	{"id":52824,"date":"2009-11-11T09:36:00","date_gmt":"2009-11-11T09:36:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/crushing-nl50-gegner-2\/"},"modified":"2026-03-12T09:26:34","modified_gmt":"2026-03-12T09:26:34","slug":"crushing-nl50-gegner-2","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/weekly-no-limit\/crushing-nl50-gegner-2\/","title":{"rendered":"Crushing NL 50 5\/6 - Gegnerspezifisches Play II"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Crushing NL 50 5\/6 - Gegnerspezifisches Play II<\/h1><table border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"border-bottom: 0px solid #ffffff\">\n\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/psmag\/bilder\/bild_kolumne.jpg\" width=\"100%\">\n\t\t\t<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"psMagtablehead1\">\n\t\t\t&raquo; KOLUMNE\n\t\t\t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><h1 style=\"color: #d5002d;margin-top: 24px;margin-bottom: 6px;padding-bottom: 0pt\"> <\/h1><h1 style=\"color: #d5002d;margin-top: 24px;margin-bottom: 6px;padding-bottom: 0pt\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/Crushing_NL50\/crushing6.png\" align=\"right\" height=\"83\" width=\"168\"><\/h1><h1 style=\"color: #d5002d;margin-top: 24px;margin-bottom: 6px;padding-bottom: 0pt\">Crushing NL 50 (5\/6)<br>\nGegnerspezifisches Play II<br>\n<\/h1><p style=\"margin: 0pt;padding: 0pt 0pt 18px\">\n<i>von Hasenbraten<\/i>\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIm vorherigen Artikel hast du schon die Grundlagen des gegnerspezifischen Spiels, Exploiting, Balancing und als Anwendung auch polarisierte Ranges kennen gelernt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIn diesem zweiten Teil wird  nun mit einem weiteren Teil &uuml;ber Semibluffs sowie Deception eine zus&auml;tzliche Anwendung der Konzepte geliefert. Weiterhin lernst du einige Ausgangsideen f&uuml;r das Spiel gegen unterschiedliche Gegnertypen kennen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDabei liegt das Augenmerk auf dem gegnerspezifischen Spiel. Es werden gezielt Fehler von unterschiedlichen Spielertypen aufgezeigt und Konzepte zur Ausnutzung vorgeschlagen, die &uuml;ber &ldquo;Bluffe einen Nit&rdquo; hinausgehen und &uuml;ber eine theoretisch fundierte Basis verf&uuml;gen.\n<\/p><h1 style=\"color: #d5002d;margin-top: 24px\" align=\"left\"> Deception<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nDer Begriff Deception ist bis jetzt maximal sporadisch aufgetaucht, allerdings noch nicht weiter beleuchtet worden. Er steht im Zusammenhang mit dem Balancing und bedeutet in diesem Zusammenhang w&ouml;rtlich soviel wie Verschleierung.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEs geht darum, zu verhindern, dass dein Gegner deine Hand anhand deiner Spielweise erkennen kann. Das ist h&auml;ufig ein Grund f&uuml;r eine Continuationbet, wenn auch in der Regel kein ausreichender. K&ouml;nnte dein Gegner gut H&auml;nde readen, w&auml;re er ohne Balancing oder Deception in der Lage, viele sehr gute Entscheidungen gegen dich zu treffen. Das wiederum w&uuml;rde ihm eine gro&szlig;e Edge gegen dich verleihen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEs geht also darum, einem mitdenkenden Gegner diese guten Entscheidungen so schwer wie m&ouml;glich oder sogar unm&ouml;glich zu machen. Betrachten wir den Sachverhalt noch ein wenig allgemeiner.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSowohl du als auch dein Gegner haben Zielvorstellungen f&uuml;r eine Hand. Diese h&auml;ngen zum einen von der eigenen Hand ab, zum anderen aber auch von der Hand bzw. der Range, die du beim Gegner erwartest.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nJe genauer du die Range deines Gegners bestimmen kannst, desto seltener wird sein Ziel mit deinem vereinbar sein (die Ausnahmesituationen spielen sich dann sowieso von selbst). Deswegen ist es f&uuml;r dich unerl&auml;sslich, die gegnerische Wahrnehmung deiner Range zu manipulieren.<br>\nEinfach gesagt: Du darfst gegen einen guten Gegner nicht jeden Draw wie einen Draw und nicht jede made Hand wie eine made Hand spielen.\n<\/p><h1 style=\"color: #d5002d;margin-top: 24px\" align=\"left\"> Pure Bluffs und Semibluffs<\/h1><p class=\"emoListintro\">\nEinen relativ einfachen Zugang zu diesem Konzept erh&auml;ltst du &uuml;ber Semibluffs. Folgende Punkte sollten zutreffen:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Du spielst nun shorthanded.<\/li>\n<li>Du hast mehr Erfahrung.<\/li>\n<li>Du bist ein besserer Handreader.<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nDasselbe gilt auch f&uuml;r deine Gegner. Auf trockenen Boards gibt es f&uuml;r dich zun&auml;chst zwei M&ouml;glichkeiten. Entweder du spielst nur H&auml;nde so, die gen&uuml;gend Equity haben, oder du spielst neben starken H&auml;nden auch Bluffs auf diese Weise.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAuf die M&ouml;glichkeit, die Range nicht zu polarisieren und auch mittelstarke H&auml;nde wie sehr starke H&auml;nde zu spielen, soll hier nicht weiter eingegangen werden. Das bedeutet f&uuml;r einen perfekten Gegner, dass er entweder immer wei&szlig; &ldquo;Der will All-In, welche Range hat er da?&rdquo; wenn du St&auml;rke zeigst, oder er muss absch&auml;tzen &ldquo;entweder er will All-In oder er blufft&rdquo;. Dabei ben&ouml;tigt er eine genaue Information &uuml;ber die spezielle Situation oder eine gute Statistik f&uuml;r deine Blufffrequenz.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nGeht er davon aus, dass du in solchen Spots generell bluffst, so f&uuml;hrt das schnell zu schlechten Reaktionen. Dein Gegner kann leicht davon ausgehen, dass du &ouml;fter bluffst, als du es tats&auml;chlich tust oder vom Gegenteil. Wenn du hingegen nie bluffst, ist es f&uuml;r ihn leichter, denn er kann seinen Fehler nur noch beim Absch&auml;tzen der Valuerange begehen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin gro&szlig;es Problem von pure Bluffs ist, dass sie sehr gut die Forderung an eine Bluffequity  = 0 erf&uuml;llen. Gegen die Range, die weitergespielt wird, ist ihr Anteil am Pot in der Regel wirklich 0, weswegen nat&uuml;rlich auch der bluffende Spieler teure Fehler machen kann, wenn er sich versch&auml;tzt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAnders ist es hingegen im Falle eines mehr oder weniger starken Semibluffs. Dieser verf&uuml;gt anstelle von 0 Anteilen am Pot &uuml;ber vieleicht 25%-45% Equity. Auch mit diesen H&auml;nden ist dir ein Fold deines Gegners lieber, jedoch kann die Frequenz, mit der er nicht foldet, sehr viel geringer sein als im Falle eines pure Bluffs, ohne dass du Verlust machst.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nOft ist die Equity sogar so gro&szlig;, das du gar keine Foldequity mehr brauchst, um profitabel All-In zu gehen. Trotzdem ist auch in diesem Fall eine Maximierung der Foldequity notwendig, um nicht nur einen positiven, sondern den maximalen EV zu erreichen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nWichtig ist es auch, m&ouml;glichst selbst das letzte Geld in den Pot zu bringen, solange dies noch Foldequity erzeugt. Zum Beispiel musst du nach einem Checkraise oft ein All-In mit einem guten Draw callen, obwohl es  kein Oddscall ist. K&ouml;nntest du dem Gegner mit einem anderen Spiel die letzte Entscheidung aufzwingen und damit Foldequity generieren, w&auml;re dies vorzuziehen.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d5002d\">\nBEISPIEL 1\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\n<b>100BB Stacks<\/b>\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n<b>Preflop:<\/b> Hero is SB with  <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">, <b>9<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <br>\n<font color=\"#ff0000\">UTG raises 4BB<\/font>, MP calls 4BB, Hero calls 3.5 BB\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nPreflop ist der Coldcall aufgrund eines schlechten MP\/UTG\/BB-Spielers definitiv denkbar.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n<b>Flop:<\/b> <b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">, <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">, <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\">\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDas ist unzweifelhaft ein Traumflop mit riesiger Equity. Die Frage ist nat&uuml;rlich, was hier die beste Spielweise sein wird?\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nGehe davon aus, dass UTG in dieser Hand nicht der Fish ist. Die M&ouml;glichkeiten, um Geld in den Pot zu bekommen, sind entweder eine Donkbet oder ein Checkraise. Ein Checkraise hat zum einen den Nachteil, dass es nur funktioniert, wenn auch wirklich eine Bet kommt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDas muss allerdings nicht passieren, denn der Flop ist nicht optimal. 3-handed mit einem Fish in der Hand kann UTG hier einiges checken. Zum anderen bleiben am Turn je nach Raisesize noch rund 2\/3- bis 3\/4-Potsize &uuml;brig.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEs gibt einige Gegner, die am Flop nur callen w&uuml;rden, um die Turnkarte abzuwarten. Triffst du, folden sie (zumindest auf den Flush). Triffst du nicht, callen sie. Leider ist das das Gegenteil von dem, was du erreichen wolltest. Dennoch kannst du hier - was ja dein Ziel war - gut eine made Hand repr&auml;sentieren, da sehr viele Spieler TT, 77, 22 oder vielleicht T7 genau so spielen w&uuml;rden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBliebe eine Donkbet. Diese ist hier in der Tat oft die beste Wahl. F&uuml;r den Fall, dass es am Flop zu einem Fold beider Gegner kommt, ist das offensichtlich gut f&uuml;r dich. Raist einer der beiden Gegner, kannst du mit relativ viel dead Money und eventuell sogar noch Foldequity dein Geld direkt am Flop in die Mitte schieben und so schwierige Situationen am Turn vermeiden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIm Falle eines Calls musst du den Turn out of Position spielen. Weiterhin wird UTG aufgrund seiner Sandwichposition zwischen dem Fish und der Donkbet oft H&auml;nde raisen oder folden, die er HU nur callen w&uuml;rde.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAnsonsten kannst du am Turn entscheiden, weiter aggressiv zu spielen oder passiv zu werden. In der Summe wird die Line bet\/3-bet hier oft leichter spielbar sein als ein Checkraise.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nWas hat das ganze nun mit Deception zu tun? Erstmal nichts. Gut ist hier, dass sich die f&uuml;r Draws geeignete, aggressive Line auch f&uuml;r made Hands eignet. Wenn du neben Monsterdraws auch Sets auf diese Weise spielst, hat dein Gegner eine spieltheoretisch sehr schwierige Entscheidung.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEr muss sich genau &uuml;berlegen, welche Formen von Draws bzw. made Hands du hier haben kannst. Genauso braucht er eine gute Absch&auml;tzung, wie du sie in dieser Situation spielst. Wichtig ist eben, Informationen &uuml;ber deine Range nicht preiszugeben. Um auch vom Semibluffgedanken am Flop ein wenig wegzukommen, findest du nun noch einmal ein Gedankenbeispiel.\n<\/p><p class=\"emoListintro\">\nDu k&ouml;nntest auf diesem Flop ungef&auml;hr drei Handkategorien halten:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Mittelstarke H&auml;nde wie Toppair oder Middlepair, eventuell JJ. Sie schlagen Overcards und Draws, sind aber gegen den starken Teil der gegnerischen Range behind.\n\t<\/li>\n<li>Starke H&auml;nde wie Sets oder eventuell T7. Mit ihnen willst du auf jeden Fall All-In. Wie sich genau die Grenze zwischen mittelstarker und starker made Hand zeigt, ist nat&uuml;rlich wieder situations- und gegnerabh&auml;ngig.\n\t<\/li>\n<li>Zuletzt noch Draws verschiedener St&auml;rke, Combodraws oder einzelne Flush- oder Straightdraws.\n\t<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nDies stellt in etwa die Menge der H&auml;nde dar, welche du weiterspielen willst. Viele Leute w&uuml;rden hier vielleicht als Standardline f&uuml;r die starken H&auml;nde checkraise + Bet spielen, sowie check\/call oder check\/fold mit dem Rest. Das ist nat&uuml;rlich kein bisschen deceptive, denn die Range ist komplett unbalanced und dein Gegner kann leicht dagegen spielen.\n<\/p><p class=\"emoListintro\">\nEine M&ouml;glichkeit davon abzukommen wurde nun mittels bet\/3-bet mit starken made Hands und einem Teil der Draws gegeben. Damit spielen sich diese beiden gut, aber du kommst in eine Bredouille:\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSpielst du check\/call am Flop, so kannst du, au&szlig;er bei einem Hit eines Draws, niemals drei Bets callen. Du musst also entweder damit leben, hier bluffbar zu sein oder du baust Herocalls mit einem Teil der mittelstarken H&auml;nde ein. So in etwa pr&auml;sentiert sich die hier vorgestellte Alternative. Ohne im Detail weiter darauf einzugehen, gibt es auch andere M&ouml;glichkeiten, solche Lines zu balancen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nNicht unbedingt 3-handed, aber Heads-up bietet sich hier auch die M&ouml;glichkeit an, eine Zeit lang nur einfache Draws, die du auf eine 3-Bet foldest, zu checkraisen und starke Draws sowie Sets oder Twopair nur zu callen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAm Turn bietet sich dann mit der gesamten Range ein Checkraise an. Dies w&auml;re eine Option, h&auml;ufige 2nd Barrels des Gegners zu kontern und dann eventuell einfache one Pair H&auml;nde besser zum Showdown bringen zu k&ouml;nnen, eben durch die gesenkte Frequenz von 2nd Barrels.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDas Prinzip dahinter ist simpel: Spiele einen Teil deiner Range nicht wie erwartet. Dabei solltest du immer vermeiden, dass dein Gegner dich auf eine pr&auml;zise Range setzen kann (also immer Semibluffs oder Bluffs mit in der Range halten) und dich auf notwendige Herocalls einstellen, wenn die Situation dazu unvermeidbar ist.\n<\/p><h1 style=\"color: #d5002d;margin-top: 24px\" align=\"left\"> Grundlagen gegen verschiedene Gegnertypen<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nAuf eine Klassifizierung aufgrund von Stats wird hier absichtlich verzichtet. Vielmehr ist die Art und Weise wichtig, wie jemand spielt und welche Ziele er verfolgt. Diese Information ist f&uuml;r eine Kategorisierung kategorisieren, als eine reine Spielstatistik.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d5002d\">\nWeak-tighter  TAG (wTAG)\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nMan k&ouml;nnte diesen Gegner auch als schlechten Tag bezeichnen. Tight-agressive ist nat&uuml;rlich schon ein guter Anfang, es gibt aber viele Spieler, die entweder allgemein sehr weak sind, oder zu stark schematisiert spielen. Letzteres f&uuml;hrt aufgrund mangelnder Entscheidungstiefe auch sehr oft zu dieser Weakness.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDer wTAG ist oft selbst noch marginaler winning Player, da es eben auch richtige Fische gibt, er ist aber kein starker Spieler. Geld gewinnst du gegen ihn in kleinen und mittelgro&szlig;en P&ouml;tten. Der wTAG spielt h&auml;ufig seine Karten, ohne gro&szlig; auf die Ranges seiner Gegner zu achten. Dadurch ist er anf&auml;llig f&uuml;r plumpere Bluffs, sowie im Gegenteil selten in der Lage, selbst kreativ zu spielen oder gr&ouml;&szlig;ere Bluffs zu fahren.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIn gro&szlig;en P&ouml;tten h&auml;lt er meist auch eine starke Hand, weswegen du hier im Schnitt keinen Vorteil haben wirst. Insgesamt sollte dieser Spielertyp schlechter sein als du. Du kannst relativ konstant und ohne gro&szlig;es Risiko von ihm Geld extrahieren. Nicht so viel wie bei einem richtigen Fish, aber du spielst dennoch +EV gegen ihn.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIm Einzelnen kannst du hier, wie schon erw&auml;hnt, oft versuchen mit moderatem Risiko kleine und mittlere P&ouml;tte zu kaufen. Preflop kannst du gegen diesen Spieler eine hohe 3-Bet-Frequenz fahren, da du selten Gegenwehr bekommst. Du solltest dabei nat&uuml;rlich darauf achten, dass seine initiale Range nicht zu klein ist (UTG-Raise), sonst bekommst du selten Gegenwehr in Form von lighteren Calls oder 4-Bets bzw. 4-Bet-Bluffs.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nGleichzeitig ergeben sich auch oft profitable Coldcall-Situationen, da du nicht nur durch Treffer, sondern besonders in Position oft auch ohne Treffer den Pot mitnehmen kannst. Dabei musst du besonders auf Squeezes achten, da der wTAG auch daf&uuml;r relativ anf&auml;llig ist.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAm Flop bieten sich sowohl Raises als auch Floats an, um den wTAG aus der Hand zu dr&auml;ngen. Du musst bei Flopraises auch nur wenig darauf achten, was du repr&auml;sentierst, denn der wTAG wird seltener runtercallen, nur weil deine Hand bluffy aussieht. Auch gegen Flopcalls bekommst du h&auml;ufig einen Fold. Der wTAG 2nd-barrelt zu wenig und spielt sowohl am Flop als auch am Turn oft zu tight.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAuch f&uuml;r 3-Barrel-Bluffs ist dieser Spieler anf&auml;llig, da er seine starken H&auml;nde besonders out of Position meistens schnell spielt und somit nach einer check\/call, check\/Call Line an Flop und Turn selten eine Hand hat, die eine Riverbet sehen will, ergo h&auml;ufig auf diese foldet (Auch wenn er vielleicht herocallen sollte).\n<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d5002d\">\nSolider TAG (TAG)\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWie der Name schon sagt, die gute Ausgabe des wTAGs. Die angesprochenen Schw&auml;chen des wTAGs existieren beim idealen TAG nicht mehr. Der Tag spielt im Grunde &auml;hnlich wie der wTAG, im Unterschied ist er aber bereit, wenn n&ouml;tig von seinem Gameplan abzuweichen. Wie der Name schon sagt, hat er einen grunds&auml;tzlich tighten Ansatz, wird er jedoch mit &uuml;berm&auml;&szlig;iger Aggression oder Blufffrequenzen konfrontiert, wird er sich auf die eine oder andere Weise richtig anpassen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nLighte 3-Bets wird er mit Calls, 4-Bets und ge&auml;nderten Openraisingstandards beantworten, Floats und Angriffe am Flop mit Rebluffs und Refloats sowie lighteren Calldowns, wenn es n&ouml;tig ist. Auch Semibluffs am Turn versteht dieser Gegner und kann sich darauf anpassen. Um es kurz zu machen, der TAG wird nicht zwingend versuchen gegen dich zu spielen, solange er dich f&uuml;r einen &uuml;berdurchschnittlichen Spieler h&auml;lt. Kommst du ihm in die Quere, wirst du kein leichtes Spiel haben.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nWenn zwei Spieler mit derselben Strategie aufeinander treffen, ist es allgemein so, dass entweder einer von beiden ausweichen muss, oder dass der gewinnt, der die Strategie weiter perfektioniert hat. Du hast also die M&ouml;glichkeit, selbst weiter tight-aggressive zu spielen und dich auf dein Fingerspitzengef&uuml;hl in knappen Entscheidungen zu verlassen oder du passt dich entweder durch tighteres Spiel (Vermeiden dieser Situationen) oder durch looseres Spiel (Ver&auml;nderung der Dynamik) an die Situation an.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nLetzteres kann funktionieren, wenn du gut genug spielst, ansonsten wird es teuer. Gegen gute Tags wirst du kaum in der Lage sein, Geld zu gewinnen, solange sie nicht in Richtung wTAG gehen. Der TAG bereitet dir nicht absichtlich Probleme, ist aber auch kein angenehmer Tischpartner.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d5002d\">\nLoose-aggressive (LAG)\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nHier soll nicht zwischen guten und schlechten LAGs unterschieden werden, denn schlechte LAGs sind oft einfach nur schlechte TAGs, die mehr H&auml;nde spielen, oder schlicht und ergreifend Maniacs. Ein LAG geht das Spiel anders an als der TAG. Er versucht deutlich st&auml;rker, Fehler bei Gegnern zu induzieren und zu provozieren, um aus ihnen Profit zu schlagen. Dies geschieht, indem sie mit mehr als der &uuml;blichen Aggression konfrontiert werden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEs gibt schon preflop einige Basiseigenschaften, die durch ihre Ausnutzung direkten Profit versprechen, zum Beispiel das Stealverhalten. Nimm einen Spieler mit etwa 27% Openraise vom CO. Bekommt er eine 3-Bet, spielt er oft nur TT+, AK weiter, also 3.5%. Er foldet also als Defaultentscheidung 87% seiner Openraises auf eine 3-Bet.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nRiskiert ein Spieler nach einem 4BB Openraise 12BB f&uuml;r eine 3-Bet und du ignorierst die F&auml;lle, in denen ein dritter Spieler einsteigt, so macht er mit diesem Raise einen direkten Profit von<br>\nEV = 0.87 * 5.5 &ndash; 0.13 * 12 = 3.225 BB\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDas ist ein sehr hoher EV f&uuml;r das Risiko von 12BB. Ein guter TAG ist sich dessen auch bewusst. Im Gegensatz zum LAG forciert er das Ausnutzen jedoch nicht. W&auml;hrend ein TAG einfach seine 3-Bet Frequenz soweit hoch f&auml;hrt, das der initiale Openraiser sich keinem zu gro&szlig;en Druck ausgesetzt f&uuml;hlt und seine Spielweise weitestgehend beibeh&auml;lt, attackiert der LAG den Spot oft deutlich h&auml;rter und zwingt den Gegner zur Reaktion. Damit wird die urspr&uuml;ngliche +EV Situation zerst&ouml;rt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAn ihre Stelle tritt allerdings mit Gl&uuml;ck eine noch gr&ouml;&szlig;ere +EV Situation. Allgemein beeinflusst diese Spielweise auch das Image des LAG. Das l&auml;sst sich auch auf das Verhalten nach dem Flop &uuml;bertragen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAuch hier versucht ein TAG eher, aus gegebenen Situationen einen positiven Erwartungswert zu ziehen und dies weiterhin zu k&ouml;nnen, w&auml;hrend der Lag sie so stark ausnutzt, dass er seine Gegner ihrerseits zu einer Reaktion zwingt. Diese f&auml;llt oft schlecht aus, da die Spieler aus ihrem Erfahrungsrahmen gerissen werden, w&auml;hrend der LAG sich seiner Rolle bewusst auf bekanntem Terrain bewegt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nW&auml;hrend ein guter Tag nur unangenehm am Tisch ist, wird ein guter LAG zu einem echten Problem. Man kann dieser erh&ouml;hten Looseness und Aggression auch nicht mehr mit einem weiteren Aufdrehen begegnen. Vor allem dann nicht, wenn man es nicht gewohnt ist. Es bleibt dir eigentlich nur &uuml;brig, den LAG genau zu studieren und in seinem Spiel Stellen zu finden, in denen er insgesamt schlecht spielt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDie gute Nachricht ist aber: Aufgrund der Menge an Entscheidungen, die der LAG trifft, sind eigentlich immer einige von ihnen nicht gut. Das Problem dabei ist nat&uuml;rlich, dass es sich um sehr marginale Situationen handelt, in die du dich aber dennoch begeben musst, um zu bestehen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAm ehesten trittst du ihm wohl mit einer moderat passiven Spielweise entgegen. Du spielst weniger aggressiv und achtest weniger auf Potbuilding (das macht ja der LAG f&uuml;r dich), sondern beschr&auml;nkst dich h&auml;ufiger darauf, showdownbound zu spielen. Die Menge der H&auml;nde, die der LAG spielt, sorgt schlie&szlig;lich daf&uuml;r, dass seine durchschnittliche Equity relativ gering ist. Bringst du die H&auml;nde gut genug zum Showdown, kannst du so einen Anhaltspunkt zum Spiel finden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nInsgesamt ist der LAG wohl der unangenehmste der hier besprochenen Kandidaten. Er ist gut und du gewinnst dadurch allenfalls wenig gegen ihn. Zum anderen ist er sehr aggressiv und wenn du etwas gewinnen m&ouml;chtest, so musst du immer darum k&auml;mpfen. Hier ist dein eigenes Handreading, deine Kreativit&auml;t und Spielverst&auml;ndnis gefragt.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d5002d\">\nManiac\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nManiacs sind vom Erscheinen am Tisch den LAGs &auml;hnlich. Der gro&szlig;e Unterschied ist jedoch, dass es sich um schlechte Spieler handelt. Du kannst viel Geld aus ihnen extrahieren, deine Edge ist hier wohl gr&ouml;&szlig;er als gegen jeden anderen Gegner. W&auml;hrend der LAG versucht, seinen EV durch das Aus&uuml;ben von Druck zu erh&ouml;hen, begn&uuml;gt sich der Maniac oft damit, nur Druck aufzubauen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDas siehst du oft daran, dass Maniacs sich viel zu wenig auf verschiedene Gegnertypen einstellen. Sie spielen immer ohne Pr&auml;ferenzen aggressiv und versuchen auch in Situationen zu bluffen, in denen es &uuml;berhaupt keinen oder nur sehr wenig Sinn ergibt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nW&auml;hrend du gegen LAGs auch darauf abzielen kannst, ab und an P&ouml;tte ohne Showdown zu gewinnen, ist dies gegen den Maniac die falsche Herangehensweise. Hier gewinnst du dein Geld am Showdown durch &uuml;berzogen gespielte made Hands oder Bluffs des Maniacs. Slowplay und auch Herocalls sind die Waffen der Wahl gegen diesen Spielertyp.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSehr wichtig ist es auch, sich bestimmte Spielweisen des Maniac zu merken. W&auml;hrend gute Spieler hier h&auml;ufiger variieren ist es oft so, dass Maniacs (wie eigentlich alle schlechteren Spieler) nur &uuml;ber ein recht beschr&auml;nktes Repertoire an Spielz&uuml;gen verf&uuml;gen und dieses oft auch nur f&uuml;r einen Handtyp verwenden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBestimmte Draws werden an Flop oder Turn geraist, andere nicht. Manchmal wird am River auf einen Check zu 100% gebettet, auch wenn ein Bluff recht aussichtslos sein sollte. Andere checkraisen jeden Flop einfach blind und so weiter.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nOft begegnest du ansatzweise auch einer verkehrten Spielweise. Der Maniac spielt Draws und schwache H&auml;nde sehr aggressiv, w&auml;hrend er gleichzeitig versucht, enorm viel zu slowplayen. Der Grund daf&uuml;r liegt unter anderem in seiner eigenen Spielweise. Irgendwo geht jeder Pokerspieler davon aus, dass andere Spieler eine &auml;hnliche Logik verfolgen wie sie selbst. Folglich betreibt er viel Slowplay, was ja gegen ihn auch ganz gut funktionieren w&uuml;rde.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDas ist auch ein Gegensatz zum LAG, denn dieser wei&szlig;, dass er, um seine Bluffs und Semibluffs spielen zu k&ouml;nnen, auch viele made Hands aggressiv for Value spielen muss. Deswegen ist auch hier das Spiel gegen den Maniac einfacher als gegen den LAG.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEs macht nicht immer nur Spa&szlig; gegen einen Maniac zu spielen. Beh&auml;ltst du allerdings die Kontrolle &uuml;ber dein eigenes Spiel, so ist die Situation die vielleicht profitabelste &uuml;berhaupt.\n<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d5002d\">\nLoose-passive (LPA)\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nOft auch Callingstation genannt. Klarer losing Player, sehr einfach zu spielen. Er bereitet dir aufgrund seiner Passivit&auml;t selten oder nie Probleme. Du kannst die Potgr&ouml;&szlig;e gut vorgeben und siehst auch viele Showdowns mit schwachen H&auml;nden, von denen ein anderer Spieler dich vielleicht im Laufe der Hand trennen w&uuml;rde. LPAs spielen normalerweise ihre Karten. Sie spielen sehr selten aggressiv, meist handelt es sich dabei um made Hands oder pure Bluffs.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDraws werden anstelle eines aggressiven Spiels eher passiv gespielt, um zu sehen ob man trifft. LPAs verlieren wie Maniacs viel Geld am Showdown, da sie einfach zu viele Showdowns sehen. Sie sind im Gegensatz dazu allerdings nicht in der Lage, wenigstens P&ouml;tte ohne Showdown zu gewinnen. Sie verlieren konstant Geld und sind sehr anf&auml;llig f&uuml;r Valuebets.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSie sind vom Herangehen her auch recht statisch, wenn sie sich einmal etwas vorgenommen haben, versuchen sie es oft auch zu erreichen. Oft ist dies nur ein Showdown, gelegentlich aber auch ein Bluff. Sie gehen wenig bis gar nicht auf ver&auml;nderte Situationen durch Boardkarten oder sonstige Konstellationen ein.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nGegen LPAs solltest du deine eigene Spielweise in einer Art und Weise umstellen, die es dir erlaubt, mehr mittelstarke H&auml;nde zu treffen und weniger auf Deception oder Bluffs gehen. Aufgrund der Passivit&auml;t bekommst du ohnehin selten einen gro&szlig;en Pot, den eine sehr starke Hand ben&ouml;tigen w&uuml;rde und in der Summe gewinnst du hier mit mittelstarken H&auml;nden wie Toppair am meisten.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDu darfst allerdings nicht dem Irrglauben verfallen, LPAs w&uuml;rden niemals bluffen. Dies ist schlicht falsch, denn sie bluffen durchaus und ab und an sogar konsequent &uuml;ber mehrere Stra&szlig;en. Nur leider insgesamt zu selten, um dadurch gef&auml;hrlich zu werden.\n<\/p><table class=\"emoLinkbox\" style=\"margin-top: 24px\" border=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" height=\"25\" width=\"33\"> <\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<br>\n\t\t\t\t\t\t<\/b><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/1647\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/bronze.png\" style=\"margin-right: 4px\" align=\"left\" height=\"12\" width=\"17\">Crushing NL 50 (1\/6) - Das Preflopspiel <\/a><br>\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/1647\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/bronze.png\" style=\"margin-right: 4px\" align=\"left\" height=\"12\" width=\"17\"><\/a><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/1648\">Crushing NL 50 (2\/6) - 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