz wird vom ICM nicht ber&uuml;cksichtigt, da es rein quantitativ an den Chipstacks orientiert ist und die Position nicht beachtet.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Future Game Simulation<\/div><p class=\"emoNormal\">Bei einer Future Game Simulation versuchst du deine derzeitige Equity durch dein Wissen &uuml;ber den wahrscheinlichsten weiteren Verlauf der Setzrunde nach deiner Entscheidung besser einzusch&auml;tzen. Dieses Vorgehen ist aber nur sinnvoll, wenn du den wahrscheinlichsten weiteren Verlauf auch sehr genau einsch&auml;tzen kannst. Am besten kannst du dir das ein einem Beispiel verdeutlichen.<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 3<\/div><p class=\"emoListintro\">Du befindest dich an der Bubble. Der Cutoff foldet und die Blinds hinter dir sind tight. Die Stackverteilung ist folgenderma&szlig;en:<\/p><p class=\"emoNormal\">CO 2000<br> BU 2000 (Hero)<br> SB 4000<br> BB 4000<br> Blinds sind 200\/400<\/p><p class=\"emoNormal\">Du sch&auml;tzt, dass dich der SB mit 15%(33+,A8o+,A4s+,KTs+) und der BB mit 20%(33+,A4o+,A2s+,KJo+,KTs+) callen wird.<\/p><p class=\"emoNormal\">Mit diesen Informationen liefert dir ein ICM Programm eine Pushingrange von etwa 20%. Nach einem Push mit A7o erh&ouml;hst du deine Equity von 19.7 um 0.3% auf 20.0%.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/SnG\/ICMadv\/ICMadv07.jpg\" alt=\"ICMadv1\" width=\"494\" height=\"523\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Das ICM berechnet deine Equity nach einem Fold, indem beide Blinds ihre Blind behalten. Da ein Blind aber einen bedeutenden Anteil ihres Stacks ausmacht, werden die Equities der Blinds und damit auch deine Equity bei deinem Fold ungenau gesch&auml;tzt.<\/p><p class=\"emoListintro\">Betrachte dazu zwei m&ouml;gliche Ausg&auml;nge der Hand nach deinem Fold.<\/p><div class=\"emoSubhead\">Variante 1<\/div><p class=\"emoNormal\">Der Spieler im SB geht mit jeder Hand All-In und der Big Blind folded alles bis auf AA. Damit &auml;ndert sich deine Equity und damit deine Pushingrange nur geringf&uuml;gig, da es fast nie zu einem Aufeinandertreffen der Midstacks kommen wird.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/SnG\/ICMadv\/ICMadv01.jpg\" alt=\"ICMadv2\"><\/p><div class=\"emoSubhead\">Variante 2<\/div><p class=\"emoNormal\">Der Spieler im SB geht mit jeder Hand All-In. Der Spieler im Big Blind ist sich der Problematik der Bubblephase nicht bewusst und callt seinen Gegner mit 30% der H&auml;nde. Allein vom Standpunkt des cEV gesehen, ist z.B. ein Call mit KTo gegen die Any-two-Range des Gegners klar.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/SnG\/ICMadv\/ICMadv02.jpg\" alt=\"ICMadv3\" width=\"584\" height=\"482\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Nach dem Fold betr&auml;gt deine Equity 22.2% anstatt der 19.7% und damit h&auml;tte ein Push mit A7o einen Erwartungswert von -2.1%. Das hei&szlig;t, du solltest nur noch mit QQ+, AK pushen. Es ist also wichtig zu erkennen, ob du dich durch einen Fold und den darauf folgenden Verlauf der Runde in eine bessere oder schlechtere Situation bringst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Du siehst wie wichtig es sein kann, den weiteren Verlauf einer Setzrunde mit einzubeziehen. Ein anderer Fall einer m&ouml;glichen Future Game Simulation w&auml;re zum Beispiel das Einbeziehen des in der kommenden Runde zu zahlenden Blinds, falls du dich UTG befindest. Hierbei gestaltet sich das Einbeziehen der wahrscheinlichsten zuk&uuml;nftigen Ereignisse aber deutlich schwieriger, da du dir sehr sicher &uuml;ber die Gr&ouml;&szlig;e der Ranges deiner Gegner sein solltest. In vielen F&auml;llen ist es besser, den weiteren Verlauf nicht zu ber&uuml;cksichtigen, falls du dir nicht sehr sicher sein kannst, wie die Setzrunde nach deiner Aktion verlaufen wird.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Card Removal Effekt<\/div><p class=\"emoNormal\">Falls Spieler vor dir ihre Karten gefoldet haben, &auml;ndert sich die Wahrscheinlichkeit f&uuml;r deine Gegner hinter dir, eine bessere Hand zu halten.<\/p><p class=\"emoNormal\">Haben etwa drei Spieler vor dir jeweils ein Ass gefoldet, so wird kein Spieler hinter dir AA halten und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler hinter dir ebenfalls ein Ass h&auml;lt hat sich stark verkleinert. Zwar wei&szlig;t du f&uuml;r gew&ouml;hnlich nicht genau welche Karten die Spieler vor die gefoldet haben, aber am folgenden Beispiel kannst du die Bedeutung des Card Removal Effektes sehen.<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 4<\/div><p class=\"emoNormal\">CO 10 BB<br> BU 10 BB<br> SB 10 BB Hero mit 32o<br> BB 10 BB<\/p><p class=\"emoNormal\">Du befindest dich an der Bubble eines 10 Mann SnG mit gewohnter Auszahlungstruktur und einem Buy-in von 100$. Jeder Spieler hat 10 BB und die Blinds sind 200\/400. Die Spieler im Cutoff und am Button folden und du findest 32o im SB. Der Spieler im Big Blind wird dich mit allen H&auml;nden callen, die sich in der Nashrange befinden. Damit besitzt dein Push mit 32o nach ICM einen Erwartungswert von +0.2% bzw. +2$. Ein klarer Push also?<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/SnG\/ICMadv\/ICMadv03.jpg\" alt=\"ICMadv4\" width=\"584\" height=\"92\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Nein. Du hast nicht alle vorhandenen Informationen genutzt. Jeder Spieler vor dir hat bereits H&auml;nde gefoldet, die seinen Pushingstandards nicht gen&uuml;gt haben. Mit jedem Fold erh&ouml;ht sich jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler danach eine bessere Hand h&auml;lt. Im Cashgame wird dieser Effekt vernachl&auml;ssigt, aber kann man ihn auch in einem SnG vernachl&auml;ssigen, in dem du in vielen F&auml;llen sehr knappe Pushes machst? Im obigen Beispiel wird der scheinbar klare Any-two-Push marginal, wenn du die Nashranges der anderen Spieler ebenfalls ber&uuml;cksichtigst.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/SnG\/ICMadv\/ICMadv04.jpg\" alt=\"ICMadv5\" width=\"584\" height=\"556\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Du pusht also scheinbar guten Gewissens im Sinne des ICM eine sehr weite Range, weil du nicht alle dir zur Verf&uuml;gung stehenden Informationen nutzt. Dabei entgeht dir, dass du dich in einem sehr marginalen Spot befindest.<\/p><p class=\"emoNormal\">Selbst wenn nur zwei Spieler vor dir ihre H&auml;nde gefoldet haben, hat das gro&szlig;e Auswirkungen auf deinen Erwartungswert. Ber&uuml;cksichtige bei deiner Entscheidung auch den Card Removal Effekt und verwerte die Informationen, die dir die Folds deiner Gegner geben.<\/p><p class=\"emoNormal\">In dem obigen Beispiel w&auml;re etwa ein guter Ansatz im SNG Wizard eine Edge von 0.2% zu w&auml;hlen, um auch hier den Card Revoval Effekt zu ber&uuml;cksichtigen. Zwar bleibt es profitabel, jede Hand zu pushen, aber ein Push mit den schlechtesten H&auml;nden ist nun deutlich knapper.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Edge<\/div><p class=\"emoNormal\">Das ICM nimmt an, dass alle Spieler gleich gut sind und somit niemand einen Vorteil bzw. Nachteil hat, je l&auml;nger das SnG dauert. Wenn du aber wei&szlig;t, dass noch deutlich profitablere Spots kommen werden, solltest du in manchen F&auml;llen marginale Pushes bzw. Calls auslassen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ist etwa der Spieler direkt hinter dir sehr schwach und foldet einen viel zu gro&szlig;en Teil seiner Range gegen deine Blind vs. Blind Pushes, so solltest du zumindest in Erw&auml;gung ziehen, einen knappen Resteal, bei dem die Gefahr eines Calles durchaus gegeben ist, auszulassen etc.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Probleme bei der Analyse mit Hilfe des ICM<\/h1><p class=\"emoNormal\">Selbst wenn ein ICM-Programm alle obigen Faktoren mit einbeziehen w&uuml;rde, h&auml;tte es in der derzeitigen Form weitere Fehler.<\/p><p class=\"emoNormal\">Alle ICM-Programme bis auf SnG Power Tools arbeiten mit festen Pushing- und Callingranges, die in vielen F&auml;llen nicht mit den Ranges &uuml;bereinstimmen, die viele Spieler spielen werden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Manche Spieler pushen lieber mit 76o, andere mit A2o etc. Gegen die eine Range kann dein Call somit gut sein, gegen die andere aber schlecht, falls du vorhast, marginale Calls zu machen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Weiterhin stellt sich immer die Frage, wie gut du die gegnerischen Ranges sch&auml;tzen kannst. In vielen  Situationen &auml;ndert sich deine Range stark, obwohl sich die Callingrange deines Gegners nur um ein paar H&auml;nde vergr&ouml;&szlig;ert bzw. verkleinert hat. Falls du deiner Sch&auml;tzung nicht wirklich vertraust, ist es fraglich, ob du deine Range nicht tighter gestalten solltest, um sicher zu gehen, dass dein Push auch profitabel ist.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Verbesserung des ICM<\/h1><p class=\"emoListintro\">Um das ICM zu verbessern, kann man an vielen Stellen ansetzen. Das ICM beruht auf bedingten Wahrscheinlichkeiten. Dabei wird Spieler A mit Wahrscheinlichkeit Stack(A)\/Stack(Gesamt) den ersten Platz belegen. Um nun die weiteren Platzierungswahrscheinlichkeiten berechnen zu k&ouml;nnen, muss man eine weitere Annahme treffen. Das ICM beruht auf der Annahme, dass folgendes f&uuml;r die  Wahrscheinlichkeit gilt, dass Spieler A den Zweiten Platz belegt, falls Spieler B den ersten Platz belegt:<\/p><p style=\"margin-left: 12px;margin-top: 0pt;padding-top: 0pt\" class=\"emoNormal\"><i>P(A,2| B,1) = Stack(A)\/(Stack(Gesamt) &ndash; Stack(B))<\/i><\/p><p class=\"emoNormal\">Diese Annahme favorisiert grunds&auml;tzlich den Small Stack. Besser ist es jedoch, wie im Buch Kill Everyone angesprochen, ein Diffusionsmodell zu verwenden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das Modell beruht auf Zufallsbewegungen. Dabei wird solange zuf&auml;llig ein Chip von einem Stack auf einen anderen Stack gelegt, bis ein Stack keine Chips mehr enth&auml;lt. Dadurch wird z.B. die Equity eines Shortstacks nicht so stark &uuml;bersch&auml;tzt.<\/p><p class=\"emoListintro\">Aus Kill Everyone erh&auml;lt man zum Beispiel folgendes Ergebnis f&uuml;r die Platzierungsverteilung von Spieler A bei gegebener Chipsverteilung zwischen drei Spielern:<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"6\" style=\"margin: 8px 0px 12px;width: 100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" align=\"center\" style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff;font-weight: bold;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">Chips<\/td>\n<td colspan=\"3\" align=\"center\" style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff;font-weight: bold;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">&nbsp;Diffusion<\/td>\n<td colspan=\"3\" align=\"center\" style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff;font-weight: bold;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">ICM<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">A<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">B<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">C<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">A 1st<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">&nbsp;A 2nd<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">&nbsp;A 3rd<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">A 1st<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">A 2nd<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">&nbsp;A 3rd<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">10.0%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">10.0%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">80.0%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">&nbsp;10.0%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">40,5%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">&nbsp;49,5%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">10,0%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">41,1%<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">48,9%<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">Hierdurch l&auml;sst sich die Wirklichkeit etwas besser widerspiegeln.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dadurch wird die Equity der einzelnen Spieler in manchen F&auml;llen besser gesch&auml;tzt werden, aber alle Probleme werden sich dadurch nicht beheben lassen. Da die Berechnung mit diesem Modell einen deutlichen Mehraufwand darstellt, stellt sich die Frage, ob es wirklich g&uuml;nstig ist, die Berechnungen auf so ein Modell zu st&uuml;tzen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ein anderer Ansatzpunkt ist die Beschaffenheit der derzeitigen ICM-Programme. Es ist utopisch anzunehmen, dass man die Ranges der Gegner exakt sch&auml;tzen kann. So w&auml;re es besser, die starren Ranges durch Rangeverteilungen zu ersetzen, um die Unsicherheit bei der Sch&auml;tzung zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p><p class=\"emoListintro\">Betrachte hierzu ein weiteres Beispiel:<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 5<\/div><p class=\"emoNormal\">MP3 1500<br> CO  1500<br> BU 3000 Hero<br> SB 3000 callt 7%(88+,AJo+,ATs+)<br> BB 3000 callt 7%(88+,AJo+,ATs+)<\/p><p class=\"emoNormal\">Nimm nun an, dass du die Ranges beider Spieler exakt bestimmt hast. Damit kannst du mit einer Range von 68.3% profitabel All-In gehen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nun stellst du fest, dass dich der Spieler im Big Blind mit 8%(66+,AT+) callen wird. Obwohl sich die Range des Big Blinds nur von 7% auf 8% erh&ouml;ht hat, hat sich deine profitable Range von 68.3% auf 39.9% fast halbiert.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/SnG\/ICMadv\/ICMadv06.jpg\" alt=\"ICMadv6\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Eine oft verwendete Methode um dieses Problem zu l&ouml;sen ist, deinen Gegnern generell loosere Ranges zuzuweisen. Dadurch wirst du aber oft H&auml;nde folden, die du profitabel spielen k&ouml;nntest. Eine andere M&ouml;glichkeit ist zum Beispiel in dem SnG-Programm eine bestimmte ben&ouml;tigte Edge zu setzen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Da es absurd ist anzunehmen, dass du die Ranges deiner Gegner exakt sch&auml;tzen kannst, kannst du annehmen, dass die Callingrange innerhalb eines Rangeintervalls liegen wird. Ein Beispiel k&ouml;nnte etwa so aussehen, dass du annimmst, dass dich der Big Blind, falls er dich callt, mit dieser Verteilung callen wird. Nimm dazu an, dass du T8o h&auml;ltst.<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"3\" width=\"436\" style=\"margin: 8px 0px 12px\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff;font-weight: bold;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">Range<\/td>\n<td style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff;font-weight: bold;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">Wahrscheinlichkeit<\/td>\n<td style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff;font-weight: bold;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">Erwartungswert<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">6,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">15,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">+ 0,3 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">7,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">35,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">+ 0,2 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">8,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">35,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">+ 0,00 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">9,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 0px 1px solid #ffffff\">15,00 %<\/td>\n<td style=\"background-color: #d9dadb;border: 0px 1px 1px 0px solid #ffffff\">- 0,1 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p class=\"emoNormal\">Gesamt: 0.15*0.3% + 0.35*0.2% + 0.35*0% + 0.15*-0.1% =  + 0.1%<\/p><p class=\"emoNormal\">Hierdurch k&ouml;nnte man etwa den durchschnittlichen Equityverlust durch das Zahlen bzw. Steigen der Blinds besser sch&auml;tzen.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Das heutige Independent Chip Model ist ein sehr gutes mathematisches Modell, um den Geldgegenwert deiner Chips in einem Turnier zu sch&auml;tzen. Du solltest dich aber nicht blind auf die Ergebnisse deines ICM-Programms verlassen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wie du gesehen hast, sind selbst scheinbar klare Pushes in Wirklichkeit nur marginal und es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die du zus&auml;tzlich beachten solltest. Viele Spieler denken, dass sie das Verwenden eines ICM-Programms automatisch zu einem Gewinner machen wird. Manche gehen sogar soweit zu behaupten, dass SNGs insofern gel&ouml;st sind, da es reicht in der fr&uuml;hen Phase tight zu spielen und nach ICM zu spielen, wenn die Blinds hoch genug sind.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dass diese naive Herangehensweise nicht optimal ist, sollte dir nach dem Lesen dieses Artikels klar sein. Deine Entscheidungen bzw. Strategien mit Hilfe des ICM zu finden, ist vergleichsweise einfach. Die Probleme des ICM zu kennen und diese Strategien in bestimmten Situationen geeignet zu modifizieren, ist schwer und erfordert viel Erfahrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel erf\u00e4hrst du etwas \u00fcber die Schw\u00e4chen des Standard-ICM und wie du damit umgehen solltest.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[153],"strategy_level":[119],"class_list":["post-52786","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-sit-and-go-expert-game"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Advanced ICM - PokerStrategy DE<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/sit-and-go\/icm-fortgeschritten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Advanced ICM - 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