	{"id":53139,"date":"2008-12-10T18:24:00","date_gmt":"2008-12-10T18:24:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/729\/"},"modified":"2026-03-12T10:49:18","modified_gmt":"2026-03-12T10:49:18","slug":"729","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/weekly-no-limit\/729\/","title":{"rendered":"Preflop-Strategie: Tight or Loose?"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Preflop-Strategie: Tight or Loose?<\/h1><h1>Einleitung<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nOft werden Spieler nach zwei Dimensionen kategorisiert. Zum<br>\neinen nach der Auswahl ihrer Starth&auml;nde, d.h. ob sie tight oder loose spielen.<br>\nZum anderen danach , ob sie eher passiv oder aggressiv spielen. Bez&uuml;glich der<br>\nzweiten Dimension ist man sich relativ einig, da&szlig; eine aggressive Spielweise<br>\nbesser ist als das passive Spiel, da man so neben dem Sieg mit der besten Hand<br>\noft auch P&ouml;tte gewinnt indem man bessere H&auml;nde zum Folden bringt. Bez&uuml;glich der<br>\nersten Dimension gibt es jedoch keine eindeutig bessere Strategie: unter den<br>\nWinning players eines Limits sind oft Spieler der Typen TAG und LAG enthalten.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIn dieser Kolumne m&ouml;chte ich die Vor- und Nachteile des<br>\ntighten bzw. loosen Spiels darstellen und darauf eingehen, wann welche<br>\nSpielweise sinnvoller erscheint. Hierzu beschreibe ich zuerst meine eigene<br>\nEntwicklung und gehe dann darauf ein, welche Lektionen ich aus den Erfahrungen<br>\ngelernt habe.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n&nbsp;\n<\/p><h1>Erst sehr tight, dann sehr loose - jetzt irgendwas dazwischen<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nAls ich mit Full Ring auf NL25 angefangen habe hielt ich<br>\nmich erst einmal nur an den Starting Hand Chart. Aus meinen Erfahrungen mit<br>\nFixed Limit wu&szlig;te ich, da&szlig; eine kleine &Auml;nderung der Preflop Strategie an der<br>\nfalschen Stelle starke Auswirkungen haben kann und entsprechend war ich<br>\ndiesbez&uuml;glich sehr konservativ.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDurch das Anschauen der FR Coachings von Shagg habe ich dann<br>\naber zunehmend seinen Stil adaptiert, der oft sogar noch etwas tighter ist. So<br>\nwurde beispielsweise AQo f&uuml;r mich an einem FR Tisch aus UTG zum Standardfold.<br>\nDurch die &Auml;nderungen konnte ich oft vorkommende marginale Situationen vermeiden<br>\nund profitabler spielen. Daneben habe ich auch an meinem Postflop Spiel<br>\ngearbeitet und konnte dann St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck auf NL200 und NL400 aufsteigen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDort war die sehr tighte Spielweise immer noch profitable,<br>\nallerdings sank die Winrate doch merklich. Vom Shorthanded.-Spiel inspiriert<br>\nbegann ich meine Starting Hand Range aufzuloosen: w&auml;hrend ich von den fr&uuml;hen<br>\nPositionen immer noch relativ tight war habe ich insbesondere vom Cutoff und<br>\nvom Button sehr viel mehr H&auml;nde gespielt. Der Umstieg war nicht ganz<br>\nreibungslos, da ich zuerst lernen mu&szlig;te in welchen Situationen welche H&auml;nde<br>\nprofitabel spielbar sind und welche man besser folden sollte, jedoch stellte<br>\nsich nach einiger Zeit ein sehr positives Ergebnis ein: ich konnte sehr viele<br>\nkleine P&ouml;tte durch Bluffs gewinnen und wurde mit guten H&auml;nden &ouml;fter ausbezahlt,<br>\nso da&szlig; die Winrate insgesamt stieg.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAuf dem Weg von NL400 &uuml;ber NL600 zu NL1000 habe ich dann<br>\nimmer weiter experimentiert. Der H&ouml;hepunkt meines loosen Spiels war dann eine<br>\nSession auf NL1000 mit 25\/20 Stats - d.h. ich habe jede vierte Hand gespielt<br>\nund jede f&uuml;nfte Hand erh&ouml;ht. Damals hatte ich schon zwei Tage mit einem sehr<br>\nloosen Spiel &auml;u&szlig;erst gute Ergebnisse erzielt, so da&szlig; ich dachte man k&ouml;nnte die Gegner generell ausspielen. Das Endergebnis war eine gro&szlig;e, rot leuchtende Zahl<br>\nauf die ich nicht n&auml;her eingehen m&ouml;chte...\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nHeute spiele ich weder sehr tight, noch ultra-loose, sondern<br>\nhabe im Schnitt FR-Stats von etwa 15\/10 (nat&uuml;rlich sind das nur Mittelwerte; je<br>\nnach Tisch und Gegner kann es hier zu gr&ouml;&szlig;eren Abweichungen kommen). Damit<br>\nspiele ich nun seit l&auml;ngerem auf NL400 bis NL1000 recht profitabel und ich<br>\ndenke da&szlig; ich mittlerweile eine solide Preflop-Strategie f&uuml;r mich gefunden<br>\nhabe.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n&nbsp;\n<\/p><h1>Vor- und Nachteile der jeweiligen Spielweise<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nMeine Erfahrung ist, da&szlig; tightes und looses Preflop-Spiel<br>\nkomplement&auml;re Vor- und Nachteile haben. Generell kann man die Eigenschaften auf<br>\ndie folgenden zwei Aspekte konzentrieren:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">\n\t<b>St&auml;rke der Starthand.<\/b><br>\n\tSchon in den ersten Strategie-Artikeln haben wir gelernt, da&szlig; wir m&ouml;glichst mit starken Starth&auml;nden zum Flop gehen sollen, da wir sonst oft nicht wissen wo wir stehen. Bei einer tighten Spielweise ist das gegeben. So raisen wir als sehr tighter Spieler beispielsweise aus UTG nur<br>\n\tdie st&auml;rksten Starth&auml;nde wie QQ+,AK - hier gibt es wenige H&auml;nde die uns<br>\n\tdominieren k&ouml;nnen. Ebenso haben wir auch in position meist die beste Hand<br>\n\twenn wir raisen. Bei einem loosen Spieler ist das nicht der Fall. Er hat<br>\n\toft eine schw&auml;chere Hand als die bereits in den Pot  eingestiegenen Gegner und callt oder raist damit. Entsprechend kann er nicht davon ausgehen, da&szlig; er immer vorne<br>\n\tist wenn er ein Top Pair getroffen hat, sondern man muss postflop etwas<br>\n\tvorsichtiger (was nicht passiver hei&szlig;t) weiterspielen.\n\t<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">\n\t<b>Lesbarkeit<\/b><br>\n\tDen zweiten Aspekt den man beachten mu&szlig; ist die Tatsache, wie einfach wir<br>\n\tes unseren Gegnern machen uns auf eine kleine Range zu setzen. Es sollte<br>\n\tklar sein, da&szlig; wir m&ouml;glichst verhindern wollen lesbar zu sein, da der Gegner<br>\n\t- wenn er uns pr&auml;zise auf eine kleine Range setzen kann - oft selbst mit<br>\n\tschw&auml;cheren Karten profitabel gegen uns spielen kann. Genau hier liegt das<br>\n\tProblem des sehr tighten Spielers. Nehmen wir noch mal den Spieler von<br>\n\toben, der sehr tight spielt und aus UTG raist. Da die meisten Spieler nur<br>\n\tihre Top x% raist k&ouml;nnen wir relativ einfach sagen, da&szlig; er beispielsweise<br>\n\tein hohes Pocket pair oder AK h&auml;lt. Postflop k&ouml;nnen wir daher gut<br>\n\teinsch&auml;tzen, ob wir vorne sind oder einfach folden k&ouml;nnen. Ein looser Spieler<br>\n\tder zum Beispiel &uuml;ber 20% seiner H&auml;nde aus dem Cutoff openraist ist schon<br>\n\tviel schwerer Lesbar. Er kann hier ein kleines Pocket, einen suited<br>\n\tconnector, zwei Bilder oder auch ein Monster halten. Bei so einer weiten<br>\n\tRange wird es viel schwerer einzusch&auml;tzen, ob wir am Flop vorne liegen<br>\n\toder nicht.\n\t<\/p>\n<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\n&nbsp;\n<\/p><h1>Wie sieht die ideale Standard-Strategie aus?<\/h1><p class=\"emoListintro\">\nNachdem wir die zwei zentralen Aspekte beleuchtet haben<br>\nstellt sich die Frage nach der optimalen Standard-Strategie. Die gibt es<br>\nnat&uuml;rlich nicht. Letztlich m&uuml;ssen wir immer &uuml;berlegen, gegen welche Gegner wir<br>\nspielen. Nehmen wir daher folgende Szenarien an:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">\n\tUnsere Gegner achten vorwiegend nur auf ihre eigenen Karten und nicht, wie wir spielen. Ebenso versuchen Sie nicht uns auf eine Range zu setzen.<br>\n\tGegner dieses Typs sind oft auf den kleineren Limits anzutreffen. Sie<br>\n\thaben zwei Karten und spielen diese &bdquo;nach Standard\": am Flop wird<br>\n\tbetrachtet ob man eine ordentliche Made Hand hat und wenn das der Fall ist<br>\n\tsieht man sich vorne. Gegen solche Gegner m&uuml;ssen wir uns bzgl. Lesbarkeit<br>\n\twenig Gedanken machen - sie achten ja sowieso nicht darauf. Daher k&ouml;nnen<br>\n\twir uns darauf konzentrieren, nur relativ starke Starth&auml;nde auszuw&auml;hlen<br>\n\tund spielen entsprechend tight.\n\t<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"emoListbody\">\n\tUnsere Gegner nutzen PokerTracker und PokerAce und achten auf unsere Statistiken wie PFR und VPIP. Diese beziehen sie auch in ihre Entscheidungen ein. Auf<br>\n\tden h&ouml;heren FR Limits findet man zunehmend Gegner diesen Typs.\n\t<\/p>\n<p class=\"emoListbody\">\n\tBei solchen Gegnern werden wir es viel schwerer haben, mit einer tighten<br>\n\tSpielweise oft mit guten H&auml;nden ausbezahlt zu werden. Anhand der<br>\n\tStatistiken sehen die Gegner, da&szlig; wir sehr selektiv in der Auswahl unserer<br>\n\tStarth&auml;nde sind und entsprechend oft H&auml;nde wie TPTK oder besser halten.<br>\n\tGegner die mitdenken k&ouml;nnen uns jedoch exploiten, indem sie uns nicht ausbezahlen<br>\n\twenn das Board gut zu unserer Range pa&szlig;t, und uns aus dem Pot bluffen wenn<br>\n\tdas Board ung&uuml;nstig ist bzw. value betten falls sie eine bessere Hand<br>\n\thaben. Entsprechend macht hier gegen gute Gegner eine etwas loosere Range<br>\n\tSinn, damit wir nicht so leicht ausgespielt werden k&ouml;nnen und mit starken<br>\n\tH&auml;nden auch einen Payout bekommen.\n\t<\/p>\n<\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nWichtig dabei ist, da&szlig; es selbst innerhalb eines Limits sehr<br>\nunterschiedliche Gegner gibt, so da&szlig; eine Anpassung der Preflop-Strategie<br>\nsinnvoll ist. Sitzt beispielsweise ein Fisch am Tisch, so versuche ich viele<br>\nP&ouml;tte mit ihm zu spielen (werde also looser) um ihn stacken zu k&ouml;nnen. Bei<br>\neinem Maniac w&uuml;rde ich dagegen eher etwas tighter Spielen und auf eine richtige<br>\nHand warten, mit der ich dann aber auch bereit bin all-in zu gehen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDie generelle Betrachtung der Vor- und Nachteile zeigt aber,<br>\nda&szlig; Aussagen wie &bdquo;LAG ist besser als TAG\" oder umgekehrt relativ unsinnig sind,<br>\nda sie nicht die konkrete Spielsituation (insbesondere unsere Gegner)<br>\nbetrachten.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\n&nbsp;\n<\/p><h1>Fazit<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nMan kann sowohl als tighter, als auch als looser Spieler<br>\nWinning Player sein. Wichtig ist, da&szlig; man seine Spielweise den jeweiligen<br>\nGegnern anpa&szlig;t. Je weniger die Gegner auf uns achten, desto weniger m&uuml;ssen wir<br>\nauf unsere Lesbarkeit achten und k&ouml;nnen uns voll auf das Spielen starker<br>\nStarth&auml;nde konzentrieren. Wenn die Gegner allerdings darauf achten wie viele<br>\nH&auml;nde wir spielen und uns auf entsprechende Ranges setzen sollten wir etwas<br>\nlooser werden damit sie Schwierigkeiten haben uns zu lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft werden Spieler nach zwei Dimensionen kategorisiert. Zum einen nach der Auswahl ihrer Starth\u00e4nde, d.h. ob sie tight oder loose spielen. Zum anderen danach , ob sie eher passiv oder aggressiv spielen. Bez\u00fcglich der zweiten Dimension ist man sich relativ einig, da\u00df eine aggressive Spielweise besser ist als das passive Spiel, da man so neben dem Sieg mit der besten Hand oft auch P\u00f6tte gewinnt indem man bessere H\u00e4nde zum Folden bringt. 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