	{"id":57158,"date":"2006-08-25T12:09:00","date_gmt":"2006-08-25T12:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/17\/"},"modified":"2026-07-06T04:48:37","modified_gmt":"2026-07-06T04:48:37","slug":"17","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/17\/","title":{"rendered":"Outs, Odds, Implied Odds und Reverse Implied Odds"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Outs, Odds, Implied Odds und Reverse Implied Odds<\/h1><h1>Vorwort<br><\/h1><p> Die in diesem Artikel beschriebenen Konzepte, Equity, Outs und Odds, bilden die fundamentale Grundlage, um die eigenen Gewinnchancen bei No Limit Holdem richtig einzusch&auml;tzen und somit auch die richtigen Entscheidungen treffen zu k&ouml;nnen. Das Verst&auml;ndnis dieser Konzepte ist unabdingbare Grundlage f&uuml;r ein erfolgreiches No Limit Holdem Spiel. Nehmt euch die Zeit und arbeitet diesen Artikel auch mehrfach durch, um dann am Pokertisch profitable Situationen von unprofitablen unterscheiden zu k&ouml;nnen.<\/p><p> Die Inhalte dieses Artikels sind am Anfang zum Teil nicht leicht zu verstehen und auch nicht leicht im Spiel umzusetzen. Im Fixed Limit Bereich findet sich vieles des hier vorgestellten, im Fortgeschrittenen Bereich. Im Einsteiger Bereich kann man dort mit einigen Vereinfachungen arbeiten. Leider lassen sich bei No Limit Holdem keine entsprechenden Vereinfachungen finden. Auch der Einsteiger muss all das kennen und umsetzen k&ouml;nnen. Lasst euch also Zeit. &Uuml;bt das &bdquo;Rechnen&ldquo; an Playmoney Tischen. Postet H&auml;nde, falls euch etwas unklar ist in den Beispielhandforen, oder stellt im Forum Fragen, falls ihr etwas nicht versteht. <\/p><h1>Equity<br><\/h1><p> Equity bezeichnet den Anteil am Pot, der einem nach den aktuellen Gewinnchance zust&uuml;nde, gehe man von einer All-In Situation aus. <\/p><p> Equity ist also der Anteil des derzeitigen Pots, den man durchschnittlich in der gegeben Konstellation von Karten und Gegnern erh&auml;lt. Dabei werden aber keine zuk&uuml;nftigen Eins&auml;tze ber&uuml;cksichtigt. Zur Berechnung der Equity werden alle m&ouml;glichen Kartenkombinationen, die ab dem gegebenen Zeitpunkt noch m&ouml;glich sind, betrachtet. Das durchschnittliche Ergebnis aller m&ouml;glichen Ausg&auml;nge der Hand ist das Ergebnis, die Equity.<\/p><p> Equity Berechnungen sind von Hand nicht in akzeptabler Zeit durchf&uuml;hrbar. Daf&uuml;r bedient man sich Software wie Pokerstove. Einen Artikel &uuml;ber die Benutzung von Pokerstove findet ihr hier: <a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/strategy\/48\" target=\"_blank\">Der Einsatz von Pokerstove<\/a>. Der Artikel richtet sich zwar an Fixed Limit Spieler, sollte aber trotzdem hilfreich sein. <\/p><h1>Outs und Odds<br><\/h1><p> Als ein Out bezeichnet man eine Karte, die die eigene Hand zur (wahrscheinlich) besten Hand verbessert.<\/p><p> <b>Beispiel:<\/b> Ihr habt <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>6<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">, das Board am Flop ist: <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\"> <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\">. Jede 9 und jede 4 bescheren euch dann am Turn die Nutstraight, also die bestm&ouml;gliche Straight, und somit auch die bestm&ouml;gliche Hand insgesamt zu diesem Zeitpunkt. Somit habt ihr 8 Outs, 4 Neunen und 4 Vieren. <\/p><h2>Discounted Outs<br><\/h2><p> Wie oben definiert bezeichnet man als Outs die Gesamtheit der Karten die einem die vermeintliche Siegerhand bescheren. Dabei muss man aber beachten, dass nicht jede Karte, die die eigene Hand verbessert, einem auch zur besten Hand verhilft. Die Anzahl der Outs, die die eigene Hand zwar verbessert, einem aber nicht zur besten Hand verhilft, muss man von der Gesamtzahl der Outs abziehen. Dieses Ergebnis nennt man dann Discounted Outs (vom englischen &bdquo;to discount&ldquo; &ndash; abziehen, abrechnen).<\/p><p> <b>Beispiel:<\/b> Ihr habt <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>6<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">, das Board am Flop ist <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\">. Hier gibt einem jede 4 und jede 9 zwar wiederum die Nutstraight, jedoch machen die <b>4<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> und die <b>9<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> einen Flush m&ouml;glich, so dass man eventuell zwar seine Straight macht, aber dennoch gegen einen Flush verliert.<\/p><p> Die Outs in dem obigen Beispiel, kann man also nicht komplett als volle Outs z&auml;hlen. Je nach Anzahl der Gegner, muss man diese Outs also abwerten. Gegen einen einzelnen Gegner, bei dem ein Flushdraw relativ unwahrscheinlich ist, z&auml;hlen noch fast volle 8 Outs. Gegen 2 Gegner kann man noch knapp 7 Outs rechnen. Gegen mehr Gegner, hat man allerdings nur noch 6 sichere Outs.<\/p><p> <b>Beispiel 2:<\/b> Ihr habt <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\">, das Board am Flop ist <b>J<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\"> <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\">. M&ouml;gliche Outs sind hier die Asse und K&ouml;nige, die einem ein Paar &uuml;ber der derzeit h&ouml;chsten Karte auf dem Board geben. Also auf den ersten Blick sechs Outs, drei K&ouml;nige und drei Asse. Aber auch hier muss man die Outs abwerten. Kommt ein Ass und man spielt gegen einen Gegner der zum Beispiel AJ auf der Hand hat, verbessert man zwar seine eigene Hand, der Gegner aber auch. Folglich hat man hier nicht sechs volle Outs, sondern nur gesch&auml;tzte drei Discounted Outs. <\/p><p> Sogar wenn man zur bestm&ouml;glichen Hand drawt, muss man teils die eigenen Outs discounten. Ein typisches Beispiel sind One Card Straightdraws auf eine Ace High Straight. Hat man selbst AT und das Board ist am Turn QJT, so gibt einem zwar jeder K&ouml;nig die Nutstraight, die bestm&ouml;gliche Hand, solange kein Flush m&ouml;glich ist, man teilt aber den Pot mit jedem anderen, der ebenfalls ein Ass hat. Da Starth&auml;nde mit Assen sehr gerne gespielt werden, ist dies keine all zu unwahrscheinliche M&ouml;glichkeit. In dem Fall w&uuml;rde man die Zahl der Outs auf 2 discounten. <\/p><h2>Odds<br><\/h2><p> Hat man die Anzahl der Outs bestimmt, kann man angeben, mit welcher Wahrscheinlichkeit man seine Hand verbessert. Diese wird beim Pokern, der besseren Anschaulichkeit und Handhabbarkeit halber, in Odds dargestellt. Die Odds finden Ausdruck in einer Gegen&uuml;berstellung der F&auml;lle mit g&uuml;nstigem Ausgang gegen&uuml;ber denen mit ung&uuml;nstigem Ausgang.<\/p><p> Beispiel: Ihr habt <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>6<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">, das Board am Flop ist: <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\"> <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\">. Jede 9 und jede 4 bescheren euch dann am Turn die Nutstraight, also die bestm&ouml;gliche Straight, und somit auch die bestm&ouml;gliche Hand insgesamt zu diesem Zeitpunkt. Somit habt ihr 8 Outs, 4 Neunen und 4 Vieren.<\/p><p> Von insgesamt 47 noch unbekannten Karten, die am Turn kommen k&ouml;nnten, helfen euch also 8 weiter. Dementsprechend sind die Odds, sich zu verbessern 39:8 (gesprochen: 39 zu 8). 39 nicht hilfreiche Karten stehen 8 hilfreichen Karten gegen&uuml;ber. Zur besseren Anschaubarkeit und Verst&auml;ndlichkeit, k&uuml;rzt man dann auf beiden Seiten, so dass rechts eine 1 steht. In diesem Fall also 4.875:1. Grob gerundet 5:1. Man wird sich also in einem von sechs f&auml;llen verbessern.<\/p><p> Da bei No Limit Holdem jederzeit die M&ouml;glichkeit besteht, All-In zu gehen, ist es auch wichtig, die Odds zu kennen, wenn man nicht nur die n&auml;chste, sondern die n&auml;chsten zwei Karten betrachtet, sprich: wenn man am Flop All-In geht. Dazu betrachten wir wieder das obige Beispiel mit 8 Outs.<\/p><p> Wir wissen, die Odds bei nur einer kommenden Karte, die Straight zu treffen, betragen 5:1. In einem von Sechs F&auml;llen treffen wir die Straight. Die Wahrscheinlichkeit betr&auml;gt also 1\/6 (ein Sechstel). Ihr seht, der Ausdruck in Odds oder in Wahrscheinlichkeit unterscheidet sich. W&auml;hrend der Ausdruck in Odds gute und schlechte Ergebnisse gegen&uuml;berstellt, dr&uuml;ckt die Wahrscheinlichkeit die Chance aus, mit der das gute Ergebnis zutrifft. Hier in einem sechstel aller F&auml;lle.<\/p><p> Die Wahrscheinlichkeit, ein Out am Turn zu treffen betr&auml;gt also 1\/6. Jetzt m&uuml;ssen wir noch den River betrachten, und zwar den Fall, dass wir am Turn kein Out getroffen haben, aber am River eines treffen. Die Wahrscheinlichkeit am Turn keines seiner Outs zu treffen, betr&auml;gt 5\/6. Die Odds am River eines seiner Outs zu treffen liegen bei 38:8 (Eine weitere Karte ist seit dem Turn bekannt), also bei 4.75:1. Grob gerundet wieder 5:1. Also betr&auml;gt die Wahrscheinlichkeit, dann am River wiederum eines seiner Outs zu treffen wieder 1\/6. Jetzt muss das ganze nur noch &bdquo;zusammengesetzt&ldquo; werden. Die Wahrscheinlichkeit am Turn eines seiner Outs zu treffen plus der Wahrscheinlichkeit am Turn nicht zu treffen aber am River:<\/p><p> 1\/6 + 5\/6 * 1\/6 = 1\/3.27 (Wer mag rechne gerne nach &hellip;)<\/p><p> Die Wahrscheinlichkeit, am Turn oder am River eines seiner Outs zu treffen liegt hier also bei 1\/3.27. Die Odds sind also 2.27:1.<\/p><p> In folgender Tabelle findet ihr die Odds, sowohl f&uuml;r die n&auml;chste Karte (vom Flop zum Turn), als auch f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Karten (vom Flop zum River), f&uuml;r die typischen Draws und Anzahl der Outs. F&uuml;r Analysen der River Karte, vom Turn ausgehend, kann man ebenfalls die Spalte &bdquo; Odds Flop &ndash; Turn (1 Karte)&ldquo; nutzen. Hier ver&auml;ndern sich die Odds nicht wesentlich. <\/p><p> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/oddschart.gif\"> <\/p><h2>Equity und Odds<br><\/h2><p> Kennt man seine Equity in einer bestimmten Situation, lassen sich daraus auch die Odds bestimmen, am Ende die Hand zu gewinnen. Hat man z.B. laut Pokerstove eine Equity von 35%, bedeutet dies man gewinnt in 35 von 100 F&auml;llen. Das entspr&auml;che Odds von 65:35. Bei 100 m&ouml;glichen Ergebnissen stehen 65 ung&uuml;nstige 35 g&uuml;nstigen gegen&uuml;ber. K&uuml;rzt und rundet man dies dann ergibt sich ein Wert f&uuml;r die Odds von 1.86:1. So lassen sich in Pokerstove durchgef&uuml;hrte Analysen einfach ins Spielgeschehen einbinden. <\/p><h1>Pot Odds<br><\/h1><p> Mit Pot Odds bezeichnet man das Verh&auml;ltnis zwischen der Gr&ouml;&szlig;e des eigenen Einsatzes und der Gr&ouml;&szlig;e des Pots zum gegebenen Zeitpunkt.<\/p><p> <b>Beispiel:<\/b> Der Pot ist am River $16 gro&szlig;. Euer Gegner macht eine $8 gro&szlig;e Bet. Ihr m&uuml;sstet also $8 callen, um eventuell $24 (die Gr&ouml;&szlig;e des Pots aus den vorherigen Wettrunden zuz&uuml;glich der Bet eures Gegners) zu gewinnen. Die Pot Odds um hier zu callen betragen also 24:8. Der besseren Verst&auml;ndlichkeit halber k&uuml;rzt man das auf 3:1. <\/p><p> Bei der Berechnung der Pot Odds, spielt der eigene Einsatz aus fr&uuml;heren Wettrunden keine Rolle, au&szlig;er das er die Gr&ouml;&szlig;e des Pots mitbestimmt. Sobald das Geld im Pot ist, geh&ouml;rt es euch nicht mehr. Das man bereits mehr oder weniger viel Geld in den Pot eingezahlt hat darf kein Grund sein, eine Hand auch in Situationen mit negativem Erwartungswert weiterzuspielen. Es z&auml;hlt nur die gerade aktuelle Wettrunde, und eventuell zuk&uuml;nftige, aber nie die vorhergegangenen.<\/p><h1>Das Zusammenspiel aller Faktoren:<br><\/h1><p>Von Equity, Outs, Odds und Pot Odds &ndash; die Ermittlung des Erwartungswertes.<\/p><p> Das Ziel einer jeden Aktion beim Poker ist, den maximal m&ouml;glichen Erwartungswert zu erreichen. Also den maximal m&ouml;glichen Gewinn zu machen, bzw. die Verluste zu minimieren. Mit den oben beschriebenen Konzepten, Equity, Odds, Outs und Pot Odds, l&auml;sst sich bestimmen, ob eine bestimmte Aktion einen positiven oder negativen Erwartungswert hat. Der Erwartungswert bezeichnet dabei den durchschnittlichen Gewinn bzw. Verlust, der durch eine bestimmte Aktion erzielt wird.<\/p><p> Im Prinzip stellt man sich immer die Frage, ob man am Ende einer Hand im Durchschnitt mehr heraus bekommt, als man hinein gesteckt hat. Dazu vergleicht man die Odds bzw. die Equity, also die Wahrscheinlichkeit am Ende vorne zu liegen, mit den Pot Odds.<\/p><p> Um das obige Beispiel wieder aufzugreifen: Der Pot ist am River $16 gro&szlig;. Euer Gegner macht eine $8 gro&szlig;e Bet. Ihr m&uuml;sstet also $8 callen, um eventuell $24 (die Gr&ouml;&szlig;e des Pots aus den vorherigen Wettrunden zuz&uuml;glich der Bet eures Gegners) zu gewinnen. Die Pot Odds um hier zu callen betragen also 24:8, gek&uuml;rzt 3:1.<\/p><p> Betr&uuml;gen die Odds zu gewinnen hier 2:1, so w&uuml;rdet ihr in einem Drittel der F&auml;lle $24 gewinnen, und in zwei Drittel der F&auml;lle $8 verlieren. Rechnet man das zusammen, macht ihr im Schnitt $2.67 Gewinn. (1\/3 * $24 - 2\/3 * $8 = $2.67)<\/p><p> Betr&uuml;gen die Odds zu gewinnen hier 3:1, so w&uuml;rdet ihr in einem Viertel der F&auml;lle $24 gewinnen, und in drei Viertel der F&auml;lle $8 verlieren. Ihr w&uuml;rdet also +\/-0, sprich Break Even, spielen. (1\/4 * $24 - &frac34; * $8 = $0)<\/p><p> Betr&uuml;gen die Odds zu gewinnen hier 4:1, so w&uuml;rdet ihr in einem F&uuml;nftel der F&auml;lle $24 gewinnen, und in vier F&uuml;nfteln der F&auml;lle $8 verlieren. Also macht ihr im Schnitt $1.60 Verlust. (1\/5 * $24 - 4\/5 * $8 = -$1.6)<\/p><p> Zusammenfassend gesagt gilt also: Sind die Pot Odds g&uuml;nstiger als die Odds die Hand zu gewinnen, so hat der Spielzug einen positiven Erwartungswert. Im umgekehrten Fall einen negativen Erwartungswert. Sind Odds und Pot Odds gleich, ist der Erwartungswert neutral.<\/p><p> In den folgenden Beispielen, k&ouml;nnt ihr dieses theoretische Wissen in die Tat umgesetzt sehen: <\/p><h2>Beispiel 1:<\/h2><p> Ein NL $100 Spiel. Die Blinds sind also $0.50 und $1. Ihr habt einen vollen Stack von $100. Ihr raist UTG mit <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> auf $4. Alle folden, bis auf den Button, einen recht loosen, aggressiven Spieler, der mit seinem kleinen Stack von $30 All-In geht. Die Blinds folden. Was macht ihr?<\/p><p> Die Antwort in dem Fall ist recht einfach: Ihr callt selbstverst&auml;ndlich. <\/p><p> Die Mathematik dahinter ist die folgende: Man &uuml;berlegt sich, mit welchen H&auml;nden dieser Gegner hier All-In pushen w&uuml;rde. Ein eher schlechter, loose aggressiver Gegner wie in diesem Fall braucht daf&uuml;r sicherlich nicht AA. Er w&uuml;rde das in dieser Situation mit vielen H&auml;nden machen. Eine grobe Annahme w&auml;re: AA, KK, QQ, JJ, TT, AKs, AKo. Gegen diese Handrange liegt man mit KK deutlich vorne. Laut Pokerstove betr&auml;gt die Equity hier: 66%. Das entspricht Odds, von 34:66, also grob gerundet 1:2. In zwei von drei F&auml;llen solltet ihr also gewinnen.<\/p><p> Die Pot Odds berechnen sich wie folgt: Im Pot sind bereits die $1.5 der Blinds, $4 von eurem anf&auml;nglichen Raise und die $30 eures Gegners, also insgesamt $35.5. Callen m&uuml;sstet ihr $26. Die Pot Odds sind also 35.5:26, oder gek&uuml;rzt und gerundet: 1.37:1. Also sind die Pot Odds wesentlich g&uuml;nstiger als die Odds zu gewinnen. Dementsprechend ist das hier ein klarer Call.<\/p><p> Der Erwartungswert berechnet sich hier wie folgt: In zwei Dritteln aller F&auml;lle gewinnt man $35.5, in einem Drittel der F&auml;lle verliert man $ 26. Also betr&auml;gt der Erwartungswert: $15 (2\/3 * 35.5 &ndash; 1\/3 * $26 = $15).<\/p><h2>Beispiel 2: <\/h2><p>Ein NL $100 Spiel. Ihr raist Preflop mit <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> aus UTG auf $4. Nur der Button callt. Alle anderen folden. Der Flop kommt: <b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\">. Ihr macht eine Bet von $6. Euer Gegner pusht mit seinem Reststack von $24 All-In. Was tun?<\/p><p> Man nimmt an, in dieser Situation mit Ace High nicht vorne zu liegen. Man hat aber Outs auf den Nutflush, mit denen man den Gegner fast sicher schl&auml;gt. Prinzipiell 9 Outs. Diese 9 Outs muss man noch etwas discounten, falls der Gegner ein Set hat, und mit einem der Flush Outs dann auch sein Full House trifft, und somit auch den Flush schl&auml;gt. Realistisch kann man hier mit 8 Outs rechnen. Zus&auml;tzlich hat man noch Outs durch die beiden Overcards. Ein Ass oder ein K&ouml;nig k&ouml;nnten einem ebenfalls die Siegerhand bescheren. Pro Overcard kann man hier noch einmal im Schnitt 1.5 Outs dazurechnen. Insgesamt hat man also 11 discountete Outs. Die Odds, in der All-In Situation bis zum River eines dieser Outs zu treffen, und so die Hand zu gewinnen, liegen also bei ca. 1.4:1.<\/p><p> Jetzt gilt es die Pot Odds zu &uuml;berpr&uuml;fen. Im Pot sind bereits $9.5 aus der Preflop Wettrunde, eure Bet von $6 und $24 vom Gegner. Insgesamt also $39.5. Callen m&uuml;sste man $18. Die Pot Odds betragen also 39.5:18, gerundet und gek&uuml;rzt: 2.2:1.<\/p><p> Vergleicht man Pot Odds und Odds, sieht man dass die Pot Odds wesentlich g&uuml;nstiger sind, als die Odds. Somit muss man hier callen. Obwohl man aktuell wahrscheinlich hinten liegt, wird man oft genug seinen Flush treffen, so dass das ganze einen positiven Erwartungswert hat.<\/p><p> Der Erwartungswert w&auml;re hier dann analog zu den obigen Rechnungen: 1\/2.4 * $39.5 &ndash; 1.4\/2.4 * $18 = $5.96<\/p><h2>Beispiel 3:<\/h2><p> Ein NL $100 Spiel. Ihr habt <b>Q<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>J<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\">. Ihr seid bereits am Turn. Das Board ist: <b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\"> <b>7<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\">. Ihr habt versucht Preflop vom Button aus die Blinds zu stehlen. Der Big Blind hat sowohl Preflop als auch eure Continuation Bet am Flop gecallt. Am Turn kam der <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\">. Der Pot ist an dieser Stelle $19.5 gro&szlig;. Euer Gegner macht eine $10 Bet. Was tun?<\/p><p> An dieser Stelle kann man annehmen, dass man hinten liegt, und mit Queen High nicht gewinnen wird. Der Gegner hat wahrscheinlich hier Top Pair mit dem K&ouml;nig. Man hat jedoch 8 Outs auf die Nutstraight. Man muss also &uuml;berpr&uuml;fen ob Odds und Pot Odds hier mit dem Straightdraw einen Call erlauben.<\/p><p> Die 8 Outs, die man hier hat, muss man nicht discounten. Mit keinem dieser Outs kann der Gegner eine bessere Hand als die Straight bekommen. Das der Gegner ebenfalls QJ hat, und man somit den Pot teilen muss ist auch sehr unwahrscheinlich. Man kann also mit vollen acht Outs rechnen. .Die Odds, eines der 8 Outs am River zu treffen, liegen bei ca. 5:1.<\/p><p> Im Pot sind bereits $29.5, $19.5 aus fr&uuml;heren Wettrunden und die $10 Bet des Gegners, also insgesamt $29.5. Callen m&uuml;sste man $10. Die Pot Odds sind also 29.5:10. Gerundet und gek&uuml;rzt: 3:1.<\/p><p> Vergleicht man die Odds und die Pot Odds, muss man feststellen, dass die Pot Odds wesentlich schlechter sind, als die Odds eines seiner Outs zu treffen. Es bleibt einem also nichts anderes &uuml;brig, als zu folden, um in dieser Hand nicht noch mehr Geld zu verlieren.<\/p><p> Der Erwartungswert f&uuml;r einen Call in dieser Situation berechnet sich wie folgt: In einem Sechstel der F&auml;lle gewinnt man $29.5 und in f&uuml;nf Sechsteln aller F&auml;lle verliert man $10. Der Erwartungswert ist also: 1\/6 * $29.5 &ndash; 5\/6 * $10 = -$3,42. <\/p><h1>Effektive Pot Odds<br><\/h1><p> Pot Odds beschreiben, so wie ihr sie bis hier hin kennen gelernt habt, nur das Geschehen in der gerade aktuellen Wettrunde. Damit werden wir dem Verlauf einer No Limit Hold'em Hand aber nur bedingt gerecht. Oft muss auch das m&ouml;gliche Geschehen in zuk&uuml;nftigen Wettrunden ber&uuml;cksichtigt werden.<\/p><p> In jeder Situation, in der noch mehr Wettrunden als die gerade aktuelle bevorstehen, besteht immer auch die M&ouml;glichkeit, dass sich die Pot Odds durch Eins&auml;tze, Gewinne oder Verluste in diesen zuk&uuml;nftigen Wettrunden ver&auml;ndern. Die Pot Odds unter Einbeziehung der wahrscheinlichen Ereignisse in zuk&uuml;nftigen Wettrunden nennt man dann Effektive Pot Odds.<\/p><p> <b>Beispiel:<\/b> Ein NL $100 Spiel. Man raist Preflop mit <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>J<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> First In auf $5. Der Small Blind callt den Raise. Alle anderen folden. Der Flop kommt: <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>9<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\">. Der Pot ist $11 gro&szlig;. Der Small Blind macht eine relativ starke Bet von $8. Wir gehen in diesem Beispiel davon aus, dass der Gegner ebenfalls eine Made Hand hat, und dass die Odds, dass man vorne liegt 2:1 sind. Man l&auml;ge also in nur einem von drei F&auml;llen vorn. Was tun?<\/p><p> Die Pot Odds liegen am Flop direkt bei 19:8 also ca. 2.4:1. Die Pot Odds sind also leicht g&uuml;nstiger, als die Odds zu gewinnen. Das spr&auml;che eigentlich f&uuml;r einen Call.<\/p><p> Zu beachten ist aber, dass der Gegner, mit seiner Made Hand, wahrscheinlich am Turn und vielleicht auch am River noch einmal betten wird. Geht man davon aus, dass er an Turn und River jeweils noch einmal Bets in H&ouml;he halber Potsize macht, muss man wesentlich mehr &bdquo;bezahlen&ldquo; als nur die $8 am Flop. Am Turn w&auml;re der Pot dann $27. Eine Bet von halber Potsize also ca. $14 gro&szlig;. Am River w&auml;re der Pot dann ca. $55 gro&szlig;, und eine Bet von ca. halber Potsize etwa $25.<\/p><p> Bezieht man dies in die Berechnung der Pot Odds mit ein, so h&auml;tte man im ung&uuml;nstigsten Fall effektive Pot Odds von 58:47, gerundet und gek&uuml;rzt: 1.25:1. Insgesamt m&uuml;sste man $47 riskieren um $58 zu gewinnen. Also wesentlich schlechtere Pot Odds, als wenn man nur den Flop betrachtet. In diesem Fall w&auml;re ein Call, mit dem Ziel den Showdown zu sehen, ung&uuml;nstig.<\/p><p> In dieser Beispielhand komme ich zu keinem genauen Ergebnis, was die Frage Call oder Fold oder eventuell sogar Raise angeht. Dazu fehlen zu viele Informationen &uuml;ber den Gegner. Einige Szenarien, wie ein Call unsererseits am Flop, aber ein Fold gegen eine weitere Bet am Turn, bleiben unber&uuml;cksichtigt. Anschaulich sollte aber geworden sein, wie sich durch den m&ouml;glichen Verlauf der Hand, die effektiven Pot Odds ver&auml;ndern k&ouml;nnen, und dass man immer auch potentielle zuk&uuml;nftige Wettens&auml;tze im Hinterkopf haben muss, wenn man an Hand von Odds und Pot Odds die eigene Aktion bestimmen will.<\/p><p> Effektive Pot Odds zu berechnen, ist keine einfache Sache. Besonders nicht bei No Limit Holdem, da die Wetteins&auml;tze nun einmal beliebig sind. Man ist auf Sch&auml;tzungen &bdquo;nach Gef&uuml;hl&ldquo; angewiesen, was die gegnerische Hand angeht, aber auch was die m&ouml;glichen Eins&auml;tze in zuk&uuml;nftigen Wettrunden angeht. F&uuml;r genaue Berechnungen fehlt einem am Online Pokertisch in aller Regel ohnehin die Zeit. In solchen Situationen sollte man sich aber bewusst sein, dass die aktuellen Pot Odds nicht immer dem entsprechen, wie sie dann effektiv aussehen. <\/p><p> Man unterscheidet bei der Betrachtung der effektiven Pot Odds grundlegend zwei verschiedene Situationen. Zum einen Situationen, in denen die effektiven Pot Odds g&uuml;nstiger sind als die aktuellen Pot Odds. Hierbei spricht man von &bdquo;Implied Odds&ldquo;. Zum anderen Situationen, in denen die effektiven Pot Odds schlechter sind, als die aktuellen Pot Odds. Hier spricht man von &bdquo;Reverse Implied Odds&ldquo;. <\/p><h2>Implied Odds <br><\/h2><p>Wie ihr gerade gesehen habt, verschlechtert die Existenz zuk&uuml;nftiger Wettrunden teilweise die Pot Odds. Es geht aber auch andersherum. Die M&ouml;glichkeit, in sp&auml;teren Wettrunden noch zus&auml;tzlichen Gewinn zu machen, kann die Pot Odds auch verbessern. Diese wahrscheinlichen zuk&uuml;nftigen Gewinne, nennt man Implied Odds.<\/p><p> Genauer: Implied Odds bezeichnen das Verh&auml;ltnis zwischen der Gr&ouml;&szlig;e des aktuellen eigenen Einsatzes und der Gr&ouml;&szlig;e des aktuellen Pots zuz&uuml;glich der in zuk&uuml;nftigen Wettrunden erwarteten Gewinne. <\/p><h2>Beispiel 1:<\/h2><p> Ein NL $100 Spiel mit $0.50 und $1 Blinds. Ein sehr tighter Spieler mit einem Stack von $120 raist UTG auf $4. Alle folden bis zu euch auf dem Button. Euer Stack ist $100 gro&szlig;. Ihr habt <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>3<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> auf der Hand. Call oder Fold ?<\/p><p> Ein sehr tighter Spieler, der UTG raist, hat sehr oft ein hohes Pocket Pair. Man kann ihn also auf eine Hand Range von AA, KK oder QQ setzen. Gegen diese Range ist man ein signifikanter Underdog. Man flopt nur in 11.8% aller F&auml;lle ein Set oder besser, mit der man das Overpair schlagen k&ouml;nnte. Geht man davon aus, das man mit dem Gro&szlig;teil der Sets, die man flopt gewinnt, kann man annehmen, man gewinne 10% der H&auml;nde. Die Odds zu gewinnen w&auml;ren also 9:1. Die Pot Odds in diesem Fall liegen nur unwesentlich besser als 1:1. Auf den ersten Blick also ein recht klarer Fold.<\/p><p> Betrachten wir jetzt einmal das Geschehen nach einem m&ouml;glichen Flop: In den meisten F&auml;llen trifft man dort nichts und foldet einfach. Macht also keinen weiteren Verlust. Trifft man aber sein Set, so ist man dem Gegner haushoch &uuml;berlegen und gewinnt in der gro&szlig;en Mehrzahl der F&auml;lle die Hand. Besonders da in diesem Beispiel der Gegner selbst wahrscheinlich eine sehr starke Hand hat, und diese selbst aggressiv und um einen gro&szlig;en Pot spielen will. In dieser beispielhaften Situation kann man gerade gegen schlechte Gegner davon ausgehen, oft den gesamten Stack des Gegners gewinnen zu k&ouml;nnen.<\/p><p> Nimmt man realistischerweise an, man w&uuml;rde im Schnitt hier zumindest noch 40 Big Blinds, also $40, vom Gegner gewinnen, so lange man vorne liegt, also das Set trifft, und ansonsten foldet, kann man die Pot Odds wie folgt berechnen: Der eigene (aktuelle) Einsatz, betr&auml;gt hier $4. Aktuell sind $5.5 im Pot, und sollte man sein Set treffen kommen noch $40 weiterer Gewinn dazu. Die Implied Pot Odds in diesem Falle w&auml;ren dann 45.5:4, gerundet und gek&uuml;rzt 11:1. Somit sind die Implied Odds also g&uuml;nstiger, als die Odds zu gewinnen, und man callt korrekterweise.<\/p><p> Das obige Beispiel ist ein besonders typisches f&uuml;r das Preflop Spiel bei No Limit Holdem. Viele nominell unterlegene Starth&auml;nde lassen sich, bevorzugt in Position, gewinnbringend gegen wesentlich st&auml;rkere Starth&auml;nde spielen. Diese H&auml;nde sind sehr einfach Postflop zu spielen: Trifft man seine starke Hand am Flop nicht, kann man einfach folden. Trifft man die starke Hand jedoch am Flop, ist man in aller Regel dem Gegner soweit &uuml;berlegen, dass man einen gro&szlig;en Pot von ihm gewinnt. Implied Odds sind somit das wesentliche dem Preflop Spiel zu Grunde liegende Konzept. Das Spiel spekulativer H&auml;nde unter Einbeziehung der Implied Odds macht einen gro&szlig;en Teil der eigenen Gewinne aus.<\/p><h2>Beispiel 2:<\/h2><p> Ein NL $100 Spiel. Ihr seid bereits am Turn mit <b>J<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> auf dem Button. Das Board ist <b>9<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>8<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\">. Der Pot ist an der Stelle $18 gro&szlig;. Der Gegner bettet $6. Ihr seid euch sicher, er bettet so wenig, weil er eine starke Hand hat und ausbezahlt werden will. K&ouml;nnt ihr die Bet profitabel callen?<\/p><p> Ihr habt hier einen Open Ended Straight Draw, also 8 Outs, die auch nicht weiter discounted werden m&uuml;ssen. Die Odds, das ihr euch verbessert sind also ca. 5:1. Ihr m&uuml;sst hier $6 callen um $24 zu gewinnen, die Pot Odds sind also 4:1. Da die Pot Odds schlechter sind, als die Odds die Straight zu treffen, m&uuml;sste man eigentlich folden.<\/p><p> Geht man aber davon aus, das der Gegner falls man die Straight trifft, im Schnitt noch mindestens eine Viertel Potsize Bet callt, und man selber den River anstandslos foldet, sollte man keines der Outs treffen, so kann man den zus&auml;tzlichen Gewinn wiederum zu den Pot Odds hinzuz&auml;hlen. Eine Viertel potsize Bet am River w&auml;re $8 gro&szlig;. So erg&auml;ben sich Implied Odds von (24 + 8) : 6, also 32 : 6, gerundet und gek&uuml;rzt: 5.33 : 1.<\/p><p> Die Implied Odds sind also leicht besser als die Odds, die Straight zu treffen. Somit kann man auch hier callen.<\/p><p> Implied Odds sind der &bdquo;Motor&ldquo; fast aller H&auml;nde, die man bei No Limit Holdem spielt. Die Blinds, und die Eins&auml;tze in der Preflop Wettrunde sind meist wesentlich kleiner, als die Eins&auml;tze in sp&auml;teren Wettrunden. Das Ziel ist fast immer, den gesamten gegnerischen Stack zu gewinnen, und so das Maximum an Implied Odds auszunutzen<\/p><p> Implied Odds kommen in der Regel dann zu tragen, wenn man selber mit einer Drawing Hand gegen eine Made Hand, mit geringen Chancen sich noch zu verbessern, spielt. Auf die Schnelle lassen sich sicherlich keine umfangreichen Berechnungen durchf&uuml;hren Man sollte aber um die Existenz von Implied Odds wissen, und einkalkulieren, das dann, wenn man mit einem Draw gegen eine Made Hand antritt, die Implied Odds in der Regel besser sind als die aktuellen Pot Odds.<\/p><p> Behaltet dabei immer die Gr&ouml;&szlig;en der Stacks aller beteiligten Spieler im Blick. Der kleinste beteiligte Stack bestimmt immer den maximal m&ouml;glichen Gewinn. So sind im Gegensatz zu den obigen beiden Beispielen genauso Situationen &uuml;blich, in denen die Implied Odds nicht reichen, und man die Hand deshalb folden muss. So lohnt es sich zum Beispiel in aller Regel nicht, ein kleines Pocketpair, in der Hoffnung ein Set zu treffen, gegen einen Gegner zu spielen, der raist und nur noch einen Reststack von 15 Big Blinds hat.<\/p><h2>Reverse Implied Odds<br><\/h2><p> Reverse Implied Odds sind das Gegenteil zu Implied Odds. Sie beschreiben Situationen, in denen die Implied Odds geringer sind als die aktuellen Pot Odds. Also Situationen, in denen man keine zuk&uuml;nftigen Gewinne erwartet, die man dann zu den aktuellen Pot Odds hinzuz&auml;hlt, sondern einen geringeren durchschnittlichen Gewinn, als ihn die aktuellen Pot Odds versprechen.<\/p><h2>Beispiel 1:<\/h2><p> Ein NL $100 Spiel. Ein Spieler raist aus MP2 mit <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> auf $4. Der Button callt mit <b>6<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\"> <b>6<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\">. Alle anderen folden. Der Flop kommt: :<b>T<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">. Der Gegner aus MP2 bettet $7 in den $9.5 gro&szlig;en Pot. <\/p><p> Der Spieler auf dem Button sieht das offensichtliche: Pot Odds von 16.5:7, also 2.36:1 und einen Flop, den ein Preflop Raiser oft verfehlt. Er sieht sich oft genug vorne, als das die Pot Odds reichen und callt, in der Hoffnung, der Gegner checke am Turn und er k&ouml;nne mit einer Bet dann den Pot gewinnen.<\/p><p> Betrachtet wir jetzt die m&ouml;glichen Ausg&auml;nge der Hand vom Flop ausgehend:<\/p><p> Szenario A: Der Turn bringt eine Karte, die MP2 nicht weiterhilft, er checkt und foldet gegen eine Bet vom Button.<\/p><p> Szenario B: Der Turn bringt eines der Outs von MP2, ein Ass oder einen K&ouml;nig. MP2 checkt wieder, der Button macht eine Bet von $15. Hier checkraist MP2 aber den Button, der hier dann folden muss. <\/p><p> Die Wahrscheinlichkeit, das Szenario A eintritt betr&auml;gt ca. 87%, die das Szenario B eintritt ca. 13%. In Szenario A gewinnt der Button $16.5, in Szenario B dagegen verliert er $22. Insgesamt ergibt sich also ein durchschnittlicher Gewinn von: 0.87 * $16.5 &ndash; 0.13 * 22 = $11.5.<\/p><p> Das der durchschnittliche Gewinn nur $11.5 betr&auml;gt, und nicht wie urspr&uuml;nglich angenommen, $16.5 zu gewinnen sind, muss nat&uuml;rlich in die Berechnung der Pot Odds einflie&szlig;en. Die tats&auml;chlichen Pot Odds, unter Einbeziehung der Reverse Implied Odds, betragen also am Flop nur 11.5:7, gek&uuml;rzt und gerundet: 1.64:1. Die tats&auml;chlichen Pot Odds sind also wesentlich schlechter als zun&auml;chst angenommen.<\/p><p> Auch wenn das obige Beispiel sehr konstruiert ist, sollte deutlich geworden sein, das gerade dann wenn man mit einer Made Hand gegen eine Drawing Hand antritt, die tats&auml;chlichen Pot Odds, unter Einbeziehung der Reverse Implied Odds, oft schlechter sind, als die Offensichtlichen. Auch die Berechnungen zu Reverse Implied Odds lassen sich nicht auf die Schnelle am Online Pokertisch durchf&uuml;hren. Man muss sich aber der Existenz von Reverse Implied Odds bewusst sein, und sie in den &Uuml;berlegungen zur Entscheidungsfindung ber&uuml;cksichtigen.<\/p><p> Ein weiteres Beispiel zu Reverse Implied Odds w&auml;re folgendes: <\/p><h2>Beispiel 2: <br><\/h2><p>Ein NL $100 Spiel. Ein Spieler raist aus MP2 mit <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\"> <b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\"> auf $4. Der Button callt mit <b>A<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/club.png\"> <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\">. Alle anderen folden. Der Flop kommt: :<b>K<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/diamond.png\" width=\"12\" height=\"12\"> <b>5<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/heart.png\" width=\"13\" height=\"12\"> <b>2<\/b><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn-origin.pokerstrategy.com\/smileys\/spade.png\">. Der Gegner aus MP2 bettet $6 in den $9.5 gro&szlig;en Pot.<\/p><p> Der Button sieht, er liegt hier eventuell gegen ein Paar K&ouml;nige hinten. Rechnet sich aber berechtigterweise Chancen aus mit einem Ass oder einer weiteren F&uuml;nf, also Two Pair oder Trips, die Hand gewinnen zu k&ouml;nnen. Und geht man von moderat guten Implied Odds aus, k&ouml;nnte man meinen, der Button k&ouml;nnte hier profitabel callen.<\/p><p> Hier kommen dann aber ebenfalls die Reverse Implied Odds ins Spiel. Denn trifft der Button ein Ass, eines seiner Two Pair Outs, liegt er dennoch weiter hinten, da der Gegner ja hier dann ein besseres Two Pair hat. Er kann also, indem er eines seiner Ass Outs trifft, nicht mehr gewinnen sondern wird, im Gegenteil, eine gr&ouml;&szlig;ere Summe verlieren. Ein klassisches Beispiel f&uuml;r Reverse Implied Odds.<\/p><h1>Nachwort<br><\/h1><p> Die oben vorgestellten Konzepte stellen die stochastische Grundlage von No Limit Holdem dar, sind also die grundlegenden Konzepte der Wahrscheinlichkeitsrechnung, die ber&uuml;cksichtigt werden m&uuml;ssen. Ein Teil dieser Konzepte l&auml;sst sich mit etwas &Uuml;bung leicht in das t&auml;gliche Spiel integrieren. Die komplexeren Konzepte bez&uuml;glich der Pot Odds, sind am Online Pokertisch nicht im Detail umsetzbar. <\/p><p> Um ihnen dennoch gerecht zu werden, empfehle ich, regelm&auml;&szlig;ig im Nachhinein von euch selbst gespielte H&auml;nde, oder auch H&auml;nde, die ihr hier in den Beispielhandforen findet, auf die Anwendbarkeit dieser Konzepte hin zu &uuml;berpr&uuml;fen. Mit ausreichend Erfahrung entwickelt man dann ein eher instinktives Verst&auml;ndnis daf&uuml;r. So kann man dieses dann w&auml;hrend dass Spiels in den Entscheidungsfindungsprozess einflie&szlig;en lassen, ohne konkrete und komplizierte Berechnungen anzustellen. Es gilt einfach, ein Gesp&uuml;r f&uuml;r die jeweiligen Situationen zu entwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Artikel  werden die fundamentalen Konzepte Equity, Outs und Odds, Implied Odds und Reverse Implied Odds ausf\u00fchrlich diskutiert und mit mehreren Beispielen veranschaulicht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[139],"strategy_level":[117],"class_list":["post-57158","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-sss-silber"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Outs, Odds, Implied Odds und Reverse Implied Odds - PokerStrategy DE<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/17\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Outs, Odds, Implied Odds und Reverse Implied Odds - 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