	{"id":52919,"date":"2011-05-13T13:03:00","date_gmt":"2011-05-13T13:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/neuropsychologie-poker-bedeutung-geld\/"},"modified":"2026-03-12T09:28:28","modified_gmt":"2026-03-12T09:28:28","slug":"neuropsychologie-poker-bedeutung-geld","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/neuropsychologie-poker-bedeutung-geld\/","title":{"rendered":"Neuropsychologie des Pokerns (6) - Die Rolle des Geldes"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Neuropsychologie des Pokerns (6) - Die Rolle des Geldes <\/h1><div align=\"top\" style=\"border: 1px solid #d0d0d0;padding: 0pt;width: 128px;float: right;margin-bottom: 8px;margin-top: 0pt\">\n<div style=\"margin: 0pt;padding-top: 12px;padding-left: 10px;padding-right: 10px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/18195\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Strategy\/images\/bild_videoverweis.gif\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"76\"><\/a><\/div>\n<div style=\"padding: 8px 10px\"><b>Video (EN):<\/b> Klicke <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/video\/18195\/\">hier<\/a><\/div>\n<\/div><h1 id=\"h1_1\" align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Geld als Motivation und Antrieb beim Online-Poker<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Welche Probleme dabei entstehen k&ouml;nnen<br><\/i><\/li>\n<li><i>Wie du dich von der Sogwirkung der Gier befreien kannst<br> <\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center;margin-bottom: 12px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p class=\"emoNormal\">Erwerbstrieb: Wie ihr euch sicher schon gedacht habt, beschreibt dieser Ausdruck den Drang nach dem Erwerb von G&uuml;tern (Taussig, 1915). Er bezeichnet au&szlig;erdem zumindest teilweise den Grund, warum wir alle mit dem Pokern angefangen haben. Dabei ist der Erwerb von Ressourcen nat&uuml;rlich nicht der einzige Grund. Sich selber herauszufordern, der urspr&uuml;ngliche Spa&szlig; am Spiel und das Beherrschen eines Strategiespiels sind einige der anderen Beweggr&uuml;nde.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" id=\"h1_2\" align=\"left\">Geld als Antrieb<\/h1><p class=\"emoNormal\">Die Beweggr&uuml;nde, warum wir ins Pokern eingestiegen sind, waren sicher sehr unterschiedlich. Im Endeffekt aber geht es uns allen direkt oder indirekt ums Geld. Aber bis zu welchem Ausma&szlig; ist das so? Sind deine finanzielle Ziele beim Pokern begrenzt? Hast du eine bestimmte Summe vor Augen, die du erreichen willst, bevor du dir eine neue Aufgabe suchst oder gilt f&uuml;r dich hier &ldquo;The Sky's the Limit&rdquo;?<\/p><p class=\"emoNormal\">In den Seminaren &uuml;ber &ldquo;Some Relations between Economics and Psychology&rdquo; an der Brown University im Jahr 1915 diskutierten namhafte Wissenschaftler &uuml;ber die Motivation, die hinter der Anh&auml;ufung enormen Reichtums steckt. &ldquo;Warum manche Menschen es zu tun scheinen (nach grenzenlosem Reichtum streben), ist exakt die Frage, die wir zu beantworten suchen&rdquo; (Taussig, 1915). Heutzutage haben wir gleich mehrere Antworten auf diese Frage und kennen au&szlig;erdem die Stolperfallen und Fehlerquellen auf dem Weg dahin.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Sensation Seeking<\/div><p class=\"emoNormal\">Eine der vielen M&ouml;glichkeiten, Menschen zu unterscheiden, liegt im Bereich des sogenannten &ldquo;Sensation Seeking&ldquo;. Ausgepr&auml;gte Sensation Seeker neigen dazu, gr&ouml;&szlig;ere finanzielle Risiken einzugehen, wozu auch das Gl&uuml;cksspiel geh&ouml;rt. Dieser Menschenschlag tendiert auch eher dazu, neue Dinge zu probieren und risikoreiche Erfahrungen zu machen. Mit gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit neigst du also zum Sensation Seeking.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wo du kein Problem damit hast, Hunderte oder gar Tausende mit 10% <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Edge\" class=\"glossaryHint glossaryTerm262-1\">Edge<\/a> in die Mitte zu <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Schieben\" class=\"glossaryHint glossaryTerm523-1\">schieben<\/a>, werden Menschen ohne ausgepr&auml;gte Neigung zum Sensation Seeking das Risiko als unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig ansehen, auch wenn sie den potenziellen Verlust verkraften k&ouml;nnten. Was f&uuml;r sie ein (zu) gro&szlig;es Risiko ist, siehst du als eher geringes Risiko an.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/Neuropsychology\/6\/6_thinkmoney.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"245\" align=\"right\" style=\"margin-left: 12px;margin-top: 10px;margin-bottom: 20px\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Deine Tendenzen beim Sensation Seeking sind aber nicht der einzig relevante Faktor. Der Wunsch nach Reichtum ist offensichtlich ein Beweggrund, mit dem Onlinepoker zu beginnen. Und so lange er sich nicht in Gier verwandelt, kann er einen sehr positiven Einfluss haben. Im Gegensatz dazu kann Gier deine Produktivit&auml;t massiv beeintr&auml;chtigen. Vielleicht hast du auch schon einige der Topspieler sagen h&ouml;ren, dass ein &uuml;berm&auml;&szlig;iger Fokus auf den finanziellen Aspekt des Pokerns die Entscheidungsfindungen am Tisch negativ beeinflussen kann. Dazu l&auml;sst sich kaum etwas hinzuf&uuml;gen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Durch Gier wird man beim Pokern ungerechtfertigte und irrationale Entscheidungen treffen. Eine extreme Konzentration auf die eigenen Gewinne lenkt vom entscheidenden Bereich des <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Poker\" class=\"glossaryHint glossaryTerm473-1\">Poker<\/a> ab, n&auml;mlich seine <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Hand\" class=\"glossaryHint glossaryTerm237-1\">Hand<\/a> in der bestm&ouml;glichen Art und Weise zu spielen. Je ergebnisorientierter man ist, desto empfindlicher wird man gegen&uuml;ber den neurologischen Auswirkungen der Swings.<\/p><p class=\"emoNormal\">Zu Beginn der Pokerkarriere ist es sehr schwer, nicht gierig zu sein. Auch ich bin dabei keine Ausnahme. Mit der Zeit wird man aber dem finanziellen Aspekt immer weniger Aufmerksamkeit schenken und entweder mit dem Spielen aufh&ouml;ren oder dabei bleiben und m&ouml;glicherweise die eigene Motivation durch Konzentration auf das eigene Spiel steigern. Daneben gibt es viele weitere M&ouml;glichkeiten, wie ein starker Fokus auf das Geld beim Pokern deinen Fortschritt behindern und deine Zufriedenheit zerst&ouml;ren kann.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Editing und Evaluation<\/div><p class=\"emoNormal\">Wie beim Investieren haben auch beim Pokern durch Emotionen hervorgerufene Irrationalit&auml;ten und Fehleinsch&auml;tzungen einen erheblichen Einfluss. So besch&auml;ftigt sich die Behavioral Finance mit der Psychologie des menschlichen Verhaltens in Finanzm&auml;rkten. Es scheint viele systematische Ungereimtheiten zwischen dem rational erwartbaren und dem tats&auml;chlichen Verhalten von Menschen in Geldfragen zu geben.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das Eingehen von irrationalen und nicht annehmbaren Risiken, falsche Reaktionen auf unerwartete Ereignisse und Schlechtreden des eigenen Spiels oder des Verhaltens vom Gegner statt der Akzeptanz der unvermeidbaren <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Varianz\" class=\"glossaryHint glossaryTerm78-1\">Varianz<\/a> sind nur einige der Schw&auml;chen, die sich beobachten lassen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dieses Verhaltensparadigma ist ein Grundsatz der Erwartungstheorie; ein Bezugssystem f&uuml;r Entscheidungsfindungen hinsichtlich Risiken oder Unsicherheiten. Dabei sind zwei Prozesse einbezogen: Diese sind das &ldquo;Editing&ldquo; und die &ldquo;Evaluation&ldquo;.<\/p><p class=\"emoNormal\">Editing bezieht sich auf die Praxis der Vereinfachung, des Organisierens und Reformulierung der Optionen einer Entscheidung. Die Evaluation ist dann die Zuteilung verschiedener Werte auf die Optionen, um so die hochwertigste Entscheidung treffen zu k&ouml;nnen. Das Problem mit dieser unabdingbaren mentalen Verhaltensweise sind die darin enthaltenen Fehleinsch&auml;tzungen. So &auml;ndert sich beispielsweise der Wert einer W&auml;hrungseinheit abh&auml;ngig davon, ob es ein Gewinn oder ein Verlust ist. Des Weiteren beeinflussen auch die vorhergehenden Gewinne oder Verluste dein Verhalten.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ein Pokerbeispiel daf&uuml;r w&auml;re eine von <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Tilt\" class=\"glossaryHint glossaryTerm101-1\">Tilt<\/a> beeinflusste Entscheidungsfindung oder dass sich ein gewonnener <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Stack\" class=\"glossaryHint glossaryTerm128-1\">Stack<\/a> nicht in dem Ma&szlig;e mental positiv auswirkt, wie es ein verlorener Stack in negativem Sinne tun w&uuml;rde &ndash; ganz besonders wenn man bereits auf Tilt ist. Sehen wir uns nun einige der zahlreichen Fehleinsch&auml;tzungen an, die man als Pokerspieler treffen kann.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" id=\"h1_3\" align=\"left\">Heuristic Simplification<\/h1><p class=\"emoNormal\">Der grundlegende Mechanismus, aus denen viele dieser Fehleinsch&auml;tzungen resultieren, wird &ldquo;Heuristic Simplification&ldquo; genannt. Das bezieht sich auf die Abk&uuml;rzungen, die unser Gehirn nutzt, wenn es gegebene Informationen analysiert, um die Komplexit&auml;t einer Entscheidung zu reduzieren und Voreinsch&auml;tzungen zu treffen. Das gro&szlig;e Problem dieser Vorgehensweise ist, dass die meisten Menschen sich f&uuml;r bessere Entscheidungstr&auml;ger halten, als sie es tats&auml;chlich sind.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Repr&auml;sentative Fehleinsch&auml;tzung<\/div><p class=\"emoNormal\">So sucht sich das Gehirn oft gezielt Informationen heraus, die bestimmte Annahmen best&auml;tigen. Ein kleines Beispiel, die sogenannte &ldquo;repr&auml;sentative Fehleinsch&auml;tzung&ldquo;, zeigt, dass das Gehirn davon ausgeht, dass Dinge mit &auml;hnlichen Eigenschaften auch &auml;hnlich bzw. gleich sind. An der B&ouml;rse bezieht sich das auf Menschen, die recht irrational davon ausgehen, dass eine gute Firma auch notwendigerweise ein gutes Investment ist und dass steigende Aktienkurse bedeuten, dass sie auch zuk&uuml;nftig steigen werden.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/Neuropsychology\/6\/6_filterkopf.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"213\" align=\"right\" style=\"margin-left: 12px;margin-top: -12px\"><\/p><p class=\"emoNormal\">F&uuml;r dich als Pokerspieler dr&uuml;ckt sich das in dem m&ouml;glichen Glauben daran aus, dass Spieler mit einem beeindruckenden Winning-Graphen notwendigerweise auch gute Spieler sein m&uuml;ssen. Oder dass Spieler mit &auml;hnlichen Preflop-Statistiken auch einen &auml;hnlichen Spielstil haben m&uuml;ssen. Diese Einstellung bringt besonders dann Probleme mit sich, wenn man sie auch auf die Spielweise <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Postflop\" class=\"glossaryHint glossaryTerm174-1\">postflop<\/a> anwendet. Nat&uuml;rlich kann das alles in Wirklichkeit sehr viel anders aussehen. Ein sehr ansehnlicher Graph k&ouml;nnte nur Ausdruck einer sehr guten Table Selection sein. Und Spieler mit &auml;hnlichen Preflop-Stats k&ouml;nnen durchaus postflop &auml;u&szlig;erst unterschiedlich spielen.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Kognitive Dissonanz<\/div><p class=\"emoNormal\">Von einer weiteren bedeutsamen Fehleinsch&auml;tzung hast du bereits in einem vorhergehenden Artikel lesen k&ouml;nnen. Eine sogenannte kognitive Dissonanz bezieht sich auf das Unwohlsein, das einen &uuml;berkommt, wenn man Informationen wahrnimmt, die den aktuellen Einstellungen oder Glaubenss&auml;tzen widersprechen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Beim Poker ist es beispielsweise eine Art und Weise auf eine Dissonanz zu reagieren, sich zu weigern einem Semi-Fisch Credit zu geben, einen bestimmten Spielzug machen zu k&ouml;nnen. Entweder ist dieser Spieler, den du als Fisch identifiziert hast, nicht ganz so schlecht und unf&auml;hig, wie du eigentlich gedacht hast, oder dieser Spielzug, den du als komplett irrational wahrnimmst, war stimmig mit deinen urspr&uuml;nglichen Erwartungen. Dies sind zwei unterschiedliche Schlussfolgerungen, die gro&szlig;e Unterschiede in der <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Range\" class=\"glossaryHint glossaryTerm354-1\">Range<\/a> mit sich bringen, die man dem Gegner gibt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ein weiteres Beispiel dieser Dissonanz ist, wenn du es au&szlig;erdem nicht schaffst, einen deiner eigenen Spielz&uuml;ge neu zu bewerten. Vielleicht hast du in der Vergangenheit eine <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/glossary\/Line\" class=\"glossaryHint glossaryTerm211-1\">Line<\/a> oder einen Spielzug gemacht, der zu diesem Zeitpunkt die profitabelste Option war, aber jetzt mittlerweile nicht mehr das beste Play ist. Wie du auf die resultierende Dissonanz reagierst k&ouml;nnte einen dramatischen Einfluss auf deine Winnings beim Pokern haben.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Bekanntheits-Fehleinsch&auml;tzung<\/div><p class=\"emoNormal\">Wenden wir uns nun der &ldquo;Bekanntheits-Fehleinsch&auml;tzung&ldquo; zu, durch die man dem Bekannten zu viel Wert zubilligt. Das trifft auch auf dein Pokerspiel zu. Wie oft hast du schon eine bestimmte Line oder einen Spielzug gew&auml;hlt, einfach weil es genau das war, was du immer getan hast? Dies ist das zentrale Problem des Spielens im Autopilot.<\/p><p class=\"emoNormal\">Weitergef&uuml;hrt bedeutet dies, dass du einen Spielzug, mit dem du wohlvertraut bist, f&uuml;r weniger risikoreich einsch&auml;tzt als eine ungewohnte Alternative. Wenn du zu einem bestimmten Zeitpunkt zu dem Schluss kommst, dass ein gewisser Spielzug der profitabelste ist obwohl er es eigentlich nicht ist, sondern nur ein varianzreicheres Extra, dann kann diese Fehleinsch&auml;tzung deine Winnings extrem negativ beeinflussen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Auch deine Stimmung und ein gesundes Ma&szlig; Optimismus sind wichtige Faktoren f&uuml;r deinen Erfolg beim Pokern. Aber auch sie sind gewisserma&szlig;en Fehleinsch&auml;tzungen und gleichzeitig vermutlich auch die im Poker am meisten anzutreffenden. Wenn du guter Laune bist, verarbeitest du Informationen allgemein unkritischer. Daher scheint eine eher schlechte Laune einige Vorteile zu haben. Auf dein Pokerspiel angewandt l&auml;sst dich schlechte Laune aber tats&auml;chlich empfindlicher gegen&uuml;ber negativen neurologischen Einfl&uuml;ssen werden, wodurch du anf&auml;lliger gegen&uuml;ber Tilt und irrationalen Entscheidungen wirst.<\/p><p class=\"emoNormal\">So haben Studien sogar gezeigt, dass die Stimmung eines Menschen einen so gro&szlig;en Einfluss auf die endg&uuml;ltige Entscheidungsfindung hat, dass sogar das Wetter signifikanten Einfluss darauf hat. An sonnigen Tagen erhalten Kellner beispielsweise bis zu 50 Prozent mehr Trinkgeld als an Tagen mit schlechterem Wetter. Noch interessanter ist die Tatsache, dass t&auml;gliche Berichte von 26 B&ouml;rsenpl&auml;tzen zeigten, dass Sonnentage deutlich h&ouml;here Gewinne versprechen. Fraglich ist dennoch, ob das Wetter und die Tageszeit deiner Gegner beim Online-Poker ihr Spiel in solch einem Ma&szlig;e beeinflusst, dass du dies in deinen Notes vermerken solltest.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Die Ego-Falle<\/div><p class=\"emoNormal\">Die letzte Fehleinsch&auml;tzung, die du in diesem Artikel kennen lernst (es gibt noch mehr, &uuml;ber die du dich selbst&auml;ndig informieren kannst), ist die Selbst&uuml;bersch&auml;tzung oder die &ldquo;Ego-Falle.&ldquo; Sie trifft den Kern vieler Menschen besonders dann, wenn es um Geld geht. Beim Poker l&auml;sst sich diese Fehleinsch&auml;tzung oft beobachten, vor allem wenn es gut l&auml;uft. Dann denken viele Spieler, dass sie besser sind, als es tats&auml;chlich der Fall ist. Durch diesen Denkfehler kommt es auch vor, dass man seine Gegner als schw&auml;cher einsch&auml;tzt, als sie in Wirklichkeit sind. So wollen beispielsweise viele Spieler glauben, dass Fische von Natur aus intellektuell unterlegen sind, obwohl sie in der Tat einfach nur gamblen wollen (Baker, 2002).<\/p><p class=\"emoListintro\">Ein eindeutige Manifestation des Zerst&ouml;rungspotenzials der Gier ist der Zusammenbruch der Finanzm&auml;rkte in den USA. Falls du dich damit nicht allzu gut auskennst, hier eine kleine Zusammenfassung:<\/p><p class=\"emoNormal\">Gierige Banken vergaben Unmengen an faulen Hypothekenkrediten an Menschen, die sich die betreffenden Immobilien eindeutig nicht leisten konnten. Die Banken investierten also in die Gier und den Materialismus von B&uuml;rgern, etwas zu besitzen, das sie sich nicht leisten konnten. Dies geschah in der Hoffnung, dass die Immobilienpreise weiter steigen w&uuml;rden, was aber nat&uuml;rlich nicht passiert ist. Das Ergebnis war ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, der weltweite Auswirkungen hatte. Wenn also tats&auml;chlich solche Ereignisse m&ouml;glich sind, ist es an der Zeit, deine eigene Motivation zu &uuml;berdenken und Ver&auml;nderungen anzustreben.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">Manifestation von Absichten<\/div><p class=\"emoNormal\">Die buddhistische Psychologie unterscheidet drei ungesunde mentale Zust&auml;nde. Diese sind Geiz, Hass und Wahn. Diese Zust&auml;nde sollten in Generosit&auml;t, liebende G&uuml;te und Weisheit umgewandelt werden. Am Wichtigsten f&uuml;r uns ist aber, dass im Buddhismus davon ausgegangen wird, dass die offenkundigen Gr&uuml;nde f&uuml;r endlosen Wettbewerb und Ungerechtigkeit intern sind: eine Manifestation von Absichten.<\/p><p class=\"emoNormal\">Das widerspricht den im Kapitalismus vorherrschenden Ansichten diametral. Diese Kernansichten des Kapitalismus sind etwa: &ldquo;Dein n&auml;chster Einkauf wird dich gl&uuml;cklich machen. Du kannst niemals reich genug sein. Derjenige mit den meisten Spielsachen ist der Beste.&ldquo; (Troisi, 2006).<\/p><p class=\"emoNormal\">Die Wirtschaft Thailands ist ein gutes Beispiel einer &ldquo;Suffizienzwirtschaft&ldquo; mit buddhistischen Lehren im Hintergrund. Dabei will ich aber keineswegs behaupten, dass die Wirtschaftspraktiken Thailands notwendigerweise die produktivsten, effizientesten und f&ouml;rderlichsten sind, aber sie k&ouml;nnen durchaus graduell ein Schritt in die richtige Richtung sein (Triosi, 2006).<\/p><p class=\"emoNormal\">Der Kern dieses System ist der Glaube, dass ein Mehr an Besitz nicht automatisch ein Mehr an Gl&uuml;ck bedeutet und dies &uuml;ber einem bestimmten Ma&szlig; an materiellem Besitz immer weiter abnimmt. Was kann es also Besseres geben, als zu realisieren, dass Lernerfolg, Hingabe zum Spiel und Verbesserung seiner F&auml;higkeiten die wahren Zutaten f&uuml;r Erfolg und Gl&uuml;ck sind?<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" id=\"h1_4\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Deine Gedanken von der Sogwirkung der Gier zu befreien und dich von deinen Winnings-Graphen zu distanzieren, wird dich nicht nur mental st&auml;rker und emotional ausgeglichener werden lassen, sondern dich m&ouml;glicherweise auch noch auf den Weg zu gr&ouml;&szlig;erem Gl&uuml;ck bringen. Erfreue dich einfach an deiner Freiheit und der M&ouml;glichkeit, deine eigenen W&uuml;nsche zu verfolgen und solange du diszipliniert an dir arbeitest, wird alles Weitere folgen.<\/p><p class=\"emoListintro\">Dazu eine Fabel:<\/p><p class=\"emoNormal\">&ldquo;In einer Legende der Cherokee-Indianer erz&auml;hlte eines Abends ein Mann seinem Sohn von dem Kampf, den die Menschen in sich austragen: &lsquo;Mein Sohn, dies ist ein Kampf der beiden W&ouml;lfe in uns. Der b&ouml;se Wolf ist die Wut, der Neid, die Missgunst, die Sorgen, das Bedauern, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuldgef&uuml;hle, die Verbitterung, die Minderwertigkeitskomplexe, die L&uuml;gen, der falsche Stolz und das Ego. Der gute Wolf ist die Freude, der Frieden, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Bescheidenheit, die G&uuml;te, das Wohlwollen, die Empathie, die Gro&szlig;z&uuml;gigkeit, die Wahrheit, die Leidenschaft und der Glaube.&lsquo; Der Sohn dachte eine Weile dar&uuml;ber nach und fragte dann: &lsquo;Welcher Wolf gewinnt?&lsquo; Der alte Mann antwortete: &lsquo;Der, den du f&uuml;tterst.&lsquo;&ldquo; (Troisi, 2006)<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/Neuropsychology\/6\/6_wolf.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"105\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Viel Gl&uuml;ck an den Tischen und im Leben.<\/p><p><i> <\/i><\/p><div style=\"text-align: center;margin-bottom: 12px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p><em>Baker, H. Kent, and John R. Nofsinger. \"Psychological Biases of Investors.\" Financial Services Review 11.2 (2002): 97+. Questia. Web. 14 Apr. 2011. <\/em><\/p><p><em>Nocera, Joseph. \"Money, Greed and Risk.\" Washington Monthly Sept. 1999: 52. Questia. Web. 12 Apr. 2011. <\/em><\/p><p><em>Taussig, F. W. Inventors and Money-Makers: Lectures on Some Relations between Economics and Psychology Delivered at Brown University in Connection with the Celebration of the 15th Anniversary of the Foundation of the University. New York: Macmillan Company, 1915. Questia. Web. 16 Apr. 2011. <\/em><\/p><p><em>Troisi, Jordan D., Andrew N. Christopher, and Pam Marek. \"Materialism and Money Spending Disposition as Predictors of Economic and Personality Variables.\" North American Journal of Psychology 8.3 (2006): 421. Questia. Web. 16 Apr. 2011. <\/em> <\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"emoLinkbox\" style=\"margin-top: 24px\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<\/b><br> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/1895\">Neuropsychologie des Pokerns (1) - Unter der Motorhaube<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/1896\">Neuropsychologie des Pokerns (2) - 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Der flei&szlig;ige Student<\/a> <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_video.jpg\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"24\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Videos:<\/b><br> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17051\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\">Neuropsychology of Poker - Episode 1<\/a><br> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17288\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 2<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17435\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 3<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17593\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 4<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/17739\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 5<\/a><br><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/18195\/\">Neuropsychology of Poker - Episode 6<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel lernst du welche Probleme dabei entstehen k\u00f6nnen wenn man Geld als Motivation und Antrieb beim Online-Poker ansieht und wie du dich von der Sogwirkung der Gier befreien kannst<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[158],"strategy_level":[118],"class_list":["post-52919","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-poker-psychology-gold"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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