	{"id":53282,"date":"2010-04-28T12:47:00","date_gmt":"2010-04-28T12:47:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/1106\/"},"modified":"2026-03-12T10:55:04","modified_gmt":"2026-03-12T10:55:04","slug":"1106","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/weekly-fixed-limit\/1106\/","title":{"rendered":"Elements of hand reading"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Elements of hand reading<\/h1><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"border-bottom: 0px solid #ffffff;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/psmag\/bilder\/bild_kolumne.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"psMagtablehead1\">&raquo; Elements of hand reading<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table><h1 style=\"color: #d5002d; margin-bottom: 6px; padding-bottom: 0pt;\">Elements of hand reading<\/h1><p><i>von firsttsunami<\/i> <\/p><p> Poker ist ein Spiel mit unvollst&auml;ndiger Information. Bei manchen Pokervarianten hat man mehr Informationen (zum Beispiel bei den Stud-Varianten) und bei manchen weniger. <\/p><p> Hold'em geh&ouml;rt zu den Varianten, bei denen man vergleichsweise wenig Informationen hat. Gerade aber dieser Schleier sorgt f&uuml;r die unglaubliche Spannung beim Spielen am Pokertisch. Der Trieb der Neugier des Menschen, Unentdecktes zu entdecken und des R&auml;tsels L&ouml;sung zu finden, kann sich am Tisch uneingeschr&auml;nkt entfalten.  <\/p><p> Mit unvollst&auml;ndiger Information sind im Wesentlichen die gegnerischen Handkarten gemeint. Die Gemeinschaftskarten sehen wir zwar auch nicht preflop, aber die gegnerischen Handkarten sind vergleichsweise kontinuierlich unbekannt. W&uuml;rdest du die Karten des Gegners kennen, dann k&ouml;nntest du fehlerfrei spielen. Du w&uuml;rdest nur zum Showdown gehen, wenn du die bessere Hand hast, und k&ouml;nntest immer korrekte Folds machen, wenn der Gegner die bessere Hand hat.  <\/p><p> Zu sch&ouml;n w&auml;re es nat&uuml;rlich, wenn es ein Programm g&auml;be, das die Karten des Gegners sichtbar macht. Da sowas aber nicht m&ouml;glich ist und das Spiel auch seinen Reiz verlieren w&uuml;rde, musst du &uuml;ber andere Wege Aufschluss &uuml;ber die gegnerische Hand erlangen.  <\/p><p> Das Verhalten anderer Variablen wie Position, Boardstruktur und Setzverhalten (Bettingsequenz) erlaubt R&uuml;ckschl&uuml;sse auf eine Anzahl m&ouml;glicher H&auml;nde des Gegners (Handrange). Nur so kannst du auf systematischen Wege Informationen &uuml;ber die Gegnerhand erlangen.  <\/p><p> Je mehr Gemeinschaftskarten aufgedeckt werden und je mehr Z&uuml;ge der Gegner gemacht hat, desto geringer ist das Informationsdefizit und desto pr&auml;ziser kannst du den Gegner auf eine Handrange setzen. Diese Informationsgewinnung nennt man auch Handreading.  <\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d6002d; color: #d6002d;\">ALLGEMEINES<\/div><p>Die systematische Vorgehensweise ist eigentlich mehr als logisch und leicht verst&auml;ndlich. Der Ausgangspunkt ist die Preflop-Runde. Hier erh&auml;ltst du durch das Verhalten des Gegners die ersten Informationen.  <\/p><p> &Uuml;blich ist, dass der Gegner entweder foldet oder raist. Anhand der Position des Gegners, seiner Stats und mittels eines Charts, zum Beispiel dem Openraising-Chart, kannst du die erste Aussage &uuml;ber die Handrange des Gegners treffen.  <\/p><p> Die letzte Information erh&auml;ltst du am River mit der letzten Karte und durch das Verhalten des Gegners. Hier triffst du auch die letzte Entscheidung. Gehst du zum Showdown oder nicht? Im Verlauf der Hand von Preflop bis Showdown musst du immer wieder neu die notwendigen Variablen relativieren (die teilweise voneinander abh&auml;ngig sind), um die Informationsl&uuml;cke weitestgehend zu schlie&szlig;en. <\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d6002d; color: #d6002d;\">DIE WICHTIGEN VARIABLEN<\/div><p>Es gibt beim Poker mehrere Variablen. Die Kunst und die Schwierigkeit ist es, diese ins Verh&auml;ltnis zueinander setzen zu k&ouml;nnen und daraus ein Produkt zu bilden. Man kann sie nicht isoliert betrachten und addieren, sondern muss sie miteinander multiplizieren.  <\/p><p> 1) Die eigene Hand(-range)<\/p><p> 2) Die eigene Position <\/p><p> 3) Die Boardstruktur \/ das Board (drawheavy, connected, Highcard-zu-Lowcard-Verh&auml;ltnis) <\/p><p> 4) Die Position des Gegners <\/p><p> 5) Das konkrete Setzverhalten des Gegners in einer Hand <\/p><p> 6) Generelle Setzmuster (Bettingpatterns) des Gegners <\/p><p> 7) History (zuvor gespielte H&auml;nde gegen einen oder mehrere Gegner und die sich daraus ergebenen Reads aufeinander) <\/p><p> 8) Handrange des Gegners preflop, gemessen an seinen Stats<\/p><p> Die gegnerische Range ist ma&szlig;geblich entscheidend f&uuml;r deine Equity. Diese wiederum diktiert dir, ob eine Entscheidung einen positiven oder einen negativen Erwartungswert hat. Und nat&uuml;rlich m&ouml;chtest du nur Entscheidungen mit einem positiven Erwartungswert treffen. <\/p><p> Das Ziel von Handreading ist also nicht, den oder die Gegner genau auf eine Hand zu setzen. Vielmehr musst du durch das Ausschlussverfahren die m&ouml;glichen H&auml;nde durch das relative Verhalten der elementaren Variablen untereinander im Verlauf der Hand auf ein m&ouml;glich &uuml;berschaubares Ma&szlig; reduzieren. Welche H&auml;nde sind plausibel und wie stehst du dagegen, wenn jede davon wahrscheinlich ist?<\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d6002d; color: #d6002d;\">ANNAHMEN TREFFEN DURCH READS<\/div><p>Um den Gegner auf eine Range setzen zu k&ouml;nnen, musst du durch die Relation der Variablen Annahmen treffen. Das hei&szlig;t konkret: Wie spielt der Gegner welche H&auml;nde in welcher Situation?  <\/p><p> Annahmen k&ouml;nnen wiederum durch bestimmte Reads auf den Gegner getroffen werden. Annahmen durch Reads basieren nat&uuml;rlich auch ganz wesentlich auf den rational-theoretischen Konzepten, die man sich aneignet, indem man nach und nach alle verf&uuml;gbaren Strategieartikel durcharbeitet.  <\/p><p> Wenn gar keine Informationen &uuml;ber den Gegner vorliegen, solltest du dir vorstellen, dass du gegen dich selber spielst, und auf Grundlage der Konzepte &uuml;berlegen, welches Verhalten in jener speziellen Situationen Sinn ergibt.  <\/p><p> Einfacher ist es nat&uuml;rlich, wenn ein Read vorliegt, der dir Auskunft &uuml;ber die Tendenzen des Gegners gibt. Gegen einen reasonable TAG kannst du nat&uuml;rlich viel bessere Annahmen treffen, weil du davon ausgehen kannst, dass er weitestgehend &uuml;berlegte Entscheidungen trifft und zum Beispiel keinen pure Bluff gegen 2 Leute am River durchzieht. Um einen Read zu bilden, ist es also sehr hilfreich, wenn du dich in den Gegner hineinversetzt und &uuml;berlegst, wie du in der Situation handeln w&uuml;rdest.  <\/p><p> <b>&nbsp;<\/b><b>5.00\/10.00 Fixed-Limit Hold'em <font color=\"blue\">(6 handed)<\/font><\/b><\/p><p> <b>Preflop:<\/b> Hero is SB with <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\">, <b>J<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\"><br> <font color=\"red\">MP2 raises<\/font>, <i><font color=\"grey\">3 folds<\/font><\/i>, <font color=\"red\">Hero 3-bets<\/font>, <i><font color=\"grey\">BB folds<\/font><\/i>, MP2 calls.<\/p><p> <b>Flop:<\/b> (7.00 SB) <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\" alt=\"\">, <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\">, <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(2 players)<\/font><br> <font color=\"red\">Hero bets<\/font>, <font color=\"red\">MP2 raises<\/font>.<\/p><p> <b>Final Pot:<\/b> 5.00 BB <\/p><p> Der Gegner ist ein reasonable TAG mit den Stats (22\/18\/2.4\/36). Du 3-bettest, er callt. Am Flop raist er in Position deine Contibet auf einem 332-Flop.<\/p><p> Per Ausschlussverfahren  und aufgrund der Variablen 4) in Verbindung mit 8) kannst du definitiv sagen, dass er keine 3 halten kann, da es aus UTG keine plausiblen Handkombinationen gibt, die eine 3 beinhalten. Eine 2 kann er aus dem gleichen Grund nicht halten. Und nach diesem Schema verf&auml;hrst du in jeder Hand. <\/p><p> Dein Ziel ist es nun, dem Gegner eine Handrange zu geben. Die 3 und die 2 hast du ja schon ausgeschlossen. Anhand von plausiblen Annahmen musst du jetzt aber die F&uuml;lle seiner H&auml;nde definieren.  <\/p><p> Er wird den Flop fast nie bluffraisen, weil du seinen starken UTG-Openraise ge-3-bettet hast. Du wirst oft ein Pocketpair haben und auch mit Ace high auf diesem Board oft zum Showdown gehen. Er hat wenig Foldequity und ein Bluff lohnt sich daher nicht. Du kannst so also alle H&auml;nde ausschlie&szlig;en,  die unpaired sind.  <\/p><p> Der Gegner h&auml;tte ein Pocketpair JJ++ gecappt. Er hat aber deine 3-Bet nur gecallt. Er hat also maximal ein Pocketpair bis TT. Daraus ergibt sich, dass deine Outs auf J und A oft noch clean sind. <\/p><p> Die Synthese aus diesen Annahmen ist nun, dass er mit ziemlicher gro&szlig;er Wahrscheinlichkeit ein Pocketpair  wie 44, 55, 66, 77, 88, 99, TT haben muss. <\/p><p> Die Equity brauchst du in dieser Situation nicht ermitteln, da du unimproved nicht zum Showdown gehen kannst, weil der Gegner ja nur bessere H&auml;nde hat. Die Frage in dieser Hand ist, ob du am Turn nach dem Konzept Odds &amp; Outs noch den River sehen kannst. <\/p><p> <b>Flop:<\/b> (7.00 SB) <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\" alt=\"\">, <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\">, <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(2 players)<\/font><br> <font color=\"red\">Hero bets<\/font>, <font color=\"red\">MP2 raises<\/font>, Hero calls.<\/p><p> <b>Turn:<\/b> (5.50 BB) <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(2 players)<\/font><br> Hero checks, <font color=\"red\">MP2 Bets<\/font>, Hero? <\/p><p> Du hast das Flopraise des Gegners nur gecallt. Der Pot ist am Turn samt der erneuten Bet von MP2 6,5 BB gro&szlig;. Da du gegen alle Pocketpairs 6 Outs hast, kannst du dir mindestens 1 BB (wahrscheinlich sogar noch etwas mehr im Falle von check\/raise\/call) als implied Odds berechnen.  <\/p><p> Du bekommst also <i>6,5 + 1 = 1:7,5<\/i> auf einen erneuten Call. Bei 6 Outs brauchst du ja nur 1:7. Du kannst den Turn also callen und auf ein A solltest du eher donken und auf einen J checkraisen.  <\/p><p> Der Gegner k&ouml;nnte zwar mit 88 ein Set gemacht haben und du hast im Falle von einem Improve mindestens -1 BB reverse implied Odds, aber die Wahrscheinlichkeit liegt nur bei 3\/39 = 1:13 und ist somit sehr gering. <\/p><p> Die 3 sind die 3 Setm&ouml;glichkeiten und die 39 sind die Kombinationen von 44, 55, 66, 77, 99, TT. Wenn du am River noch unimproved bist, foldest du nat&uuml;rlich. <\/p><p> Angenommen, es &auml;ndert sich eine Variable. Du spielstzum Beispiel nicht gegen einen reasonable TAG, sondern gegen einen LAG (34\/23,2.8\/40). Die Kausalkette &auml;ndert sich dann nat&uuml;rlich auch. <\/p><p> Anderer Gegner =&gt; andere Annahmen =&gt; andere Handrange =&gt; ver&auml;nderte Equity =&gt; andere Entscheidung <\/p><p> <b>Flop:<\/b> (7.00 SB) <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\" alt=\"\">, <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\">, <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(2 players)<\/font><br> <font color=\"red\">Hero bets<\/font>, <font color=\"red\">MP2 raises<\/font>, Hero calls.<\/p><p> <b>Turn:<\/b> (5.50 BB) <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(2 players)<\/font><br> Hero checks, <font color=\"red\">MP2 Bets<\/font>, Hero? <\/p><p> Du stehst nun vor derselben Situation. Du musst nun eine Handrange f&uuml;r den LAG festlegen und schauen, ob du vielleicht sogar zum Showdown gehen k&ouml;nnen.  <\/p><p> Wir hatten gesagt, dass ein reasonable TAG hier nie bluffen wird. Das ist bei einem LAG nat&uuml;rlich anders. Er k&ouml;nnte hier viel eher bluffen und versuchen, mit QTs den Pot zu stealen. Der Knackpunkt ist jetzt aber, festzulegen, wie oft er einen Bluff 3-barreln muss, damit du den Showdown sehen kannst.  <\/p><p> Bei 23% PFR hat er *0,75 (UTG-Multiplikator) aus UTG ca 17% PFR <\/p><p> 99-33, AJs-A6s, K9s+, Q9s+, JTs, AJo-ATo, KTo+, QTo+ &lt;- 173 Kombinationen <\/p><p> So k&ouml;nnte seine Raise\/Call-Prefloprange aussehen <\/p><p> Zu der Range, gegen die du hinten liegst, addierst du dann so viele pure Bluffs, dass du equitygem&auml;&szlig; downcallen k&ouml;nnen. <\/p><p> Aber erst einmal ist noch offen, wie viel Equity du vom Turn an brauchst: <\/p><p> <i> EV(Calldown) &gt; 0, wenn EQ &gt; Verlust \/ (Gewinn + Verlust)<br> Verlust = Investment bis zum Showdown 2BB<br> Gewinn = Pot am Turn<br> EV(Calldown) &gt; 0, wenn EQ &gt; 2 \/ 6,5 + 1BB + 2  = 21% <\/i> <\/p><p> Du brauchst im worst Case also <b>21<\/b>% Equity, um downcallen zu k&ouml;nnen. <\/p><p> Nun f&uuml;gen wir ein 'paar' H&auml;nde ein, mit denen dein Gegner bluffen k&ouml;nnte, weil er sich evtl. davon verspricht, dass du eine bessere Highcard wie zum Beispiel K high folden wirst. <\/p><p> Board: 3c 3d 2h 8d Ks<br> Dead:  <\/p><p> equity     win     tie           pots won     pots tied    <br> Hand 0:     77.500%      77.50%     00.00%                 31             0.00   { 99-33, QcTd, QcTh, QcTs, QdTc, QdTh, QdTs, QhTc, QhTd, QhTs }<br> Hand 1:     22.500%      22.50%     00.00%                  9             0.00   { AsJs } <\/p><p> Wir haben nur 75% seiner QTo-Holdings hinzugef&uuml;gt. Wenn er alleine nur diese Hand in 3 von 4 F&auml;llen auf allen Stra&szlig;en durchblufft, kannst du den Showdown sehen. 12 Kombinationen von QTo sind auch sage und schreibe nur ca. 7% von 173 Kombinationen. Die Bluffwahrscheinlichkeit muss also nur sehr gering sein, um den River unimproved nochmal zu callen. <\/p><p> <b>Fazit<\/b>: Nur kleine Ver&auml;nderungen der Annahmen in der Kausalkette k&ouml;nnen gro&szlig;e Auswirkungen auf deine Entscheidung haben. Du hast nur  3\/4 einer Hand hinzugef&uuml;gt und hast gleich so viel Equity, dass du den River callen solltest, anstatt zu folden. Wie hier zu sehen, ist ein ganz bedeutender Teil des Handreadings auch, Wahrscheinlichkeiten richtig einzusch&auml;tzen. <\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d6002d; color: #d6002d;\">WIE ERSTELLE ICH EIN GEGNERPROFIL?<\/div><p>Was genau sind eigentlich Reads und wie kannst du durch Reads Annahmen treffen? Reads sind nicht mehr als Eigenschaften und die Summe der Eigenschaften eines Gegners kann man in einem <b>Gegnerprofil<\/b> zusammenfassen. <\/p><p> Um ein Gegnerprofil zu erstellen, kategorisierst du den Gegner grob und erstellst in jeder Kategorie Subkategorien. Im unteren Muster stellst du in jeder Kategorie Fragen, die essenziell sind, um &uuml;berhaupt einen Read aufzubauen und um die weitere Vorgehensweise zu bestimmen. <\/p><p> <b>Kategorien<\/b>  <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Preflopplay<\/li>\n<li>Flopplay<\/li>\n<li>Turnplay<\/li>\n<li>Riverplay<\/li>\n<\/ul><p> <b>Subkategorie Preflopplay<\/b>  <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Weicht sein Spiel in bestimmten Situationen von seinen Stats ab?<\/li>\n<li>Macht er Caps for Deception?<\/li>\n<li>Callt er 3-Bets for Deception mit H&auml;nden wie zum Beispiel AA IP?<\/li>\n<\/ul><p><b><br> Subkategorie Flopplay<\/b>  <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Macht er loose Flopcalls?<\/li>\n<li>Raist er oft als pure Bluff am Flop?<\/li>\n<li>Macht er Bluffcalls?<\/li>\n<li>Spielt er IP eher passiv for Bluffinduce oder eher aggressiv?<\/li>\n<li>Welche Arten von made Hands raist er am Flop?<\/li>\n<\/ul><p> <b>Subkategorie Turnplay<\/b>  <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li> Sollte man ui nochmal betten?<\/li>\n<li>Raist er als pure Bluff am Turn?<\/li>\n<li>Wie reagiere ich auf einen Raise?<\/li>\n<li>Raist er am Turn (oft) for free Showdown?<\/li>\n<li>Raist er am Turn nur starke made Hands oder auch schwache?<\/li>\n<li>Semiblufft er viel am Turn oder spielt er seine Draws eher passiv?<\/li>\n<li>Kann er am Turn auf eine weitere Bet eine bessere Hand folden?<\/li>\n<\/ul><p> <b>Subkategorie River<\/b>  <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>Delayed der Gegner starke H&auml;nde bis zum River?<\/li>\n<li>Ist er f&auml;hig, am River zu bluffraisen?<\/li>\n<li>Wie loose oder tight callt er am River (Kann ich valuebetten, callt oder foldet er Ace high)<\/li>\n<li>Blufft der Gegner wenn ich zu ihm checke =&gt; Toughen check\/fold machen? <\/li>\n<li>Foldet der Gegner h&auml;ufig sein Ace high erst am River =&gt; Wie effektiv ist eine dritte Bluffbet?<\/li>\n<\/ul><p>Man kann nat&uuml;rlich jede Information und jede Frage noch tiefer ausf&uuml;hren, aber oft liegen ja nur wenige Informationen &uuml;ber den Gegner vor und du kannst gar nicht so viele Fragen pr&uuml;fen und auch gar nicht alle Informationen speichern und wieder in Windeseile abrufen. <\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d6002d; color: #d6002d;\">WELCHE BEDEUTUNG HABEN DIESE ANNAHMEN IN EINER KONKRETEN HAND?<\/div><p><b>Beispiel 1<\/b> <\/p><p> <b> 5.00\/10.00 Fixed-Limit Hold'em <font color=\"blue\">(6 handed)<\/font><\/b><\/p><p> <b>Preflop:<\/b> Hero is SB with <b>9<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\">, <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\"><br> <i><font color=\"grey\">4 folds<\/font><\/i>, <font color=\"red\">Hero raises<\/font>, BB calls.<\/p><p> <b>Flop:<\/b> (4.00 SB) <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" alt=\"\">, <b>4<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\">, <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(2 players)<\/font><br> <font color=\"red\">Hero bets<\/font>, BB calls.<\/p><p> <b>Turn:<\/b> (3.00 BB) <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(1 players)<\/font><br> <font color=\"red\">Hero bets<\/font>.<\/p><p> <b>Final Pot:<\/b> 4.00 BB <\/p><p> Der Gegner ein LAG (37\/25\/2.6\/43). Folgende Informationen hast du als Note festgehalten:  <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li>raist kleine Pairs direkt am Flop<\/li>\n<li>floatet am Flop<\/li>\n<li>hoher \"Fold to Turnbet\"-Wert<\/li>\n<li>call flop, raise Turn = Toppair<\/li>\n<li>bluffraist gerne unconnected und dry Flops<\/li>\n<\/ul><p>Du hast 98s mit Initiative und bettest den Flop. Nun kommen die Annahmen ins Spiel. In deinen Notes findest du die Information, dass der Gegner loose am Flop callt.  <\/p><p> Das loose Callen am Flop und der hohe \"Fold to Turnbet\"-Wert stehen hier nat&uuml;rlich im Zusammenhang. Du kannst nun also die Annahme treffen, dass der Gegner so einen Flop mit nur einer Highcard auch mit H&auml;nden wie T-Q high callt.  <\/p><p> Da er seltener Toppair hat als eine dieser unimproved T-Q-high-Kombinationen, solltest du den Turn erneut betten und auf ein Raise folden. Der Read sagt ja, dass er kleine Pairs am Flop raist. Seine Range reduziert sich somit stark auf das Toppair und du bist somit sehr oft drawing dead und musst folden. <\/p><p> <b>Beispiel 2<\/b> <\/p><p> <b> 5.00\/10.00 Fixed-Limit Hold'em <font color=\"blue\">(6 handed)<\/font><\/b><\/p><p> <b>Preflop:<\/b> Hero is SB with <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\">, <b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\"><br> <i><font color=\"grey\">2 folds<\/font><\/i>, CO calls, <i><font color=\"grey\">BU folds<\/font><\/i>, <font color=\"red\">Hero raises<\/font>, BB calls, CO calls.<\/p><p> <b>Flop:<\/b> (6.00 SB) <b>9<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" alt=\"\">, <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\" alt=\"\">, <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" alt=\"\"> <font color=\"blue\">(3 players)<\/font><br> <font color=\"red\">Hero bets<\/font>, BB calls, CO calls.<\/p><p> <b>Final Pot:<\/b> 4.50 BB <\/p><p> Du hast im SB mit <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\"><b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\" alt=\"\"> opengeraist und der LAG ist in dieser Hand der BB und hat nur defendet. CO hat Preflop nur gelimpt. Du contibettest den Flop und der LAG callt nur. <\/p><p> Du greifst wieder auf deine Notes zur&uuml;ck und siehst, dass er durch sein aggressives Flopplay normal jedes Pair geraist h&auml;tte. Du kannst also davon ausgehen, dass er hier unimproved ist und nur auf seine Outs callt. Das f&uuml;hrt dich wiederum zu der Annahme, dass du mit Ace high good Kicker noch h&auml;ufig vorne bist, weil er ja mit any Pair den Flop geraist und ein besseres Ass wie AT+ preflop ge-3-bettet h&auml;tte. <\/p><div class=\"emoSubhead\" style=\"border-color: #d6002d; color: #d6002d;\">WIE MACHST DU KORREKTE ANNAHMEN OHNE EINEN READ AUF DIE GEGNER?<\/div><p>Ohne Read auf den Gegner kann man keine konkreten Annahmen machen. Zwischen Callingstations und einem Maniac on Tilt k&ouml;nnte er jedem Gegnertyp angeh&ouml;ren. Ohne einen akkuraten Read kann man also nur von Tendenzen ausgehen.  <\/p><p> Man darf aber nicht den Fehler machen und zu subjektiv nach seinen korrekten spieltheoretischen Ma&szlig;st&auml;ben den Gegner und sein Verhalten beurteilen. In Beispiel 2) kann man also nicht genau festlegen, ob der Gegner den Flop getroffen hat. Man kann nur sagen, dass es unwahrscheinlich ist, dass der Gegner den Flop getroffen hat, da es richtig w&auml;re, den Flop zu raisen und kleine Karten wie 2, 5 und 9 mit weniger Beikarten gespielt werden \"k&ouml;nnen\" als es bei einem Ass der Fall ist.  <\/p><p> Man sollte sich immer fragen, wie man selber in diesen Situationen gehandelt h&auml;tte, aber Annahmen sind dann nur tendenziell und nicht \"absolut\" machbar. Man kann aber eigentlich nach einer Hand schon sagen, ob der Gegner eher ein guter Spieler oder eher ein schlechter Spieler ist.  <\/p><p> Ein Indiz daf&uuml;r ist zum Beispiel eine Line, die sich der logischen Vorgehensweise entzieht, zum Beispiel <i>check\/call check\/call check\/raise<\/i> oder <i>check\/call check\/raise<\/i> in einem Multiwaypot. Man sollte versuchen, gegen unknown keine gro&szlig;en Moves zu starten sondern einfach straightforward spielen. Weiterhin sollte man sich nicht in marginale Situationen begeben, keine toughen Laydowns machen und eher showdowngebunden spielen. <\/p><p> Aber wenn bei Beispiel 2) zum Beispiel auf eine 2, was im Grunde eine Blank ist, der Gegenspieler hinter dir auf eine weitere Bet am Turn raist, hei&szlig;t das nicht, dass er hier immer einen Bluff haben muss, weil er ja ein Pair nach deinem Verst&auml;ndnis am Flop h&auml;tte raisen m&uuml;ssen.   <\/p><table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\" width=\"100%\" style=\"border: 1px solid #d6002d; margin-top: 24px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"psMagtablehead1\">&raquo; FAZIT<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Es ist manchmal sehr schwer bis unm&ouml;glich, einen richtigen Spielplan f&uuml;r eine konkrete Hand zu entwickeln, ohne dem Gegner Verhaltenseigenschaften zuordnen zu k&ouml;nnen.   \t\t\t\n<p> Die riesige Dynamik und Komplexit&auml;t von Poker machen Handreading nur bedingt m&ouml;glich und man kann auch nie perfekt oder 100% richtig spielen. Das einzige Ziel kann also sein, weniger Fehler zu machen als der Gegner. \t\t\t<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f6nnte man die Karten der Gegner sehen, w\u00e4re das Spiel zwar ungleich langweiliger, aber weitaus profitabler. 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