	{"id":52941,"date":"2013-09-25T19:19:00","date_gmt":"2013-09-25T19:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/mentaler-aspekt\/"},"modified":"2026-03-12T09:30:05","modified_gmt":"2026-03-12T09:30:05","slug":"mentaler-aspekt","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/mentaler-aspekt\/","title":{"rendered":"Der psychische Aspekt bei Poker"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Der psychische Aspekt bei Poker<\/h1><h2 align=\"left\">Einleitung<\/h2><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Welche psychologischen Leaks deiner Pokerkarriere im Wege stehen<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Wie sehr dein Erfolg von einer angenehmen Arbeitsumgebung beeinflusst wird<br><\/i><\/li>\n<li><i>Warum du jede Entscheidung ohne den Einfluss von Emotionen treffen solltest<br> <\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center; margin-bottom: 12px;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p style=\"margin-left: 12px; margin-top: 0pt; padding-top: 0pt;\" class=\"emoNormal\"><i>&ldquo;Wir machen den Laden dicht! Ihr k&ouml;nnte alle heimgehen, wir schlie&szlig;en!&ldquo;<\/i><\/p><p class=\"emoNormal\">Als ich damals in unserem Familienbetrieb gearbeitet habe, war mein Vater daf&uuml;r bekannt, schon aufgrund kleinster R&uuml;ckschl&auml;ge die Ruhe zu verlieren. Er rannte dann wild gestikulierend durch unser Lagerhaus und lie&szlig; verlauten, dass dies das Ende des Unternehmens sei. Die Produktion wurde abrupt gestoppt und die Folge waren gro&szlig;e finanzielle Einbu&szlig;en &ndash; und das alles wegen eines Wutausbruchs!<\/p><p class=\"emoNormal\">Nach dieser Erfahrung hatte ich mir zum Ziel gesetzt, im Poker, Golf und generell im Leben niemals aufgrund von Wut oder Frustration eine schlechte Entscheidung zu treffen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Du w&auml;rst &uuml;berrascht zu sehen, wie sehr dein Erfolg am Pokertisch damit zusammenh&auml;ngt, dass du dir eine angenehme Umgebung schaffst, in der du deine Entscheidungen in Ruhe treffen kannst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Im letzten Artikel meiner dreiteiligen Serie &ldquo;Was Pokerunternehmen falsch machen&rdquo; konzentriere ich mich auf die psychologischen Aspekte des Spiels. Ich glaube, dass Ineffizienz Pokerspieler vom rechten Weg abbringt und auf diese Weise lange und erfolgreiche Karrieren verhindert.<\/p><p class=\"emoListintro\">Hier sind die h&auml;ufigsten psychologischen Leaks, die aufstrebende Pokerkarrieren zunichte machen:&nbsp;<\/p><h2 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">Die h&auml;ufigsten Fehler<\/h2><div class=\"emoSubheadbig\">\n<h2>Anh&auml;ufung psychologischer Schwachstellen<\/h2>\n<\/div><p class=\"emoNormal\">Im Poker genauso wie im echten Leben gilt: steter Tropfen h&ouml;hlt den Stein.  Dieser Ratschlag ist nicht besonders sexy, aber bedenke von wem er stammt: Mein Spiel am Tisch ist ja auch nicht besonders sexy und &ndash; ich bin kein Pokergenie. My A-Game ist schw&auml;cher als das vieler meiner Gegner. Trotzdem gehe ich am Ende oft als Gewinner aus der Partie. Wie ist das zu erkl&auml;ren?<\/p><p class=\"emoNormal\">Wie gut dein A-Game ist, spielt im Poker so gut wie keine Rolle. Viele sind mit ihrem besten Spiel dazu in der Lage, auch wirklich gro&szlig;en Spielern einen Pot abzunehmen. Aber die wirklich relevante Frage lautet nicht: &ldquo;Wie gut ist dein A-Game?&rdquo; Vielmehr spielt es eine Rolle, wie oft du es tats&auml;chlich einsetzt. Auch wenn du 90% der Zeit dein A-Game zeigst, n&uuml;tzt es dir wenig, wenn du w&auml;hrend der anderen 10% grottig spielst.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/11\/25\/rabbit-turtle.png\" alt=\"\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" align=\"left\">Ich habe schon mit vielen Gegnern am Tisch gesessen, die ein brillantes Spiel abgeliefert haben. Auch wenn ich sie am Ende geschlagen habe, konnte ich ihre Gedankenprozesse nachvollziehen und wusste, was sie mit einer bestimmten Hand bezwecken wollten. Ich kann von Spielern, die bei weitem nicht so viel verdienen oder so h&auml;ufig gewinnen wie ich, eine ganze Menge lernen. Manchmal ist es sogar so, dass mein A-Game nur so stark ist als ihr B-Game &ndash; mein bestes Spiel ist also schlechter als ihres!<\/p><p class=\"emoNormal\">Warum gewinne ich dann h&auml;ufiger als sie? Die Antwort: Weil ich immer mein A-Game (bzw. ihr B-Game) abliefere. Viele andere spielen vielleicht 10% der Zeit ihr A-Game, 60% der Zeit ihr C-Game und die restlichen 30% ihr F-Game, wo sie nur noch wie verr&uuml;ckt tilten.<\/p><p class=\"emoListintro\">Viele Spieler realisieren nicht, wie wichtig es ist, sich zu einem Sklaven der Disziplin zu machen, damit ihr Spiel Tag f&uuml;r Tag und in jeder einzelnen Hand auf h&ouml;chstem Niveau bleibt. Wenn du bei deiner Vorbereitung, deinem Spiel am Tisch und deinen &Uuml;bungen immer h&ouml;chstdiszipliniert arbeitest, dann hast du eine viel gr&ouml;&szlig;ere Edge als ein Spieler, dessen A-Game kommt und geht, wie es will. Bist du diszipliniert und dein Gegner ist es nicht, dann m&uuml;sstest du schon viel, viel schw&auml;cher spielen als er, um am Ende zu verlieren. Lieferst du ein konstant solides Spiel und l&auml;sst deine Spielweise nicht von Varianz beeinflussen, dann spielst du zu jeder Zeit mit maximaler Effizienz. Sehen wir uns ein Beispiel an:<\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn der brillant spielende Hase sein A-Game abliefert, verdient er $500 pro Stunde. Wenn die immer disziplinierte Schildkr&ouml;te ihr A-Game abliefert, verdient sie $200 pro Stunde. Welcher von beiden wird also &uuml;ber 100 Stunden hinweg mehr verdienen? H&ouml;chstwahrscheinlich die Schildkr&ouml;te! Warum ist das so? Spielen beide 100 Stunden lang ihr A-Game, w&uuml;rde die Schildkr&ouml;te theoretisch rund $20.000 verdienen, w&auml;hrend der Hase theoretisch $50.000 macht, richtig?<\/p><p class=\"emoNormal\">Sagen wir nun, der Hase liefert in 20% der F&auml;lle sein A-Game, in denen er insgesamt $10.000 verdient (20 Stunden x $500). Weitere 30% zeigt er sein B- oder C-Game, womit er in der Stunde ca. $200 verdient. Insgesamt bekommt er w&auml;hrend dieser 30% also $6.000 (30 Stunden x $200). Damit hat er insgesamt $16.000 und 50 Stunden zum Spielen &uuml;brig.<\/p><p class=\"emoNormal\">Weitere 30% ist er angetrunken, auf Tilt oder allgemein unkonzentriert, und w&auml;hrend dieser Phasen spielt er breakeven. In diesen 30 Stunden verdient er also $0 und er hat immer noch $16.000. In den restlichen 20 Stunden spielt er wie ein Trottel, der um jeden einzelnen Pot k&auml;mpft und in den ungeeignetsten Situationen hemmungslos durch die Gegend blufft. W&auml;hrend dieser 20 Stunden verliert er $500 pro Stunde und macht insgesamt $10.000 Minus.<\/p><p class=\"emoNormal\">Insgesamt hat der Hase also $6.000 gewonnen, w&auml;hrend die best&auml;ndige Schildkr&ouml;te $20.000 Gewinn verzeichnet hat. Steter Tropfen h&ouml;hlt den Stein. Hei&szlig;t das also, dass das A-Game der Schildkr&ouml;te besser ist als das des Hasen? Auf keinen Fall. Aber wie du siehst, spielt das eigentlich keine Rolle. Was hier deutlich wird, ist allerdings die Bedeutung der Disziplin.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\n<h2>Die falsche Interpretation eines Bad Runs<\/h2>\n<\/div><p class=\"emoNormal\">Hast du gerade einen Bad Run, dann hast du in mehr Bereichen Pech als es zun&auml;chst scheint. Hier die Erkl&auml;rung: Setzt du in einem riskanten Spot dein ganzes Geld aufs Spiel und l&auml;ufst jedes Mal in die Nuts, dann lernst du nichts &uuml;ber das gegnerische Spiel &ndash; dein Gegner hingegen lernt eine Menge &uuml;ber deines. W&auml;hrend du nur seine Top-Sets siehst, sieht er deine gesamte Range. Dies ist f&uuml;r dich ein gewaltiger Nachteil.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/11\/25\/anxious.png\" alt=\"\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" width=\"228\" height=\"255\" align=\"left\" style=\"float: right;\">Au&szlig;erdem bist du kein Roboter. Du bist ein Mensch und wenn du das Gef&uuml;hl hast, dass du in jeder verdammten Hand schnurstracks in die Nuts l&auml;ufst, besteht die Gefahr, in Passivit&auml;t zu verfallen. Wenn dich jemand am Flop raist, sagt dir dein Instinkt nach einem Bad Run erst einmal, dass du lieber nicht zur&uuml;ckspielen solltest, auch wenn dies eine Hand ist, die du sonst eigentlich spielen w&uuml;rdest. Ich meine, wer will schon gegen jemanden weiterspielen, der in jeder Hand die Nuts h&auml;lt? Unser Gehirn befindet sich jetzt im Angstzustand und wir fangen an, viele Fehler zu machen. Wie sollst du rationale Entscheidungen treffen und die gesamte Range ber&uuml;cksichtigen, die der Gegner halten k&ouml;nnte, wenn du nur noch an das Schlimmste denkst? Es ist, als ob du Poker spielst, w&auml;hrend vor deiner T&uuml;r ein hungriger Grizzlyb&auml;r auf Einlass dr&auml;ngt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Man k&ouml;nnte leicht dem Glauben verfallen, dass f&uuml;r Doyle Brunson, Phil Ivey und Wunderkind Nanonoko jedes Mal die Gelddruckmaschine l&auml;uft, wenn sie an einem Tisch sitzen. Dies ist bei weitem nicht der Fall. Auch sie haben massive Auf und Abs, und obwohl sie dies nicht zugeben wollen, bin ich mir sicher, dass sie alle schon mal an einem Punkt waren, an dem sie sich dachten, dass sie niemals wieder gewinnen w&uuml;rden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Was sie von anderen unterscheidet ist ihr Selbstbewusstsein. Der Unterschied zwischen dem gew&ouml;hnlichen Spieler und dem Spieler, der Zehntausende von H&auml;nden &uuml;berstanden hat (im Falle eines Onlinepros sicherlich sogar Millionen von H&auml;nden), liegt in der Selbstsicherheit. So denkt sich letzterer: &ldquo;Ich bin der Beste. Ich werde weiter gewinnen.&rdquo; Es sind nicht die guten Runs, die aus Knaben M&auml;nner machen; es sind die Bad Runs. Diese Bad Runs k&ouml;nnen sich &uuml;ber 50.000-100.000 H&auml;nde erstrecken, vielleicht sogar mehr. Sie k&ouml;nnen Pokerspieler samt ihrer Tr&auml;ume zerst&ouml;ren und aus ihnen innerhalb k&uuml;rzester Zeit Supermarktkassierer machen, aber nur, wenn sie es zulassen.<\/p><p class=\"emoListintro\">Ich m&ouml;chte dir einige Tipps geben, die f&uuml;r mich immer funktioniert haben, um mein Spiel wieder in die richtigen Bahnen zu lenken:<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Wenn &uuml;berhaupt, solltest du aggressiver spielen, wenn du einen Bad Run hast. Denk daran: Die Person, gegen die du gerade spielst, wei&szlig; nicht, dass du momentan keine H&auml;nde gewinnst. Du musst weiter aggressiv sein und gegen eine realistische Range spielen, die dein Gegner tats&auml;chlich halten k&ouml;nnte. H&ouml;r auf, automatisch anzunehmen, dass er jedes Mal die Nuts h&auml;lt. Er basiert sein Spiel auf deinen m&ouml;glichen H&auml;nden und genau das solltest du auch tun. Vergiss die Vergangenheit und konzentriere dich auf das bestm&ouml;gliche Spiel in der Gegenwart.<\/li>\n<li>Egal, ob ich gewinne oder verliere, mein Blick schweift selten auf die Kasse. Zu sehen, wie viel du gerade verloren hast, f&uuml;hrt lediglich zu Verzweiflung. Auf einmal l&ouml;st sich deine Edge in Nichts auf und du bist wieder ein gew&ouml;hnlicher Gambler, der krampfhaft versucht, seine Verluste zur&uuml;ckzugewinnen und sich aus seinem Loch zu befreien.<\/li>\n<li>Schreibe dir auf, wenn du gut runnst. Meistens nehmen wir einen schlechten Lauf viel st&auml;rker wahr als einen guten (den wir dann durch unser K&ouml;nnen erkl&auml;ren). Um eine Analogie aus dem Fu&szlig;ball zu verwenden: Du kannst nicht ein Gl&uuml;ckstor schie&szlig;en und dann w&uuml;tend das Handtuch werfen, wenn dein Gegner ebenfalls trifft. Wo es Gl&uuml;ck gibt, kann es auch Pech geben. Positive Varianz anzuerkennen hilft dir dabei, auch die schlechten Zeiten zu akzeptieren und dich vom Tilt zu l&ouml;sen.<\/li>\n<li>Du musst dich an den Tisch begeben und spielen. Wenn die Dinge schlecht laufen, neigen die meisten Leute dazu, nicht mehr spielen zu wollen. Verstehe mich nicht falsch: Manchmal braucht jeder von uns eine Pause, auch ich. Aber wenn du dich zwei Wochen nicht an den Pokertisch setzt, multiplizierst du deinen Verlust sozusagen. Du hattest einen schlechten Lauf &ndash; okay. Aber jetzt hast du auch noch seit zwei Wochen &uuml;berhaupt kein Geld verdient (und gleichzeitig wahrscheinlich mehr in andere Freizeitaktivit&auml;ten investiert). Jetzt bist du wirklich down. Dieser Monat hat noch sieben Tage und in diesen sieben Tagen werde ich wahrscheinlich 50.000 H&auml;nde spielen. Vielleicht habe ich einen guten Run und mache $1 pro Hand, wie es manchmal der Fall ist, dann bin ich wieder im Gesch&auml;ft. Dazu h&auml;tte ich die Chance nicht, wenn ich in den Urlaub gefahren w&auml;re und nicht spielen w&uuml;rde.<\/li>\n<\/ul><div class=\"emoSubheadbig\">\n<h2>Fehlendes Verst&auml;ndnis f&uuml;r Varianz<\/h2>\n<\/div><p class=\"emoNormal\">Sagen wir, dass du &uuml;ber 1 Million H&auml;nde hinweg 20 Cents pro Hand gewonnen hast. Solange sich weder dein Spiel noch die Pokerlandschaft merklich &auml;ndert, k&ouml;nnen wir davon ausgehen, dass du auch in der n&auml;chsten Million H&auml;nde 20 Cents pro Hand gewinnen wirst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Spielst du demnach 3.000 H&auml;nde am Tag und gewinnst durchschnittlich 20 Cent pro Hand, machst du am Tag $600. Schaffst du es irgendwie, $1.200 zu gewinnen, war die Varianz auf deiner Seite. Spielst du breakeven oder verlierst gar $600, hat es die Varianz nicht so gut mit dir gemeint.<\/p><p class=\"emoNormal\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/11\/28\/variance.png\" alt=\"\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" align=\"left\">Aus irgendeinem Grund scheinen wir in der Pokercommunity den Begriff der Varianz immer mit einem Bad Run in Verbindung zu bringen. In Wirklichkeit kann Varianz aber gut und schlecht sein. &Uuml;ber 100 H&auml;nde hinweg k&ouml;nnen zwei davon zum Beispiel &uuml;berdurchschnittlich gut laufen und zwei schlechter als sonst, w&auml;hrend der Rest deinem Skill-Level entspricht. Du musst lernen, wie du mit den beiden schlechten H&auml;nden richtig umgehst. Dies ist ma&szlig;geblich f&uuml;r langfristigen Erfolg.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn wir uns dann wieder beruhigt haben, sagt uns unser Instinkt, dass etwas faul ist: &ldquo;Ich habe drei Tage in Folge verloren. Es liegt an mir. Ich bin nicht mehr gut.&rdquo; Dies ist absolut falsch. Gute Pokerspieler k&ouml;nnen durchaus &uuml;ber 100.000 H&auml;nde spielen und dabei absolut nichts gewinnen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Spielst du erst seit kurzem Poker, dann ist es f&uuml;r dich umso schwieriger, mit Varianz umzugehen, weil deine Samplesize noch sehr klein ist. Es gibt viele Spieler, die nach ein paar erfolgreichen Monaten am Pokertisch ihren Job k&uuml;ndigen und sp&auml;ter feststellen m&uuml;ssen, dass sie einfach nur von positiver Varianz profitiert haben. Genauso kommen vielversprechende Pokerkarrieren zu einem vorzeitigen Ende, weil sie gleich am Anfang von schlechter Varianz heimgesucht wurden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wie merke ich also, ob ich gut oder schlecht runne? Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Es gibt allerdings Tools, die dir hier Aufschluss geben sollen. Im Holdem Manager gibt es eine Statistik namens &ldquo;$ (EV Adjusted)&rdquo;. Diese Statistik berechnet deine Equity, die du prozentual am gesamten Pot hast, wenn du All-In gehst, und vergleicht diesen Wert mit deinem tats&auml;chlichen Gewinn.<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\n<h2>So berechnet sich der $ (EV Adjusted)-Wert:<\/h2>\n<\/div><p class=\"emoNormal\">Sagen wir, du gehst preflop mit AA All-In und dein Gegner h&auml;lt TT. Die Wahrscheinlichkeit, einen $400-Pot zu gewinnen, betr&auml;gt 80.5%.<\/p><p class=\"emoNormal\">80,5% x $400 = $322 &ndash; das bedeutet, dass ich im Durchschnitt $322 von den $400 bekomme, wenn ich mit AA gegen sein TT All-In gehe.<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/2011\/11\/28\/bad-luck.png\" alt=\"\" hspace=\"5\" vspace=\"5\" align=\"right\">Wenn ich gewinne, bekomme ich die gesamten $400 im Pot. Damit h&auml;tte ich $78 mehr gewonnen als im Durchschnitt, was bedeutet, dass ich hier ziemlich viel Gl&uuml;ck hatte. Ich habe $78 mehr gewonnen als ich in diesem Spot normalerweise gewinnen w&uuml;rde. (Auch wenn ich vielleicht das Gef&uuml;hl habe, dass es einfach verdient passiert ist, weil meine Hand gehalten hat. Am Beginn meiner Karriere hatte ich immer den Eindruck, dass ich schlecht runne, weil ich nie wahrgenommen habe, wenn ich gut gerannt bin).<\/li>\n<li>Verliere ich, dann kriege ich $0, also $322 weniger als ich im Durchschnitt gewonnen h&auml;tte, was bedeutet, dass ich hier ziemlich viel Pech hatte. Vielleicht war das Pech aber auch gar nicht so gro&szlig; wie ich denke. Ich habe keinen Anspruch auf die $400, sondern lediglich auf $322. Ich bin wie ein Fahrer, der mit 65 zum ersten Mal einen kleinen Unfall hat und denkt &ldquo;Was f&uuml;r ein Pech!&rdquo;. In Wahrheit aber hat er Gl&uuml;ck, denn statistisch gesehen h&auml;tte er schon vor vielen Jahren in einen Unfall verwickelt worden sein m&uuml;ssen. Er f&auml;hrt seit 50 Jahren Auto und dieser kleine Unfall ohne Verletzte ist der schwerste Unfall, der ihm je passiert ist. <\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">Der $ (EV Adjusted) zeigt dir, wie diese Situationen h&auml;tten ausgehen sollen. Er wird rechts von der &ldquo;Money won&ldquo;-Spalte in deinem Holdem Manager angezeigt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dieser Wert ist weder makellos noch der einzige Indikator daf&uuml;r, ob du Gl&uuml;ck oder Pech hattest bzw. keins von beiden. Trotzdem ist er ein n&uuml;tzliches Tool, um herauszufinden, ob du nun einen guten oder einen schlechten Run hattest.<\/p><h2 style=\"margin-top: 24px;\" align=\"left\">&Uuml;ber den Autor<\/h2><p class=\"emoNormal\"><em>Dusty Schmidt ist Coach bei PokerStrategy.com   und Autor von &ldquo;Treat Your Poker Like A Business&rdquo; sowie &ldquo;Don't Listen To   Phil Hellmuth: Correcting The 50 Worst Pieces of Poker Advice You've   Ever Heard&rdquo;. In seiner f&uuml;nfj&auml;hrigen Onlinepokerkarriere hat Schmidt rund   9 Millionen H&auml;nde gespielt und knapp $4 Millionen gewonnen. Er schloss   dabei keinem einzigen Monat mit Verlusten ab. Weiterhin schreibt er   Kolumnen f&uuml;r das Card Player Magazine.&nbsp;<\/em><\/p><p class=\"emoNormal\">&nbsp;<\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" class=\"emoLinkbox\" style=\"margin-top: 24px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxinner\" colspan=\"2\">\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<\/b><br> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/basic.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px;\"> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/2019\/1\/\">Abseits des Tisches<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/poker-psychology\/2042\/1\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/image\/ranks\/mini\/gold.png\" alt=\"\" width=\"17\" height=\"12\" align=\"left\" style=\"margin-right: 4px;\">An den Tischen<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" alt=\"\" width=\"33\" height=\"25\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Extras:<\/b>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/news\/content\/Diamond-Days:-Dusty-leatherass-Schmidt-wird-neuer-PokerStrategy.com-Coach_47268\/\" target=\"_blank\">Interview mit Dusty Schmidt<\/a><\/p><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_icon_video.jpg\" alt=\"\" width=\"32\" height=\"24\"><\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Videos:<\/b>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/video\/#searchtext=leatherass9&amp;key=all&amp;contenttype=0&amp;gametype=0&amp;tablesize=0&amp;languages=de,en&amp;levels=basic,bronze,silver,gold,platinum,diamond&amp;lowerlimit=0&amp;upperlimit=100&amp;ob=date&amp;od=desc&amp;page=1&amp;rpp=10\">Videos von Dusty Schmidt<\/a><\/p><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel erf\u00e4hrst du, welche psychologischen Leaks deiner Pokerkarriere im Wege stehen k\u00f6nnen und wie du sie beseitigst. 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