	{"id":52922,"date":"2011-08-04T16:06:00","date_gmt":"2011-08-04T16:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/mentaltraining-tilt\/"},"modified":"2026-03-12T09:28:28","modified_gmt":"2026-03-12T09:28:28","slug":"mentaltraining-tilt","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/mentaltraining-tilt\/","title":{"rendered":"Mental Coaching (2) - Tilt - Ein Perspektivenwechsel"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Mental Coaching (2) - Tilt - Ein Perspektivenwechsel<\/h1><h1 align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i> Perspektivenwechsel <br> <\/i><\/li>\n<li><i> Sekund&auml;rgewinn - die Vorteile einer nachteiligen Situation <\/i><\/li>\n<li><i> Die wahren Quellen des Tilts <br> <\/i><\/li>\n<li><i> Dein Tilt, deine Chance <br> <\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center;margin-bottom: 12px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p class=\"emoNormal\">In diesem Artikel wird das Thema Tilt einmal v&ouml;llig neu aufgerollt und eine neue Perspektive auf das Thema aufgezeigt. Diese Perspektive wird dir neue Wahlm&ouml;glichkeiten bieten, wenn es um Bad Beats und andere eher unangenehme Dinge geht. Des Weiteren wirst du eine einfache Technik lernen, die dich unterst&uuml;tzt, &ldquo;negative&rdquo; Situationen schnell zu akzeptieren.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Perspektivenwechsel<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/07\/06\/optimist.jpg\" alt=\"\" align=\"right\"><\/h1><p class=\"emoNormal\">Worin liegt der Unterschied zwischen einem Optimisten und einem Pessimisten? Der Optimist geht mit einer positiven Erwartungshaltung durchs Leben, der Pessimist mit einer negativen. Unterschiedlich ist demnach die Auspr&auml;gung der Erwartungshaltung, jedoch haben beide eine. Dementsprechend ist die Antwort auf die obige Frage entweder &ldquo;die Erwartungshaltung&rdquo; oder &ldquo;es gibt keinen Unterschied, denn beide haben eine&rdquo;.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Die Poker Realit&auml;t und der Bad Beat<\/h1><p class=\"emoNormal\">Das Ausrasten oder Rumjammern beim Bad Beat ist emotional nachvollziehbar, rational betrachtet ist es allerdings bestenfalls peinlich. Betrachte mal die Gesamtsituation. Poker ist ein Geschicklichkeitsspiel, wenn es mit Methode und &uuml;ber einen langen Zeitraum gespielt wird. Was passiert bei einem Bad Beat? Der Gegner gewinnt eine Hand, die er laut deiner momentanen Erwartung nicht h&auml;tte gewinnen d&uuml;rfen, da du dich schon als Sieger gef&uuml;hlt hast. Wenn sich dieselbe Situation mehrmals ergibt, wirst du auf lange Sicht  jedoch deiner Wahrscheinlichkeit entsprechend gewinnen.<\/p><p class=\"emoNormal\">&ldquo;You have it in your power to turn a bad-beat around simply by realizing this simple truth:  The more bad beats you encounter, the luckier you are.  It's a sign that you are playing against opponents who continually take the worst of it, and if you can't beat someone who always takes the worst of it, you can't beat anyone.&rdquo;  ~Lou Krieger<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Sekund&auml;rgewinn<\/h1><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/07\/06\/burger.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"176\" align=\"right\"><\/h1><p class=\"emoListintro\">Der Begriff &ldquo;Sekund&auml;rgewinn&rdquo; ist aus der Medizin entlehnt, dort wird er &uuml;blicherweise als &ldquo;Krankheitsgewinn&rdquo;  bezeichnet. Also jene versteckten Gewinne\/Vorteile, die der Kranke aus seiner Situation ziehen kann. Beispielsweise ein Mann mit R&uuml;ckenschmerzen, der deswegen nicht zu arbeiten braucht. Der Begriff wird in diesem Artikel in allgemeinerer Form verwendet:<\/p><p class=\"emoNormal\">\"Sekund&auml;rgewinn ist jeder versteckte Vorteil, den der Handelnde aus einer ung&uuml;nstigen Handlung ziehen kann.\"<\/p><p class=\"emoNormal\">Dieser Vorteil ist dem Betroffenen oft nicht bewusst. Jedoch sind die unbewussten Wirkprozesse oft einflussreicher als bewusste Kontrollversuche. Zum Beispiel ist dir bewusst, dass der fette Burger nicht gesund ist, dein Hungergef&uuml;hl ist da aber ganz anderer Meinung. Ein Sekund&auml;rgewinn ist von der Person abh&auml;ngig, da jede Person andere Bed&uuml;rfnisse und Ziele verfolgt.<\/p><p class=\"emoListintro\">Hier einige Beispiele, wo der (unbewusste) positive Aspekt eines als bewusst negativ bezeichneten Verhaltens zum Vorschein kommt:<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\" width=\"580\" style=\"margin-top: 16px;margin-bottom: 16px\">\n<tbody>\n<tr style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right-width: 1px;border-right-style: solid;border-bottom-width: 1px;border-bottom-style: solid;font-weight: bold;width: auto\"><b>Verhalten<\/b><\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right-width: 1px;border-right-style: solid;border-bottom-width: 1px;border-bottom-style: solid;font-weight: bold;width: auto\">Sekund&auml;rgewinn<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #d9dadb\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Rauchen<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Einfacher Einstieg in Gespr&auml;che<br>Soziale Kontakte und Gewohnheiten<br>Zigarettenpause auf der Arbeit<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #c5c6c8\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Stress im Beruf<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Keine Zeit f&uuml;r unangenehme Dinge haben<br>Ausrede f&uuml;r Rumschreien, Jammern, etc.<br>Hintern nicht von der Couch kriegen - mal ausspannen<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #d9dadb\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Betrinken<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Ausrede f&uuml;r Handlungen, die sonst f&uuml;r das Umfeld nicht<br>akzeptabel w&auml;ren (fremdgehen, unh&ouml;flich sein, etc.)<br>Bet&auml;uben der Stimme im Kopf (innerer Monolog)<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #c5c6c8\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Verlusten hinterherjagen<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Beruhigung des schlechten Gewissens<br>Kontrollverlust durch T&auml;tigkeit \"&uuml;berspielen\" (Aktionismus)<br>Nachher dar&uuml;ber beklagen k&ouml;nnen, wie bl&ouml;d doch alles ist und<br>Zustimmung finden<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #d9dadb\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Beim Bad Beat den Monitor<br>durch das Zimmer werfen<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Aggressionen freien Lauf lassen<br>Aufmerksamkeit erhalten<br>Botschaft an sich (und andere): Ich kann es mir leisten einen<br>neuen 30 Zoll Monitor zu zerst&ouml;ren<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p><span style=\"color: #ff0000\">&nbsp;<\/span>Oft handelt es sich bei Sekund&auml;rgewinnen einfach um Ausreden. Das Unterbewusstsein verfolgt die Befriedigung unserer Grundbed&uuml;rfnisse. In gewissen Situationen ist dies klar erkennbar. Beispielsweise hast du Hunger, wenn dein K&ouml;rper etwas zu Essen ben&ouml;tigt. In anderen Bereichen, wenn es zum Beispiel um Aufmerksamkeit und andere soziale Aspekte geht, findet der Prozess etwas subtiler statt. So werden oft in der Vergangenheit erfolgreiche Verhaltensmuster wieder ausgef&uuml;hrt, um ein vorhandenes Bed&uuml;rfnis zu befriedigen. Dabei ist es m&ouml;glich, dass dieses Verhaltensmuster allerdings in einem komplett anderen Kontext erfolgreich war.<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL:<\/div><p class=\"emoNormal\">Hannes hat als Kind unbewusst gelernt, dass er Aufmerksamkeit bekommt, wenn er lautschreiend den Teddy durch die Gegend wirft. Zwanzig Jahre sp&auml;ter nutzt Hannes weiterhin dieses Verhaltensmuster - ohne das ihm es bewusst ist - allerdings nimmt er jetzt den Monitor und zwar wenn er einen Bad Beat hat.<\/p><p class=\"emoListintro\">Oft wird eine &auml;u&szlig;ere Situation (Bad Beat, Zug versp&auml;tet, etc.) als Ausrede daf&uuml;r genommen, dass jemand ein ansonsten &ldquo;inakzeptables&rdquo; und un&uuml;bliches Verhalten an den Tag legt. Anders gesagt:<\/p><p class=\"emoNormal\">\"Jeder hat die Verantwortung f&uuml;r seine Taten und die Freiheit darauf zu reagieren wie er will.\"<\/p><p class=\"emoNormal\">Der scheinbar bequemere Ausweg ist allerdings, der Situation die Schuld zu geben. Gleichzeitig geht mit diesem Schuld geben einher, dass man sich eine andere &ldquo;bessere&rdquo; Situation w&uuml;nscht. Dieser Unterschied entsteht dadurch, dass die Realit&auml;t nicht so akzeptiert wird, wie sie ist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Betrachtet man den Tilt im Sinne des Sekund&auml;rgewinns so gibt es daf&uuml;r zwei m&ouml;gliche Quellen: Eine mangelnde Akzeptanz der Situation oder einen Wertekonflikt.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Mangelnde Akzeptanz der Situation<\/h1><p class=\"emoNormal\">Dieser Umstand wurde sehr gut von Krach-Bumm-Ente im Artikel &ldquo;<a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/1925\/1\/\">Tiltpr&auml;vention durch Arbeit am Kern des Problems<\/a>&rdquo; im Abschnitt &ldquo;Die Wurzel des B&ouml;sen&rdquo; beschrieben. Man weigert sich, eine Situation so anzunehmen, wie sie ist, da man meint, im Recht zu sein. Dieses &ldquo;meinen im Recht zu sein&rdquo; ist die Vorstellung, zu wissen, wie die Realit&auml;t sein sollte oder sein m&uuml;sste. Man verh&auml;lt sich dabei praktisch wie ein kleines trotziges Kind, das im Supermarkt ne Schokolade will und dann laut schreiend am Boden liegt, wenn Mami nein sagt. Dieses Verhalten hat vielleicht bei Mami Erfolg, aber dem Dealer oder dem Algorithmus der Poker Server ist das relativ egal.<\/p><p class=\"emoNormal\">Zum Tilt bringt einen nicht die Situation an sich, sondern der innere Widerstand. Der Widerstand entsteht, weil man die Umst&auml;nde nicht so annehmen will, wie sie sind.  Sobald du die Umst&auml;nde als gegeben akzeptierst, verschwindet der Widerstand und du kannst mit der Situation - so wie sie ist -  angemessener\/besser umgehen. Akzeptanz kann man trainieren, die sogenannte Sedona-Methode ist dabei eine der bew&auml;hrtesten Methoden.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Die Sedona-Methode<\/h1><p class=\"emoNormal\">Die Methode ist einfach und effektiv gehalten. Sie besteht aus vier Fragen, die du dir selbst stellst. Du kannst diese Methode generell auf jede Art von negativen Gef&uuml;hl anwenden. Eine M&ouml;glichkeit ist zum Beispiel die Wut &uuml;ber einen Bad Beat.<\/p><p class=\"emoNormal\">Nun zur Methode, die darin besteht, dir folgende vier Fragen selbst zu stellen. Dabei ist es wichtig, einfach ehrlich und spontan zu antworten und dabei mit dir selbst in Kontakt zu gehen.<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>1. Kannst du dieses Gef&uuml;hl in diesem Moment akzeptieren?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Sei ehrlich zu dir selbst und spontan. Der Prozess ist hier wichtiger als die Antwort.<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li> 2. K&ouml;nntest du dieses Gef&uuml;hl jetzt loslassen &ndash; nur f&uuml;r diesen Moment?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Wir k&ouml;nnen jedes Gef&uuml;hl jederzeit loslassen, wenn der Impuls nur stark genug ist. Allerdings geschieht es meist indirekt. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mit meiner damaligen Freundin wie irre H&auml;ndchen gehalten habe, wir waren beide vorm H&ouml;hepunkt. Pl&ouml;tzlich  schl&auml;gt jemand wie wild an das Fenster, allerdings so laut, dass wir beide komplett erschrocken hochgefahren sind -  spitz war dann keiner mehr.  Daher die indirekte Fragestellung, ob du es k&ouml;nntest das Gef&uuml;hl loszulassen und zwar f&uuml;r nur einen kurzen Moment. Ebenso wie bei der ersten Frage ist der Prozess das Entscheidende.<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li> 3. W&uuml;rdest du dieses Gef&uuml;hl loslassen wollen?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Sei wiederum ehrlich zu dir selbst und spontan. Die Frage zielt darauf ab, was du willst. Das K&ouml;nnen wird dadurch schon vorausgesetzt.<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>4.  Wann? Wann w&uuml;rdest du es loslassen?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Dadurch, dass du angibst, wann du es loslassen wirst, hast du dir eingestanden, dass du es kannst und willst.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/07\/06\/sedona.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"68\"><\/p><p class=\"emoNormal\">Die Methode eignet sich daf&uuml;r, negative Umst&auml;nde schneller zu akzeptieren und dadurch loszulassen. Sie funktioniert am besten, wenn du sie regelm&auml;&szlig;ig anwendest. Idealerweise beginnst du damit, sie zuerst f&uuml;r kleinere Unannehmlichkeiten zu nutzen. Bei der Bad Beat Wut ist  es am g&uuml;nstigsten, &uuml;ber einen vergangenen Bad Beat nachzudenken, der dich zwar noch emotional ber&uuml;hrt, dessen Wirkung allerdings begrenzt ist. Wenn die Methode f&uuml;r dich funktioniert, kannst du sie dann direkt nach einer weniger guten Session benutzen. Mit der Zeit wird es dir m&ouml;glich sein, die Methode auch in kurzen Pausen oder sogar direkt nach einem Bad Beat zu nutzen.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Wertekonflikt<\/h1><p class=\"emoNormal\">Ein Wertekonflikt liegt vor, wenn eine Person sich im Widerspruch zu ihren Werten verh&auml;lt. Wenn die Person beispielsweise der &Uuml;berzeugung ist \"ich bin ein guter Mensch\", jedoch nach ihrem Wertesystem \"b&ouml;se\" oder \"nicht gut\" handelt, dann entstehen unangenehme Gef&uuml;hle. In einem der n&auml;chsten Artikel wirst du mehr &uuml;ber &Uuml;berzeugungen erfahren, die im Fachjargon als Glaubenss&auml;tze bezeichnet werden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Die &Uuml;berzeugungen, die du mit dir rumtr&auml;gst, haben sich in Laufe deines Lebens angesammelt. Viele davon hast du ungefiltert aus deiner Umgebung - Familie, Lehrer, Freunde und Medien - &uuml;bernommen. In diesem Sinne sind einige dabei, die uns zu einem Mustersch&uuml;ler\/-b&uuml;rger machen sollen. Dass viele der gesellschaftlichen Konventionen nicht gerade im Einklang mit Poker bzw. dem Poker-Lifestyle stehen, d&uuml;rfte dir schon &ouml;fter aufgefallen sein. Insbesondere da der Poker-Lifestyle mit vielen heiklen Gesellschaftsthemen in Ber&uuml;hrung kommt: Arbeit, regelm&auml;&szlig;iges Einkommen, Steuern\/Legalit&auml;t, Geld &ldquo;verdienen&rdquo; etc.<\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL:<\/div><p class=\"emoNormal\">Die meisten Menschen m&uuml;ssen f&uuml;r ihr Monatsgehalt hart arbeiten. Au&szlig;erdem ist Pokern f&uuml;r sie irgendwo zwischen  unberechenbarem Gl&uuml;cksspiel und h&ouml;chstgef&auml;hrlichem Hobby anzusiedeln. Wenn man dann so nebenbei erw&auml;hnt, dass man gerade ein durchschnittliches Monatsgehalt in ein paar Stunden er- oder verzockt hat, greift dies das Welt- und Selbstbild der Person an.<\/p><p class=\"emoListintro\">Betrachtet man das Thema Geld, so ergeben sich folgende M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Wertekonflikte:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Geld allein macht nicht gl&uuml;cklich!?<\/li>\n<li>Ist Poker eine ehrliche und gerechte Art, sein Geld zu verdienen?<\/li>\n<li>Wie viel Geld pro Stunde ist f&uuml;r dich - deinen Selbstwert \/ deine Leistung - angemessen?<\/li>\n<li>Wie viel Geld pro Stunde verdienen ist akzeptabel bzw. nicht &ldquo;dekadent&rdquo;?<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Diese Fragen bringen dich vielleicht zum &Uuml;berlegen oder gar in leichte Erkl&auml;rungsnot. Dabei musst du beachten, dass diese Fragen gerade bewusst und offen gestellt wurden. Die Situationen im Leben sind meist komplexer und die Werte sitzen im Unterbewusstsein, welches besser mit einfachen simplen S&auml;tzen arbeitet. Im bewussten Zustand hingegen kannst du eine Diskussion f&uuml;hren und abw&auml;gen, wie eine L&ouml;sung erreicht werden kann, w&auml;hrend dein Unterbewusstsein &uuml;blicherweise einfach reagiert und zwar meist in einer Form, die weniger ausgewogen ist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn es f&uuml;r jemanden einfach unmoralisch ist, mehr als 20 Euro pro Stunde zu verdienen, dann ist es sehr wohl m&ouml;glich, dass das Unterbewusstsein dies korrigiert und sich immer wieder Fehler einschleichen. Dieses selbstsabotierende Verhalten dient dazu, Wertekonflikte zu vermeiden, da sich die Person mit einem Stundenlohn von 50 Euro als unmoralisch wahrnehmen w&uuml;rde. Ein anderes Beispiel ist, dass manche gesetzeskonforme Menschen sich eine starke Belastung aufladen, weil sie sich in einer steuerlichen Grauzone zu befinden.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Tilt als Chance<\/h1><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/07\/06\/tilt.jpg\" alt=\"\" align=\"right\"><\/h1><p class=\"emoNormal\">Wenn du tiltest dann ist dies ein Hinweis deines Unterbewusstseins, dass etwas nicht im Lot ist.<\/p><p class=\"emoNormal\">Sei es, dass du zulange keine Pause gemacht hast und deshalb unkonzentriert spielst oder deine &Uuml;berzeugungen mit deinen Handlungen im Konflikt stehen. Begreife es als ein Feedback von deinem Geist und\/oder K&ouml;rper. Dieses Feedback wahrzunehmen kannst du nutzen, um dich um die grundlegenden Herausforderungen zu k&uuml;mmern. Der Tilt ist somit nur das Symptom oder der &Uuml;berbringer der schlechten Nachricht. Betrachten wir mal einige Beispiele.<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\" width=\"579\" style=\"margin-top: 16px;margin-bottom: 16px\">\n<tbody>\n<tr style=\"background-color: #d5002c;color: #ffffff\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right-width: 1px;border-right-style: solid;border-bottom-width: 1px;border-bottom-style: solid;font-weight: bold;width: auto\">Tilt<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right-width: 1px;border-right-style: solid;border-bottom-width: 1px;border-bottom-style: solid;font-weight: bold;width: auto\">M&ouml;gliche Ursachen<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #d9dadb\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Unkonzentriertes Spielen<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Zulange ohne Pause gespielt<br>Ablenkung<br>Mangelhafte Ern&auml;hrung<br>Alkohol oder Drogeneinfluss<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #c5c6c8\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Ausrasten bei Bad Beat<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Du willst nicht akzeptieren, dass dein Gegner Gl&uuml;ck hatte<br>Aufgestaute Aggressionen<br>Geringes Ma&szlig; an Selbstkontrolle<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"background-color: #d9dadb\">\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Ablenkung durch Internetbrowser\/Chatfenster<\/td>\n<td align=\"center\" style=\"border-right: 1px solid #ffffff;border-bottom: 1px solid #ffffff;text-align: left\">Du bist nicht genug motiviert<br>Selbstsabotierendes Verhalten, da ein Wertekonflikt vorliegt<br>(Insbesondere Glaubenss&auml;tze in Bezug auf Geld und dieses nicht wert zu sein)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><p><span style=\"color: #ff0000\"> <\/span>Dein Tilt ist somit ein n&uuml;tzlicher Ratgeber, der nicht nur dein Pokerspiel, sondern auch dein Leben in eine angenehmere Bahn bringen kann. Er wei&szlig;t dich daraufhin, wenn du deine Grundbed&uuml;rfnisse vernachl&auml;ssigst oder Konflikte vorliegen.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Das Ziel des Artikels war es, dir eine v&ouml;llig neue Perspektive auf den Tilt aufzuzeigen und ihn auch als Chance zu sehen. Jedes Verhalten hat immer auch einen Sekund&auml;rgewinn und diesen zu erkennen, hilft dir dabei, dein Verhalten zu &auml;ndern.<\/p><p class=\"emoNormal\">Im n&auml;chsten Artikel greife ich das &Auml;ndern von Verhalten auf und werde dir Wege zeigen, positive Pokergewohnheiten zu entwickeln.<\/p><p><em>Zum Autor: Carsten Bruns ist erfolgreicher Mental Coach. Er coacht und veranstaltet Seminare f&uuml;r Amateure und professionelle Pokerspieler. Er spielt selbst seit Jahren erfolgreich auf den Mid- und Highstakes Poker.<\/em> <\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"emoLinkbox\" style=\"margin-top: 24px\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<\/b><br> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px\"> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/1931\/\">Mental Coaching (1) - Einf&uuml;hrung<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel wird das Thema Tilt einmal v\u00f6llig neu aufgerollt und eine neue Perspektive auf das Thema aufgezeigt. 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