	{"id":52910,"date":"2011-04-15T10:15:00","date_gmt":"2011-04-15T10:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/neuropsychologie-poker-motivation\/"},"modified":"2026-03-12T09:28:27","modified_gmt":"2026-03-12T09:28:27","slug":"neuropsychologie-poker-motivation","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/neuropsychologie-poker-motivation\/","title":{"rendered":"Neuropsychologie des Pokerns (4) - Motivation und Lernen"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Neuropsychologie des Pokerns (4) - Motivation und Lernen<\/h1><div align=\"top\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;padding: 0pt;width: 128px;float: right;margin-bottom: 8px;margin-top: 0pt\">\n<div style=\"margin: 0pt;padding-top: 12px;padding-left: 10px;padding-right: 10px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17593\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/cdn-origin\/Strategy\/images\/bild_videoverweis.gif\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"76\"><\/a><\/div>\n<div style=\"padding: 8px 10px\"><b>Video (EN):<\/b> Klicke <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17593\/\">hier<\/a><\/div>\n<\/div><h1 id=\"h1_1\" align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Welchen Mechanismen der Lernprozess unterworfen ist<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Wie und wovon deine Motivation beeinflusst wird<br><\/i><\/li>\n<li><i>Warum stetige Verbesserung wichtiger ist als kurzfristige Ziele<br> <\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center;margin-bottom: 12px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p class=\"emoNormal\">&ldquo;Life is full of obstacle illusions&rdquo;.  Grant Frazier hat sehr wahrscheinlich nicht von deiner Pokerkarriere gesprochen, als er diese Worte zu Papier gebracht hat. Nichtsdestotrotz k&ouml;nnen wir sie durchaus darauf anwenden, denn sie sind im Hinblick auf deine Ziele als Pokerspieler sogar von elementarer Bedeutung. Dein Weg zu Ruhm und Ehre in der Pokerwelt ist gespickt mit emotionalen Herausforderungen und unvorhersehbaren Ereignissen. Aber das ist wohl bei den meisten erstrebenswerten Dingen im Leben so.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/cdn-origin\/Education\/articles\/Neuropsychology\/4\/4_workinghead.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"230\" align=\"right\" style=\"margin-left: 12px;margin-top: -15px\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Was immer du als Pokerspieler auch erreichen willst, wirst du wahrscheinlich auch schaffen k&ouml;nnen. Wann immer du dir die Zukunft ausmalst, k&ouml;nnen deine Ziele verschwommen und m&ouml;glicherweise viel zu schwer zu erreichen scheinen. Deswegen solltest du deine Wahrnehmung und deinen Fokus konzentrieren und sowohl praktisch als auch konzeptionell eine klare Linie hin zu deinen Zielen ziehen. Was du hier lernen wirst, wird dich motivieren und mit ein bisschen Arbeitsaufwand - okay, mit sehr viel Arbeitsaufwand - wirst du deine Ziele verwirklichen k&ouml;nnen.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" id=\"h1_2\" align=\"left\">Der Lernprozess<\/h1><p class=\"emoNormal\">Wo fangen wir am besten an? Dein Gehirn lernt auf verschiedene Art und Weise. Das Lernen an sich ist physiologisch eher schwer zu definieren, da es mehrere verschiedene, ineinander greifende Prozesse umfasst. Wie du schon wei&szlig;t, funktionieren die meisten Prozesse im Gehirn nicht unabh&auml;ngig voneinander. Unterschiedliche Mechanismen wirken zusammen und produzieren die Wahrnehmung und das Verhalten, das wir kennen. Im Lernprozess sind nun verschiedene spezielle Mechanismen involviert, die auch f&uuml;r dein Pokerspiel eine Rolle spielen. Der erste Mechanismus beinhaltet auch, was ich dir als den &bdquo;Neurotransmitter des Poker&ldquo; vorstellen will &ndash; das Dopamin.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Dopamin und Belohnung<\/div><p class=\"emoListintro\">Erinnere dich daran, dass eine subkortikale Region des Gehirns namens Basalganglion in den dopaminergen Aktivit&auml;ten des Gehirns eine gro&szlig;e Rolle spielt. Bestimmte Prozesse in dieser Region sind auch beim Lernen von <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Poker\" class=\"glossaryHint glossaryTerm473-1\">Poker<\/a> durch die Nutzung dieses Neurotransmitters von gro&szlig;er Bedeutung. Dein jeweiliger Dopaminspiegel wird von der Aufnahmebereitschaft von Belohnungsreizen deines Gehirns beeinflusst. Der dreistufige Lernprozess beginnt, wenn du einen Stimulus wahrnimmst, der dann eine Reaktion von dir ausl&ouml;st und endet mit der Belohnung, die du aus dieser Reaktion erh&auml;ltst. Ein Diagramm veranschaulicht dies wahrscheinlich am besten:<\/p><p class=\"emoNormal\">Stimulus -&gt; Reaktion -&gt; Belohnung = Auswirkung auf den Dopaminspiegel<\/p><p class=\"emoNormal\">Die Art des Dopamineinflusses h&auml;ngt von der Belohnung ab. Der Dopaminspiegel steigt, wenn die Belohnung gr&ouml;&szlig;er als erwartet ausf&auml;llt, und er f&auml;llt, wenn die Belohnung kleiner als gedacht ist. Je n&auml;her das tats&auml;chliche Ergebnis an dem erwarteten Ergebnis liegt, desto geringer wird der Einfluss auf deinen Dopaminspiegel sein. Ein einfaches Konzept, das aber dennoch von gro&szlig;er Bedeutung f&uuml;r deine Pokerkarriere ist.<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL<\/div><p class=\"emoNormal\">Hier eins der so beliebten Beispiele. Nehmen wir an, du f&auml;ngst gerade mit dem Pokerspielen an (in der Tat gelten diese Prinzipien aber f&uuml;r alle Pokerspieler, da man ja bekanntlich nie auslernt) und lernst gerade erst die grundlegenden Regeln. Welche Spielz&uuml;ge aber korrekt und welche in bestimmten Situationen schlicht und einfach unprofitabel sind, ist dir immer noch gr&ouml;&szlig;tenteils ein R&auml;tsel.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dein Gehirn ist voller Potential, das zum Lernen genutzt werden kann. Das ist nat&uuml;rlich ein sehr positiver Zustand. Wie bei einem Neugeborenen, das die Welt um sich herum kennenlernt, ist das zu diesem Zeitpunkt Gelernte von &auml;u&szlig;erster Bedeutung, da es die Basis eines Gro&szlig;teils sp&auml;terer Wahrnehmung und Verhaltens sein kann.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nehmen wir also einen hypothetischen Pokerspieler, der gerade die Grundlagen lernt und zu Beginn seiner Pokerkarriere nicht so viel Zeit ins Lernen wie ins Spielen investiert. Spielen macht ja schlie&szlig;lich Spa&szlig; und Lernen ist langweilig. Die Grundlagen des Preflopspiels hat er allgemein recht gut verinnerlicht und er beherrscht auch <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Postflop\" class=\"glossaryHint glossaryTerm174-1\">postflop<\/a> einige profitable Spielz&uuml;ge. Dar&uuml;ber hinaus aber fehlt das Handwerkszeug, um an den Tischen w&auml;hrend des Entscheidungsfindungsprozesses zu improvisieren.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/cdn-origin\/Education\/articles\/Neuropsychology\/4\/4_reward.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"180\" align=\"right\" style=\"margin-left: 12px;margin-top: 2px\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn dieser Spieler durch einem Spielzug eine unerwartet hohe Belohnung bekommt (zu diesem Zeitpunkt sollten die meisten Ergebnisse unerwartet sein, da diese Spieler keine realistischen Einsch&auml;tzungen zu den Ranges der Spieler vornehmen), so steigt der Dopaminspiegel und das Basalganglion initiiert einen Prozess der Festigung gelernter Konzepte auf Basis der erlebten Reaktion. Wenn der Spielzug ein objektiv profitabler und daher ein guter Spielzug war, so ist dies ein sehr positives Ergebnis. Sollte der Spielzug in Wahrheit aber unprofitabel und schlecht sein, dann verursacht dieser anf&auml;ngliche Lernprozess einen gro&szlig;en Schaden f&uuml;r die zuk&uuml;nftige Karriere des Spielers.<\/p><p class=\"emoNormal\">Durch diese Art und Weise des Lernens &ndash; durch Spielen und die entsprechenden Reaktionen des Gehirns auf die Ergebnisse &ndash; werden Erwartungen auf Basis dieser Ergebnisse gebildet. Was ein Anf&auml;nger und im Grunde jeder Spieler aber tats&auml;chlich tun sollte, ist, Erwartungen zu formen, die auf den Grundlagen von profitablen Spielz&uuml;gen basieren. Aus diesem Grund ist es f&uuml;r Einsteiger extrem wichtig, mehr Zeit ins Lernen als ins Spielen zu investieren und erst nach und nach die Spielzeit zu <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Erhohen\" class=\"glossaryHint glossaryTerm526-1\">erh&ouml;hen<\/a>, w&auml;hrend man die Lernphasen langsam reduziert.<\/p><p>Das alles bedeutet aber nicht, dass das Lernen am  Anfang einen &ldquo;Hopp oder Top&rdquo;-Faktor f&uuml;r deine weitere Pokerkarriere  darstellt.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Falsches und richtiges Lernen<\/div><p class=\"emoNormal\">Synapsenverbindungen bilden und st&auml;rken sich genauso, wie sie sich wieder abschw&auml;chen. Anders ausgedr&uuml;ckt, kann Gelerntes wieder un-gelernt oder neu-gelernt werden.  Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die urspr&uuml;ngliche Formierung von Erwartungen in diesem Lernprozess starke synaptische Verbindungen produziert, die im weiteren Verlauf nur schwer wieder zu l&ouml;sen sein k&ouml;nnen. Wenn du nun aber sowieso auf langfristige Ergebnisse abzielst, warum solltest du dann nicht von Beginn an f&uuml;r dieses Ziel arbeiten?<\/p><p class=\"emoNormal\">Bei einer Aktivit&auml;t wie dem Onlinepoker, wo man sehr schnell auf automatisierte Prozesses und Entscheidungen zur&uuml;ckgreift, kann diese Absicht durch falsches Lernen schwer besch&auml;digt werden. Dadurch l&auml;sst sich aber noch eine weitere positive Wirkung des Spielens weniger Tische nicht im Autopilot erkennen. Je automatisierter du spielst, desto st&auml;rker wirst du dich auf die tief verwurzelten Erwartungen verlassen, die teilweise falsch sein k&ouml;nnen. Wenn du hingegen weniger Tische spielst, hast du mehr M&ouml;glichkeiten, das aus dem aktuellen Spiel Gelernte zu hinterfragen und zuk&uuml;nftige Neukombinationen der Synapsen zu erleichtern.<\/p><p class=\"emoNormal\">Eine Eigenschaft von Fischen, die sie zu Fischen macht, ist ihre Unf&auml;higkeit die korrekten Spielz&uuml;ge zu lernen. Viele Regulars nehmen aber an, dass Fische ganz einfach dysfunktionale Gehirne haben und &ldquo;dumme&rdquo; Menschen sind, die aufgrund fehlender Intelligenz nicht richtig Poker spielen k&ouml;nnen. Das trifft vielleicht auf einige wenige zu. Meist aber haben Fische ganz einfach wenig Interesse, die korrekte Spielweise zu lernen, sei es aus reiner Freude am Gamblen oder ihrem Desinteresse am Wert der jeweilige <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Stakes\" class=\"glossaryHint glossaryTerm127-1\">Stakes<\/a>.<\/p><p class=\"emoNormal\">Unabh&auml;ngig von den Gr&uuml;nden hast du wahrscheinlich auch schon Fische gesehen, meist diejenigen, die &ouml;fter spielen, die sich an das Level des Spiels an dem sie teilnehmen anpassen und schwerer zu spielen werden. Das hei&szlig;t nicht, dass man nicht mehr profitabel gegen sie spielen kann, da sie immer noch viele Fehler machen, aber trotzdem passen sie sich an das Spiel der Regulars an und k&ouml;nnen einem das Leben oft schwer oder das Spiel gegen sie unprofitabel machen, wenn man sich nicht selber an sie anpasst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ein erfolgreicher, professioneller Pokerspieler arbeitet auch abseits der Tische und bildet neue Erwartungen in dieser Neu-Lernen- und Anpassungsphase seiner Karriere. Ein Fisch hingegen wird weiter nur die Erwartungen haben, die sich aus dem tats&auml;chlichen Spiel ergeben und erh&ouml;ht damit sein Potential, zweifelhafte Schlussfolgerungen in Bezug auf seine Erwartungen zu bilden.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" id=\"h1_3\" align=\"left\">Motivation<\/h1><p class=\"emoNormal\">In einem vorhergehenden Artikel hast du gelernt, dass eine subkortikale Region namens Hippocampus eine wichtige Rolle in Bezug auf die Erinnerung spielt. Sie spielt aber auch bei Lernprozessen eine gro&szlig;e Rolle. Der Hippocampus und Cortex ben&ouml;tigen keine Belohnungsreize, um die zum Lernen ben&ouml;tigte Erinnerung zu erzeugen. Das einzige was dazu ben&ouml;tigt wird, ist der Stimulus selber. Wenn du Poker lernst, entstehen hippocampale Lernmechanismen, die zu besserem Dopaminlernen f&uuml;hrt, was w&auml;hrend dem Spielen an den Tischen passiert. Diese Art des Lernens ist essenziell f&uuml;r die Bildung von langfristigen, exakten (wenn das Lehrmaterial und die Schlussfolgerungen korrekt sind) Erinnerungen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Was hat all dies nun mit Motivation zu tun? Nun, du wirst durch Belohnungen motiviert. Sowohl das, was du gewinnen, als auch das, was du verlieren kannst, motiviert dein Verhalten. Wie du lernst, was du lernst und wie du Informationen verarbeitest, kann deine Wahrnehmung von potentiellen Belohnungen und damit deine Motivation beeinflussen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Um ein schnelles Beispiel zu geben nehmen wir an, dass ein Pokeranf&auml;nger seine Karriere mit viel Spielen und wenig Lernen beginnt. Seine Schlussfolgerungen werden wahrscheinlicher zu dauerhaftem Fehlverhalten f&uuml;hren und schnell ein demotivierender Faktor werden. Wenn ein Neueinsteiger viel lernt und wenig spielt, dann wird er auch im Falle anf&auml;nglich d&uuml;rftiger Ergebnisse sehr viel wahrscheinlicher in der Zukunft gut abschneiden, da er langfristig wahrscheinlicher konsistent gut und selbstbewusst spielen wird.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Extrinsische und intrinsische Motivation<\/div><p class=\"emoNormal\">Die Konzentration aufs Lernen und den eigenen Fortschritt anstatt schneller Ergebnisse hat aber noch andere Vorteile. Du hast bereits gelernt, dass unerwartete Gewinne den Lernprozess unterst&uuml;tzen und zus&auml;tzlich noch die Motivation steigern k&ouml;nnen. Dabei wird auch angenommen, dass mit einem Ansteigen der Erwartungen auch die Motivation sinkt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ein Blick auf die entsprechende Physiologie verdeutlicht diese Annahme. Je n&auml;her deine Erwartung an den tats&auml;chlichen Ergebnissen liegt, desto weniger Dopamin wird ausgesch&uuml;ttet. Wie du aus dem letzten Artikel wei&szlig;t, sinkt mit einer geringeren Dopaminaussch&uuml;ttung auch die Aktivit&auml;t der Frontallappen und die k&ouml;rperliche Energie. Die Frontallappen helfen dir, die Zukunft auszumalen und dich durch rationale &Uuml;berlegungen und Planung zu motivieren. Daher beeinflusst also deine Erwartung der Belohnung deine Motivation.<\/p><p class=\"emoNormal\">Im Endeffekt spielen wir alle des Geldes wegen Poker. Ob es nun der Hauptgrund f&uuml;r deine Anstrengungen ist oder nur Grund Nummer 3 oder 4 - es ist auf jeden Fall ein Motivationsfaktor. Generell l&auml;sst sich aber sagen, dass ein &uuml;berragendes Bed&uuml;rfnis nach Geld deine Motivation potentiell reduziert. Es gilt, dass die Menschen meist unterbewusst m&ouml;chten, dass ihre Unternehmungen intrinsisch motiviert sind. Das hei&szlig;t, dass deine Motivation gr&ouml;&szlig;er sein wird, wenn dein Verlangen nach Erfolg von innen kommt und nicht aus deinem Umfeld. Ein ureigenes Interesse an einer Sache wird also deine Motivation zur Verbesserung steigern - ein sehr einfaches Konzept.<\/p><p class=\"emoNormal\">Der Haken an der Sache wird deutlich, wenn wir die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Es scheint, dass eine externe Kompensation die intrinsische Motivation untergr&auml;bt, da sie erwartbarer wird. Du hast sicher schon im Fernsehen oder Erz&auml;hlungen von Menschen geh&ouml;rt, die trotz ihres Talents und ihrer Leidenschaft das Interesse und die Motivation ihres Handwerks verloren haben, da ihre Belohnung zu erwartbar wurden. Dieses Ph&auml;nomen ist aber keine bin&auml;re Kraft. Die St&auml;rke des Einflusses ist eine Frage des Ausma&szlig;es und h&auml;ngt von pers&ouml;nlichen und externen Faktoren ab. Dennoch solltest du aus diesen Schlussfolgerungen einige wichtige Richtlinien mitnehmen. Vor allem, dass je authentischer dein Interesse ist, desto dauerhafter deine Motivation sein wird. Je mehr du dich hingegen auf externe Belohnungen konzentrierst und je erwartbarer diese werden, desto wahrscheinlicher wird deine Motivation schwinden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das scheint auf den ersten Blick widerspr&uuml;chlich. Wenn du erst einmal anf&auml;ngst, beim Poker viel Geld zu verdienen, dann wirst du sicher motiviert sein, weiterzumachen. Dieses Hochgef&uuml;hl kann sehr kurzlebig sein und es bedarf unter anderem einiger Disziplin, um diesen Weg weiterzugehen und so viel zu arbeiten, wie man sollte. Wenn dein Verhalten eher von &auml;u&szlig;eren Faktoren kontrolliert zu sein scheint, erlebst du den sogenannten &bdquo;&Uuml;ber-Rechtfertigungs-Effekt&ldquo;.  Wenn du anf&auml;ngst, externe Belohnung f&uuml;r Dinge, die dir bereits vorher Spa&szlig; gemacht haben, zu bekommen, dann sinkt deine intrinsische Motivation und die Aktivit&auml;t f&uuml;hlt sich extern kontrolliert an. Das hei&szlig;t nicht unbedingt, dass sich deine Motivation insgesamt reduziert, aber dein eigenes Interesse an der Aktivit&auml;t k&ouml;nnte definitiv sinken.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Rechtfertigungseffekte<\/div><p class=\"emoNormal\">Ein weiteres Beispiel f&uuml;r dieses Zusammenspiel ist der &bdquo;Unter-Rechtfertigungs-Effekt&ldquo;. Dieser besagt, dass der kleinste Impuls, der zum Erzeugen des jeweiligen Outputs notwendig ist, der erfolgreichste Motivator ist. Im Grunde bedeutet das, dass die beste Voraussetzung f&uuml;r eine Aufrechterhaltung der eigenen Motivation eine Belohnung ist, die weder zu klein noch zu gro&szlig;, sondern genau richtig ist. Das kann einem als Pokerspieler wirklich Probleme bereiten. Denn eigentlich strebst du ja nach den besten Ergebnissen auf den h&ouml;chsten Stakes und damit den gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Profiten. Diese psychologische Unstimmigkeit zwischen deinem Gehirn und deinem Pokerspiel kannst du durch eine Analyse dieses Ph&auml;nomens &uuml;berwinden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn du zwei gegens&auml;tzliche Konzepte gegeneinander abw&auml;gst, entsteht eine Spannung, die du durch eine &Auml;nderung der Wahrnehmung, des Verhaltens oder beidem aufl&ouml;sen kannst. Dieses Konzept nennt sich kognitive Dissonanz und ist der Grund f&uuml;r den &bdquo;Unter-Rechtfertigungs-Effekt&ldquo;. Wenn die Belohnung nicht gro&szlig; genug ist, muss dein Gehirn die Begr&uuml;ndung &auml;ndern, warum es diese Aktion ausf&uuml;hrt. Anstatt einer externen Motivation, die sie aufgrund der nicht ausreichenden Gr&ouml;&szlig;e der externen Belohnung nicht sein kann, &uuml;berzeugt sich dein Gehirn selbst von der Tatsache, dass es interne Gr&uuml;nde gibt. Durch dieses Prinzip kann man die Motivation f&uuml;r eine Aktivit&auml;t, die man eigentlich nicht gerne macht, umdeuten. Dein Gehirn kann sich sehr gut ver&auml;nderten Bedingungen anpassen und wird immer einen Weg finden.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">&Auml;nderung des Fokus<\/div><p class=\"emoNormal\">Wie kannst du diese Information nun f&uuml;r deine eigene Motivation nutzen? Extrinsische Motivation ist nicht so stark wie intrinsische. Wenn dein Verhalten von externen Faktoren kontrolliert zu werden scheint, wie es in unserem Fall das Geld ist, dann wirst du weniger intrinsisch motiviert sein. Das Geld kann dich zwar weiter motivieren, es wird aber kein sehr starker Motivator sein, besonders wenn du mehr Geld gewinnst als du wirklich brauchst.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/cdn-origin\/Education\/articles\/Neuropsychology\/4\/4_money.jpg\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"200\" align=\"left\" style=\"margin-left: 12px;margin-top: 7px;margin-bottom: 5px\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Als kleiner Exkurs kann dich dein Gehirn dazu bringen das Geld auszugeben, um diesen letzten Punkt zu umgehen. Damit bist du motiviert noch mehr zu gewinnen. Wenn Geld zur Hauptmotivation wird, kann es zu einem weitaus negativeren Effekt als sinkender intrinsischer Motivation kommen, und zwar, dass Geld zu einem Werkzeug wird, das dein Verhalten vollst&auml;ndig beeinflusst. Eine M&ouml;glichkeit die Diskrepanz zwischen dem &bdquo;Unter-Rechtfertigungs-Effekt&ldquo; und dem Wunsch nach Maximierung der Gewinne abzumildern ist es, durch &Auml;nderung des Fokus die Motivation zu internalisieren.<\/p><p class=\"emoNormal\">Studien haben gezeigt, dass Personen, die von Belohnungen, die Fortschritt anstatt Output versprechen, st&auml;rker motiviert werden und das noch verst&auml;rkt wird, wenn die intrinsische Motivation wuchs. Personen, die eine Belohnung f&uuml;r ihren Output als Hinweis auf ihren Fortschritt erhielten, wie etwa die Erkenntnis, dass sie in ihrer Aktivit&auml;t besser und kenntnisreicher wurden, waren eher motiviert weiterzumachen. Dies ist ein weiterer Grund daf&uuml;r, warum dein Lernerfolg und dein Fortschritt wichtiger ist als die gr&uuml;ne Linie in deinem Graphen. Dein Fortkommen sollte am Ende also dein Hauptziel sein. Wenn du das erreichst, wird sich nicht nur der finanzielle Erfolg von selber einstellen, sondern auch deine Motivation erhalten bleiben und dein Output konstanter sein.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" id=\"h1_4\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Du spielst Poker um Geld zu gewinnen &ndash; das ist die nachvollziehbare Realit&auml;t. Du spielst aber auch des Wettbewerbs und der mentalen Herausforderung wegen. Je mehr du lernst und je mehr du an deinem Spiel arbeitest, desto wahrscheinlicher wird dein Erfolg in allen diesen Bereichen. Wenn du dich nur auf das Geld konzentrierst kann das zwar gut gehen, aber du k&ouml;nntest dir das Leben viel einfacher und erfolgreicher machen, wenn du Geld nicht als Hauptziel haben w&uuml;rdest. Im Japanischen gibt es das wichtige Wort &ldquo;Kaizen&rdquo;, das stetige Verbesserung bedeutet. Wann hast du zum letzten Mal daran gedacht dich zu verbessern, einfach um besser zu werden?<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"emoLinkbox\" style=\"margin-top: 24px\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<\/b><br> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/1895\">Neuropsychologie des Pokerns (1) - Unter der Motorhaube<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/1896\">Neuropsychologie des Pokerns (2) - 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Episode 2<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/video\/17435\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 3<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17593\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 4<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel lernst du welchen Mechanismen der Lernprozess unterworfen ist, wie und wovon deine Motivation beeinflusst wird und warum stetige Verbesserung wichtiger ist als kurzfristige Ziele.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[158],"strategy_level":[118],"class_list":["post-52910","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-poker-psychology-gold"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - 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