	{"id":53670,"date":"2011-05-12T11:32:00","date_gmt":"2011-05-12T11:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/1927\/"},"modified":"2026-03-12T12:05:05","modified_gmt":"2026-03-12T12:05:05","slug":"1927","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/various-poker\/1927\/","title":{"rendered":"Das Denken in Ebenen"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Das Denken in Ebenen <\/h1><h1 align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel<\/i><\/b> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Was das Konzept des \"Denkens in Ebenen\" &uuml;berhaupt ist<br> <\/i><\/li>\n<li><i>Warum es beim Pokern wichtig ist<br><\/i><\/li>\n<li><i>Wie du erkennst, auf welcher Ebene dein Gegner denkt<\/i><\/li>\n<\/ul><p><em><\/em><\/p><p>Dieser Artikel erreichte den 3. Platz beim Article Contest im April 2011<em>&nbsp;<\/em> <\/p><ul class=\"emoList1\">\n<\/ul><div style=\"text-align: center;margin-bottom: 12px\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/wp-content\/uploads\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" alt=\"\" width=\"100%\" height=\"1\"><\/div><p class=\"emoListintro\">Pokerspieler haben ein Problem: unvollst&auml;ndige Information. Es gibt einfach keine (legale) M&ouml;glichkeit zu wissen, welche Karten mein Gegner hat. Um dieses Problem zu l&ouml;sen, hat jemand sogenannte Ranges erfunden &ndash; Annahmen dar&uuml;ber, welche Karten meine Gegner logischerweise haben k&ouml;nnten. Sofern mein Gegen&uuml;ber allerdings etwas von Poker versteht, bedient er sich ebenfalls dieses Konzeptes und schon haben wir den Salat. Schon sitzen wir am Pokertisch und denken:<\/p><p class=\"emoNormal\">&bdquo;Wenn er wei&szlig;, dass ich wei&szlig;, dass er wei&szlig;, dass ich bluffe, dann &hellip;&ldquo;<\/p><p class=\"emoNormal\">Doppelte Kontingenz (Erwartungserwartungen) nennt der Fachmann dieses Problem. Es tritt in zahlreichen sozialen Situationen auf, aber beim Pokern in einer sehr starren institutionalisierten Form. Wir sitzen uns am Pokertisch gegen&uuml;ber und m&uuml;ssen beide damit k&auml;mpfen, nicht genau zu wissen, was der andere f&uuml;r Karten h&auml;lt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Um dieses Problem der Kontingenz &ndash; also etwas ist &bdquo;weder notwendig noch unm&ouml;glich; was also so, wie es ist (war, sein wird), sein kann, aber auch anders m&ouml;glich ist&ldquo; (Luhmann 1984: S. 152) &ndash; zu verringern, treffen wir Annahmen. Annahmen dar&uuml;ber, welche Karten unser Gegner halten kann, Annahmen dar&uuml;ber, welche Karten er bei uns vermutet, Annahmen bez&uuml;glich der Karten, von denen er denkt, dass wir ihm diese geben k&ouml;nnten und so weiter.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wir versuchen die Komplexit&auml;t des Spiels zu reduzieren (weil wir eben gerade nicht davon ausgehen, dass unser Gegner 100% seiner H&auml;nde spielt, sondern nur eine bestimmte Range), indem wir Annahmen treffen und Erwartungen haben. Unser Gegner tut dies genauso. Auch er hat Annahmen und Vermutungen. Und wir werden wiederum Vermutungen &uuml;ber seine Vermutungen anstellen und so weiter. Und genau an diesem Punkt treffen wir auf ein Problem: Anstatt die Komplexit&auml;t zu reduzieren, scheinen wir sie nur noch weiter vergr&ouml;&szlig;ert zu haben.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wann ist es also sinnvoll, diesen Gedankengang zu beenden? Wann verstricken wir uns nur noch in unterschwelligen Pseudopsychotricks und in welchen Situationen ist es durchaus sinnvoll, Vermutungen anzustellen, was mein Gegner glaubt, welche H&auml;nde ich bei ihm vermute?<\/p><p class=\"emoNormal\">Die Antwort ist recht einfach und klingt wie eine Weisheit aus Fernost: Wir m&uuml;ssen genau einen Schritt weiter denken als unser Gegen&uuml;ber &ndash; und dann aufh&ouml;ren.<\/p><p class=\"emoNormal\">Dieser Artikel versucht sich diesem Problem zu n&auml;hern und greift dabei auf das Konzept der Denkebenen von Taylor &amp; Hilger (2009: 196 ff.) zur&uuml;ck. Ziel wird es sein, die einzelnen Denkebenen darzustellen und zu zeigen, woran beim Gegner zu erkennen ist, auf welcher Denkebene er sich befindet.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Ebene 0<\/h1><p class=\"emoNormal\">Um diese Ebene zu beherrschen, ben&ouml;tigt man lediglich seine Sinnesorgane (bei allen au&szlig;er Hal Lubarsky reichen demnach schon die Augen). Auf dieser Denkebene ist der Protagonist lediglich in der Lage, jene Informationen zu verwenden, die ihm gesichert zur Verf&uuml;gung stehen. Er wei&szlig; demnach, welche Hole Cards er h&auml;lt und &ndash; falls gegeben &ndash; welche Community Cards gedealt wurden. Gedanken &uuml;ber m&ouml;gliche H&auml;nde des Gegners verschwendet er dabei nicht.<\/p><p><span style=\"color: #ff0000\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/articlecontest\/Das-Denken-in-Ebenen-Bild1.jpg\" alt=\"\" width=\"585\" height=\"190\"><\/span><span style=\"color: #ff0000\">&nbsp;<\/span><br><span style=\"color: #ff0000\"><br><\/span><\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 1:<\/div><p class=\"emoListintro\">$1\/2 No-Limit Hold&rsquo;em (6 handed)<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Stacks &amp; Stats<\/b><br> UTG<br> MP<br> CO<br> Hero<br> SB<br> BB<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Preflop:<\/b> Hero is BU with <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/Ac4.png\" alt=\"Ac\" title=\"Ac\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/Ah.png\" alt=\"Ah\" title=\"Ah\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><br> <em><span style=\"color: #808080\">3 folds<\/span><\/em>, <span style=\"color: #ff0000\">Hero bets $6<\/span>, <span style=\"color: #808080\"><em>1 fold<\/em><\/span>, BB calls $4<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Flop:<\/b> ($13) <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/3c4.png\" alt=\"3c\" title=\"3c\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/7h.png\" alt=\"7h\" title=\"7h\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/Jd4.png\" alt=\"Jd\" title=\"Jd\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"> <span style=\"color: #0000ff\">(2 Players)<\/span><span style=\"color: #ff0000\"><br><\/span><span style=\"color: #ff0000\"><span style=\"color: #000000\">BB checks,<\/span> Hero bets $8<\/span>, <span style=\"color: #ff0000\">BB raises $23<\/span>, <span style=\"color: #ff0000\">Hero raises All-In<\/span><\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Erkl&auml;rung:<\/b> Hero befindet sich auf Denkebene 0 und verwendet lediglich die ihm sicher zur Verf&uuml;gung stehenden Informationen. Da Hero Asse hat und diese f&uuml;r stark h&auml;lt, wird er versuchen, seinen gesamten Stack in die Mitte zu bekommen. Die Gegenwehr seines Gegners l&auml;sst ihn kalt und das Geld wandert hinein. (vereinfachte Annahmen)<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Ebene 1<\/h1><p class=\"emoNormal\">Auf der ersten Denkebene sind wir bereits in der Lage, in unsere Spielentscheidungen Gedanken zu den m&ouml;glichen Hole Cards von Villain einflie&szlig;en zu lassen. Diese Informationen sind nicht gesichert und basieren lediglich auf Wahrscheinlichkeitsannahmen. Wir versuchen also, Villain eine Range von Karten zu geben, die dieser wahrscheinlich spielen wird. Auf dieser Ebene ist zum ersten Mal das Arbeiten mit unsicheren Informationen von Bedeutung. Wir treffen also eine Erwartung, was unser Gegen&uuml;ber halten k&ouml;nnte.<\/p><p class=\"emoNormal\"><span style=\"color: #ff0000\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/articlecontest\/Das-Denken-in-Ebenen-Bild2.jpg\" alt=\"\" width=\"585\" height=\"220\"><\/span><\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 2:<\/div><p class=\"emoNormal\">$1\/2 No-Limit Hold&rsquo;em (6 handed)<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Stacks &amp; Stats<\/b><br> UTG<br> MP<br> CO<br> Hero<br> SB<br> BB<em> (Callingrange: 22+, KQs+, AQo+; Checkraise Flop: 5%)<\/em><\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Preflop:<\/b> Hero is BU with <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/Ac4.png\" alt=\"Ac\" title=\"Ac\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/Ah.png\" alt=\"Ah\" title=\"Ah\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><br> <span style=\"color: #808080\"><em>3 folds<\/em><\/span>, <span style=\"color: #ff0000\">Hero bets $6<\/span>, <span style=\"color: #808080\"><em>1 fold<\/em><\/span>, BB calls $4<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Flop:<\/b> ($13) <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/3c4.png\" alt=\"3c\" title=\"3c\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/7h.png\" alt=\"7h\" title=\"7h\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/Jd4.png\" alt=\"Jd\" title=\"Jd\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"> <span style=\"color: #0000ff\">(2 Players)<\/span><br> <span style=\"color: #ff0000\"><span style=\"color: #000000\">BB checks, <\/span><\/span><span style=\"color: #ff0000\">Hero bets $8<\/span>, <span style=\"color: #ff0000\">BB raises $23<\/span>, Hero&hellip;<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Erkl&auml;rung: <\/b>Hero befindet sich auf der ersten Denkebene und ist in der Lage, Vermutungen &uuml;ber Villains Holecards anzustellen und ihm eine nachvollziehbare Range zu geben (hier: Pocketpairs und einige Broadways).<\/p><p class=\"emoNormal\">Mit Hilfe dieser Annahme und dem Wissen &uuml;ber die Checkraisefrequenz von 5% ist er in der Lage, die Situation neu zu bewerten. Hero erkennt, dass derjenige Teil von Villains Range, den er checkraised, wahrscheinlich nur aus Sets besteht und kann aufgrund dieser Informationen sein Overpair folden.<\/p><p class=\"emoNormal\">Hero hat also bei seiner Entscheidung die Annahme &uuml;ber Villains Range einbezogen. Annahme: Villain spielt nicht tricky, befindet sich also auf Denkebene 0.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Ebene 2<\/h1><p class=\"emoNormal\">Ja, jetzt wird es langsam kompliziert. Befinden wir uns auf Denkebene 2, sind wir in der Lage, Vermutungen &uuml;ber die Annahmen unseres Gegners zu treffen. Wir gehen davon aus, dass uns unser Gegner eine Range von H&auml;nden gibt. Diese Range (welche uns zugeschrieben wird) versuchen wir korrekt einzusch&auml;tzen. Wir begegnen nun also zum ersten Mal Erwartungserwartungen.<\/p><p class=\"emoNormal\"><span style=\"color: #ff0000\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/articlecontest\/Das-Denken-in-Ebenen-Bild3.jpg\" alt=\"\" width=\"585\" height=\"320\"><\/span><\/p><div class=\"emoSubhead\">BEISPIEL 3:<\/div><p class=\"emoNormal\">$1\/2 No-Limit Hold&rsquo;em (6 handed)<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Stacks &amp; Stats<\/b><br> UTG <em>(Raisingrange: 5%; TAG)<\/em><br> MP<br> CO<br> Hero<em> (Tightes Image)<\/em><br> SB<br> BB<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Preflop: <\/b>Hero is BU with <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/2d4.png\" alt=\"2d\" title=\"2d\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/2h.png\" alt=\"2h\" title=\"2h\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><br> <span style=\"color: #ff0000\">UTG bets $6<\/span>, <span style=\"color: #808080\"><em>2 folds<\/em><\/span>, Hero calls $6, <span style=\"color: #808080\"><em>2 folds<\/em><\/span><\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Flop: <\/b>($15) <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/3c4.png\" alt=\"3c\" title=\"3c\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/5h.png\" alt=\"5h\" title=\"5h\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/oldresources\/de\/PICS\/news\/Deck\/6d4.png\" alt=\"6d\" title=\"6d\" width=\"24\" height=\"13\" align=\"absmiddle\"> <span style=\"color: #0000ff\">(2 Players)<\/span><br> <span style=\"color: #ff0000\">UTG bets $10<\/span>, <span style=\"color: #ff0000\">Hero raises $25<\/span>, UTG&hellip;<\/p><p class=\"emoNormal\"><b>Erkl&auml;rung: <\/b>Hero verwendet hier f&uuml;r seine Entscheidung die Denkebenen 1 und 2. Aufgrund seiner F&auml;higkeit, Denkebene 1 zu verwenden, &bdquo;wei&szlig;&ldquo; er, dass die Openraisingrange von Villain nur aus Premiumh&auml;nden besteht (77+, AQs+, AKo). Villain hat demnach im besten Fall ein Overpair und im schlechtesten Fall zwei Overcards.<\/p><p class=\"emoNormal\">Des Weiteren wei&szlig; Hero, da er zus&auml;tzlich Denkebene 2 verwendet, dass Villain sich ebenfalls Gedanken &uuml;ber Heros Range macht. Der Coldcall von Hero preflop deutet auf kleine Pocketpairs und vielleicht einige mittelstarke suited Connectors hin.<\/p><p class=\"emoNormal\">Hero stellt in dieser Situation also Vermutungen dar&uuml;ber an, welche Range Villain bei ihm vermutet. Auf Grundlage dieser Vermutung, der Einsch&auml;tzung von Villains Spielverhalten und der Kenntnis des eigenen Images erkennt Hero, dass er in dieser Situation profitabel bluffen kann, da Villain bei ihm ein Set vermuten und folden wird.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Ebene 3<\/h1><p class=\"emoNormal\">Ok, nun ist es scheinbar soweit. Unsere Gedanken verknoten sich zu einem unaufl&ouml;sbaren Geflecht. Doch halt! So schlimm ist es gar nicht. Schauen wir mal genau hin. Auf Denkebene 3 m&uuml;ssen wir in der Lage sein, Annahmen dar&uuml;ber zu treffen, was unser Gegner glaubt, welche Karten wir bei ihm vermuten. Alles klar?!<\/p><p class=\"emoNormal\"><span style=\"color: #ff0000\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/Education\/articles\/articlecontest\/Das-Denken-in-Ebenen-Bild4.jpg\" alt=\"\" width=\"585\" height=\"280\"><\/span><\/p><p class=\"emoListintro\"><b>Erkl&auml;rung:<\/b> Die dritte Ebene ist nun zum ersten mal selbstbez&uuml;glich. Wir geben unserem Gegner unsererseits eine Range. Dieser wird seinerseits versuchen, diese Einsch&auml;tzung vorherzusagen. Dadurch sind wir angehalten, seine Vermutungen einzusch&auml;tzen. Wir m&uuml;ssen also Folgendes tun:<\/p><p class=\"emoNormal\">Wenn wir unserem Gegner eine spezifische Range zuschreiben (Ebene 1) und unser Gegner versucht, diese Einsch&auml;tzung vorwegzunehmen (Ebene 2), dann m&uuml;ssen wir unsererseits Vermutungen &uuml;ber die Gedankeng&auml;nge und Ergebnisse anstellen, zu denen unser Gegner kommt.<\/p><p class=\"emoNormal\">Kurz gesagt: Wenn wir bei unserem Gegner Air vermuten und ihn deshalb aus der Hand bluffen wollen, er wiederum aber erkennt, dass wir ihn auf Air setzen, m&uuml;ssen wir diese Erkenntnis unseres Gegners erkennen k&ouml;nnen und in unseren Spielentscheidungen ber&uuml;cksichtigen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Wir m&uuml;ssen also wissen, dass er in der Lage ist, unsere Einsch&auml;tzungen seiner Range vorwegzunehmen. Diese gedankliche Leistung &ndash; das Erkennen und korrekte Einsch&auml;tzen der Range, von der unser Gegner glaubt, dass wir sie bei ihm vermuten &ndash; ist kennzeichnend f&uuml;r Denkebene 3.<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">Wer die Darstellung genau betrachtet, wird feststellen, dass es sich bei dem Ebenenkonzept um einen sich st&auml;ndig wiederholenden Prozess handelt &ndash; &auml;hnlich wie bei einer Matrjoschka - mit dem wichtigen Unterschied, dass sich die Verschachtelung der Denkebenen rein theoretisch immer weiter fortf&uuml;hren l&auml;sst.<\/p><p class=\"emoNormal\">Aber dies ist gar nicht n&ouml;tig, um das Modell und den Nutzen, den es liefert, in sein t&auml;gliches Pokerspiel zu integrieren. Gelingt uns dies, bef&auml;higt uns dieses Konzept, Spielz&uuml;ge unseres Gegenspielers zu antizipieren und damit unseren Game Plan zu perfektionieren. Um dies zu bewerkstelligen, ist es zun&auml;chst n&ouml;tig zu erkennen, auf welcher Denkebene unser Gegner agiert. Dies ist notwendig, da unsere Spielentscheidungen ma&szlig;geblich davon abh&auml;ngen, auf welcher Ebene unser Gegner denkt. Macht sich beispielsweise einer unserer Tischkollegen keinerlei Gedanken, welche H&auml;nde wir halten k&ouml;nnten (Denkebene 0), ist es nicht sinnvoll, ihn aus einer Hand bluffen zu wollen (Denkebene 2).<\/p><p class=\"emoNormal\">Die wichtige Erkenntnis ist, dass wir immer bem&uuml;ht sein sollten, unsere Spielentscheidungen auf jener Ebene zu treffen, die genau ein Level &uuml;ber der Denkebene unseres Gegenspielers liegt. Befindet sich unser Gegner auf Ebene 1, sollten wir auf 2 sein. Spielt er auf Ebene 2, sollten unsere Entscheidungen unter Annahmen der dritten Ebene getroffen werden usw.<\/p><p class=\"emoNormal\">Die letzte entscheidende Frage ist: Wie erkenne ich, auf welcher Denkebene mein Gegner handelt? Die Antwort darauf ist recht simpel, ihre Umsetzung erfordert aber einiges an Arbeit und Aufmerksamkeit.<\/p><p class=\"emoNormal\">Die Anzeichen, zu welcher Komplexit&auml;t der Gedankeng&auml;nge unser Gegner f&auml;hig ist, liefert uns der Gegner eigenst&auml;ndig am Pokertisch. Es sind seine einzelnen Spielz&uuml;ge, die ihn verraten. So befindet sich ein Gegner, der lediglich fit-or-fold spielt, auf der untersten Ebene.<\/p><p class=\"emoNormal\">Ein Gegner, der im Chat schreibt, dass er uns auf AK hatte, denkt &ndash; so banal wie es ist &ndash; mindestens auf Ebene 1. Jemand der zu einem gut durchdachten Bluff f&auml;hig ist, spielt mindestens auf der zweiten Ebene. Wir m&uuml;ssen also das Spiel unserer Gegner genau beobachten, um sie zu kategorisieren. Wir m&uuml;ssen auf verl&auml;ssliche Anzeichen achten, die es uns erm&ouml;glichen, die Komplexit&auml;t des gegnerischen Spiels m&ouml;glichst exakt einzusch&auml;tzen.<\/p><p class=\"emoNormal\">Finden wir einmal heraus, auf welcher Denkebene unser Gegner spieltheoretisch stehen geblieben ist, k&ouml;nnen wir unser eigenes Spiel dementsprechend anpassen &ndash; wir m&uuml;ssen lediglich einen Schritt weiterdenken. Wie effizient dieses Vorgehen ist, kann man sich verdeutlichen, indem man sich abschlie&szlig;end vorstellen m&ouml;ge, man sitze mit f&uuml;nf Spielern an einem Tisch, die alle fit-or-fold spielen. Wie schwierig w&auml;re es wohl zu gewinnen? Denn:<\/p><p class=\"emoNormal\">&bdquo;Poker ist ein Spiel der Menschen, die Karten sind f&uuml;r die schlechten Spieler da.&ldquo;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel lernst Du was das Konzept des \"Denkens in Ebenen\" \u00fcberhaupt ist und warum es beim Pokern wichtig ist.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[161],"strategy_level":[116],"class_list":["post-53670","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-various-poker-bronze"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Denken in Ebenen - PokerStrategy DE<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/various-poker\/1927\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Denken in Ebenen - 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