	{"id":57165,"date":"2008-08-25T16:30:00","date_gmt":"2008-08-25T16:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/30-2\/"},"modified":"2026-07-06T04:48:40","modified_gmt":"2026-07-06T04:48:40","slug":"30-2","status":"publish","type":"strategy","link":"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/sss\/30\/","title":{"rendered":"Der Wechsel von Fixed Limit auf No-Limit Hold'em"},"content":{"rendered":"<?xml encoding=\"utf-8\" ?><h1>Der Wechsel von Fixed Limit auf No-Limit Hold'em<\/h1><h1 align=\"left\">Einleitung<\/h1><p><b><i>In diesem Artikel lernst du<\/i><\/b><br>\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Unterschiede im Setzverhalten, dem Preflop- und Postflopspiel<br>\n\t<\/i><\/li>\n<li><i>Die Bedeutung von Toppair, variablen Setz- und Stackgr&ouml;&szlig;en und Position<br>\n\t<\/i><\/li>\n<li><i>Welchen Einfluss Stats von Tracking-Software haben<br>\n\t<\/i><\/li>\n<li><i>Wie gro&szlig; die Gewinnerwartung ist<br>\n\t<\/i><\/li>\n<\/ul><div style=\"text-align: center; margin-bottom: 12px\">\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_trennlinie.jpg\" width=\"100%\" height=\"1\">\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nBeim Fixed-Limit-Spiel bist du es gewohnt, bis einschlie&szlig;lich dem Flop mit Small Bets zu agieren, um an Turn und River mit Big Bets (2 Small Bets = 1 Big Bet) zu setzen. Dieses gesonderte Setzverhalten sorgt daf&uuml;r, dass sich gewisse Spielz&uuml;ge im Hinterkopf festgesetzt haben, da die gegebenen Odds meistens gleich sind und nur in Abh&auml;ngigkeit der Gegneranzahl variieren. Aufgrund dieser Tatsache l&auml;sst sich das Preflopplay in Charts darstellen, nach denen du optimal spielen kannst, da du odds-technisch keine Fehler begehen kannst.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAuch im Postflopplay kommt selbstverst&auml;ndlich dieses reglementierte Setzen deutlich zum Tragen. So ist es am Flop quasi unm&ouml;glich, einen Flushdraw zu vertreiben, da dieser nahezu immer korrekte Odds bekommt. Das gleiche gilt f&uuml;r den Turn. Auf der anderen Seite ist dir bewusst, dass dich eine vermeintliche Hand mit Showdownvalue im Heads-up maximal 2,5 Big Bets kostet, solltest du Way ahead \/ Way behind spielen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nMathematisch betrachtet kann man hier sehr viele Fehler vermeiden und sich somit einem nahezu optimalen Spiel ann&auml;hern (preflop sowieso, aber auch postflop). Dies ist der gro&szlig;e Unterschied zu No-Limit Hold&lsquo;em.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBei No-Limit Hold'em fallen alle diese Punkte weg, da es keine Reglementierung der Setzgr&ouml;&szlig;en gibt. Somit ist jeder deiner Mitspieler frei in der Entscheidung, so viel zu setzen, wie er m&ouml;chte (d.h. auch, dass er zu jeder Zeit All-In gehen kann). Das bedeutet, dass dein Gegenspieler somit die Odds &ndash; vor dem Flop sowie nach dem<br>\nFlop &ndash; zu seinen Gunsten &auml;ndern kann. Was sich daraus ergibt, beziehungsweise welche weiteren Punkte du zu beachten hast, wird nachfolgend erl&auml;utert.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Grundlegende Unterschiede<\/h1><div class=\"emoSubheadbig\">\nFische leichter ausnehmbar?\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEs ist schwer zu beurteilen, wo du einen Fisch leichter ausnehmen kannst, und h&auml;ngt von deinen F&auml;higkeiten in den unterschiedlichen Spielvarianten ab. &Uuml;berlege dir aber die Vorteile, sollte ein Fisch deinen Tisch joinen:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Du kannst ihn leichter durch variable Betsizes isolieren<\/i><\/li>\n<li><i>Du kannst ihm seinen ganzen Stack mit einer Hand abnehmen<\/i><\/li>\n<li><i>Du kannst ihn zu vielen Fehlern zwingen<\/i><\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nNutze die M&ouml;glichkeiten, deinem schwachen Gegner immer inkorrekte Odds zu geben oder aber mit starken H&auml;nden hart zu valuebetten. Insbesondere gegen Callingstations ist dies ein mehr als probates Mittel. Du brauchst nicht trickreich zu spielen, sondern kannst durch hohe Valuebets deinen Gegner zwingen, mit seiner eventuell schwachen Hand einen viel zu hohen Preis zu zahlen. Diese Option besteht im Fixed Limit nicht! Dort kannst du maximal 2,5 Big Bets postflop als Valuebets einbringen, sofern dein Gegner einfach nur runtercallt.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nGewinnerwartung: Ungef&auml;hr gleich?!\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDie Gewinnerwartung ist recht schwierig zu beurteilen. Eigentlich sagt man, wenn man eine Variante gut beherrscht, ist der zu erwartende Gewinn ungef&auml;hr gleich. Jedoch ist es mittlerweile so, dass durch die unten noch n&auml;her besprochenen Punkte Fischigkeit und verf&uuml;gbare Tischanzahl die Erwartung im No-Limit leicht vorne liegen d&uuml;rfte.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nDie Varianz\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nWie steht es mit der Varianz? Diese Frage ist nicht sonderlich leicht zu beantworten, da es auf die Sichtweise drauf ankommt. Gehst du davon aus, wie h&auml;ufig du mit der st&auml;rksten Hand preflop bzw. am Flop tats&auml;chlich gewinnst, so ist Fixed Limit sicherlich varianzreicher.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDies h&auml;ngt damit zusammen, dass du deine H&auml;nde nicht ausreichend sch&uuml;tzen kannst und somit relativ h&auml;ufig ausgedrawt wirst. Beim No-Limit hingegen kannst du mit knappen Entscheidungen h&auml;ufig viel Geld investieren.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nSo ist es durchaus denkbar, in einer Session mehr als 5 Stacks (500 Big Blinds) zu verlieren, ohne dass du einen gro&szlig;artigen Fehler begangen hast. Gehst du bei der Varianz also von Big Blinds aus, so kannst du im No-Limit Bereich gr&ouml;&szlig;ere Schwingungen erreichen.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nMehr Tische, mehr Fische\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDies ist sicherlich ein relativ gro&szlig;er Vorteil f&uuml;r den No-Limit-Bereich. Die Tischauswahl &ndash; gerade auf h&ouml;heren Limits &ndash; ist im No-Limit-Bereich doch wesentlich angenehmer als in der Fixed-Limit-Abteilung. Rund um die Uhr findest du &uuml;berall - auch in den h&ouml;chsten Limits - ausreichend Tische.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nZudem nimmt im hohen Limit-Bereich die Fischdichte beim Fixed Limit doch erheblich ab. Ein Spiel wird erst dann richtig profitabel, sobald mindestens ein Fisch am Tisch spielt, der h&auml;ufig genau die Fehler begeht, die dir letztlich das Geld bringen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAuch in den h&ouml;chsten Limits gibt es dort ausreichend M&ouml;glichkeiten, w&auml;hrend du im Fixed Limit doch sehr genau suchen musst. Dies h&auml;ngt damit zusammen, dass in der &Ouml;ffentlichkeit das Spiel No-Limit am bekanntesten ist. Soll hei&szlig;en: Viele neue Spieler, die Geld einzahlen und gleich auf h&ouml;heren Limits durchstarten wollen, bevorzugen die Variante, die sie aus der Werbung beziehungsweise aus Fernseh&uuml;bertragungen kennen.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nDie Bewertung der Stats\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nSofern du Stats &uuml;ber deine Gegner besitzt, hast du nat&uuml;rlich einen riesigen Vorteil. Du brauchst dir nicht jede gespielte Hand anzuschauen und zu verinnerlichen. So kannst du von Zeit zu Zeit immer dann die entsprechenden Werte anschauen, wenn du diese gezielt ben&ouml;tigst. Jedoch gibt es einen entscheidenden Unterschied bei der Analyse von Statistiken. Beim Fixed Limit kannst du anhand einiger Werte genau analysieren, ob ein Gegner dauerhaft gut spielt. Beispiele:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Ist der VPIP zu gro&szlig;, macht dein Gegner langfristig viele Fehler, da er zu h&auml;ufig mit marginalen H&auml;nden spielt und nicht die ben&ouml;tigte Equity f&uuml;r den Showdown besitzt.<\/i><\/li>\n<li><i>Ist der PFR zu klein, macht dein Gegner langfristig viele Fehler, da er mit seinen vermeintlich starken H&auml;nden nicht gen&uuml;gend Value reinholt, solange er vorne liegt.<\/i><\/li>\n<li><i>Ist der &bdquo;Went to Showdown&ldquo;-Wert zu gro&szlig;, geht dein Gegner zu h&auml;ufig mit schwachen H&auml;nden zum Showdown<\/i><\/li>\n<li><i>...<\/i><\/li>\n<p><i><\/i>\n<\/p><\/ul><p class=\"emoNormal\">\nDiese Aufz&auml;hlung kann man beliebig fortsetzen. Beim No-Limit hingegen lassen sich die Werte pauschalisiert nicht auf die gleichen R&uuml;ckschl&uuml;sse f&uuml;hren. Ein Spieler mit den Werten 13\/10 (VPIP\/PFR) kann ebenso erfolgreich spielen wie ein Spieler mit 40\/35 oder gar mit 40\/10, sofern sein Postflopspiel entsprechend angepasst ist.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nAufgrund der gr&ouml;&szlig;eren Setzm&ouml;glichkeiten auf sp&auml;teren Streets sind Preflop-Fehler nicht zwangsweise aussagekr&auml;ftig dar&uuml;ber, ob jemand dauerhaft erfolgreich spielt. Ebenso gibt es viele Spieler, die eher passiv spielen und versuchen, m&ouml;glichst viele H&auml;nde bis zum Showdown zu tragen. Auch hier kann man nicht automatisch sagen, dass ein hoher WTS-Wert grunds&auml;tzlich negativ zu bewerten ist,\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nStrategy Points FL &gt; NL, jedoch h&ouml;here Anzahl an Tischen m&ouml;glich\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nBei den Strategy Points erzielt Fixed Limit meist einen besseren Wert (variiert nat&uuml;rlich nach der Plattform), sofern man dies auf die Anzahl der gespielten H&auml;nde projiziert. Daf&uuml;r ist es aber so, dass aufgrund der erw&auml;hnten &bdquo;Showdown-Gebundenheit&ldquo; im Fixed Limit vermehrt konzentrierte Entscheidungen an Turn und River gef&auml;llt werden m&uuml;ssen. Somit hast du im No Limit Bereich die M&ouml;glichkeit, ein paar Tische mehr zu spielen, wodurch du auch bei den Strategy Points wieder aufholen d&uuml;rftest.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Unterschiede im Preflopspiel<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nPreflop hast du beim Fixed-Limit-Game eine Unmenge an Charts zu Verf&uuml;gung. Diese Charts sagen dir, ob die Erfolgsaussichten deiner Starthand technisch gesehen einen Fold, einen Call oder ein Raise erfordern. Bei No-Limit l&auml;sst sich dieses leider nicht in ein Chart &bdquo;pressen&ldquo;. Daf&uuml;r gibt es viele Gr&uuml;nde.\n<\/p><p class=\"emoListintro\">\nBeim No-Limit-Spiel ist die Dynamik ein entscheidender Faktor. Das hei&szlig;t, es spielen letztlich viele Umst&auml;nde in eine Preflop-Entscheidung mit ein, die zu ber&uuml;cksichtigen sind. Das w&auml;ren zum Beispiel:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Deine Position<\/i><\/li>\n<li><i>Art und Anzahl deiner Gegner<\/i><\/li>\n<li><i>Das Postflopspiel deiner Gegner<\/i><\/li>\n<li><i>Die Stackgr&ouml;&szlig;en deiner Gegner<\/i><\/li>\n<li><i>Absch&auml;tzung der implied Odds bzw. der Dominations-Gefahr<\/i><\/li>\n<li><i>Dein Image entsprechend des bisherigen Verlaufs an deinem Tisch<\/i><\/li>\n<li><i>...<\/i><\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nEs gibt hier noch eine Vielzahl weiterer Punkte. Vorerst beschr&auml;nkst du dich auf die soeben genannten, da diesen die meiste Bedeutung beigemessen wird.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nEquity versus implied Odds\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nIn erster Linie ist die Equity einer Hand entscheidend. Sofern du eine bessere Hand h&auml;ltst als dein Gegner, musst du versuchen, Geld in den Pot zu bekommen und den Spieler mit der schlechteren Hand zahlen zu lassen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIm Fixed-Limit-Bereich ist dieser Vorgang eine nicht ganz so schwierige Angelegenheit. In den Charts siehst du, mit welchen H&auml;nden du ab welcher Position erh&ouml;hen solltest. Gerade H&auml;nde wie Broadways (AK\/AQ\/\/AJ\/KQ\/KJ) haben eine gute Equity und k&ouml;nnen bei einem Treffer ab dem Flop aggressiv gespielt werden. Ebenso geh&ouml;ren auch H&auml;nde wie (AX\/KX) ab sp&auml;terer Position dazu. Daraus resultieren zwei Aspekte:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Man hat geringe implied Odds<\/i><\/li>\n<li><i>Man hat geringe reverse implied Odds<\/i><\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nKurzum hei&szlig;t das: Mit einer Hand, die eher einen Drawing-Charakter besitzt, wird es schwer, auf zuk&uuml;nftigen Streets noch gro&szlig;e Gewinne einzufahren. Daf&uuml;r kannst du mit einer Hand wie Toppair aber auch nicht sonderlich viel verlieren.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBeim No-Limit-Spiel &auml;ndert sich dies. Preflop zahlst du nicht sonderlich viel, hast aber postflop die M&ouml;glichkeit, einen ganzen Stack zu gewinnen oder zu verlieren. Somit hat eine Hand mit Drawing-Charakter hier einen wesentlich h&ouml;heren Stellenwert. Eine Hand wie ATo hingegen ist gef&auml;hrlich, da du postflop zu h&auml;ufig um einen zu gro&szlig;en Pot spielen musst. Hier hast du es mit reverse implied Odds zu tun, denn du kannst davon ausgehen, auf einem A-high-Board wesentlich h&auml;ufiger eine bessere Hand auszubezahlen, als von einer schlechteren Value zu bekommen.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nPreflop-All-In: Gr&uuml;&szlig;e von der Varianz\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nEin Szenario, welches bei Fixed Limit nicht m&ouml;glich ist: All-In vor dem Flop. Bei No-Limit hingegen kannst du dich daf&uuml;r entscheiden, mit 100 Big Blinds oder sogar mehr deinen kompletten Stack bereits vor dem Flop in die Mitte zu stellen. Nat&uuml;rlich verspricht diese Entscheidung mit Premiumh&auml;nden den meisten zu erwartenden Profit. Dazu kommen die Asse oder K&ouml;nige, aber auch H&auml;nden wie AK und QQ in die n&auml;here Auswahl (&bdquo;m&ouml;glich&ldquo; ist es nat&uuml;rlich mit allen H&auml;nden). Klar wird, dass die Varianz dadurch enorme Ausma&szlig;e annehmen kann.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nStellt sich die Frage: Warum &uuml;berhaupt All-In?\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nDu m&ouml;chtest zum einen mit der vor dem Flop vermeintlich st&auml;rksten Hand deinen Gegner dazu bringen, Geld in den Pot zu legen und somit Fehler zu begehen. Sicherlich ist es nicht das Idealste, mit H&auml;nden wie AK und QQ vor dem Flop bereits sein ganzes Geld in die Mitte zu stellen, aber oft genug bleibt dir keine andere Wahl. Erh&auml;ltst du eine 3-Bet, so wei&szlig;t du nicht viel &uuml;ber die St&auml;rke der Hand deines Gegners. In den meisten F&auml;llen hast du die beste Hand, weswegen du Favorit bist und entsprechend 4-bettest. Bekommst du daraufhin einen Push vorgesetzt, hast du mit AK sowie mit QQ gegen die gegnerische Range AK, QQ+ einen mathematisch korrekten Call.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Unterschiede im Postflopspiel<\/h1><div class=\"emoSubheadbig\">\nEinfachere Bluffs in No-Limit?\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nH&ouml;rt man das Argument, dass im No-Limit bessere M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Bluffs bestehen als bei Fixed Limit, so entsteht recht schnell eine hitzige Diskussion. Selbstverst&auml;ndlich gibt es auch beim Fixed Limit ausreichend M&ouml;glichkeiten zu bluffen, jedoch solltest du dir vor Augen f&uuml;hren, dass aufgrund der im Verh&auml;ltnis zum Pot doch eher kleinen Bets die Foldequity grunds&auml;tzlich nicht sonderlich hoch ist.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin Bluff verfolgt prim&auml;r das Ziel, eine bessere Hand zum Folden zu bewegen. Eine bessere Hand hat jedoch meistens irgendwas getroffen und unter normalen Umst&auml;nden keine Probleme damit, bis zum Showdown zu gehen und einfach einen Calldown hinzulegen. Somit ist der Spielraum f&uuml;r Bluffs relativ begrenzt.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBeim No-Limit ist postflop noch ausreichend Spielraum, um durch Bluffs tats&auml;chlich bessere H&auml;nde zu einem Fold zu steuern. Auch hier spielt nat&uuml;rlich der bereits aufgez&auml;hlte Faktor &bdquo;variable Betsizes&ldquo; eine entscheidene Rolle, da du dem Gegner Odds servieren kannst, zu denen er eigentlich mit einer marginalen made Hand nicht callen d&uuml;rfte.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nToppair = Broke? Dominationsgefahr!\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nLange galt der Grundsatz, dass man mit Toppair \/ Topkicker in No-Limit Hold&lsquo;em nicht seinen ganzen Stack verlieren sollte. Dies ist nicht korrekt. &bdquo;Standards&ldquo; gibt es recht wenige, aber mit einem guten Toppair, beziehungsweise sogar einem Overpair liegt man im Verh&auml;ltnis gesehen relativ h&auml;ufig vorne.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nProblematisch wird es da eher bei H&auml;nden wie zum Beispiel AJ\/AT oder KQ\/KJ. Das Problem hierbei ist, dass es zu selten schlechtere H&auml;nde gibt, die dich ausbezahlen. Daf&uuml;r werden diese H&auml;nde recht h&auml;ufig dominiert, das hei&szlig;t, du spielst gegen eine Hand, die eventuell einen besseren Kicker besitzt. Zudem wird es sehr schwer f&uuml;r dich, dich von deiner Hand zu trennen. Genau aus diesem Grund musst du beim No-Limit diese H&auml;nde mit Bedacht spielen. Beim Fixed Limit gehst du mit einem Toppair meistens bis zum Showdown, w&auml;hrend dies bei No-Limit kein Standardvorgang ist.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nVariable Setzgr&ouml;&szlig;en\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nIm Gegensatz zu den beim Fixed Limit festgeschriebenen Setzgr&ouml;&szlig;en in Form der Small bzw. Big Bets kannst du beim No-Limit jederzeit so viel setzen, wie du m&ouml;chtest. Dies erm&ouml;glicht dir beispielsweise das beschriebene Preflop-All-In, sowie andererseits die M&ouml;glichkeit, die Pot Odds f&uuml;r deinen Gegner jedes Mal zu konfigurieren.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBettest du beispielsweise Potsize, so gibst du deinem Gegner Pot Odds von 2 zu 1. Bettest du nur 2\/3 Potsize, so bekommt dein Gegner 2,5 zu 1. Entscheidest du dich f&uuml;r eine Bet in der Gr&ouml;&szlig;e des halben Pots, so erm&ouml;glichst du deinem Gegner einen Call bei Odds von 3 zu 1. Variables Setzen in dieser Form ist beim Fixed Limit nicht m&ouml;glich.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nMaximaler Schutz der eigenen Hand\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nAus dem Vorhergesagten resultiert ein weiterer wichtiger Faktor: Der Schutz (Protection) der eigenen Hand. Durch die eben beschriebenen variablen Setzgr&ouml;&szlig;en kannst du deinen Gegner eher zu Fehlern verleiten und ihn zum Callen mit einem Draw zu inkorrekten Odds einladen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBeim Fixed Limit besteht diese M&ouml;glichkeit kaum. Bettest du beispielsweise dein Toppair an Flop und Turn, so kann dein Gegner mit einem eventuellen Straight- und\/oder Flushdraw nahezu immer profitabel callen. Es ist zwar klar, dass du durch deine Bets versuchst, deine Hand zu sch&uuml;tzen und mit der besseren Hand Geld in den Pot bekommst, allerdings macht dein Gegner mit seinen Calls keine Fehler. Beim No-Limit hingegen kannst du durch hohe Bets deine Hand wirklich sch&uuml;tzen, so dass dein Gegner mit einem Calldown f&uuml;r ihn teure Fehler begeht.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nDie Position\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nDie Position ist bei Hold'em grunds&auml;tzlich ein wichtiger Faktor. Jedoch spielt selbige bei No-Limit eine noch wichtigere Rolle. Es gilt auf Dinge wie Potcontrol und Protection zu achten. Protection wurde schon besprochen, doch auch Potcontrol ist von gro&szlig;er Wichtigkeit. Du kannst somit je nach St&auml;rke deiner Hand die Gr&ouml;&szlig;e des Pots kontrollieren, was dir nat&uuml;rlich deutlich besser in Position gelingen wird.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nKannst du beim Fixed Limit beispielsweise eine Line wie bet\/call Flop, calldown (Way ahead \/ Way behind) spielen, ist dies im No-Limit nicht m&ouml;glich. Unter normalen Umst&auml;nden w&auml;rst du bei dieser Sequenz am River All-In, was du mit einer mittelstarken Hand normalerweise vermeiden willst. Wie du jedoch an diesem Beispiel siehst, fehlen dir ohne Position die Alternativen. Deswegen ist bei No-Limit Holdem die Position einer der mit Abstand wichtigsten Faktoren.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nVariable Stackgr&ouml;&szlig;en\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nAufgrund der festgesetzten Setzgr&ouml;&szlig;en ist es beim Fixed Limit relativ egal, &uuml;ber welchen &bdquo;Stack&ldquo; du oder deine Gegner verf&uuml;gen. Beim No-Limit ist die relative Stackgr&ouml;&szlig;e jedoch ein ganz wichtiger Faktor. &bdquo;Relativ&ldquo; bedeutet, dass du maximal um den kleineren der beiden Stacks spielen kannst. Dies muss von Anfang an ber&uuml;cksichtigt werden, da du gegen verschiedene Stackgr&ouml;&szlig;en unterschiedlich spielen solltest. Grob kann man die Stacks in 4 Kategorien einteilen:\n<\/p><ul class=\"emoList1\">\n<li><i>Shortstacks (15-30 Big Blinds)<\/i><\/li>\n<li><i>Midstacks (~ 50 Big Blinds)<\/i><\/li>\n<li><i>Fullstacks (~ 100 Big Blinds)<\/i><\/li>\n<li><i>Deepstacks (125+ Big Blinds)<\/i><\/li>\n<\/ul><p class=\"emoNormal\">\nAuch hier sollte dir bewusst werden, dass du gegen Spieler mit einem kleinen Stack keine gro&szlig;artigen implied Odds besitzt, sondern H&auml;nde ben&ouml;tigst, die &uuml;ber eine gute Equity verf&uuml;gen. Je gr&ouml;&szlig;er jedoch der effektive Stack ist, umso mehr Freir&auml;ume besitzt du nach dem Flop und kannst dir demnach auch auf zuk&uuml;nftigen Streets h&ouml;here Gewinne versprechen.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nLeichte Calldowns vermeiden\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nW&auml;hrend du beim Fixed Limit eine durchschnittliche Hand wie ein schwaches Toppair oder gar ein Middlepair m&ouml;glicherweise problemlos zum Showdown tragen kannst, ist dass beim No-Limit keineswegs derartig einfach.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEin &bdquo;lightes Downcallen&ldquo; ist meistens nicht zu empfehlen, da es dich deutlich mehr als 2 Big Bets kostet. Das Prinzip Way ahead \/ Way behind ist auch im No-Limit gegenw&auml;rtig, muss jedoch mit Bedacht angewandt werden.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBeim Fixed Limit bedeutet Way ahead \/ Way behind, dass du grunds&auml;tzlich bereit bist, bis zum River im Check\/Call-Modus zu agieren. Beim No-Limit kann man jedoch nicht blind runtercallen, da man selten wei&szlig;, wie die servierten Odds aussehen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nIst der Pot beim Fixed Limit am River beispielsweise 8 Big Bets gro&szlig;, so wei&szlig;t du dass Check\/Call dich eine Big Bet kostet und du somit in (nur) einem von 8 F&auml;llen vorne liegen musst. Beim No-Limit hingegen kann der Pot am River zum Beispiel 8$ gro&szlig; sein. Setzt dein Gegner nun 1$ gilt genau das gleiche wie im Fixed-Limit-Beispiel. Setzt er jedoch Potsize (8$), so musst du schon in einem von drei F&auml;llen vorne liegen. Hier musst also je nach Gegner abw&auml;gen, ob das gegeben sein k&ouml;nnte.\n<\/p><div class=\"emoSubheadbig\">\nShowdown-Gebundenheit\n<\/div><p class=\"emoNormal\">\nResultierend aus den bislang genannten Punkten ist es faktisch so, dass du in einem Fixed-Limit-Game den Showdown wesentlich h&auml;ufiger siehst als in einem No-Limit-Game. Dies ist nat&uuml;rlich von besonderer Bedeutung f&uuml;r dein Spiel, da du davon ausgehen musst, h&auml;ufig genug beim Showdown vorne liegen zu m&uuml;ssen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nBeim No-Limit-Game hingegen gehst du nicht so h&auml;ufig zum Showdown, was daraus resultiert, dass du auf den vorherigen Streets durch die Vergabe schlechterer Odds f&uuml;r die Gegner diese aus der Hand vertreibst oder halt die besseren M&ouml;glichkeiten eines Bluffs ausnutzt und ohne Showdown die Hand gewinnst.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nWas ist nun besser? Auf der einen Seite musst du beim Fixed-Limit-Game genau absch&auml;tzen, wie h&auml;ufig du vorne liegst, da du meist keine andere Wahl hast, als bis zum Showdown zu gehen, da auch auf den letzten Streets die Odds f&uuml;r eine made Hand verlockend sind. Im No-Limit hingegen gewinnt nicht immer der Spieler mit der besten Hand. Du hast hier vermehrt M&ouml;glichkeiten die Hand unimproved zu gewinnen.\n<\/p><h1 style=\"margin-top: 24px\" align=\"left\">Zusammenfassung<\/h1><p class=\"emoNormal\">\nDu hast nun die groben Unterschiede zwischen den beiden Varianten gesehen. Wichtig ist nat&uuml;rlich dass du wei&szlig;t, was dir Spa&szlig; macht. Solltest du eine Variante lieber spielen oder gar merken, dass sie dir aus welchen Gr&uuml;nden auch immer besser zu liegen scheint, dann solltest du diese Variante auch spielen.\n<\/p><p class=\"emoNormal\">\nEbenso ist es empfehlenswert, Erfahrungen mit beiden Varianten zu sammeln. Es schadet einem Fixed-Limit-Spieler nicht, ab und an mal eine Session No-Limit zu spielen. Das gilt nat&uuml;rlich auch umgekehrt. Sei offen, versuche neue Spiel- und Sichtweisen zu entdecken und schau einfach mal, ob du diese bei deiner favorisierten Variante einbringen kannst.\n<\/p><table style=\"margin-top: 24px\" class=\"emoLinkbox\" border=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkbox1\">LINKS<\/td>\n<td class=\"emoLinkbox2\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" class=\"emoLinkboxinner\">\n<table border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_icon_artikel.jpg\" width=\"33\" height=\"25\"> <\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Verwandte Artikel:<\/b><br>\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/no-limit\/1317\/\">Vor dem Flop - Grundlagen<\/a><br>\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/strategy\/no-limit\/1336\/\">Am Flop - Grundlagen<\/a>\n\t\t\t\t\t\t<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"emoLinkboxicon\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/download\/content\/bilder\/ps_icon_forum.jpg\" width=\"32\" height=\"24\"> <\/td>\n<td class=\"emoLinkboxlinks\"><b>Diskussionsforum:<\/b><br>\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.pokerstrategy.com\/de\/forum\/thread.php?threadid=38748\">Diskutiere den Inhalt des Artikels im Forum<\/a> <\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist eine Entscheidungshilfe f\u00fcr Fixed-Limit-Spieler, die eventuell vorhaben, zu No-Limit Hold'em zu wechseln.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":""},"strategy_category":[139],"strategy_level":[117],"class_list":["post-57165","strategy","type-strategy","status-publish","hentry","strategy_category-sss-silber"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - 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